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D«ül. Zwischen Lu hell nnbi$u biinfet liege 8er goldene Mittelweg von mäßiger Helligkeit, der nicht nur ein so schönes Gefühl der Traulichkeit und Behaglichkeit in den -Räumen Hervorrufe, sondern au,ch der Gesundheit am zuträglichsten sei. Diese Ausführungen sind zweifellos sehr zutreffend. Es liegt aber die Belästigung! unserer Augen weniger in der Helligkeit als in der Zusammen-, setzung des Lichtes unserer künstlichen Lichtquellen. Das zer- strente Tageslicht ist viel Heller und greift unsere Augen nicht in per Weise an wie jenes1. Woran liegt dies?
Im Licht unserer künstlichen Lichtquellen sind gewisse Arten von unsichtbaren Strahlen, die das Ange belästigen, besonders stark vertreten. Bon den Lichtstrahlen ist, nämlich ein großer Teil unsichtbar. Wenn man das Licht mittels eines Prismas zerlegt, so erhält man ein Farbenband-, das Spektrum, das alle Farben von Rot bis Violett aufweist. Wirft man das Spektrum auf einen fluoreszierenden Schirm, oder läßt man es auf eine photographische Platte einwirken, so erscheint es wesentlich länger. Es werden dabei Strahlen wirksam, die unser Auge gewöhnlich nicht wahrzunehmen vermag. Man gezeichnet diese Strahlen, da sie jenseits des Piolett liegen, als ultraviolette. Diese Strahlen sind in dem künstlichen Licht um so wirksamer vertreten, je höher die Temperatur des leuchtenden Körpers ist. Die Beleuchtungsindustrie ist bestrebt, die Temperatur der leuchtenden Körper immer höher hinaufzutreiben, um billigeres und Intensiveres Licht zu schaffen. Daniit «vermehrt sie den Gehalt des Lichtes an unsichtbaren Strahlen. Diese Strahlen sind aber nicht gleichgültig für die Augen, sie können dieselben in erheblichem Maße reizen. Sie wirken je nach dem Spektralbezirke, dem sie -augchören, verschieden auf die Augen.
Ein Teil erzeugt vor allem Fluoreszenz in der Linse und der Netzhaut. Das Fluoreszenzlicht wirkt auf die lichtempfindlichen Elemente der Netzhaut und verschleiert das Netzhautbild in derselben Weise, wie auf der photographischen Platte die Schärfe des Bildes durch zerstreutes Nebenlicht beeinträchtigt wird. Es ist dies die' Erscheinung, die man int gewöhnlichen Lehen meist -unter Blendung versteht. Der Reiz der Netzhaut durch das Fluoreszenzlicht- das von einer Bogenlampe -von 10 Amp. erzeugt wird, ist so erheblich, daß man bei einem Versuchstier in einigen Metern Entfernung von der Lampe lebhaften Pupillen- nnd Lidschlußreslex damit Hervorrufen kann.
Ein anderer Teil der unsichtbaren Strahlen verursacht Reizung! am äußeren Auge, die sich als Brennen, Drücken usw. bemerkbar macht. Wirken diese Strahlen sehr heftig, so kommt es zu Entzündungen, die unter Umständen recht heftig werden können. Werden solche Entzündung en durch das Tageslicht erzeugt, so werden sie als Schneeblindheit bezeichnet, während die durch das elektrische Licht veranlaßten unter dem Namen elektrische Ophthalmie bekannt sind.
Im Sonnenlicht sind auch zahlreich iultraviolette Strahlen vorhanden. In der Tiefebene sind es aher nur solche Strahlen, die Fluoreszenz in den Augenmedicn ^veranlassen: Wir merken bei Blendung einen Schleier, der sich über das Auge legt. Im Hochgebirge ist das Tageslicht wesentlich reicher an unsichtbaren Strahlen, und es enthält dann auch sehr viel von solchen Strahlen, die das äußere Auge reizen. Es ist eine bekannte Erscheinung, daß die Bewohner der Tiefebene bei Hochtouren Reizungen am äußeren Auge bekommen, die sich bis zur Schneeblindheit steigern können. Gleichzeitig finden sich dann, durch dieselben Strahlen veranlaßt, Entzündungen der Haut, die als Gletscherbrand allgemein bekannt sind. Auch bei Ballonfahrten, bei Reisen in arktischen Gegenden werden solche Störungen durch das Tageslicht an bett Augen beobachtet.
Wit dem Licht unserer starken künstlichen Lichtquellen lassen sich dieselben Entzündungen erzeugen. Sie werden auch vielfach- absichtlich auf der Haut zu Heilzwecken hervorgerufen, um krankhafte Prozesse zu beeinflussen. Am «Auge werden solche Entzündungen nicht selten beobachtet bei -Arbeitern, die an elektrischen Bogenlampen längere Zeit gearbeitet und ihre Augen der direkten! Einwirkung des Lichtes ausgesetzt haben. Bei ihnen entwickelt sich nach einigen Stunden eine heftige Entzündung, die in allen Erscheinungen mit der Schneeblindheit gleich ist, und die man in diesem Fall als elektrische Ophthalmie bezeichnet.
Das Licht unserer künstlichen Lichtquellen verhält sich verschieden. Das Licht der Petroleumlampe enthält keine Strahlen, die das äußere Auge reizen. Darum wird die Petroleumlampe zweifellos mit Recht a l s A r b eit s l a m p e von vielen bevorzugt, die gleichzeitig über Gas- und elektrisches Licht verfügen. Im Gasglühlicht sind, vor allen die Strahlen vertreten, die den Schleier erzeugen, der sich bei Blendung über das Auge legt. Der Gehalt an solchen Strahlen ist beim Ggs-. glühlicht wesentlich höher als beim zerstreuten Tageslicht. Das elektrische Licht zeichnet sich durch den Reichtum an beit Strahlen aus, die Reizung am äußeren.Auge erzeugen. Es übertrifft darin Has Tageslicht der Tiefebene und gleicht mehr dem Tageslicht int Hochgebirge.
Um das Licht dem Äuge -angenehmer zu machen; gilt es, ihm die unsichtbaren Strahlen soweit zu entziehen, daß sie das Auge nicht mehr belästigen. Beim Tageslicht nimmt die Atmosphäre einen großen. Teil dieser Strahlen auf. Im Hochgebirge sind sie noch ein erheblicher Reiz für das äußere Auge. Whe das Licht in die Tiefebene gelangt, verliert es viele diesen
Strahlen., Daß die Beiwohner des Hochgebirges nicht belästigt werden, liegt an dem großen Anpassungsvermögen des mensch^ lichen Organismus. Die Strahlen, die die Fluoreszenz der Ängen- medien (das Blendlicht) erzeugen, sind auch in der Tiefebene noch reichlich vorhanden, wir merken, wie sich ein Schleier üben das Auge legt, wenn Sonnenlicht in die Pupille fällt. Wir wissen uns gewohuheitsgemäß vor solcher Blendung zu schützen. Wir sorgen dafür, daß unsere. Pupille durch natürliche oders künstliche Mittel beschattet wird.
Im Licht unserer starken künstlichen Lichtquellen sind immer unsichtbare Strahlen reichlich enthalten und übertreffen stets einzelne Strahlungsbezirke au Stärke das zerstreute Tageslicht. Beim künstlichen Licht sind wir nicht gewohnt, die unmittelbare Bestrahlung der Pupille zu vermeiden. Das Licht mit allen unsichtbaren Strahlen fällt meist stracks in die Pupille.
Wir müssen daher darauf bedacht fein, dem künstlichen Licht die unsichtbaren Strahlen nach Möglichkeit zu entziehen. Wir! können dies erreichen, wenn wir die künstliche Beleuchtung so einrichten, daß nur zerstreutes Licht in unser Auge gelangt. Durch Zerstreuung werden die unsichtbaren Strahlen sehr stark geschwächt. Diese Art der Beleuchtung hat nur den Nachteil, daß auch sehr viel sichtbares Licht verloren geht, -und das; sie deshalb sehr kostspielig wird. Ein anderer Weg bietet sich, wenn man die künstlichen Lichtquellen mit Hüllen umgibt, welche die unsichtbaren! Strahlen ausgiebig absorbieren. Die Glashüllen (Zylinder, Lampenglocken) entziehen dem Licht schott einen Teil dieser Strahlen. Dje Aufnahme, ist indefsett, «wie jeder an sich selbst fest- stellen kann, nicht ausreichend. Neuerdings «kommen aber unter dem Namen Euphosglas Beleuchtungsgläser in «bett Handel, die die unsichtbaren Strahlen aller -Wellenlängen in ausgiebiger Weife aufnehmen und dem künstlichen Licht die unangenehmen Nebenwirkungen nehmen, ohne die sichtbaren.Strahlen allzusehr zu schwächen. ■
Diese Gläser sind ppch als -Brillengläser käuflich. In welch ausgiebiger Weise dieselben vor den Wirkungen der unsichtbaren! Strahlen schützen, ergibt sich aus einer Beobachtung des Herrn: Dr. Flemming, der bei einer -Ballonfahrt über 8000 Meter hoch gekommen war. Er hatte, wie wir den „Blättern für Bolks- gefundheitspslege" entnehmen, seine Augen mit einer Brille aus Hellem Euphosglas geschützt und hatte -keine Erscheinungen von Schneeblindheit, während fein Begleiter, der eine diinkelgrauiü Schutzbrille trug, von einer äußerst heftigen, .AugeneutzündunM befallen wurde,
von der Tulpe.
Fast in jedem Garten paradiert im Frühjahre auf den Blumenbeeten und Rabatten die stolze Tulpe, sich wohlgefällig im leichten Winde hin- und heNviegend. Zwar ist die Glanzperiode dieser! Blume längst vorüber, aber immer noch behauptet sie ihren Platz im Garten. Tie sm der Levante wild wachsende Blume, deren Zwiebeln zuerst 1557 von Konstantinopel nach -Deutschland verpflanzt wurden, hat ihr eßt Namen von der Rehnlichkeit ihren Blüte mit einem türkischen Turban.
Wenn die Ueberführung vieler unfern' Kulturpflanzen aus! Asien nach dem Abendlande auch schon in die Zeit des Altertums fiel, so sind mehrere doch erst durch die Araber zum blei--, benden Besitz der Küstenländer des Mittelmeeres geworden. Durch die Araber kamen viele ostiudische Produkte, die das Altertum! nur durch den Handel als kostbare Ware empfangen hatte, lebend an das Mittelmeer; die Seidenraupe, die Baumwolle und das Zuckerrohr wurden durch die Araber eingeführt. Als die Araber- allmählich zerfielen, war unterdes im Zeitalter der Kreuzzüge der Seehandel der italienischen Städte aufgeblüht; Venedig unbl Genua beherrschten bie Märkte der Levante. Auch diese Verbindung wandte Europa einen Teil des Reichtums jener gesegneten morgenländischen Gebiete zu, und selbst als die Türken erobernd aus dem Innern Asiens vordrangen, schlug auch dies der Welt- iültur zum Gewinn ans. Denn die Türken waren kein bloß zerstörendes- Volk wie bie Mongolen, sie führten vielmehr Europa manches Neue zu und erweiterten damit den Kreis der Vorstellungen. Sie waren Freunde der Bäume und der Blumen und verpflanzten nach ihrer Wanderung in den Südwesten auch die farbigen, stolzen Blumen der lichten Heiden Turkestans in ihre Gärten. So wurde Stambul das Bezugsland für eine neue prächtige Garteuslora, bie über Wien und über Venedig in Europa einwänderte. Die berühmteste und wegen ihrer weiteren Schick-- sale merkwürdigste dieser türkischen Blumen war die Tulpe, die das Staunen und die Bewunderung des Abendlandes hervor- tief
'Das Wesentliche der Geschichte dieses stolz blühenden Zwiebelgewächses mit seinen vielen Spielarten hat Beckmann in seinen Beiträgen mit Gründlichkeit erzählt. In neuester Zeit haben der italienische Botaniker Levier und der Graf Solms-Laubach die Studien über die Geschichte der Tulpe eingehend fortgesetzt. Nach diesen itntersuchunqen sah Konrad Gesner, der Linnä des- 16. Jahrhunderts, die erste Tulpe im Jahre 1559 in Augs- bürg im Garten eines Patriziers, 1565 sanden sie sich auch im Garten der reichen Fugger. Die Zwiebelknollen waren aus Konstantinopel bezogen, als ihre Heimat wird die Krim angegeben; die krimschen Tartaren hatten, sie mitgebracht und angepslanzt.


