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unter dem Lachen des Publikums rasch wieder fällt. An derartigen Späßen haben die Wiener jener Zeit ihr Vergnügen gefunden!
Vermischte».
* Wie wird das Wetter im Sommer werden? — biefc Frage beschäftigt schon jetzt manchen Reiselustigen, der seine Pläne für die Ferien macht. Wie schön wäre cs, könnten uns bte Meteorologen schon jetzt sagen, in welchen Wochen bte Sonne scheinen und wann es regnen wird. Aber mit der Witterungs- Vorhersage für längere Zeiträume ist es noch ungünstig bestellt. Natürlich kann cs sich, wie Dr. Ernst Kleinschmidt im Maiheft von „Westermanns Monatsheften" hervorhebt, bei solch langfristigen Prognosen nicht um die Vorhersage des Wetters an einzelnen Tagen handeln, sondern nur um den Witterungscharakter längerer Perioden, z. B. der Jahreszeiten. .In den letzten Jahren sind zu früheren einige neue Untersuchungen hinzugekommen, welche die Möglichkeit der Vorausbestimmung des Witterungscharakters für längere Zeit wenigstens in einzelnen Gegenden nähergerückt haben. So konnte z. B. der bekannte schwedische Meteorologe Hildebrandsson feststellen, daß am Nordkap die Temperatur des Sommers ein entgegengesetztes Verhalten zeigt gegenüber der des folgenden Frühlings in Island. In der «Tat muß eine hohe Sommertemperatur über dem arktischen Meer , ein starkes Schmelzen des Eises Hervorrufen: infolgedessen wird der im folgenden Frühjahr in Island ankommende Polarstrom, der etwa drciviertel Jahre früher die Gegend des Nordkaps verließ, größere Mengen von Eis und kaltem Wasser mit sich führen als sonst. Beachtet man, daß nach Pettersson schon eine Temperaturänderung von 2—3 Grad an der Meeresoberfläche zur «Erzeugung erheblicher Menderungen der Lufttemperatur in weiten Gebieten genügt, so erscheint der angegebene Zusammenhang verständlich. Der im März in Island ankommende Polarstrom gelangt erst im folgenden Winter in die Baffinsbai. Dementsprechend hat die Lufttemperatur an der Südwestküste Grönlands int Frühling denselben Charakter wie die an der Nordostküste Islands im März des vorausgegangenen Jahres. Es ist folglich ein leichtes, durch Beobachtung der Temperaturverhältnisse im Frühjahr zu Island die mutmaßlichen Wärmeverhältnisse an der Südwestküste Grönlands um ein ganzes Jahr vorher zu bestimmen. In ähnlicher Weise läßt sich ein Zusammenhang seststellen zwischen der Temperatur des am Ende des Winters an Island vorbei nach der Nordsee fließenden Polarstroms und der Witterung in Mitteleuropa: ist der Polarstrom kalt, so entwickelt sich über ihm ein Gebiet hohen Luftdrucks, das seinerseits nordwestliche Winde und damit die Zufuhr kalter Luft nach Mitteleuropa bewirkt. Ist also im Spätwinter der Polarstrom bei Island kalt, so haben wir ein ebensolches Frühjahr zu erwarten. Für die Lufttemperatur der baltischen Länder im Sommer konnte Hildebrandsson nachweisen, daß sie stets der vorausgegangenen Wintertemperatur zu Thorshavn (auf den Färöer) entspricht. Wir dürfen hoffen, daß es mit Hilfe weiterer derartiger Forschungen gelingen «tottb, für immer größere Gebiete ähnliche Gesetzmäßigkeiten aufzudecken. Dabei kann es sich aber intmer nur um die Vorhersage des Witterungscharakters für größere Zeiträume handeln: das Wetter eines bestimmten Tages in unfern Breiten auch nur auf Wochen vorherzusehen, wird auf diesem Wege wohl nie gelingen, wahrscheinlich auch auf keinem andern.
* Ein Idyll aus der Vogel ivelt wird aus dem westfälischen GrenHdorfe Eschenbach, Post Nephten, berichtet. Ein Söhnchen des dortigen Einwohners Karl Elina fand im Herbst des Jahres 1908 im Walde ein Buchfink Weibchen, das nicht weiter konnte, weil ihm durch einen Schuß aus einer Flobertbüchse ein Flügel gebrochen war. Der Junge nahm den Vogel mit nach Hause und versah den lahmen Flügel mit einer selbstgefertigten Schiene. Die Wunde heilte ziemlich rasch. Im Frühling 1909 wurde der Buchfink wieder in Freiheit gesetzt. Vor einigen Menden pickte es plötzlich von draußen heftig aus Fenster, und der kleine Vogelfreund sah seinen Buchfink davor sitzen. Das Fenster wurde sofort geöffnet und hereinspazierte stolz das Buchfink-Weibchen vom Jahre 1908. Der Buchfink — der sicherlich den Winter mit seinen Genossen fern im Süden Zugebracht hat — hüpfte sofort ganz zahm wie früher in alle Ecken, an alle Plätzchen, wo er früher geweilt, setzte sich auf seinen alten, vor Jähr und Dag innegehabten Platz auf einer Stange über dem Ofen, kurzum, «benahm sich, als wollte er sagen: Jetzt bin ich gottseidauk nach den vielen Reisestrapazen wieder zu Hause.
* Die „gesellschaftliche Stellung" des Schoßhundes. Von der unsinnigen Liebe, die die Gesellschaftsdame ihrem Schoßhunde entgegeubringt, und von der oft wunderlichen Fürsorge, mit der der Liebling umgeben wird, erzählt eine englische Wochenschrift. „Der moderne Schoßhund soll so klein als
möglich sein; es scheint fast, als ob die den Lieblingen dargebrachte Zärtlichkeit in dem Maße wächst, als die Körperverhältnisse des Hündchens abnehmen. Je kleiner er ist, je kostbarer wird er und je größer ist der Stolz der Besitzerin. Es gibt keine größere Beleidigung, als den Schoßhund einer Modedame so zu betrachten, als ob er nur ein Tier wäre. Wie die Französinnen zur Zeit des Sonnenkönigs ihre Puppen zu Menschen machten, die ausfuhren, Besuche abstatteten, Gesellschaften gaben und nur bei den ersten Schneiderinnen arbeiten ließen, so genießt heute das Schoßhündchen alle Bequemlichkeiten eines gütergesegneten Menschenkindes. Viele englische Damen setzen sich mit ihrem Schoßhündchen zu Tisch, das kleine gebrechliche Hündchen hat seinen besonderen Stuhl, sein besonderes Porzellan, und er ißt, was seine gütige Herrin ißt. Eine in der «Londoner Gesellschaft sehr bekannte Dame geht in ihrer liebevollen Sorgfalt so weit, daß sie stets eine kleine Flasche Apollinaris bei ihren Ausgängen bei sich trägt, für den Fall, daß ihr Hündchen Durst bekommen sollte. Es ist bezeichnend für den Umfang, den dieser Hundeknlt Stonnen hat, daß eine verarmte englische Aristokratin in London dadurch ihren Lebensunterhalt gewinnt, daß sie die Hunde bekannter Damen in den Vormittagsstunden pflegt und spazieren führt. Hier wird das Hündchen gebadet und massiert, ihm werden die Locken gebrannt und es wird parfümiert; -täglich muß die Garderobe besichtigt werden, denn der moderne Schoßhund hat natürlich auch eine reiche Aitswahl von „Toiletten". Er hat seinen Straßeitanzug, sein Hausröckchen, sein Gesellschaftskleid und seine Autkleidung. Sogar Autbrillen sind nicht vergessen, «auf daß die Augen des zarten Lieblings beim Fahren nicht der Unbill der Witterung ausgesetzt sind. Bei feuchtem, nassem Wetter legt der moderne Schoßhund natürlich Schuhe an; die sind aus zartem, weichem Leder gefertigt und genau nach dem Fuße des Hundes gearbeitet. Selbswerständlich wechselt der vierbeinige Liebling seiner Herrin auch täglich die Wäsche; allmorgendlich wird ihm ein neues Halsband umgelegt, und daß die Farbe dieses Halsbandes auf den gesellschaftlichen Anlaß abgestimmt ist, bleibt außer Frage. Um 1 Uhr trägt „Herr Fido" das rosige Bändchen zum Besuche der Herrin in ihrem Ankleideraum; für das „Boudoir" wird ihm ein blaues oder heliotropfarbiges Bändchen umgebunden, wenn die Familie trauert, trauert „Herr Fido" mittels eines schwarzen Florbändchens mit. Wenn er ausgcht, trägt er ein Kleidchen aus demselben Stoffe wie das seiner Herrin. Einige Damen haben für ihre Hunde sogar Besuchskarten drucken lassen, die bei jedem Besuche mit abgegeben werden, und eine bekannte Londoner Schönheit erklärt selbstbewußt!!), daß sie jede Einladung schlankweg ablehnt, in der nicht „Mlle. Juliette", ihr Schoßhündchen, eigens mit aufgefordert wird . . ."
* Verfehltes Kompliment. „Alle meine Bekannten versichern mir, daß mich der Aufenthalt an der Riviera sehr zu meinem Vorteil verändert hat." — „Aber bitte, gnädiges Fräulein, Sie können sich überhaupt nur zu Ihrem Vorteil verändern."
* Treffend. „Ich möchte einmal ein sehr hübsches Mädchen heiraten, das aber nicht weiß, daß es schön ist!" — „DaS arme Wurm!" — „Wieso denn?" — „Na, weil sie dazu blind und taub sein müßte."
Rösselsprung.
Auflösung in nächster Nummer.
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Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Ein eigenes Auge ist besser als zwei fremde.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße«.


