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Mittwoch den 26. Januar
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Droesigl.
Apman von Georg Freiherr« von Omptshop (Nachdruck verboten.)'
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Herr Droesigl ordnete seinen Gewinn. Eine Anzahl Vtslterrkarten steckte er in die Tasche, so daß mir noch die des Grafen. Kölln übrig blieben. Der sagte mit ranher Stirnrne:
— Jetzt kommen Sie, Droesigl, toiir nrachen einen Schlag Shit den Krempel!
— Verzeihen Sie, Herr Graf, das tu ich grundsätzlich nicht.
— Was? Wir sind doch keine Kinder? Sczögony hat's seiner Fran versprochen, der junge Lindenbach seiner Großmutter! Wein haben Sie's denn versprochen? Wohl Ihrer grau Mama?
Herr Droesigl preßte die Lippen aufeinander:
1— Meine Mutter lebt nicht mehr, Herr Graf.
— So? Da haben Sie's wohl Ihrer Tante versprochen?
Herr Droesigl klopfte mit dem Pack Visitenkarten auf den Tisch:
— Herr Graf, ich habe es niemand versprochen. Ich habe m c i n e Grundsätze. Das genügt. Morgen stehe ich zur Verfügung, aber nicht wir beide hier allein.
— Morgen sind die. Herren nicht mehr da. Heute war die letzte Jagd.
- Dann ein ander Mal.
■— Ich weiß nicht, ivänn ich Sie wiedersehe.
— Sie haben doch die Liebenswürdigkeit gehabt, mich als Ihre» Gast . . .
Doch nicht für einig!
Herr Droesrgl steckte die Visitenkarten in die Westentasche :
— Uh so. Bitte, wollen Sie mir dann sagen, ivie lange W Mer noch eingeladen bin?
Für die Jagden. Bis morgen.
i— Gute Nacht, Herr Graf.
— Gute Nacht. . i
Graf Kölln ahnte nicht, atm welche Summen es sich handelte. Er wußte nur, daß der letzte G,ltschein auf vierhunderttausend Mark gelmttet. Diese Summe schwirrte in seinem durch Wein antb Aufregung umnebelten, alten Hrrn. Er dachte an die großen Verluste, die er in letzter Zett gehabt, wie der Rendant ihn darauf aufinerlsam gemacht, daß keine Einnahmen eingelaufen seien, unb als Herr Droesigl schon die Türe, erreicht hatte, rief er:
~ Ich werde einen Generalbon aus stellen. .
Droesigl begann ziifammenznzählen.
Graf Kolln nahm Hie einzelnen Karten in Empfang. S«ne Hande zrtterten, und in diesem Augenblicke, wo er ^ätte aufpassen müssen, schoß es ihm durch den Kvpß wie er
Hypothek auf Hypothek ausgenommen, ivie ihn Agathe ge« mahnt, Ordnung zu schaffen, die Gastfreundschaft einzuschränken, Mehr als vier Reitpferde für ihn und Gräfin 'Patsch wurden nicht gebraucht. Wenn er sich mit noch ztvei Juckern begnügte, so konnte inan dreiviertel des Personals entlassest und fünfundzwanzig Stände leeren. Er dachte daran, wie Agathe vorgeschlagen, das Schloß zu vernrieten, irgendwo im Ausland zu leben. Mer der alte Herr hatte geantwortet: „Wenn ich nicht in ehr hinter den Hunden reite, bin ich tot." '
Herr Droesigl sagte kurz :
— Es macht sechshundertzivettiildsiebzigtauserrdvier- hundertundfünfzig Mark!
Graf Kölln stotterte:
— Sie sollen's haben! Aber ivissen Sie was, man kann d o ch nicht gleich schlafen, wir wollen noch einE Beruhigitngspartie spielen.
Dabei ging er zu einenr Tischchen aick Fenster, wo die Karteir läge;?, mit denen jeden Tag nach dem Frühstück! Gräfin Patsch Und er sich die Zeit vertrieben. Während er tu dem halben Dunkel umhertastete, sagte Louis Droesigkr
— Herr Graf, »rach bei», was Sie vorhin gesagt haben, rühre ich keine Kirrte rnehr an.
— Was habe ich Ihnen denn gesagt?
— Ich möchte es nicht nnederholen. Einem soviel älteren Herrn tote Sie sind, Herr Graf, halte ich die Erregung zugut. Ich denke, das ist doch fair!
— Und Revanche wollen Sie mir nicht geben?
— Sie haben ja das Gastrecht aufgehoben l
Graf Kölltk klopfte Herrn Droesigl arif die Schulter:
— Seien Sie kein Frosch! Ist ja lächerlich. Wir wollen mal über die Sache reden.
— Es ist besser, wir sprechen darüber nicht.
All» blitzte es ivieder in den Arrgen des alten Reiters^ Trinkers, Jägers und Spielers, und ibn überkam jäher Zorn:
— Zum Donnerwetter nochmal, dann gilt Nacht. Aber ich will Ihnen was sagen, Herr Droesigl, Bedingungen in meinem Hanse lasse rch mir nicht vorschreiben. Ich "werde die Sache ordnen. Mer ich muß dazu sofort morgen früh verreisen. Sie werden einsehen, daß, wenn meine Töchter allein sind, Gäste nicht hier bleiben können.
Heiser klang Herrn Droesigls Stimme:
— Das bedeutet also so viel wie vor die Tür setzen! Gatt, Herr Graf, Wollen Sie nach der Uhr sehen? Binnen .vierundzwanzig Stunden erwarte ich also die Zab- lung von sechshuuderiKweiundsiebzigtausendvierbnnderiund-- fünfzig Mark. Darf,ich bitten an dtp Deutsche Bank. Gut- Nacht, Herr Graf.
— Gut Nacht! ,
Louis Droesigl ging durch den Saal, über die Treppe stw die alten Köllns hingen, die, tote die Familiengeschichte berichtete, Ddsgänger gewesen, aber doch alle Habe und


