charakter nidjt. DaA nur gatt$ kurz em B^rspiel niederdeutsche Landschaft in ihrer Gletchinaßlgkett, das ine- derdenische Hans in seiner Geschlossenheit und ohne vre«. Schmuck nnd der Niederdeutsche selbst haben einen etvhett- lichen Charakter, sie sind gemessen und ernst, fast herb,. jedes bringt diesen Ernst in seiner Weise zum Ausdruck.
. Dagegen zeigt die oberdeutsche Landschaft mehr Gliederung Nlid Beweglichkeit, ebeiiso das oberdeutsche Haus, das reicher igegliedert und geschmückt ist, und das so der Beweglichrert nnd Heiterkeit der oberdeutschen Vokksftämme gerecht wird.
'Es konnte in obigen Ausführmigen nur kurz cmgedentet werden, welche Bedeutung das deutsche Bauernhaus für die deutsche Kultur nnd Kllnst hat. Aber wir erkenuen doch daraus, daß wir es nicht als etwas Willkurlich-genrachtes ansehen dürfen, sondern ivir müssen es als ettvas Geschichtlich-gewordenes verstehen lernen und vor allein das Gute daran zu würdigen wissen. Denn es kamt als Grundlage für die Entwickelung der ländlichen Bailkunst dienen zur Ber- schönerung der deutschen Heiiilat. Etwa von der Mitte des 19. Jahrhunderts an, brach mail einige Jahrzehnte lang Mit der guteil Tradition. In dieser Zeit hielt mail das deutsche Bauernhaus für ivertlos und beseitigte es, ohne den Schaden zu bedenken, der dadurch der heimatlichen, ländlichen Kultur erwuchs; mail setzte alle möglichen und unmöglichen Kasten mrfs Land, die nicht in die Landschaft paßten, zu deiren aber auch der Bewohner nie in ein persönliches Verhältnis treten konnte, weil sie ihn kalt ließen. Darum ist es eine nationale nnd künstlerische Pflicht, für die Erhaltung der Banernhausarchitektnr zu sorgen, um dadurch für eine natürliche Entwickelung eines bedeutsamen, : altbewährten Kultur- und Kuuftdenkmals etnzutreten.
Vermischtes.
* Die Abneignn g des 'd e uts che n Kais et 8 gege it die Fremdwörter. Einen besonders tätigen Anteil an dem Kampfe wider nmrötige Fremdwörter nimmt unser Kaiser. In der kaiserlichen Hofhaltung ist die denchhe Speisekarte seit 1888 eingeführt; verfügte doch unser Kaiser nicht lange nach seiner Thronbesteigung, daß die Benennung der Speisen auf dem Küchenzettel, soweit es ausführbar sei, deutsch sein sollte. Das glänzende Vorbild der deutschen Speisekarte au der kaiserlichen Hostasel hat in den vergangenen zwanzig Jahren schon viele einstige Verteidiger der französischen Küchensprache davon überzeugt, daß sich Wich die feinst«! Erzeugnisse der Kochkunst deutsch bezeichne»! Lassen. — Den Sachverständigen, die int Jahre 1891 in Berlin Mkr Prüfung der Frage des höheren Schulunterrichts znsammen- gewMmen «toten, sagte unser Kaiser: „Ich würde mich gefreut haben, 'ntoiin wir diese Prüfung, diese Verhandlung nicht mit einem! französischen Worte SchulcuqUste, sondern mit dein deutschen Worte Schulfrage benannt hätten." So ist unser Kaiser immer lmd immer wieder durch Verordnungen und durch sein persöü- lliches Beispiel für unser geliebtes Deutsch eingetreten. Anstatt des Fremdwortes Kusine gebraucht er gern das fast außer Gebrauch gekommene.Wort Muhme: die Lenker der kaiserlichen Kraftwagen haben die Dieiistbezeichiinngen Wagenführer und Oberwagenführer. — Gelegentlich gibt Wilhelm II. seine Abneigung gegen die Fremdwörter auch durch ein leichtes Scherzwort kund. Als ihm z..B. der Vorstand eines Kriegervereins als Magistrats- sekrelär vorgesteUt wurde, sagte er lächelnd: „Ach so, —■ Stadtschreiber". - Daß jetzt Hunderte von Fremdwörtern aus unserer Heeressprache verschwunden sind, verdanken wir in erster Reihe Unserem Kaiser. Bereits 1889 vollzog er einen Erlaß, der eine Menge fremdsprachlicher Ausdrücke durch deutsche ersetzte, wie 8- B. Terrain durch Gelände. Es ist jetzt gerade zehn Jahre her, daß unser Kaiser die Fremdlinge Offizier-Aspirant, Pvrtepev- Fähnrich, Sekönd-Lieütenant, Prentier-Lieuteuaut durch die deutschen Ausdrücke Fahnenjnnker, Fähnrich, Leutnant, Oberleutnant ersetzen ließ, „um die Reinheit der Sprache zu fördern", wie es ausdrücklich in dem Erlaß hieß. — So ist der deutsche Kaiser ein glänzendes Vorbild, wie wir Deutschen uns unserer Muttersprache gegenüber zu Verhalten haben.
* T er neue Kuß. Die Fanatiker der Hygiene, die mit so Leidenschaftlichem Eifer gegen die „Unsitte" des Küssens zu Felde ziehen, weil durch Mund und Lippen so leicht tödlich:' Mikvobönf Und verderbliche Krankheitskeime übertragen werden, dürfen mit Beruhigung erfahren, daß, endlich ein Nener Küß, der hygienische Kn ß, erfunden ist. Der hygienische Kuß, fo erzählt eine englische Zeitschrift, wird ermöglicht durch, ein sinnreiches kleines Instrument, das von einem findigeii Herrn, Hermann Sommer ist fein Name, konstruiert worden ist. Es besteht aus einem rTeitreul Rahmen aus Elfenbein oder Metall und einem Griffe; in der Form gemahnt es rat die MiniMirnachbrkdmiU eines Tennisschlägers. Zwischen dem Metallrahmen ist eine zarte Seidengaze eingespanut, die mit einem Desinfektionsmittel gedrängt ist. Die Anwendung
ist aUAewroentüch einfach: ist ein Kuß geplant, so schiebt WM bett handlichen kleinen Apparat zwischen den Mund des Küssenden und der zu Küssenden, und dann mag5 die durch Jahrhunderts lan.to Tr.chltWit aehnligte Liebkosung vonstattcn gehen. Der Kuß hat alle seine Schrecken lind, so wenigstens versichert der Erfinder, li.ichs von leunm Reizen verloren. Die Uebertragnug von Kranr- heitskecMcn wird durch die imprägnierte Gaze absolut sicher verhindert. Die einzigen Einwande, die sich gegen diesen neuen- Kuß erheben lassen, sind bedeutungslos, denn sic haben mit der Hygicknci nichts zu schaffen und sind mir psychologischer Natur. Die jungen! Damen Werden sich jedenfalls vorher stets darüber schlüssig werden müssen, ob int diesem oder jenem Fall Küsse erwünscht oder möglich sind, UM im geeigneten Augenblick stets das „Kußracket" zur Hand, zu 'haben. Udberraschimgen und spontane Küsse schcidÄt natürlich völlig aus, -es sei beim, man ist so leichtsinifig, trlotz der neiieii Erfindung, sich den Gefahren des Mens, unhygieitischen Kujsis ansziisetzen. Nur ein Fehler haftet der neuen Erfindung an, das 'DesinseMcmsin'ittel hat keinen sehr einschmeichelnden Geruch., Aber diesem! Miß-stülid kapn man mit entsprechender Parfümierung! begegnen.
* Der Bart alsScheidu»gsgruii d. Ein recht merkwürdiger Scheidungsprozeß ist jüngst in den Vereinigten Staaten zur Verhandlung gekommen. Eine Fran Edith Pieeslen beantragte beim Gericht die Scheidung, weil ihr Mann sich weigerte, feinest langen, schwarzen Bart abnehmen zu lassen. Herr Pieeslen war nämlich als Bräutigam seiner Angebeteten stets glatt rasiert erschienen, und sie, die nach ihrer eigenen Angabe gegenüber allen! Bärten eine nervöse Reizbarkeit besitzt, hätte, wie sie vor Gericht ausführte, ihre» jetzigen Mann sticht geheiratet, wenn sie hätte ahnen können, daß er sich seine» Bart wachsen lassen würde. Der Richter, der diesen Fall zu entscheiden hatte, stellte sich ans die Seite der' Fran. Er erklärte das WaMenlassen des Bartes für einen „U e b e r- g r i f f der e h e 'l i ch e n R ech te" und gab daher das salomonisch^ Urteil ab: Rasieren oder Scheiden!
♦ S pe r l in g Ss ich e re M eisenhöhle n. dllS bestes Mittel, Sperlinge von dem wiederholt beobachteten Verdrängen anderer Vögel abzuhalten, empfiehlt Plärrer Gürtler-Posen im „KvSmoL"-Haudiveifer, die für Meisen bestimmten Nisthöhlen nie höher als 2 bis höchstens 3 Meter anszuhängen, weil der Spatz so niedrig a»gebrachte Nisthöhlen nicht bezieht. „Die Meise dagegen siößt sich an dem niedrigen Standort der Höhle absolut nicht, vorausgesetzt, daß man sie durch sorgfältige Winterfütterung zuvor heimisch gemacht hat. In einem, mitten in der großen Stadt gelegenen Gärtchen nisten vortänsig zivei Paare Meisen, trotzdem es von Spatzen geradezu wimmelt. Schießen dar? ich nicht, megfangen lassen sie sich einfach nicht. Nisthöhlen für Meisen also ganz niedrig hängen, im Winter fleißig füttern (Berlcpsche Futtersteine), Katzen- fallen aiästelien, mehr kann man nicht tun. Aber das genügt. Balo stellt sich oaS Meislein ein. Und dann auch der Wendehals, der sich immer zahlreicher in unsere Gärten zieht und von den hervorragenden Nisthöhlen des Freiherrn v. Berlepsch Besitz ergreift. Man schone ihn durchaus und schieße ihn nicht ab, wie eS von übereifrigen Vogelsreunden leider geschehen ist. Die Erfahrung lehrt, daß der Wendehals im friedlichsten Verein mit anderen Höhlenbrütern im kleinen Garten haust. Nur dürfen natürlich die Höhlen nicht auf einem Baurn dicht beieinander hängen, ivie ja überhaupt die Höhlen für Meisen stets in gewissem 'Abstand voneinander angebracht werden sollten." Ucbereinftinimciib hiermit wird unS auch seitens deZ „Vereins für Vogelschutz in Bayern" (e. V.j, München, geschrieben, daß in eine höchstens 2 Meter hoch angebrachte Meisenhöhle fein Spatz lüneingeht, allerdings mit Ausnahme des Feld- sperlingS. Um diesen fernzuhalten, mnß man Höhlen mit engerem Flugloch verwenden, die in der neuen „Zentralfabrik für Vogel- schlitzgeräte" deS genannten Vereins hergestellt werden. „Die Meisen leiden aber häufig auch unter der Störung durch die Stare, ans demselben Grunde des Falschhängens. Wenn eine Meisenhöhle hoch nnd fo angebracht isi, daß der Star sie sehen kann, stört dieser Neckboid sie immer wieder. Mau stecke die Meisenhöhlen an dünnen Stangen in den Boden, wodurch sie zugleich latzenficher sind, ins Gartengebüsch unter überhängende Zweige, freilich so, daß ihr Nucken zwar gedeckt ist durch Stamm ober Buschwerk, daß ihr Flugloch aber freien Ausblick Hal. Wenn man Meisen höhlen tiefer im Park ober Wald anbringt, kann man natürlich auch höher hängen."
* Ordenssest-Scherzfrag«. Wer ist der bedeutendste Dekorateur Deutschlands? Antwort: Der Deutsche Kaiser.
(Aus bem „Kladbevädatsch".) .
Geographisches Berschiebrätfel.
Bethel — Hebron — Nazaret — Jericho — Oelbcrg — Jerusalem Sichern — Eäsarea — Kapernaum.
Vorstehende Namen sotten derart untereinander geschobeir werden, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Namen einer biblischen Stadt ergiebt.
Auflösung in nächster Nummer. '
Auflösung de§ Bilderrätsels in voriger Nummer:
Donauwalze r.
ERebaflion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brlihk'schm Universitäts-Buch- und ©teinbrueferei, R. Lange, Gießen.


