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französisches AesZllschastrlehen unter Napoleon-
Es sind jetzt gerade 100 Jahre her, daß Napoleon, durch seine tzeirckt mit der österreichischen Msterstochtw Marie Luise seinem Hofe einen nenen GlanK verirey und durch seine enge Berbiudnüg mit den, habsburgischen yurstenq Hause auch die hartnäckigsten Mitglieder der hohen ckristo- kratie, die sich bisher noch von den Tuilerien herngehalten hatten, sich und seinem Hof verband-. Diese großartige Zeit - des napoleonischen Hof und Gesellschaftslebens hat pmmtl eine anschauliche Darstellung erfahren in dem Werke „Geselligkeit" (Julins Hoffmann, Stuttgart), 111 dem A. von Gleichen-Rntzwnrm einen Ueberblick über Sitten und Gebräuche der europäischen Welt in den fahren von bis 1900 bietet. Als sich der Korse vom einfachen Osfi- «er Mm Herrscher Frankreichs emporgeschivungen, Hane, spürte er den Regeln der alten Geselligkeit bis in die kleinsten Tinge nach und suchte sie in ihren verschiedensten Formen wieder anfleben zu lassen, weil er sehr,wohl er- kannt batte, „daß man die Menschen am begnemsteii durch die Eitelkeit regiert" und daß ein zeremonielles Gesell- schaftsleben die beste Brutstätte für alle schwacher!, und Leidenschaften des Menschen sei. .Obwohl er nn Salon leicht verlegen und linkisch war, h-mfia Frauen gegeimbev brutal anftrat und durch sc-neu südlichen Akzent wie durch seine souveräne Nichtachtung der Grammatit ungebildet, erschien, wußte" er doch bisweilen durch seinen geselkschastq. liehen Ehrgeiz in der große,i Welt so zu glanzen rote nur dem Schlachtfeld und im Staatsrat. Seme Üitterhaltiing konnte von hinreißender Gewalt sein, seine Rednergabe fesselte mit ihren überraschenden Bilder!, und pragnantt.» Formulierungen. Freilich M er Mnrrchtungen schnell wieder fallen, die seiner Laune oder Stimmung nicht uii-
lage beruhe», sondern cs müssen diejenigen Bcrhältnineberücksichtigt, werden, welch.' bei dem- Bau von Flugzeug in Anwendung kommen. Es handelt sich hierbei vor allen Dingen nm die FimehaminK solcher Dimensionen und Konstruttionsrerhaltniffe, w:c s« «er Menschenslug erfordert. Die Bersuchsresiiktale müssen mü Flache -erzielt werden, welche möglichen tralles auch einer entsprechenden! Belastung widerstehen können. Vergia »stachen von Kartenblatt, gröste- sind»zu .Vergleichen mit den BerichUnincn Machen v-tM- zrugs-unbranckbar. Ich stchc ans dem Standpunkt, dm, auch an bekannlen Lilientl.alschen Mes.resultale mit ebenen und gewölbten Mnci -n noch einer Wiederholung nut größeren Flachen bedürfen. Untere Messungen im Winde wurden nut Flachen vom Ur- Quadratmeter Größe angestellt; dies, halte ich wtztinch^ mehr pn ausreichend. Zwar waren d«, Sprunge nnt Glritslwgein, in deneiv mein Bruder eine sehr, große Gesckstcktickc!eit erlangt hatte, em! hinreichender Beweis mit größeren Flachen ur dir. Ueberemstnw- mnitg der Lustw ider standSverh a ltmsse der Glertfkicger mtt beit vorbezeichneten Messungen ; für, die Truckwerte der feinnen Winkel genügten sie aber nicht. Ganz besonders ansbildnirgsfahrg sind doch das Studium des besten .Profils für die Tragflächen, der Einfluß und die Verminderung der Flächenreibnng-nnd die Untersuchungen über die so viel angezweifelte. aufwärtstreibende Wirkung des Windes auf schwebende Körper. Wir. haben diese Wirkung, des Windes bis zu' Höhen von 10 Meter gemeßen, ^eber Flngtechniter wird zngeben, daß diese Höhe noch keine ^chlusie zulaht für den Gebrauch, wirklichen Flugzeugs in Hohen von mehreren. 100 Metern. Ich habe trotzdem nicht gehört, daß irgend i.emand nach uns diese Wirkung nachgeprüft hist. .. . ' . .
Aber noch viel näher liegende Fragen s,nd noch nicht endgültig beantwortet. Ta ist z. B. wer Lieliunstrittene Wert des Widerstandes, welchen eine ebene Flache, erfahrt, wenn dieselbe senkrecht zur Bewegnngsrichtuug gestellt Wird, wiesen sogenannten Normaldruck haben wir mit 0,13 Kilogramm pro Qiadratmeter M 1 Mter Sekundengeschtvindigkeit ermittelt. Eistet hat für die Berechnungen seines Turmes einen niedrigeren Wert ringe stellt. Für ihn handelte, es sich aber wohl Mhrum sehr lange und schmale Flächen, welche, einen ««feeren Truck erhalten als größere zusammenhängende Flächen. Dieser.wrumverl von 0,1.; Kilogramm muß unbedingt für solche Berhrltiiisie geprüft werden, wie. sie für die Herstellung von Flugzeug angenommen find. Fläcken von 2X10 Meter müssen mir einer Gefchlvindigteit b,s »u 20 Meter in der Sekündel lew,egt und der Truck gemessen werden. Es ist mir nicht bekannt, daß, dies bis jetzt geschehen ist. Was nutzen uns die Berechnungen von Konstruktionen, Wn der erste wijw stein, der Normaldruck der ebenen Fläche noch aus zu waistendeH Unterlage ruht? Ter Mert des Normaldruckes liegt zeder Be- rechnnug zu Grunde, und keine Rechnung kann überzeugend fein, wenn dieser Wert nicht cinwandssrei ist. —
Als wir iinsere Messungen begannen, war nicht viel mehr über die Lustwiderstandsgesetze bekannt, als daß der Truck mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst und, der Druck auf eine schräg gestellte Fläche steigt oder sinkt mit dem Linus des Winkels zur Bewegungsrichtung. Ich, werde .mich stets 'der ckmregung erinnern, als wir Pfingsten 1887 in der Turnhalle der Berliner Gemeindeschule in der Wilhelinstraß.e zuerfl sestltellen tonnten, daß eilte gewölbte Fläche selbst bei horizontaler Lagepung noch einen Vertikäldruck erfährt von mehr .als ein Drittel be» Normat- druckcs, ja daß die Fläche noch init der Vorderkante 9 Erao tiese» gegen die- Hinterkante gKieigt sein känu, bevor dieser Vernkaldrnq ganz aufhört. Von da ab würden wir uns bewußt, daß wrr uns gleichsam in einem ganz dunklen Raum mit unsrem1 Wifst» besau den, iildent "wir uns nur durch langsames WvrwartStaftM orientieren konnten. Jetzt untersuchten wir auch die Mcher gemach e Wahrnehmung am Bogelflug und die von uns schon 186' erkannte Erscheinung der Erhöhung! des Luftwiderstandes durch die schlag- wipknng von Flügeln. Wir haben hierbei festgesteut, daß sich ! der Druck aus eine schlagartig bewegte Fläche um das Zehn- bis
Zwanzigjachie steigern kann gegenüber bem Druck, welchen ine gleiche Flache bei einer gleichen aber stetigen Geschwindigkeit, erfährt. Wenn diese Resultate aber auch schon einen tiefen Einblick in das Geheimnis des Vogelftnges! uns gestatteten, ,o konncen wir doch noch nicht alles erkennen. Noch immer reichten öte gemessenen Werte nicht ans, um durch die Rechnung den Beweis zu liefern, daß der Vogel fliegen kann.
Ta kam uns ein günstiger Zufall zu Hilfe. Richt zusriedeii! mit den Messungen von Flächen, welche an langen Arme,! befestigt sich bei Windstille um eine Achse drehten, setzten wir solche Flachem auf besonders gebauten Stationen an einen Heoetarm mit, ent- sprech ndem Gegengewicht; so daß völliges Gleichgewicht bestand. Wir setzten diesen Apparat dem Winde aus. _Unter gleiAXMgev Beobachtung des WinogeschwindigkeitSmeiiers stellte« nur mm mit selbstgebauten seinen Fed'erwögen fest, welchen Druck dir .<vhuhii erhielten. Hier zeigte sich nun ein nenes.Rätiel. ,. Alle Be.rniat- drucke erhöhten sich erheblich, während die. rückwärls gerichteten; Drucke abnahmen,Za letzterer Mn1 überhaupt nicht mehr nachweisbar bei horizontaler Lagerung der gewölbten Fläche. Hundertfach stellten wir die Versuche nn, aber immer mit gleichem Ergebnis. Wir hatten auf diese Weise, all«. WinkclstMuuge», auch die negativen; bei denen die Höhlüng der Fläche Nach oben Mßt, witerttlM Hatten wir nun vorher bemerkt, daß die! int Wind sich selbst überlassene nach oben gewölbte FläM sich in einem Winkel von
8 Grad iwch oben-Mtte. sohietten wir dies nicht für ungewöhnlich, sondern schrieben dies der Wirkung der Wölbung zu. Wir bemerkten nur zusätlig, als die umgekehrt gelagerte Fläche unbelastet sich selbst überlassen war, daß.sich der Hebelarm mit der Flach» nickt entgegengesetzt nm 8 Grad abwärts neigte, wndern sich korizontai eiustellle. Hiev schien etwas Ungewöhnliches Vorzug. mhÄ, Um die Mchrimmg näher zu untersuchen, -wechselten wir die gewölbte Fläch . ...... s“x*t-
Jetzt stellte sich diese m, Grad nach- «insträrlS, also in die Mitteklage zivtfcheit 0 Grad und 8 Grad. Auch hierbei waren wir mitztranüch und vrnflm ■■ nach ob sich das Gegengewicht' nicht schon verschoben - hatte. Es war' aber alles in. bester Ordnung. Nun brachten wir den Apparat an andere Stellen des Geländes, welches hinter der .Mdottciii- anstalt in Groß-Lichterfelde, gelegen etwas hüglig ist Wir tonmrn. hierbei feststellen, wio selbst, wenn der;Wind einen Abhang hmuntcr- slreicht, die Fläche sich nach auswärts richtet. In weiterer Ber- iotaimg dieser Versuche brachten wir fünf solcher horizontal gelagerten Windfahnen übereinander an in Abständen von 2 Nieter. Wir erreichten somit die Höhe von 10 Meter. Bei allen.Fahnen zeigte sich hierbei dieselbe Erscheinung. Wie aber der Wmd ,yt- , lick; fortwährend Seliwingungen niacht und die übliche,WindfahM in der sprichwörtlicheii Weise hin und her bewegt, ml.chwankt auch die horizontal! gelagerte Windsahne auf Mld nieder, dw durchschnittlich-- Richtung ist- aber 3-4 Grap, mchvarts. Vie.nun taa die Lösung des Rätsels. Tiefe Answartsrichitting des Winv- druäes war die Veranlassung zu dem- verstärkten Austrieb und dem verringerten rückwärts gerichteten Druck getvesen.
Jetzt, ließ sich .der Vogetfing. nn Wind ^klaren, Der dl« Vogelslügel tressenfee- Lnststronr druckt den Vogel .nicht zurüch -Ändern hebt ihn nur. senkrecht. Für die Vorwärtsbewegung J»ifltni die beim Ank- und Niederschlag sich schrägsieltc-nden «chwungstderü, gleichzeitig den Austrieb noch erhöhend. Aber noch immertiennt uns ein dunkler Streif von der letzten Erkenntnis der W'iLitl Voilendimg aller Bewegaingsartrn. „dein.mnheloien «Ä- Könnte ich nachweisen, daß eine dem ^-.Ä>MLgeMt-.^Flache rimn sollt en Truck erfährt, daß die -Rrchttmg. iNes^.-Druae» ;<« - nur 1 Grad nach vorne, also.entgegen der Windriostnng, vittt, so tvürde dies genügen, nm den Segelflug nut bew^nngslofen- FWgeln zu begreifen und dann alsbald nachzuahNien. Der Vogel- sÜiqel besitzt jedensalls diese EigAifchast. -sie liegt entweder m dentz feineren Prosit gegenüber unseren ttqistlick-en Uachen oder sw liegt in der. eigenartigen WeichM Oberfläche., des Ge,iedcrs, wod«tÄ dasselbe unserem groben Flugzeug uberlegeii ist. Es ist aitchmoglH daß die Kunst, fees Segelns nur ausgeubt iver.den kann bei staikbicM Wind in höheren Regionen. Tie treiwnde Beilegung, welche dm Vögel häufig ohne UügelsckMg aus fuhren, ist nicht abfolut znM Segeln nötig. Wir hüben, wiederholt Storche in grader LmW ohne Ftügeischlag abstreichcn sehen und den 'Albatros,habe ich stundenlaug beobachtet, w er tu wder Richtung opw FlugeUnstag selbst durch das Tauwerk des Schistes hchdurwfegelt Dies^k Segelflng- zn ergründen und nächznahlnen, ist das höchste-. Ziel, der Flugtechnik. Ter' Weg- hierzu wird nur gesunden durch wisieiv- schastliche Studien und Er-perimentS.


