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im Jahr 1815 vor imb lautet folgendermaßen: Zehn Gulden, welche ich unterzeichneter Vom Jahr 1814, Wegen der gehabten Unruhen, Tag und nacht, bei Einquartierung der Verbündeten Truppen, znfordern gehabt, sind mir von dem 1815 ten Burger-» Weister Schultheis Ludwig Vogel bezahlt wurden, welches ich Quittire. Staufenberg d. loten Nov. 1815. gez. Christopf Bogel.

Noch lange Fahre hatte die Stadt Staufenberg an den von auswärts aufgenommenen Kapitalien, die sie zur Bestreitung der Kriegskosten nötig hatte, zu bezahlen. Seit den 70 er Jahren hat auch Staufenberg einen blühenden Aufschwung genommen. Fast alle Bürger der Stadt können als wohlhabend bezeichnet werden. Bon der Gemeinde gilt dasselbe. Die grossen Wal- dungen bilden eine gute Einnahmequelle für sie, so daß ein jeder Ortsbürger, obwohl Feldbereinigung und Wasserleitung sehr viel Geld gekostet hat noch jedes Jahr eine Vergütung an Holz erhalt.

vermischtes.

* Bon der it eit eit Felduniform. Man schreibt uns: Die letzten großen Kriege, namentlich der Burenfeldzug und der russisch-japanische Krieg, haben einen großen Einfluß auf die Ausrüstung und die Ausbildung unseres Heeres aus- geübt. So erhielten wir das wesentlich vereinfachte Exerzier­reglement Voit 1906, in dem mit den unnötigen und überflüssigen Bewegungen, Griffen usw. aufgeräumt ivurbe, so erhielten wir die neue Felddienstordnung und Vor allem die neue Uniform. Das ist der größte Erfolg, den die moderne Kriegstechnik der altpreußischeu tteberliefernng . abgeruugen hat,. denn das blaue Tuck schien unausrottbar zu sein. Zwar hatte man sich schon lauge Vorher dazu entschließen müssen, unsere Kolonialarmee den Verhältnissen entsprechend zu kleiden, aber zu einer Aendernng in unserem Landheer hat das nicht geführt, obwohl man wußte, daß Napoleons russischer Feldzug allein au der ungünstigen Aus­rüstung seiner Truppen gescheitert war. Zwar, der Korse hatte an alles gedacht, srgir an Schneebrillen, nur nicht an eine Aende- rnug der Kleidung, die für das russische Klima vollständig un­geeignet Ivar. In dieser Beziehung hat erst der Burenfeldzug eine Aendernng geschaffen, und es war die englische Armee, die hier bahnbrechend wirkte und schlankweg eine neue, den süd­afrikanischen Verhältnissen angepaßte Uniform einführte, bereit Farbe ein Gemisch von Graubraun unb Gelb barstellt und unter dem Namen Khaki bekannt ist. Auch in den anderen europäischen Staaten trug man sich seitdem mit dem Gedanken au eine Aende- rung der Kleidung, aber mau war sich bewußt, daß dasKhaki" für unsere Verhältnisse nicht geeignet ist, weil die vorherrschende Farbe unserer Landschaften grün ist. Langwierige Versuche führten dann zu der Ueberzeugung, daß eine Mischfarbe aus Gran und Grünfeldgrau" die für unsere Anforderungen günstigste Farbe sei. Mit Uniformen dieser Farbe wurden bann zuerst bie Maschinengewehrabteilungen ausgerüstet, unb es geschah nicht selten, baß bieBlauen" im Gefecht bicht bis an dieGrauen" herankamen, ohne sie überhaupt zu bemerken. Gleichzeitig mit der Aenberuitg bet Farbe erwog man auch eine Aendernng des Schnittes und einigte sich auf einen der heute noch gebräuchlichen Litewka ähnlichen Rock mit Verfchließbaren Taschen und brünierten Knöpfen. An Stelle des Stehkragens kam der Klappkragen, an Stelle der Halsbinde ein graues Halstuch. Behalten würde allerdings der lästige Helm, den man mit einem schilffarbenen Uebetzug Versieht, und behalten wurde auch zum größten Teil die große Belastung des einzelnen Mannes, die bei einem mo­dernen Feldzug mit seinen ungeheuren Entfernungen die Bewcglich- teit der Truppe in hohem Grade behindert. Was man seither zur Erleichterung des Gepäcks getan hat, ist noch lange nicht genug, wenn man sich auch nicht verhehlen kann, daß es ungemein schwierig ist, die au sich schon aufs 9totivenbige beschränkte Aus­rüstung zu vermindern. Ob sich diese neue Kleidung aber in allen Fällen bewährt, das ist eine andere Frage. Ich habe es stets als sehr störend und schädlich empfunden, daß uns unsere Uniformen ganz und gar nicht vor der Nässe schützen. So haben wir das letzte! Manöver fast von Anfang bis zu (Silbe in nassen Kleidern mit­gemacht. Schon nach dem ersten Vorpostenbiwak erkrankten uns tuehrere Unteroffiziere und Leute. Wenn es dann noch der her Himmel will, daß man mit durchnäßten und dadurch un- burcfilaffigen Kleidern in der Sonne marschieren muß, dann ist kaum noch ein Vorwcirtskommen. Das Umhängen der Zeltbahnen Ist völlig unzureichend, da es auf dem Marsche die Ausdünstung erschwert und bie Körperwärme noch mehr steigert. Es müßte deshalb bie Kleibung selbst wasserdicht sein, ohne aber bie Aus­dünstung zn hindern, denn nur dadurch wäre ein wirklicher Er­folg zu verzeichnen. So wurde kürzlich ein öffentlicher Wett­bewerb vorgeschlagen zu dem Zweck, ein Verfahren zn erfindens, das den Stoff der militärischen Uniform für Wasser undurchlässig macht, für Luft dagegen durchlässig 'beläßt. Ob dieses Mittel allerdings zum Ziele führt, ist sehr fraglich, wen» es auch in hohem Grade erwünscht wäre. Die seit Jahren unter verschie­denen Namen bekannten Mittel haben noch zn keinem brauchbaren und zuverlässigen Ergebnis geführt. Für Erfinder wäre aber hier ein Weg, der ihnen nicht 'nur viel Dank, sondern auch viel

Geld einbringen könnte. Es würde dadurch manches Leben we­niger durch Gelenkrheumatismus bedrückt, eilt liebet, das bett meisten Soldaten im späteren Leben häufig zu schaffen macht und damit hätte auch der Staat viel gewonnen. Wer selbst ein­mal in der Nässe biwakierte und am anderen Tage im Sonnen­brand marschieren mußte, oder gar bei bedeckten! Himmel, der wird ermessen, was eine wasserdichte Uniform zu bedeuten hätte. Hand in Hand müßte damit aber eine weitere Gepäckerleichterung angestrebt iverden, nm alle Kräfte für bas Gefecht bereit zu haben. Denn darauf kvnimt es an, daß man die Kräfte der Mannschaft nach Möglichkeit schont, itm sm entscheidenden Augenblick mit Einsatz allen Könnens denletzten Atemzug" hergeben zu können. Darüber darf matt sich wohl nicht hmwegtüuschen, daß im Falle eines Krieges die Reserven unter der übergroßen Last sehr leiden werden und beit Marschleistungen, die von ihnen verlangt wer­den, nur in bett seltensten Fällen gewachsen sinb, weil lihncist inzwischen jede Hebung gefehlt hat. So können wir uns' (öe£ bisher Erreichten wohl herzlich freuen, es darf uns aber über die Mängel, die ihm noch anhaften, nicht hinwegtäufchett. N.

*G r a u d Hotel", Bad Salzbrunn. Zn bem Kapitel der französischen Speisekarte!! tu beutjdicn Kurorten sendet ein Leser bet D. T. einen Zeitungsausschnitt ein, in dein dasGrand Hotel" in Bad Salzbrunn seine Speisekarte vom 12. Juni 1910 veröffent­licht. TasMenu" weist Mgenbe Herrlichkeiten au!: Hora doeuvres variös Consom mA ä Flnfante ober Creme ä la. Martha Filets de Soles Heloise ober Oeufs ä la Provenzale Poulet poele 6, la Bouquetii ober Buffet froid assorti Pommes Fondant.es Petits Pois au beurre Salade Gateaux St. Honor6 Käse mit Butter. Leiber ist bem genialen Chef de euisine sein klassisches Französisch zum Schluß besMenus" auSgegaugeu, er hätte sonst statt bes pöbel- hasteu deutschenKäse mit Butter": .Fromage avee beurre schreiben müssen, schon um im Stil seiner ' übrigen gallischen Sprachglanz­leistung zu bleiben. Weiter besagt bie Anzeige noch, baßin der großen Halle Five o'eloek-Tee mit Wiener Gebäck" verabreicht wirb. Auch hier muß die Durstigkeit des deutschen sprachlichen Entgegenkommens im Grand Hotel zu Bad.Salzbrunn jeden Aus­länder schmerzlich berühren. Das kleiusie Sprachivörterbuch hätte doch bie Möglichkeit gegeben, auch ben imgebitbeien deutschenTee" in die feinere englische Sprache zu übersehen. Ter Einsender deS Ausschnittes bemerkt mit Recht, daß in Bad Salzbrunn so gut wie feine Ausländer verkehren. Wenn sich bie deutschen Kurgäste beit Unfug dieser Halb- oder Viertelsbildung verratenden Sprachmängel gefallen lassen, so ist bas ihre Schillb. Zur Entrüstung sehen wir allerbiugs angesichts so erheiternder Sprach-Akrobalie keinen Anlaß. Warten wir es ruhig ab, tu einigen Menschenaltern wird vielleicht auch da?Grand Hotel" in Bad Salzbrumi sich nicht nur zu einer deutschen Speisekarte, sondern auch zu einem deutschen Namen ausgeschwungen haben. Bis dahüt werden tvohl die deutschen Gäste, die sich für dasMenu" desGrand Hotels" nicht genügend vornehm fühlen, auch in Bad Salzbrunn Gaflhöic finden, wo man deutsch versteht. Als erfreuliches Gegenbeispiel möchten wir an­führen, baß kürzlich bei bem Festessen, welches bie Hamburg- Amerika-Linie an Bord ihrer Kaiserin Auguste Victoria der Deutschen Laubwirtschastsgesellschast gab, eine rein deutsche Speise­karte aufgelegt mürbe, an der basGrand Hotel" in Bad Salz- brrnm noch einige? lernen kann und ztvar nicht nur in sprachlicher Hinsicht! _______________

humoristischer.

* Zu gutmütig. 91.:Wollen Sie den Manu, der Sie neulich in der Dunkelheit braun und blau geschlagen hat, nicht wegen Körperverletzung verklagen?"B.:I wo, das war ja nur ein Irrtum Von ihm, dsie Prügel galten ja gar nicht mir!"

* Bescheiden. Richter (zum Gauner.:Sie waren schon einmal zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt?"Nee, Herr Richter, so weit hab' ich's noch nicht gebracht!"

* Rechtsbelehru ng.Herr Schwiegersohn, Ihr Stuben­mädchen ist mir zu hübsch!"Für Sie habest wirs auch gap nicht engagiert, Frau Schwiegermama!"

Nagischss vreirck.

In bie Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben, aabeegggiirssss derart einzutragen, daß die einander ent­sprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:

1. Einen Bildhauer.

2. Griechische Göttin.

3. Ein Fahrzeug.

4. Altrömische Münze.

5. Einen Buchstaben.

Auslösung in nächster Nummer -

Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer!

Käser Dchfenauge Rieritz Robert Aargatt Dante Ingwer Neumark

Konradin K r eul; e v.

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitStS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen