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MS die Dicks, die Dien'

K sttreppe verlassend, eben den

* :n Sang betreten wollte, kam Graf Sczögony die ttreppe Herab. Sobald seine Schritte verklungen waren, Ring sie in das Wäfchezirmner. Auf langen Tischen lagen Beate abend erst abgelieferte Tischtücher, Servietten, Hand-

nicht gerecht? Go anständig ivird beim Juden nicht ge- Mhltl ,

Doch der junge Mensch, erst! seit einem halben Jahr im Hause, begann noch einmal:

Na, mehr wie bezahlen als man verdient, tut er voch nicht!

Der alte Diener, sonst! so vorsichtig mit dem Silber seines Herrn, stieß eine Schüssel in den Schrank, daß sie an die Rückwand dümmste:

So, und wenn ener^heivaten muß? Me war^s denn Hei Tillmann und beim langen Sickel? Dem Mädel hat er was geschenkt und Hm ooch Ein anderer schmeißt sie raus. Mso halt 's Maul!

Der Bursche ging und schlug die Tür zu, während der Ulis Diener seinem Herzen weiter Lust machte:

So 'n bummer Grünschnabel! Ich weiß wohl, daß unser Gras fünfe gerade fein läßt, aber so 'nen Herrn soll'n wir mal suchen!

Der zweite Kutscher, der kalt rauchend an der Wand lehnte, denn Elßmann litt den Tabak nicht, stimmte bei. Wer dn Pferd schlüge, flöge raus. Mer wer waS leiste, dem sehe der Graf jedes nach.

Währenddessen schwatzte Kröner, seine Gabeln abtrock-- nend, mit der Dicken. Sie wusch Teller. Auf einmal hob ste die nasse rechte Hand, an der ein breiter Trauring glänzte, und flüsterte ihm, die Finger wie einen Schirm vor den Mund haltend, etwas M. Kröner trat in den Putzraum zu­rück. Ms die Dicke fertig war, band sie die Schürze ab und sagte, am Küchenchef vorübergehend:

Es ist wohl nichts mehr?

Der schüttelte zerstreut den Kopf. Die weiße Mütze ins Genick geschoben, schrieb er in einem großen Buche. Da­bei Ael eine Anzahl Rechnungen heraus. Ein dralles, blondes Mädchen ,das den Boden scheuerte, las die flattern­den Papiere aus. Der hagere Mann mit rundem Bäuchlein, das noch aufdringlicher ward, weil er schreibend im Kreuze lag, sagte ernst zn dem Mädel:

Kommen Sie in einer halben Stunde in die große Vorratskammer. Ich habe Ihnen was zu sagen.

DaS Mädchen sah ihn von der Seite an und kniete Rieder, inn weiter zu arbeiten.

Wcher, Schürzen, Häubchen für das Personal. An der Wand brannte rate Oellampe aus alten Zeiten. Die Dicke trat «uf einen Stuhl und blies sie aus. Dann öffnete sie vor­sichtig die Tür und lugte auf den Gang hinaus. Bald er» schien über die Diensttreppe der Stallbursche Kröner, Wisch- tücher auf dem Arm, die er, rvie aus Mensteifer, h-inauf- bringen wollte.

Der Türspalt öffnete sich, der Stallbursche verschwand.

Als Graf Sczögony in das Spielzimmer trat, schwebte Der Zigarrenguaun so dicht, daß man nichts sah als im Lichtkreis der Lampe die über den Tisch gebeugten Köpfe, und davor nervöse Hände, ein wenig übernächtig schmutzig, oblvoyl sie lauter gepflegten Herren angehörten. Das bare Geld war seltener geworden, seine Stelle hatten Bisiteu- karteu eingenommen, auf denen Summen gekritzelt standen. Herr Louis Droesigl hielt jetzt die Bank. Graf Kölln hatte Sie Karten der einen Seite. Sein Gesicht schien noch röter denn vorher; er faßte rückwärts, sein Glas zu suchen. Als me Karten lagen und einer der Herren darnach griff, rief fr scharf:

Zum Donnerwetter, ich hebe immer selbst auf!

Der andere stand auf:

s Kein Glück bei Cohn auf dieser cöte!

Run sah Graf Kölln die Blätter an:

Zwei Zehnen!

Die Seite hatte wirklich kein Glück.

Der Bankhalter legte seine Karten wieder hin, gab brühen eine sieben, Graf Kölln noch eine zehn, sich selbst eine eins, deckte auf und sagte, ohne eine Miene zu ver­ziehen :

Eins.

Die andere Seite hatte sich tot gekauft. Mt der arm? fetigen eins zog die Bank Tausende ein.

Der alte Graf schrie:

r Mh gegen solchen Dusel ist freilich nichts zu wölken!

Herr Droesigl meiutsr

> Ich habe die Karten nicht gemmM

! l Ich ooch nicht!

* Dann können wir beide nichts dafür.

'Graf Kölln nahm aus der Romasche einen Stoß Visiten- karten und machteBons" daraus, indem er große Geld? summen: darauf schrieb.

Graf Sczögony ging von Seite zu Seite, aber er setzte immer dort, wo das Glück nicht war. Und es war am we­nigsten beim Grafen Kölln. Einer seiner Gutscheine nach dem andern wanderte in die Bank.

Der Kreis der Spieler nahm ah. Der war müde, bei jenem regte sich die Vernunft, andere standen mit großem Gewinn auf, blieben als Zuschauer einen Augenblick noch da und waren dann still verschwunden. Leute, sonst die Ehrenhaftigkeit selbst, klagten ohne 9M, wie viel sie ver­loren hätten, lvähreud sie doch in Wirklichkeit eine wohl-- gefüllte Brieftasche auf ihr Zimmer nahmen. Wenn man herum hörte, hatte keiner gewonnen; dabei war das Bar­geld verschwunden, als hatten es die Ritzen des Parketts auf genommen.

Graf Sczögony konnte feinen letzten Dausendmarkscheiu nicht mehrzerschlagen". Er warf ihn ärgerlich auf des alten Grafen ©eite. Graf Kölln aber plante in diesem' Augenblick einengroßen Coup". Er hatte keine Ahnung, lvie viel er verloren, doch er wollte mit einem Mail alles

protzigen hm war:

stellige Zahl.

Die Karten flogen rechts auf den Tisch, ohne daß sie jemand aufhob, uud nun erst merkten die Herren, daß außer den dreien niemand mehr im Zimmer war.. Der alte Graf

zurückgewinnen.

Er fragte:

Bis zu wie viel nehmen Sie an?

Louis Droesigl antwortete in der ein wenig Art, die trotz aller guten Formen manchmal! an i.l

Herr Graf, jeden Satz!

Gras Kölln schrieb auf seine Visitenkarte eine sechs-

blickte sich wütend um:

Verfluchte Kerls, kalte Beene! . >

Herr Droesigl ruckte die Achseln.

Dann gebe ich hier offen !

Er deckte die rechte Seite auf. Mit zitternden, jetzt merkwürdig alten, verschrumpelten Händen nahm Graf Kölln die beiden Blätter und rief, ohne äbznwarten, was 'be» Bankhalter sagen würde:

Ich muß bitten.

Herr Louis Droesigl wendete feine Karten utroi

Kleiner Schlag! ' ! r

Graf Sczögony sagte nur :

Gute Nacht, meine Herren.

Mer der alte Graf, der dem Bankhaltev den Tausend- markschein des Ungarn und die Visitenkarte hingeschobeiz hatte, rief fast befehlend:

! Sczögony, wir spielen weiter!

Tut mir leid, Graf Kölln, aber ich spiele nie unbar. Ich pumpe Ihnen was.

Danke, ich borge nie.

Der alte Herr schrie zitternd vor Aufregungl bei seinem! riesigen Verlust, den er selbst kaum übersahj

Auch wieder Grundsatz?

Ich hab's meiner Frau versprochen.

Damit war er hinaus, und die beiden anderen blieben bei der dunkler brennenden Lampe, die keine Nahrung mehr hatte, 'allein,

(Fortsetzung folgt)

LMenerons erste Liebe.

In dem Januarheft derNeuen Rundschau" (S. Fischer'/ Verlag, Berlin) in dem auch der Roma» von Gerhart Haupt- manuEmanuel Quint" anfängt, beginnt Richard Dehme! eine Reihe von Liliencron-Briefen zu veröffentlichen. Ma erste Serie gibt Briefe Detlev v. Lilrencrons an Ernst Frei? Herrn v. Seckendorfs aus der Kriegszeit und den ersten! besonders schweren Jahren n<«h dem Ausscheiden aus dev Armee, die Liliencron Wucherschulden halber verlassen mußte. Er ging nach Amerika, kehrte von da aber sehr unbefriedigt zurück. Der einzige Lichtblick in seinem Leben mag damals wohl die Liebe zu einem jungen Freifräulein gewesen sein, die dann nach großen Schwierigkeiten sein«! erste Frau wurde..