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des Landes, die doch gerade jetzt aller Aufmerksamkeit würdig! sind." Da Fanny sich lebhaft für die Marine interessierte, wurde sie auf einem großen Kriegsschiff, der „Nord-Carolina", empfangen, die ihr zu Ehren int Galaschmuck prangte. Nach einem Diner auf einer amerikanischen Fregatte machte sie dadurch Furore, das; sie bei dem ihr dargebrachten Ehrensalut von 24 Schüssen das erste Geschütz abfenerte. Jn^Boston gab sie eine Privat-, Vorstellung für 250 Matrosen und Schiffsjungen des „Kolumbus"; auch die Insassen der Gefängnisse erfreute sie durch ihre Gegenwart und ihre Anmut. Die höchsten Triumphe aber erreichte sie, als sie die Geistlichkeit und die Puritaner zit der frivolen Kunst des Balletts bekehrte. Die Quäker hatten zunächst am eifrigsten gegen sie gewütet, aber bald wurden auch sie von dem allgemeinen Strudel hineingerissen und strömten ins Theater; ja, ein besonders frommer Quäker üt Boston suchte sich sogar um jeden Preis einen Tanzschuh der berauschenden Tänzerin zu verschaffen. Hatte Wan schon in Paris einen Modestvff nach ihr „Elßlerine" getauft Und in Wien süße Speisett „ä la Fanny" genossen, so wurden in Amerika nur noch Fanny ElUer-Hüte und Fanny Elßler-Schuhe verkauft. Aber diese hochgehenden Wogen einer nationalen Erregung brandeten über die Ufer des TheaterejnHusiasmus und richteten Verheerungen auf dem Gebiete der Politik an. Die, zahlreichen Deutschen dev Vereinigten ßtzaaten nahmen die berühmte Landsmännin für sich in Anspruch und gestalteten aus ihrem Anf- trcten einen patriotischen Triumph, wodurch sie die Wut der deutschfeindlichen Elemente erregten. So entstanden Straßen- krawalle und cs bedurfte des taktvollsten Benehmens von feiten der Tänzerin, um die wilden Konflikte zn beschwichtigen. Durch ihr zurückhaltendes und feines Benehmen erwarb sich Faitny nicht Unr die Liebe, sondern auch die Achtung ganz Amerikas. Ihre unermüdliche Tätigkeit imponierte diesem arbeitsamen Volke, ihre Güte gewann ihr alle Herzen. 21 mal trat sie zu wohltätigem Zwecke auf und gab mit vollen Händen für die Armen. Als Inbegriff einer höheren Kultur, eitler wundervollen, fremdartigen Schönheit zog Fanny Elßler tute ein phantastischer Traum an dem damals noch eng begrenztett Horizonte der Amerikaner vorüber, ____________
vevinischtes.
* Die Verbreitung vonJul ins Wolffs Werken. Es gehörte zu den Eigentümlichkeiten Julius Wolffs, daß er in biographischen Nachschlagewerken, Literaturkalendern und dergleichen nie die Auflagenzahl seiner Werke angab. Seiner Bescheidenheit widerstrebte es, damit zu prunken. Und, doch hätte er lalle Ursache dazu gehabt, denn von den lebenden deutschen Dichtern hat nicht einer auch nur annähernd die Berbreitnng erlebt, wie Wolff. Die authentischen Auflageziffern seiner Dichtnngen und Romane mögen hier folgen, wobei das Erscheinungsjahr in Klammern beigefügt ist: „Till Eulcnspiegel" (1875) 25. Tausend; „Der Rattenfänger von Hameln" (1876) 74. Tausend ; „Der wilde Jäger" (1877) 103. Tausend; „Tannhäuser" (1880) 43. Tausend; '„Singuf" (1881) 17. Taufend; „Der Sülfmeister" (1.883) 50. Tausend; „Der Rauhgras" (1881) 61. Tausend ; „Lurlei" (1886) .65. Taufend; „Das Recht der Hagestolze" (1888) 39. Taufend; -„Die Pappenheimer" (1889) 24. Taufend; „Renata" (1890) 31. Taufend; „Der fliegende Holländer" (1892) 34. Tausend/ -„Das schwarze Weib" (1894) 23. Tausend; „Ässalide" (1896) .16. Taufend; „Der Landsknecht von Cochem" (1898) 21. Taufend; ,,Der fahrende Schüler" (1900) 14. Taufend; „Die Hohkönigs- burg" (1902) 26. Taufend; „Zweifel der Liebe" (1904) 19. Tausend : „Das Wildfaugrccht", 18. Tausend; „Der Sachsenspiegel", 16. Tausend. — Rechnet man hierzu noch die Gedichtbände und Dramen, so ergibt dies eine Verbreitung von rund 730000 Exemplaren innerhalb eines Menschenalters.
* Was wird a. u s d e n a l t e n K o n s e r v e n b ü ch s e n? .Sie werden auf den „Müll" geworfen, antwortet die Hausfrau, Und in der Tat ist es noch nicht langte her, daß sie dort, ivont Rost verzehrt, ihr Daseiit beschlossen. Aber in den letzten Jahren hat man angefangen, bett Müll zu verbrennen, und dazu mußten die leeren Blechhülsen natürlich ausgeschieden werden. So wurde die Frage ihrer nutzbringenden Verwertung dringender, und man sah sich die Büchsen genauer daraufhin an. Sie bestehen Uns Weißblech, d. h. Eisenblech mit einem dünnen Ueberzug ans !3htit. Die Ausarbeitung der Weißblechabfälle kann nur darin bestehen, daß man beide Metalle von einander trennt. Das ist chemisch betrachtet gar kein schwieriges Problem, aber wie viel komplizierter wird die Aufgabe, wenn sie im Großen gewinnbringend gelöst werden muß. Nach vielen Versuchen und manchen Mißerfolgen hat endlich Dr. Karl Goldschmidt in Essen ein Verfahren erfintben, das sich als technisch brauchbar bewährt intbi eine neue Industrie, die Äeißblechentzinnung begründet hat. Das Verfahren beschreibt Dr. Kurt Dammann in der Naturwissenschaftlichen Rnndschau des Juliheftes von „Westermanns Monats- Keften": Die ans allen Weltteilen einlaufenden Weißblechbüchfen werdem zunächst mit möglichst geringen Kosten gereinigt. Die viel Raum einnehmenden Büchsen werden plattgewalzt und gleichzeitig durchlocht, so daß sie mit Alkalilauge gewaschen werden können. Nachdem auf diese Weife Fette, Lack u. dgl. gelöst find.
wird das zum Löten benutzte Blei durch Erhitzen änsgeschmolzest und dabei die zum Dichten benutzte Kautschukeinlage zerstört^ Die orgaittfchM Stosse find damit vollständig entfernt. Die Büchsen werden jetzt noch zu großen Paketen zusammengepreßlj und sind damit zur Entzinnung vorbereitet. Die Entzinnnn'gi wird durch Chlorgas bewirkt, das mit dem Zinn Chlorzinn, eine rauchende, etwas höher als Wasser siedende Flüssigkeit, bildet, während es das Eisen unangegriffen läßt, vorausgesetzt — und hier liegt der Schwerpunkt des Verfahrens —, daß jede, auch die kleinste Menge Wasser ferngehallen wird. Man packt die Blcch- pakete mit Hilfe eines Kraus in den großen zylindrischen Ent-, zinnungsapparat, der sich vollständig ,luftdicht verschließen läßt, und preßt. ChlorgaS hinein, bis dessen Druck mehrere Atrno-t fphären beträgt. Das Chlor verbindet sich begierig mit denk Zinn, und der Druck des Clorgases im Apparat sinkt so lange/ als noch unverbnltdenes Zinn vorhanden ist. Bleibt der Druck konstant, so ist das ein Zeichen dafür,, daß alles Zinn in Zinna chlorid nrngewandelt ist. Jetzt iuirb dnrch eine Luftpumpe das über) cfj.it ffige Chlor und das Chlorzinn aus dem Apparat bis, aus die letzte Spur herausgesangt und das zurückbleibendc Eisenblech, um geringe Mengen entstmtdenen Eifenchlorids zu entfernen, sorgfältig mit Wasser gewaschen, womit der Prozeß beendet ist. Das Eisenblech wird dann mit andern Alteisenabfälleit als sogenanntes „Schrott" zu Stahl verschmolzen, während das Zinnchlorid größtenteils in die Färberei wandert, um dort , als. unentbehrliches Hilfsmittel bei Herstellnng der farbenprächtigen Seidenstoffe für unsre Damen Verwendung zu, finden. — In Deutschland werden jährlich etwa 75 000 t Weißblechabfälle, und zwar von der Goldschmidtschen Fabrik in Essen allein 50 000 t, verarbeitet, im übrigen Europa etwa 25 000 t und in Nordamerika 6000 t, im ganzen also 160 000 t, aus beiten 3000—3500 t Zinn oder die entsprechende Menge Chlorzinn gewonnen werden, abgesehen von den recht beträchtlichen Eifcnmengen, die bei dec immer schwieriger sich gestaltenden Beschaffung von Erzen der Eisenindustrie sehr willkommen sind.
"-Fortschritt. Neugebackener Gemeinde-Vorsteher, der mit dem Schreiben schlecht fortkonnte: „Na, Alte, jetzl geht's schon besser . . . jsetzt darf mir schon einer znfchau'n und ich schreib doch!"
* Ber schnappt. Junge Frau: „Schämen Sie sich, Lina, Sie haben ja ganz dickgcküßte Lippen!" — Dienstmädchen: „Sie aber auch, gnädige Frau." — Junge Frau: „Ja, ich hab' fte von meinem Manu." —• Dienstmädchen: „Und ich. auch!"
Bachertisch.
— Dr. M. Wilhelm Meyer, Die Welt der Planeten. Herausgegeben vom Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Stuttgart, Franckh'sche Verlaashandlung). Bis zum Beginne der Neuzeit galt die Erde als ruhender Mittelpunkt der Welt. Erst Kopernikus gebührt der Ruhm, die wahre! Natur unseres Heimatsterns und die Art der Bewegungen dep Planeten erkannt zu haben. Kepler fand dann die rechnerischen! Gesetze, nach betten sich diese Umläufe vollziehen; aber erst bet! berühmte Engländer Newton, der Vater der modernen Sternkunde und Physik, fand eine Antwort auf die Frage nach der) Ursache dieser Bewegungen durch seine Lehre von der allgemeinen! Schwerkraft. Obwohl diese wissenschaftlichen Ergebnisse weiten Kreisen vertraut sind, vermögen sich doch nut, wenige Vorzug stellen, daß unsere große Erde ein kleines Glied in einer höheren! Organisation fein solle, in dem - Planetensystem, in dem Welt-, körper, zum Teil noch viel größer als die Erde, Spiclbällcit gleich, mit ihr gemeinschaftlich um die Soutte kreisen. Das Thema ist so interessant und wissenswert, daß der Naturfreund sich darüber gern von einem anerkannt tüchtigen Fachmann belehren lassen wird. Mit den früher erfchienencn Meyerscheit Kosmosbättdenl bildet der vorliegende Band, eine vollständige Himmelskunde/
Skat-Aufgabe.
Q Q
Der Spieler hofft seine Asse und die beiden Zehnen durch- znbringen, wird aber schwarz. — Wie saßen die Karlen und wie wurde gespielt?
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Luit — Schiss — Luftschiff.
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Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brlihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,


