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Jost Grimmingerr schönster Weihnachtsabend.
v Bon G. S.
IV. , ..
Langsam, wie ein riesiger, dnnkelroter Feuerball, gmg btf Sonne am Heiligabend zur Rüste. Die Weihnachtsglocken Nangenl vom nahen Kirchturm. Vom Himmel hoch, da komm ich her! | sangen wir mit der Gemeinde im nahen Gotteshaus« und gleich
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verlor er die Zigarre aus dem Munde, als seme hochmütige ^rer y-rue.vm, Mchte neben dem Sessel des Arztes in die Kme glitt und I & fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts- Heide Arme nm seinen Hals legte. I 8eit"',' sangen wir. , „ t
Die alte Dame aber hatte längst begriffen. Sie nickte I Das jubelnde Kind, die glückliche Braut, der Greis nn Silber- Wchelnd vor sich hin und entzündete die Lichter am Baum. I haar möge versuchen, sich in unsere Lag zu versetzen. Niemand J 1 I L imstande in Worten auszudrücken, was wir damals fühltem,
1 Es gibt Augenblicke im menschlichen Leben, die unvergeßlich sind — aber nicht viele.
Unsere feierliche Verlobung hatte stattgefunden; der große
Jröbel war verklungen, wir saßen beim Abendbrot und ließen uns (Schluß.) I die Weihnachtskarpfen schmecken.
Neugierig schaute ich die Arbeit an. „Sonderbar Jost!" | Da wurde die Haustür ungestüm aiifgetali, hastige L.chritte bemerkte ich 3 „es scheint fast, als hättest du deine Augen und | erklangen auf dem Flur, es klopfte an und Tryichen trat bleich bn" »**"" ®k »—— ««* $tiw-”»nt w - «ww d.«
Eörbe hätte ich gerne ausgeteilt, aber meine kleine Figur I man könnte mit ihm sprechen. Vorhin, als ^§,^^^sglockest
Mrd '^s Jrlwelenkästchen aus U Rücken standen im Wege, klangen, kam ein Extrapostbote gelaustn: er
<nnr <nit<>in hnfiiptt ^rthre sina ich Ml zu kränkeln. Nur IN den I Brief Mit fünf Siegeln. Hastig rifsen wir da» schreiven anb
Wäldern Nmenheims, in der Nähe des Pfarrhauses kannst du I da fielen zehn. ^aue Hundertscheine herMls — und ~b“ub ^
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ich nicht; hier, auf der Burst, in der Lunge, ist die Maschinerie mit imr^ehts zu Ende - ich - ich - will mein . ^eßnmenr
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Hatz es kaum noch etwas gibt, was ihr Freude macht. Du ieber Gott, — ich bin wirklich kein poetischer Mensch. Dazu hat unsereins mit zu viel Erdennot iinb Elend zu tun. Und >och, — als ich durch die weihnachtliche Landschaft fuhr, aus den Hütten die Christbäume blinzelten und die Glocken ein Wohlgefallen kündeten denen, die eines guten Willens sind, da ist's mir warm ums Herz geworden. Ich habe mir gedacht und gewünscht: wenn sie jetzt an deiner Seite wäre und diesen Gottessrieden mitgeuießen könnte, i— viel-
,,Nehmen Sie mir's nickt Übel, Herr Doktor, Uiüß das i SeME M ich ** M
Mtffe dumme Gans sein!" rief der Kammerherr. , Was A^aus^dem j^de ^es Frmhemn^ge^^d^^^
Detlev Gollaud sog einen langen Zug aus feiner Zu- ®ier Wochen sandte ich es ab. — Wie ich mich sonst! ,
varre und betrachtete bann angelegentlich deren Brand. durchschlage? Diese Frage schwebt dir auf den Lippen, ich. lese Nicht einen Blick sandte er in die Richtung, wo Ellen am I in deinen Augen — und — und — pumpen wirst du mrp Fenster lehnte. , I einige Taler, wenn ich sie nötig hätte!"
„Damit tun Sie ihr unrecht," sagte er dann bedächtig. I „Erraten, Jost, du bist von reher ein Schlaukopf gewesen, SÄ&ÄWÄ ALL«
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gebe, den sie nicht ausstehen kann. Auch Witze und Scherze für die „Fliegenden Blätter" und so.n-
„Das werden Sie doch nicht tun, Doktor! rief der alte I gige Zeitungen lohnen sich. Unsere Bauern besitzen Mutterwitz, Herr in Feuer und Flamme. „Ein Mädchen, das solche, I |n Silber umgcwandelt werden kann. So läppert sich em Pardon, alberne Anforderung an einen ernsten Mann stellt, I Sümmchen zusammen. Juhuh! Es liebe die Liebe! Aus Deuig- das so wenig Respekt für Ihren edlen, menschenfreundlichen abend feiern Trinchen und ich feierlichen Verspruch. Sie — bas sä m
hat Aber das ist nicht ^machen-bennich hebe. I^Achutzgeis^meln^ Jugen . ^^m^ bui^
Und da ich gewohnt bin, selbst in der Liebe nicht meyr i , . ^El„n{0QTt..
Dummheiten zu machen, als unbedingt erforderlich sind, I $$ fl)mme Jost, verlass' dich drauf!" antwortete ich und so werde ich einen Kompromiß versuchen. Ick werde mir I g^g nach Hause, zunächst auf dem Laude eine Praxis suchen und mich dabei I III.
mit dem wirtschaftlichen Betriebe vertraut machen. Viel- -„Woher stammt Jost Grimmiger?" fragte ich die Wern als leicht, baß ich Geschmack daran finbe unb. bie Sicherheit ^ch heim kam. „
aewinne, auch auf diesem Gebiete was leisten zu können. I „Niemand weiß es" antwortete der Vater. „Vor etw« Das ist die Hauptsache. Das Mädchen, das ich Hebe, Über- I dreuindzwanzig Jahren kam seine Mutter, krank und abgerissen,
oder einfach die Revenuen zu verguetschen. Ich muß beit I ^ieltSrau milf, in gefunben Tagen ungewöhnlich schön gewesen! Watz, aus dem ich stehe, ausfüllen können. I rein Noch ehe die Frau ganz gesund war, zogen die Gaukle«
„Sehr richtig!" stimmte jder alte Herr begeistert zu. ^on bannen. Später ließ die Mutter ihr Kmd im Stich und
„Und das sieht die nicht ein!?" I lief auch davon. Man hat nie wieder etwas von ihr gehört.,
„Vielleicht doch," erwiderte Detlev Golland ernster als Wer? und wo? der Vater ist, weiß man Nicht. Jost ist M
Lisber und mit einem gewissen Nachdruck. „Wer ihr Reich- Wachstum zurückgebliebeii, aber er hat Anlagen und besitzt einen M > 4 '-ichfdi- ^rnunft, S
andern den verwohnten Eigenwillen, nicht das Herz, I ich kürzlich von Bürgermeister Winter. Meines Erachtens bnbern bie Laune sprechen. Deshalb ist sie so bitterarm, Pärchen anständig durch die Welt schlagen. Was!
t " .......’** 1 meinst du Mutter?" , x m „ ... ,
„Trinchen und Jost smd. zwei gute Menschen; beide soltt^tz Ims Heiraten unterlassen, weil sie schwach von Gesundheit und.. Es wird eine Ehe geben, in der viel Leid zu tragen ist, mW wartete die weitblickende Mutter.


