Ausgabe 
25.7.1910
 
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erbaute' evangelische Kirche. Das Dorf Rauisch-H o lz h a u se n war mainzisches, die Burg dagegen hessisches Lehen; seine schöne und neue Kirche ist 1880 errichtet und 'eilt Werk des Frei Herrn! von Stumm. Ebenso besitzt Kl e i n s e e l h e i nt eine schöne,, vor einigen Jahren prächtig erneuerte ^und im Innern Verhältnis^ mäßig reich ausgestattete Kirche. Sehenswert an der gotischen Kirche zu Langenstein ist das freistehende dreieckige Zetlen- gewölbe. Gleichfalls gotischen Stiles ist die Kirche in Stause­bach, während diejenige von A n z e f a h r die altdeutsche Bauart aufweist. Nach der Völkerwanderung die größte Begebenheit in der Geschichte, brach die Verbesserung der Kirche, die Reformation, überraschend schnell und mächtig herein. Mit Ausnahme einer verhältnismäßig kleinen Zahl Juden gehören.heute die Bewohner von Hessen zur christlichen Religion, und zwar etwa 4/s zur evangelischen, die übrigen zur katholischen Konfession. In den Kreisen Fulda, Hersfeld und Hünfeld ist die katholische Kirche vorherrschend; in den übrigen Kreisen überwiegt mehr oder weniger die evangelische Bevölkerung. Nur int Kreise Kirchhain sind beide Konfessionen int Gleichgewicht. Um 1840 zählte dieser Kreis' 13 lutherische, 2 reformierte und 8 katholische Kirchspiele. Dem Konsistorium zu Kassel untersteht gegenwärtig die Leitung der evangelischen, dem Bischof zu Fulda die der katholischen Kirche.

Inner sofzig Kennig gits nit oab.

Dr Nicklos mußt eans Möwe gih Auoaber ernt die Wearrera;

Doach vor dr Hausdihr bleawe stih

Eean saat zon feier Fraa:

Ei woas ich saa wollt, Annenioarie," Vrkäi doas ah!t gehl Huh;"

S lehkt jo doach kah Niger mit;."

Maas sonn mr noach inet tut)."

Mr hu noach Freasser gnugk eam Haus." Dai Oehser koste Geatd." Die Fricht enS nit geroare dans,"

S ftit goar binn eam Feald."

Doach sei beim Hannil of dr Houk,"

Eean gih nit väil eroab."

Zouni 'Schloachle eas doas Huh noach goiit."

Inner foizig Pfennig gits nit oab."

Woas häi der Mann ean gourer Rouh Seier Fraa hoat oabefoahn,

Doas hott dr Nochbersch Jörg metzou Ganz harnlich ean vrstoahu.

Doas woar a Spötter ersetzter Sort;

Doas weaßt die ganz Gemah, Wen der nit schu all oageiort, Mr dörs's kairn Mensche saa.

De Donnerschtoag, so gege drei,

Mr fuhr schu oa die Waid,

Do koarn oant Jörg feint Haus vrbei Dr Rimtz vo Leauneroad.

Guudach"Guudach" gengs her ean hie;

Ito Jörg weißt dou mr nant"

Ka Niger ean ka Fearrervieh?"

Joa, joa, dir waiß ich aut""

Do neaiue eas ihs Nochberschfraa"

Tai verkäst a ahlt geahl Huh"

S will oawer, roaiaid) dr saa"

Groad sofzig Feunig hu."

Dou tonst, als wann de vo nant weht" Ean bitft r siewizig oa!"

Ean warnt se rnersch do oawer letzt,""

Hun aich de Schoare droa.""

Wann aich dr saa, se letzt drsch nit,* Do mad) dr nur kaa Glosse!

Wann bat kaa foizig Fennig krit,

Dann taut se s Huh nit loste."

Ean dr Ruutz, der git auch schih Aniwer noack) dm Nochberschhans; Doad; vör dr Hausdihr bleibt r stih Ean rifst die Fraa araus.

Die Annentoarie, bat wusch tut groad Ean halt die Hann voll Safe.

Dr Ruutz, der sregkt, so roai sei Oart:

Holt ihr nant se verkäse?"

Ei joa", scgkt do die Annemoarie, Seaht ihr doas ahlt geahl Huh" Do iroe bei dr Aleaste stih?

Doas könnt r gtaid) gehti."

Do segkt dr Rtmtz:Aich feiS sesrirre", Dann loacks amoal abet 1" »Aid) will dr siewezig Fennig birre," Ean die Sack) ea-3 ean dr Reih."

Vör siewezig Fennig geaw aich'Z nit,ee

Doas braucht r nit je denke.""

Wann ihr kaa !o?zig Fennig bit!"*

Aich hu nant se verschenke.""

No joa! Tie Sach, däi macht fiel) ;*

Etz mach mr nur kaa Bosse."

Aich geaive dr dann sechzig,"

Do konnst de mersck) gelöste."

Vör sechzig tun id)'§ aach noach nit

Aich gih nant miß aroab.""

Wann bau kaa ioizig gerne mit,""

Dann git ds Huh nit oab.""

No, wann de nnnt aroab wit gih,"

So will ich's dann behahle,"

Ean woas ich saa wollt, grüß mt schih"

Bis Sonnowed dein Ahle."

De Sonnowed do koant dr ?lhlt;

Ts Möwe woar verbei.

Do Horrem dann sei Fraa verzählt Die Htihverkäierei.

To oawer rii! dr Nickelos:

Sei stell imm Goatteswenn,"

Dou bleibst a bomm Gewirrerohs"

Bis oa bei selig Enn."

Peter Fink, Offenbach a. SOI.

Büchertisch.

Heber Wilhelm Holzame r s, des früh verschie- denen hessischen Dichters Leben, lag seither ein undurchdringliches Dunkel, so weit es seine seltsamen trauervollen Familien- verhältnisse betraf. In denBeitrügen zur Literaturgeschickste" hat nun sein Landsmann und ehemaliger Freund Karl Neu­rath ein, Werk herausgegebeu, das Holzamers ganzes Wesen und Schaffen einer literarischen Würdigung unterzieht. Wir er­fahren darin, wie der junge Dichter, das Hirn voller Träume und das Herz voller Siebe, sich mit seinem jungen Weib an der Berg­straße mitten int Grünen ein Häuschen baut, tote er unaufhaltsam' und rastlos arbeitet, tote er für die erste Ausstellung der Künstler­kolonie eine Anzahl feiner Spiele verfaßt und wie ihm bei den Proben zu diesen Spielen ein Weib begegnet, das den ab- gearbeiteten Dichter durck) all ihre Eigenschaften so zu fesseln! wußte,. daß er nicht mehr los konnte, und Weib und Kind verließ, um bei ihr ein neues Leben zu suchen, das ihn zumTempel des Ruhmes" führen sollte. Wir sehen auch, ivjie seine Gattin ihn in Frieden ziehen läßt, um seine Bahn zur Höhe nicht zu ver­legen, wie er aber fortan nirgends Ruhe und Rast findet, bis ihn der Tod mitten im Schaffen, kaum 37 Jahre alt, von seinem Leiden erlöst. Neurath gibt dann eine eingehende Analyse sämtliche Werke des Dichters, auch des Erstlingswerkes: M eilte Lieder, das im Buchhandel schon längst nicht mehr zu haben ist, da es der Dichter zurückgezogen hatte, und geht dann auf bte übrigen Werke über, die ausführlich und mit eingehender Sach­kenntnis behandelt sind. Eine Anzahl bedeutungsvoller Briefe, darunter der Abschiedsbrief an seine Frau, sind in dem Werk« abgedruckt und vermitteln interessante Einblicke in das Leben des Dichters, das jeden Leser mit innigstem Anteil erfüllt. Nach­drücklich tritt K. Neurath auch der von dem Berliner Freundcs'-- kreis verbreiteten Ansfassung entgegen, als ob die Geliebte sein Genins gewesen sei: er weist vielmehr nach, daß diese Fran den unheilvollsten Einfluß auf Holzamers Schaffen hatte, wie es ja auch nach den bisher bekannt gewordenen Einzelheiten aus dem Leben dieser Frau nicht anders zu erwarten Ivar. So ist in dem Buche alles zusammengebracht, um den bedeutenden hessi­schen Heimat-Dichter im richtigen Licht erscheinen zu lassen und mit Verständnis zu erläutern.

verWMdlrmgsratse!.

Erbe Naht Ton Ur Ader Hebe Regen Adel Laube.

Die vorstehenden Wörter sollen durch Hinzusügen je eines Buch­stabens derart in ebenso viele neue Wörter verwandelt werden, daß die hinzngesi'iglen Bnd)staben der Reihe nach gelesen den Namen eines Bildhauers ergeben.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer:

(Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; A = Atz, U Unter, Bube, Wenzel; D = Dame, Ober.)

Das Spiel wurde gewonnen. Vorhand drückte bZ und cZ, Mittelhand besaß eil, dU, aD, a9, a8, bK, bD, b8, c9, dZ und

Hinterhand die übrigen. Spielgang:

1. V. bA M.'b8 H. b7 11.

2. B. dA M. dZ H. d7 21.

3. V. cA M. c9 £>. c8 = 11.

Der Rest fällt den Gegnern zu, Vorhand hat aber zusammen t seinen 20 Augen im Skat das Spiel bereits gewonnen.

Redaktion: I V.: E. Hetz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»