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Oyne Gruß lief das Mädchen htstwM

Nun will das Glück Einkehr halten und der Me Mensch« tv'rrd abgerufen," seufzte die Mutter.

Meine Wege sind nicht Eure Wege" erlmderte der Baker! tztit gepreßter Stimme. , , . .

Ich eilte hinweg, nach wenigen Minuten trat rch bet Jost em.

Sein Aussehen war besser, als ich fürchtete. Dr. Schwarz ant­wortete auf meine Bemerkung lateinisch: Patient wird den nächsten Tag nicht erleben; nehmen Sie seinen letzten Willen auf.

Bürgermeister Winter erschien. Jost bestimmte:Da ich keine Verwandten auf dieser Welt habe, soll Trinchen Kapesser alles erben. Mein Freund, Assessor Hans N. soll das Testament ausführen, zum Andenken empfängt er das Bild des Freiherrn von Fürstenstein. Diesem bitte ich einen Dankbrief zu schreiben.

Nachdem, das Tefllament noch einmal vorgelesen, unter» schrieben und besiegelt worden, sprach Jost:es wird mir besser" !

Das Zeichen dafür, daß die Krisis naht", sprach Dr. Schwarz Lateinisch und nickte ein wenig dazu.

Draußen vor dem Fenster hörte man laut sprechen l eine Fran richtete Fragen an einen vorübergehenden Mann..

Hier wohnt er!" verstanden wir deutlich.

Gleich darauf wurde die Tür leise auf getan:' eine Frau, in zusammengestoppelten Kleidern trat ein. Scheu blickte sie umher.

Ihre dunklen Augen flimmerten, graues Haar drang unter dem Mopstuche hervor. <

Was wollt Ihr? sprecht leise!" befahl Dr. Schwarz.

Meinen Sohn noch einmal sehen, dann sterben," kam es der Frau kaum hörbar über die Lippen.

Wir waren starr! Verständnislos schauten wir uns an. Die wenigen Worte wirkten zu gewaltig.

Seife schlich die Unglückliche an das Bett des Sterbenden, wo sie niederkniete, die Hände faltete und ängstlich in das blasse Gesicht des schwer atmenden Sohnes schaute.

Langsam hob dieser die Augenlieder empor. <

Tu bist Jost, mein Sohn, ich kenne Dich an Deine» Auge», die denjenigen Deines Vaters gleichen", sprach das Weib.Durch die Welt fuhr ich dahin, hatte einst Wagen und Rosse, jagte durch drei Weltteile, nun bin ich wieder arm wie Hiob. Mit nkir ist es aus. Es trieb mich. Dich noch einmal zu sehen. Vergib mir, so wird Gott mir vergeben."

Wenn Ihr meine Mutter seid, so vergeb ich Euch.> Was Ihr an mir gesündigt habt, vergalten gute Menschen reichlich lebt wohl!"

Langsam erhob sich das Weib, wie hilfeflehend irrten ihre Blicke durch die Stube. Plötzlich erschaute sie das Bild des Frei­herrn von Fürstenstein. Ein heiserer Schrei entrang sich ihrer Kehle; sie reckte Heide Arme mit gespreizten Fingern Vor sich hin und brachte mit furchtbarer Anstrengung die Worte hervor: ;,Jost, Tein Vater!"

Keine menschliche Feder vermag zu schildern, !vas in uns vorging.

Hab' Tank Du gütiger Gott im Himmel" sprach Jost leise ttber vernehmlich,hab' Dank für den schönsten Weihnachtsabend meines Lebens, an dem ich Vater imd Mutter schauen durfte."

Leichenblässe breitete sich über das Antlitz des Sterbenden. Nach wenigen Minuten hatte er aus gerungen.

Mit einem herzerschütternden Schmerzenslaut sank das Weib 'zur Seite und verschied.

Am Nachmittag des zweiten Weihnachtstages betteten wir Mutter und Sohn nebeneinander in die kühle Erde,

vermischter.

"Deutsche Weihnachtsbäume in London. Aus London wird berichtet: In Covent Garden hat nun der große Weihnachtsmarkt begonnen und der mächtige Platz ist in einen stattlichen deutschen Tannenwald verivandelt. Denn weitaus der größte Teil der Weilrnachtsbänine, die in London getauft werden, kommt aus Deutschland. In Covent Garden ragen nicht weniger als 13 000 Tannenbäume empor, die noch vor wenigen Tagen an den Abhängen des Harzes grünten und eine große Sendung von weiteren 3000 Bäumen aus Deutschlcme ist von Hamburg aus bereits unterwegs. Daneben verschiviitden die in England ge­wachsenen Tannen fast völlig, von den 20 000 Bäumen, die jetzt auf den Londoner Markt gekommen sind, stammen kaum 4000 auS England selbst, meist aus den Forsten von Sussex und Sttrrey. Die alte deutsche Sitte, am heiligen Abend den Tannenbaum zu schmucken, faßt in England immer mehr Fuß; in diesem Jahre fällt es auf, daß gerade die niederen Volksschichten, die Arbeiter, auf den Christbaum nicht verzichten wollen. Tie billigeren kleinen Bäume finde» einen reißenden Absatz, während die großen kaum einen Zuwachs tn der Nachfrage zu verzeichnen haben. Auch in den Kasernen der englischen Truppen flammen am heilige» Abend die deutschen Baume im Lichterglanz auf; die schottische Garde hat auf dem Markte einen prächtigen, über acht Meter hohen Baum erstanden, der 33 Jahre laug im Harz stand und nun in eine Hochburg der englischen Geschichte, in den Tower, triumphierend seinen Einzug gehalten hat.

* Da s Banner! KSt W itw en schüft. Jin Gebiet Bef französischen Kongos haust ein Stamm, der eigentümliche Einr ich-, hingen für seine Witwen hat. Die Dauer der Witwenschast hängt dort vom Wind ab. Nach dem Tod ihres Mannes ist die untröst­liche Witwe dazu verpflichtet, eine Fahne am Ende einer langem Stange, die auf dem Dache des Hauses angebrackst wird, auf^w pflanzen. So lange die Fahne unbewegt bleibt, darf die Witwe ihren Sinn nicht von dem Verstorbenen abwenden, sobald jedoch ein Windhauch, sei es ein Sturmwind oder nur ein Lüftchen, das Banner bewegt, ist sie nicht nur frei, sondern sogar beinah«! dazu verpflichtet, sich wieder zu verheiraten. Wenigstens gehört es bann zum guten Ton. Die ganze Windprobe fällt indessen weg, wenn der Mann an einem stürmischen Tag gestorben, ist; in diesem Fall hat die tiestrauernd binterbliebene Witwe es gat nicht nötig, das Witwenbanner erst aufzupflanzen; sie kann sofort und ohne weitere Zeremonien, einen neuen Mann sich nehmen^

Weihnachts-Preisrätsel für die Zugmd.

Wie in früheren Jahren haben wir unseren jungen Lesern auch diesmal eine besondere Freude für die Weihnachts- tage vorbehalten, indem wir wiederum ein Preisrätsel aus- fchreiben, an dessen Lösung sich alle unseren jungen Freunde beteiligen können. Das Zmiebelfischrätsel mit seinen spaß­haften Schwierigkeiten hat euch ja eine besondere Freude be­reitet und ihr sollt deshalb auch diesmal ein ähnliches Rätsel zu lösen bekommen, an dessen Durcheinander aber kein Setzer­lehrling schuld ist. Es ist nicht besonders schwer und wenn thr ordentlich zuseht, dann werdet ihr es schon rasch heraus­haben.

Als Preise haben wir wieder eine Anzahl hübscher Geschenke ausgewählt, die euch sicher viel Freude bereiten werden.

Die Lösungen sind bis zum 30. Dezember, abends « Uhr, an die Schriftleitung der Gießener Familienblätter einzusenden und müssen auch die deutliche WohnungSangabe enthalten»

Rätsel.

Die weite Doch Die kurzen Wald grün Ersten Tage war und durch dunkelten, tief leuchtend die Der verschneit, sttttkellen, Einsamkeit, Die Und Das Zum Ersten eine Ganze Weihnachtsfest sind Pflanze strahlt in das ist nach Schloß dritte das heilgem und auch dritte. Brauch Hütte. ft N.

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Rebus.

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Auflösung des Weihnachts-Rösselsprungs in voriger Nummer' Zwar ist das Jahr an Festen reich, Doch ist kein Fest dein Feste gleich. Worauf wir Kinder jahraus, jahrein Stets harreit in süßer Lust und Pein.

O schöne, herrliche Weihnachtszeit, Was bringst btt Lust und Fröhlichkeit, Wenn der heilige Christ in jedem HauS Teilt seine lieben Gaben aus.

Hoffmann von Fallersleben.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»,