Ausgabe 
27.4.1910
 
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man neuer-

Charade. (Viersilbig).

ES kain der Herbst schier über Nacht, Da war daS Erste kahl geworden;

TaS Zweite fuhr daher mit Macht, Die beiden Letzten hinzumorden.

Nun, da der Lenz die Fluren iveckt, Da alle Knospen auserstehen, Hab' ich int Ersten tief versteckt Das Ganze anmutsvoll gesehen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nnimnerr E l s a si - L o t h r i n g e n.

dies jeder Berüssgenosse neidlos und mit ehrlicher Freude be­grüßen. Nur gelöhnten kamt der akademische Titel, wenn ihn auserlesene Künstler in der Vollkraft ihres Schaffens tragen, auch ohne vom Katheder herab Weisheit zu lehren.

Recht günstig wurde es auch ausgenommen, daß;

dings in München und 'Dresden einzelnen älteren hervorragenden Hoffchaufpielern den Titel einesProfessors der Schausptelrunst verlieh In München ernannte man auch 'Darsteller zu Ho,- schauspielern, die nicht Mitglieder der Hofbühne waren

Als wesentliche Förderung der dramatischen Dichtung ein immaterieller und materieller Lohn zugleich

die Einrichtung desSchillerprciscs" (Berlm-Wetmar), desGrill- parzerpreises" (Wien) und desBaiternfeldpretses" (Wten) ern-

von Löwen erlegt und angefressen wär. Der Pia 8 wär günstig/ sofort errichtete man inmitten einer llmfrieduug von Dorn­büschen, die die Karawane mit sich führte, 'die Blihlichtapparate und stellte die Apparate auf.Die Kameras standen in einer Linie, je etwa 8 Fuß voneinander entfernt, etwa drei Meter von dem toten Zebra. Alles war bereit und wir aßen unser Abend­brot: wir wollten eben eine Schale heißen Kaffee gemeßen, als zu unserer Ueberraschung in dem hohen Grase ein leises Geräusch hörbar wurde. Meine kleine elektrische Taschenlampe verriet mir bald die Ursache; in dem matten Lichte sahen wir dicht vor uns eine mächtige Löwin, ihre Augen leuchteten 'wie strahlende Juwelen. Der Anblick war so herrlich und zugleich so aufregend, daß ich int ersten Augenblick vergaß, auf den elektrischen Knopr zu drücken. Als dann mit einem schußartigen Knall das Blitz­licht aufleuchtete und die Dunkelheit jäh in ein grelle» blanlich- blitzendes Licht tauchte, zog sich die Löwin erschreckt großer Hast zurück rind Noch lauge hörten wir ihr zorniges Brüllen und Knurren." Einige Stmiden verstrichen, es war gegen nenn, als Dugmore, der Wache hielt, wieder ein seltsames Geräusch hörte. Er weckte seinen Gefährten. Es war äbermals eine Lowm, die sich langsam dem Zebra näherte. Sie hatte ihre Bente fast erreicht, als von neuem das Blitzlicht auffeuchtete: ,,C» wurde eine der besten Ausnahmen, die mir t'on Löwen gelungen sind. Sie war kaum 8 Meter von uns entfernt, als sie mit einem zornigen Brüllen den Rückzug antrat. Lange Zeil seihen wir dann nichts mehr, aber überall tit 6er Nachbarschaft erklang das Brüllen von Löwen; nach meiner Schatzung waren wemgi.enr ein Dutzend der Raubtiere in unterer Nähe. Um zwei Uhr nachts ertönte das Gebrüll ganz nahe; aber sehen konnten wir Nichts. Es wareil unsagbar aufregende Stunden. Gegen drei Uhr bemerken Wir zu gleicher Zeit drei Löwen, die lautlos zwischen.den Granin umherstrichen. Das Gebrüll hörte trotzdem nicht auf. äann er- fchien noch ein vierter Löwe unmittelbar hinter uns. Er kant bis auf drei Meter an uns heran. Wir hielten untere Waffen bereit, aber wir wußten, daß sie tut Falle enies ^Angriffs bei dieser geringen Entfernung nichts mehr nutzen konnten. In diesem Augenblick höchster Spannung näherte siÄ .vorne erne Löwin dem Köder. Nach , der langen Panse regungslosen War tens wirkte die Entladung des Blitzlichtes aus. uns >vle eni ianvue>m schlag. Die Löwen aber wichen nur langsam und .ipgeritO Zur iw. Ihr Brüllen wurde immer zorniger; sie waren wütend, daß sie beim Mahle gestört wurden." Erst gegen 5 Uhr morgens kam der letzte Besuch.Diesmal waren es nur zwei, aber ihr Knurren und Brüllen verriet, daß sie gereizt waren Hur und her schlichen sie, aber keiner kam in den Bereich mlsercr Apparate. Wohl eine Stunde lang saßen wir regungslos tit unmittelbarer. Nähe der beiden Bestien. Sie waren niedergekauert und starrten gerade auf uns. Plötzlich hörten wir wieder dw Halme knacken, diesmal kamen sie gerade nur uns zu. Unsere Lage war mehr al. gefährlich; znm Glück änderten sie im letzten Augenblick ihrei, Entschluß, sie kehrten um und verschwanden hastig tm Dickicht. Wir ntmeteit erleichtert auf. Denn selbst Jur gesunde Nerven ist. eine solche Nacht eine. Marter. Die geringste Bewegung kann die Möglichkeit der Aufnahme zerstören, man muß ganz still und starr Men, während die grausamen Bestreu einem gegen­über stehen und einen oft minutenlang unstarren. Und daber würde ein einziger Sprung genügen, bis an uns heranzukommen. Wenn der Mond scheint, ist eilte solche Nacht schon eher erträglich. Aber wenn überall schwarze, nndrirchdringliche Finsternis gähnt, ävenn man nichts sieht als die in nächster Nähe funkelnden Augen der Bestien, ohne daß man ihre Bewegungen oder ihren Körper erkennt, dann wird dies bange atemlose Stlilsitzeir zu einer Nervengnal, die man nicht oft wiederholen mochte und doch immer von neuem wiederholt. . ."

* Seife.Haben Sie noch mehr blonde Geschwister, Franä Äe ,,92cc, ic() bin in uTtfctet x

j- *'Auch ein Trinkgeldempfänger. .Fremder (als im Dorfgasthof daS Personal das Trinkgeld in Empsang nimmt): , Was wollen Sie denn mit dem Hahn? Soll ich den ziim Aii- denken haben?" Knecht:Nee, aber der hat Sie doch ieb.es Morgen geweckt!"

Leider haben nun die Satzungen deS S. P., der allein für Deutschland wesentlich in Frage kommt, eiiwn erheblichen Mangel Denn die Entscheidung des ans deutschen Dichtern und Gelehrten bestehenden Preisgerichtes muß von dem König von Preußen bestätigt werden. Diese Pretsrichterentscheidungen über die Verleihung des Schillerpreises aber sind von allerhöchster Seite fast regelmäßig nicht bestätigt worden, so daß insbesonders Paul Heyse fein Preisrichteraint mit einer durchaus gutzuheißeuden, ziemlich deutlichen Begründung meberfegte., Diese königliche Ge­nehmigung (die etwa dem jnristisch. so viel angegriffenen Be- stütignngsrechte des Gerichtsherrn gegenüber den Urteilen der Kriegsgerichte in Parallele zu stellen ist) ist entschieden ungeeignet und sollte freiwillig fallen gelassen werden. Einem Rat von deutschen Dichtern (deren Ernennung zu Preisrichtern im Be­lieben der deutschen Regierung steht) wird wohl das Vertrauen geschenkt werden müssen, daß sie fähig find, über einen andern Dichter zn urteilen. 1

So dankenswert ferner die Hosthcaternnterstutzungeu der Mo­narchen sind, so ist doch zu bedauern, daß sie weitaus zum größten Teile nur der kostspieligen Oper zugute kommen. Denn der Schauspiel- und Opernhaushalt ist auch bei den größten Hofbuhnen nicht genügend getrennt. ... ,.

Auch sollten sich die staatlich unterstützten Theater, also die Hofbühnen, ihrer Ehrenpflicht etwas mehr bewußt bleiben, ihren Spielplan mehr nach künstlerischen Grundsätzen, nicht nach Launen lind Mode zu gestalten. Leider aber wird auch hier viel ge- lun'L so höher ist es anzuerkennen, wie große Verdienste sich einige Privatbühnen, die also keinen Pfennig Unterstützung er­halten, um die moderne Literatur erworben haben. .

Sehr dankenswert sind endlich die vereinzelt emgeslihrtest Steuervergünstigungen für die Bühnen nut höherem künstlerischem Interesse. Eine vollständige, .gesetzlich festzusetzende staatliche unbi städtische Steuerfreiheit würde eine ziemlich wertvolle Forderung der Kunst ohne eine unmittelbare Ausgabe bedeuten und ist deshalb drillgend anzuempfehlen. ,

Geradezu als künstlerische Roheit aber muß die glücklicher­weise vereinzelt gebliebene, aber auch in Berlin versuchte Ein­führung einer städtischen Wartensteuer bezeichnet werden.

Trotz aller Mängel aber ergibt sich doch, daß Deutschland vor anderen Ländern den außerordentlichen Vorzug hat, eine ganz bedeutende Anzahl guter Theater selbst in Mittelstädten zn be­sitzen _ pauk der Freigebigkeit seiner Surften nnd Gemeinden.

Dr. Kurt Heiuzmaun.

vermischter.

* K i n d e rs e g e n beis i a in es i s ch e n Z w i ll i n g e n". Die kürzliche Niederkunft der Rosa Blalschek, der einen der beiden siamesischen Schwestern", über die wir vorerst nicht berichielen, weil wir sie für eine bloße Reklame hielten, ist, wie derIns." von ärztlicher Seite geschrieben wird, durchaus keine große ©elten- beit. Sogenanntesiamesische Zwillinge" sind an und für sich eine große Seltenheit, da sie meist bald nach der Gebiirt wieder sterben. Wenn sie aber am Leben bleiben, dann kommt Kindersegen nicht selten vor. Wir missen von einigen siamesischen Zwillingen, die sich sogar eines großen Kindersegens erfreuten. So gab es in Wjatka (Rußland) in den 70er Jahren ein siamesisches Zwillingspaar es waren Mädchen von denen die eine der beiden Schwestern dreimal Mutter wurde, die andere Schwester dagegen nur einmal. Die Kinder der ersten Schwester blieben alle am Leben. Ein noch lehrreicheres Beispiel für den Kindersegen bei bcrnrligeit Zwillingen bieten die siamesischen Geschwister, die allen diesen Doppclgeschöpien den Name» gaben. Sie stammten aus Siam und kämen im Jähre 1811 zur Welt. Beide Geschwister waren männlichen Geschlechtes und beide waren mit zwei chinesischen Schwestern verheiratet. Aus dieser Doppelehe entstamiiiten 18 Kinder, die alle völlig normal und gesund waren, gleicheriveise ivie das Kind der Rosa Blalschek. Die Kinder blieben auch alle am Leben. Die siamesischen Väter selbst wurden 63 Jahre alt und starben an einem Tage.

* Eine nächtliche Löwenjagd mit der Kamera. Der englische Tierphotograph Dugmore schildert in einem eben veröffentlichten Buche seine Erlebnisse int Inneren des dunklen Weltteils. In der Nähe des Thikaflnsses stieß Dugmore mit seinen Gefährten auf den toten Körper 'eines Zebras, das

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießen.