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Ihres Vaters Tochter.
Nvnran von La tu von (St r a it jj u n d Torney.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
17. Mai.
Und heute?
uu h7» , Vb *'§'1 Dre schweren Regentropfen lausen
Scherben herunier, der naßkalte Mud fegt wahre Schneegestöber Von weißen Kirchbülten durch den Garten.
vorhm zu Sepvl hereinkam, lag er blaß, mit ’yZnv ' U&e"- üagte über Schmerzen im Bein und war unlustig Nichr einmal die Erinnerung an die schöne Stube gesieru brachte cm Lächeln auf den kleinen, eigensinnigen Mund. Ich habe ihn im Bett gelassen.
~ Ivo hl ein Rückschlag Von gestern. Dieses sensitive
Elchen muß vor jeder Erregung gehütet werden, auch vor der freudigen. Ich mache mir Vorwürfe.
Aber nicht allein seinetwegen. Ich könnte heute keine lomttc etern' lllb reise nicht, daß ich es gestern
sei,! Andenken ist wieder ohne Flecken. Ich kann $‘l H" aufsehen, so hoch wie früher — nein, hoher. Was H für Lüge hielt in seinem Leben, das war nichts als Fürsorge für mich, nichts als Güte. Ich war nur blind dafür. Wenn ich sein Bild entstellt und verzerrt sah, so hab uh das mir allein zu danken.
. Aber was geschehen ist, ist geschehen. Es wird doch Nie wieder wie früher. Das Baud zwischen iut$ bleibt zerrissen.
Uno da sollte ich mich freuen 'und Feste feiern tonnen?
Er hat mich geführt, solange ich denken kann. Jede Stufe hoher, die er erreichte, freute ihn, weil er mich mitnehmen konnte. Jeden Gedanken, den er dachte, gab er mrr Zuerst in seiner frischesten Ursprünglichkeit.
Aber den einen Gedanken, den er noch nicht ans- sprechen konnte, den habe ich nicht verstanden, in seinem Sum Zu Ende zu denken. Ich habe mich blind und mecha- Nlsch mit auf seine Höhe tragen lassen, aber als ich allein stehen sollte, war ich hilflos und haltlos und fiel
Sein erstes Kunstwerk sollte ich sein! Ich!
Wenn jemand seinem Leben und Werk ins Gesicht schlagt, es verleugnet, dann bin ich es! Das kann er inu nie Verzeihen, auch wenn er mir das andere verzeihen tonnte.: daß meine Liebe zu ihm so klein und jämmerlich schwach war!
Ja, ivenn ich noch zu ihm gehen könnte tote früher manchmal: Verzeih mir! Hilf mir! Ich will wieder gut machen!
zlber das ist vorbei. Er antwortet mir nicht. Es gibt fern Wiedergutmachen!
19. Mai.
(-eppl ist heute noch immer nicht recht hei KrästeM sch mache mir Sorge, die selbständige Berauüvortung drüM mich. Ich bin vorhin bei nnserm alten Medizinalrat ge- 'u sehen' t’er'*)Vaä) Uliv' heute nachmittag nach dem Jungen
Dann sah er Mir selbst scharf ins Gesicht.
« "Nü-und was machen wir denn für Streiche, Fräulein. Agnes ? Wie lange her seit dem Typhus? Ein halb Jahr? Ium Kuckuck, dann ist cs aber Ihre verfluchte Pflicht und Schuldig leit, setzt nicht mehr wie Milch und Mondschein anszuseheu! Zeigen Sie mal her!"
. Es half nur nichts, er untersuchte mich gründlich, Hertz und Lunge. Zuletzt schüttelte er den Kopf. ®
."'Ules ui Ordnung Also bloß die verfluchten Nerven. Wahrscheinlich ungesunde Lebensweise, spät zu Bett, viel eiltrlesen und dummes Zeug grübeln statt oroen.lich essen und was tun und Seelenruhe und meinet-' wegen ein bißchen Langweile. Ja, die Frauenzimmer von l-fHe. ^ws hat zu Viel Beistand und doch keine Vernunft Es ist ent Unglück. Gottlob, daß ich keine Tochter hab«, H«Werce mich krank. Aber passen Sie auf, Kindchei? ich .nsse titc jCtzr nicht aus den Fingern, bis Sie rote Backen DaVeii Das bin ich dem seligen Herrn Papa schuldig."
Ich lachre für mich auf dem Rückweg. Seelenruhe, gesunde Langweile! Ich möchte wissen, wo das herkommest sollte, och weiß mich keiner Stunde wirklicher Seelenruhe zu erinnern seit Monaten!
..IHEWMch machen meine Gedanken einen Sprung Zurück. München, Georg, die Tage in den Bergen, das Elend nachher.
Mdas wirklich erst Wochen her? Wie wunderlich!
daß ich es schon Vergeben oder verwunden hatte! Ich träume des Nachts davon. Dann ist alles wie damals.
Aber bei wag ist es so anders. Was ich in den le^ien Wochen durchgemacht habe und noch durchmache steht davor wie eine Mauer, (lud jenseits der Mauer sehe ich diese nahe .Vergangenheit fremd und ferngerückt und i>i auderm Licht, ilnd mein eigenes Ich aus verflossener Zeit ist mir etwas Halbfremdes, das ich mir doch vom Leib halten möchte, weil es mir immer weh tut, daran zu denken! —
19. Mai, abends.
Mir ist ganz wirr und wirbelig im Kopf, so schnell! ist die ganze Sache gegangen. Der Medizinalrat hat mir den Entschluß ja einfach über den Kopf weggenommeu. Alles schon in Ordnung, über Seppl, den Professor, mich selbst Verfügt, als ob wir Schachfiguren wären. Aber so ist der Alte, lind man kann ihm nicht einmal bös sein! Mit Seppls augenblicklichem Zustand war er rasch fertig. Eine leichte nervöse Magenverstimmung, weiter nichts. Ein bißchen derber nur drückte er's Ms.


