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Von französischen Truppen ist Staufenberg vorn Jahre 1807, ab gänzlich verschont geblieben. Die erste Einquartierung, die hierher kam, waren die verbündeten Truppen, Preußen imb Russen, in den Jahren 1812 und 1813. Die Stärke läßt sich ebenfallA nicht seststellen, dagegen, aber die Kriegskosten. Diese betriig«« 2936 Gulden 20 Albus 6 Heller. Besonders groß sind die Liefe­rungen an Schnaps. Aus einigen Mahnzetteln ist zu ersehen, daß Staufenberg damals nicht mehr in der Lage war, seine Stenern 8it bezahlen. Die Mahnzettel sind ziemlich kurz gefaßt: Binnen,

Ich will hier noch bemerken, daß den Ausgaben von 311 Gulden 31 Albus für das Jahr 1807 keine Einnahmen gegenüber- standen.

. Snt Marz 179a kam auch ein Transport Invaliden aus den Niederlanden in Staufenberg, Ruttershausen und Lollar an. Das Kommando verlangte von dem Schultheis in Lollar 8 Magen zum Transport der Invaliden nach Langgöns. Dieser schickte nun seinen Flurschützen, ans Oberamt nach Gießen, tim rtncn lckiriftlichen Bescheid zu holen, auf dem angegeben sei, wie pte, 8 Wagen auf die 3 Gemeinden zu verteilen seien. Der Flur- schütz hat aber dem Oberamt in Gießen irrtümlicherweise anstatt 8 Wagen 8 Karren, angegeben, und so kam es auch, daß in dem Schreiben, das er mitbrachte, angegeben war, Lollar solle 3 Karren, Staufenberg 3 Karren und Ruttershausen 2 Karren stellen. Als aber das Kommando auf Wagen bestand, da machte der Schult­heis von Lollar m dem Oberamtschreiben mit Tinte aus Karren Wagen und erläßt an die Gemeinden Staufenberg und Rutters- hausen ein Schreiben, das hier wörtlich folat.

e LH Habe den schütz nach Giesen geschükt der Hat an statt «. Wagen 8. Karn bey oberamt an geben. Es müsen aber 8 Wagen sein, |o 5pabe ich es in dem obergmt schreiben aus Karn Wagen gemacht. Lollar 25 März 1795.

Schultheis Klinke l.j

>" Damit sich Jede gemeinde da nach Kan richten.

Am 17. August desselben Jahres bezog die Grenadier-Komp, des Herzog!. Braunschweigschen Jufanterie-Regt. auf dem Marsche von Offenbach nach seinem Standquartier auf einen Tag in Staufenberg Quartier. Die Kompagnie tvar stark: 6 Offiziere, 4.3 lliiteroffräierc^ 4 Spielleute, 155 Grenadiere, 12 Knechte, 6 Weiber. Ob die sechs Weiber zu den sechs Offizieren oder zu den Mannschaften gehörten, darüber gibt die Urkunde keine Aus­kunft.

Das Jahr 1807 weist nur eine Einquartierung von 5 franz. Offizieren mit 2 Kompagnien Soldaten auf. Näheres ist auch nicht nichr festzustellen. Die Berpflegungskosten betrugen 301 Gulden 9 Albus und für den, in Lollar in Quartier gewesenen Franz. Obrist Leutnant Simon 10 Gulden 25 Albus. Die Kosten der Verpflegung mußten, tveil kein Geld vorhanden tum-, nach­einander an die Ortsbürger bezahlt werden. Darüber gibt uns eine Urkunde Auskunft.

Der Herr Bürgermeister kann dem Johs. Keil einstweilen auf abschlag seiner führten 4 Gulden geben, weil er sich beschwert, daß er feinem Bub noch etwas an Mondiruugs-Stäcke kaufen! müste. gez. Braun, Stadtrechner.

Im ^ahr 1796 hat Staufenberg keine Einquartierung auf» AUweisen. Dagegen mußte die Gemeinde an Kaiserliche Husaren chtd Artillerie nach Gießen, Badenburg und, Ruttershausen folgen­des liefern: 463 Rationen Hafer von je 6 Pfund, 110 Rationen Hcu (10 Pfund), 1797i/2 Rationen Brot (2 Pfund).

Iw Jahr 1797 wurde die Stadt Staufenberg viel von sran- öömcher Einquartierung Mitgenommen,

, Vom 26. April bis Ende August wurden verpflegt: 68 Ossi- üere mit 72 Pferden,« 127 Unteroffiziere und 1250 Gemeine. Die Verpflxgungskosten betrugen während dieser Zeit für 132 0-182 Gulden 2 Albus 7 Heller. Von dieser Summe ent­fallt allein auf die Berpfleau.ua der französischen Offiziere das folgende: 1. Für Fleisch, Federvieh, Wild, Fisch, Gemüs, Ge- ^u-z, . Zliroueii, Baumöhl, Essig und Qbst usw. 466 Gulden '* Heller-, 2 für Weißbrod und Weitzenmehl 24 Gulden 3 Albus, 3. für Kaffee und Zucker 141 Gulden, 4. für Wein, ««mdwrnn ullb Bier 640 Gulden 7 Albus, 5. für Rauch- und Schnupftabak erdene Pfeisen und Lichter 18 Guldeii 7 Albus, .<,

b- l>rr SLreibmatermlien 12 Gulden 21 Albus 4 Heller 7 für ! 8 Tage sollte die Steuer bezahlt werden. Geschiehet dieses nicht, ^Bchc-^eife, Puder und Pomade 6 Gulden 14 Albus. Summa! | erfolgt, ohne weiteres die Auspfändung,

0 ^Gm den 8 Mus 1 Heller. , I Im Jahre 1814 hat Staufenberg nur eine Einquartier'uNjg

twere Dfsiziere einen guten Appetit hatten, I aufzuweisen. Trotzdem betrugen die Kriegskosten 704 Gulden #iflt Mit*, folgendes .Verzeichnis, Es ist aufgestellt von Herrn 1 15 Albus, Die letzte Quittzing über Kriegsentschädigung kommt

Staufenberg während der Franzosenzeit i § - - M Kirchberg, der 4 franz. Offiziere am

(Nachdruck verboten.) I IVe Pfd. Kalbskarnmaden, 4 Kalbsfüß, 1 Pfund Reis, 1/4 Psd.

Wenn man mit der Bahn von Gießen nach Kassel fährt, I andeln, Zimmet, Kapern, Kohlrabi Gemäß, Gurken und Zwiebel, so sieht man hinter der Station Lollar, rechts auf einem Berge I " Psd. Weißmehl, V4 Pfd. Baumöhl, 1fr Psd. Kaffee, 3 Pfd. die alte Burgruine Staufenberg. Staufenberg wird zum ersten I !PetJe Zucker, 2 paar junge Tauben, 1 paar junge Hahnen, 1 altes Male im Jahr 1223 genannt. Die alte Burg, in der so manches.1 K"hn, 8 Pfd. Butter, 5 Pfd. Fisch, 48 Stück Eier, 44 Stück Rittergelage veranstaltet wurde, blieb von den Stürmen des I F^Lstdrod, 140 Stück Krebse, 2 Zitronen, 1 Maas Schmaad, dreißigjährigen Krieges nicht verschont.. Im Jahre 1647 wurde I Milch, Pfd, kl. Rosinen, Bohnen, Salat und 18 Maas die obere Burg von schwedischen Truppen zerstört. Besonders! I Blei:!.

wju.rde die Stadt Staufenberg während der Franzosenzeit hon I .Den Betrag ^von 46 Gulden 18 Albus obiger Verpflegung .17941813 arg mitgenommen. | mußte die Stadt Staufenberg bezahlen. Den 4 Offizieren muß

Am 22. Oktober 1794 hatte Staufenberg zum ersten Male I kS sehr gut in Kirchberg gefallen haben, denn sie habeii sich später Einquartierung und zwar 136 Mann Kaiser!. König!. Cara- I Wh dreimal nacheinander auf 3 Tage daselbst eingefnnden und hiniers mit 153 Pferden. Darunter befanden sich 22 Kranke I jedesmal eine Rechnung von ungefähr 50 Gulden der Stadt Und Verwundete. Die nächste Einquartierung bekam Staufen- I Stmchenberg hinterlassen.

berg wie. folgt: I Daß zu der damaligen Zeit die Stadt Staufenberg öfters in

1795. 23. und 24. Februar: 4 Komp, des Herzogl. von Braun- I Zahlungsschwierigkeiten kam, läßt sich wohl denken, und deshalb! schweigischen Jnf.-Rgt. (705 Mann); 26. und 27. Februar: 4 I auch dazu gezwungen wurde, auswärts Gelder aufzunehmen. Denn Komp, des Regts. Prinz Heinrich (629 Mann); 1. und 2. März: I alles mußte den Herren Franzosen gut bezahlt werden, erhielten 4 Komp, des Regts. von Kleist (649 Mann); 4. und 5. März: I Jle nicht das Verlangte, so mußten sie dafür entschädigt werdens

4 Komp, des Regts. Prinz Ferdinant (605 Mann); 7. und! So heißt es in den Urkunden: .1; Einem französischen Soldaten,

8. März: 4 Komp, des Regts. König!. Garde (489 Mann); | als solcher eine Fuhr verlangt und keine erhielt, abgewiesen mit!

10. und 11. März: 4 Komp, des Regts. von Cronhaz (535 | r8 Albus. 2: Einem Offizier damit solcher gute Mannszucht Bet)

Manu); 13. und 14. März: 1 Handwerks-Kolonne (44 Mann). | Xer hiesigen Einquartierung gehalten, bezahlt 5 Gulden 15 Albus.

Bei der Leib-Kompagnie des Regt. Prinz Heinrich mußten | f: ffitttan französischen Offizier, daß solcher die dahier zur Unter» auch des Kapitäns Köchin, sowie tveitere zwei Frauen mit einem | Haltung getvesenen Artillerie Pferde, Bmr hier weg und in das Kind verpflegt tverdeti. Daß auch ein Sergeant feine Frau mit | Londorser Gericht verschaffte 8 Gulden 19 Albus.

snh führte, darüber gibt uns eine Quittung von einem Staufen- I ^m. 10. bis 20. September hatte Staufenberg nochmals bcrger Ortsbürger Auskunft. Folgt wörtlich: > 340 Soldaten und zwei Offiziere zu verpflegen. Hierüber ist

Nota. Was der Sergant mit seiner Frau bei mir Verzehrt hat I pur ine Quittung über die Verpflegung der beiden Offiziere vor- den Erste«: Tag vor brandwein 32 Albus, vor Kaffee und 2 Weck I Händen, und folgendermaßen aufgestellt. Für 2 Offiziere 10 Tage 20 Albus, den abend vor Sub und. Eher und Brot 16 Albus, den I Lu verpflegen: Für Weißbrod 1 Gulden 30 Albus, für Fleisch, Zweiten Morgen, Kaffee und Weck 20 Albus, den Mittag vor Sub I p^rvieh und Gemäß usw. 34 Gulden, für Kaffee und Zucker gemäß und fleisch 32 Albus, und vor brandwein 6 Albus V, I 6 Gulden, für Wein und Brandwein usw. 26 Gulden, für Schreib- maas hier 2 Albus, 1 Bagueth Tabak und 2 Pfeifen 10 Albus | material 40 Albus. Summe 68 Gulden 10 Albus.

Summe 2 Gnld. 18 Albus, ' | Besonders gern müssen die französischen Offiziere fette Hüm­

mel Innd Kälber gegessen haben, denn daß solche masseiihast an sie geliefert wurden, geht aus vielen Quittungen hervor.

Im Jahr 1798 hat Staufenberg wieder viele Franzosen zu! beherbergen und zwar nahmen Quartier am 26. April: 1 Offi­zier und 400 Gemeine 2 Tage lang, 28. April: 1 Offizier und 160 Gemeine 5 Tage lang, 80. April: 1 Offizier und 160 Ge­meine 3 Tage lang, 3. Mai: 6 Offiziere und 168 Gemeine über 6 Wochen, 31. Mai: 1 Offizier und 100 Gemeine 10 Tage lang, 26. Juni: 1 Sergeant und 30 Gemeine 13 Tage lang, 10. Juli: 1 Offizier und 30 Gemeine 3 Tage lang, 15. Juli: 1 Korporal und 38 Gemeine 2 Tage lang,' 17. Juli: 1 Korporal und 36 Gemeine 8 Tage lang, 25. Juli: 1 Korporal und 40 Ge­meine 30 Tage lang, 24. August: 1 Leutnant und 22 Gemeine 2 Tage lang, 28. August: 1 Sergeant und 34 Gemeine 3 Tage lanm 1. September: 1 Sergeant und 30 Gemeine 4 Tage lang, 4. September: 1 Sergeant und 29 Gemeine 5 Wochen lang, 6. September: 1 Sergeant und 41 Gemeine 8 Wochen lang, welches die letzten Franzosen allhier in Staufenberg waren.

Bon jetzt an ist Staufenberg auf einige Jahre von Ein­quartierungen verschont geblieben. Die ersten Franzosen kamen am 24. Juni 1806 hierher ins Quartier und blieben bis zum 2. August. Die Stärke läßt sich nicht mehr feststellcn, nur, daß die Berpflegungskosten 659 Gulden 26 Albus und 1 Heller be­trugen.