Samstag den 26. Februar
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Droesigl.
fitüniati von Georg Freiherrn von OmptedL (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Nun ließ Frau von Eysz nicht locker, sie verteidigte Ludwig so sehr, daß eine der Damen sagte:
— Du bist ja ganz Feuer uitb Flamme!
Frau von Eysz wurde immer lebhafter:
— Allerdings, wenn jemand angegriffen wird, dessen schönes Diner inau einsteckt, das kann ich nicht vertragen. Ich finde das überhaupt niederträchtig. Ja, seht mich nur an. Wer schimpfen will, denr steht's frei, aber der darf so ne Einladung nicht annehm en. Ein Diner können wir uns selbst zahlen, dazu» brauchen wir Herrn Droesigl nicht. Mer sich einladen lassen und dann schimpfen, pfui Teufel!
Dio anderen lachten über die wütende, kleine Frau, die so laut gesprochen hatte, daß ihr Mann herüberkam, groß, wohlbeleibt, die vollendete Ruhe:
— Marka, was ist dir denn wieder in die Krone gefahren ?
Eine der Damen meinte:
— Ach, wir kennen doch Mark«. Im Stift tvar sie schon genau so. Wissen Sie, Herr von Eysz, wie sie hieß?
— Na, da bin ich doch neugierig! — und er legte den Arm um die Schulter seiner blonden Frau, die anfing, jetzt selbst über ihre Wut zu lachen:
— Die Rakete hieß sie, weil sie immer los ging.
Fran von Eysz wandte sich heftig zu ihrem Mann:
— Ich habe nur gesagt . . .
Frau von Liegen nahm schnell ihren Arm und drückte ihn, daß sie schweigen sollte, denn Agathe trat in den Kreis. Alles war totenstill. Die junge Frau sah sich erstaunt um:
— Was habt ihr denn?
■ Freifrau von Mengen geborene Honig tvar mit einem Mal verschwunden. Frau von Liegen antwortete:
— Ach, nichts weiter, tvir reden nur so.
>— Aber Mark«, du warst ja ganz böse?
Sie nahm ihre Gutsnachbarin beim Arm und lehnte ihren Kopf an den blonden der anderen. Da begann die immer offene kleine Frau zu allgemeinen Schrecken:
— Ich will dir sagen, was es ist, Aga! Man hielt sich darüber auf, dah dein Mann hier zu viel geändert hätte. Und da meinte ich, das sei eure Sache und ginge andere nichts an. *
Agathe verfärbte sich.
Als Graf Tiefenau ihr verstörtes Gesicht sah> rief er mit seinem dröhnenden Baß :
— Gnädige Frau, wissen Sie nicht, daß über uns alle ieschimpft wird? Haben Sie nie erlebt, wenn ne Jesellschaft beisammen sitzt, und einer raus teht, daß, sobald sich dia
Tür hinter ihm jeschlossen hat, die anderen sagen, tvas er fürn Schweinehund ist?
Seine Frau machte ihm ein Zeichen, solche or-e nicht zu gebrauchen, doch er streckte die Hand aus:
— Laß mich man reden. Neu Schweinehund nenne ich neu Schweinehund, und wenn Damen dabei sind, bleibt er’S trotzdem.
Er rüttelte Herrn von Eysz, in dessen Arin er seine Hand gelegt hatte:
—' Weißt du, wie neulich bei der Jagd jeredet wurde, ehe ich den Kerls das Maul stoppte? Nu »vollen wir mal deutlich sprechen. Wenn ich einen nicht mag, und ivemt er tausend Millionen hat, in det Haus sehe ich nich. Wenn hier'n amerika»'scher Milliardär herkäme und wollte meine alte Klitsche kosen und der Kerl paßt mir nich, der kann mir seine janze Milliarde hinlegen, meinen ollen Kasten kriegt er doch nich. Solange der preußische Adel so beit ft, wird er ooch nich nnterjehen. Kosen tann man uns nich. Aber »venu mir ener Paßt und is'n anständiger Mensch, ob der nu Jvaf is oder Meyer heißt, det es mir janz schnuppe.
Agathe stand da, totenblaß. Ihre Hände zitterte»» leise. Graf Tiefenau sah es. Er beugte sich zu ihr:
— Na, gnädige Frau, ich habe doch bloß int allgemeinen jesprochen. Nehmen Sie's nich übel, und seien Sie auch nicht traurig. Es schadet nichts, daß ich das jetzt jesagk habe. Meine Frau hat mir zwar immer Zeichen jemachst aber ich nehm's doch »ich zurück. Wir Preußen sind nich hintenrum. Wir sagen, »vas wir denken, und wenn man ooch mal ins Fettnäpfchen tritt. Auf mich können Se sich verlassen. Kommen Sie her, geben Sie mir Ihre Hand, nein, nein, geben Sie nur her. Glauben Sie, daß über mich nich ooch mal jeredet worden ist? Nur »venn mir'Ä einer ins Jesicht sagt, der fliegt mit den» Kopp zuerst die Treppe runter.
Der riesige Mann nahm Agathens Hand und drückst einen Kuß darauf. Und Herr voit Eysz, der trotz seine» derbe»» Knochen zartfühlend war ivie eine Jungfer, meinte dunkelrot geworden: ,
— Gnädige Frau, kränken Sie sich nicht, gerade ait so einem Tage wie heute! Du, .tröste sie mal!
Er sagte es zu seiner Frau wie einen Befehl, gege» bcn es keinen Widerspruch gab. Dann ging ev mit seiner» Freunde Tiefenau davon und brummte:
— Verfluchter Weiberklatsch.
Aber der Graf meinte:
— Wir sind jeuau so. Ich achte übrigens jede Meinung, Wenrt einem Herr Droesigl nich paßt, dann schneidet man ihn übers janze Jesicht. Mer Fladusen sagen, sich bew Bauch voll schlagen, jute Weine trinken und sich svaziere» fahre»» lassen und dann hinterher von Plebejer reden und Knatlprotz? Ick weiß, wer der Jemeine W von den beide» Rich der Droesigl.:


