Ausgabe 
23.4.1910
 
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-.weiter Akt damit schließt, daß der Komiker nach einem kleinen Abenteuer, das er am Tage gehabt und das er dein Publikum erzählt, sein Lager aussucht. Immer noch plau­dernd und mit einem heiteren Lächeln auf den Lippen legt er ein Kleidungsstück nach dem anderen ab und geht zuletz« . . »x in Unterhosen zu Bette. Er zündet das Lämpchen au, das

Dar Niedrig-Uomlsche aus der Vühne.) neben ihm aus dem Nachttische steht, zieht die Schlafmutze Von Wilhelm Rullmann. über die Ohren, und während er noch den Namen des

Worauf beruht die komische Wirkung auf der Bühne? 1 ^^A^°eu?'hatt? fällt lang sau? der Vorhang. Man Auf denselben Gesetzen werden manche meinen auf das Abenteuer narre, s u ai ni2t ^cht, bis

denen die Wirkung des Komischen überhaupt beimht. Das man llattck,t Beifalld d O l )

ist aber nicht richtig. Es ist eine Tatsache, daß die komische ^ Vorhang stch wieder £«» £ ^^Anen, aber man

Wirkimg, die von Darstellungen auf der Buhne ausgeht, I - . Sckolz liegt noch im Bett, er hat sich etwas

sehr oft ganz anderen Quellen entspringt als die Heiter- ^^ZLe^ und ist dami beschäftigt, eineu Flol/einzu- keit, die ein guter Witz am Biertisch erregt, oder das Er- ausgerichtet und ,r o ^ schrt hat. Sein Menen- götzen, mit dem wir ein Werk von Reuter oder Rosegger l g bie $*gb erfolgreich war, bei dem Scheine

**. M»M »m, d-m, »I.JfMW wi-N und d«--mp->-ns KAlch^And und

was in der Wirklichkeit gar nicht wirken oder vielmehr , ß schließend wieder im Bette aus. Schallendes Ge­nus einen abstoßenden Eindruck inachen würde erzählt uns I 9 Beifallklatschen, das so lauge andauert, daß der

Floegel in seiner Geschichte der komischen Literatur: Der | -.Mimals beben muß Nun hat sich Scholz

Engländer Moore gesteht, daß er vom italienischen Theater Vorhang ^"^^ichstt und mit Donnerstimme ruft er

*) Aus dem soeben im Verlage von Egon Neischel u. Comp. [ nent^gai^Ea ^uh^)ab'il??^M>rau/ der Vorhang in Berlin erschienenen Buche überWitz und Humor". denn heut gar ta muy yuu

Münzen gehören der älteren Periode keltischer Prägung, welche etwa 400 v. Ehr. beginnt, an, als man versuchte, die mazedonisch- griechischen Vorbilder nachzuahmen, zuerst die schönen Münzen des Königs Philipp von Mazedonien (359336 v. Chr.): dann verfertigten die Kelten auch Münzen nach ihrem nationalen Emp­finden, und dies sollen, wie festgestellt ist, die sogenannten Regen- bogenschüsselchen sein. Der zur kaukasischen Rasse gehörige Zweig der Kelten oder Gallier, die alten Bewohner von Norditalien, Frankreich und England, sind von den Römern, und später von den Germanen, verdrängt worden und haben sich mit anderen

Römern, Litauern, Slawen, Persern und Indern stammen die | zu lachen anfrng. . . rrf.n+ol.

Kelten von dem germanischen Urvolk ab, dessen Urheimat un- 1 Zu der Tat spielt das Niedrig-Komische im Theater bekannt ist. Früher nahm man an, dieselbe sei in Mittelasien zu I e|ne ltDCg größere Rolle, als int Leben. Wenn ein. JJctmn suchen, während man gegenwärtig auf Grund der prähistorisch- I - bn. Straße stolpert und fällt, so lachen nur sehr rohe archäologischen, d.h. vorgeschichtlich-altertumskundigen Forschungen, smeben- brinat eine Posse eine derartige Situation, so sie in das mittlere und untere Donaugebiet verlegt Bereits beim bas Lacken nicht bloß auf die Galerien beschränkt.Der Beginn des zweiten Jahrhunoerts v. Ehr. wohnte der Stamm stt da» Oach cy h. ! seiner Abhandlung über

der Germanen zwischen Elbe und Oder bis zur Ostsee, und etwa Hanswurst - fegt » m ^er Anyanoiu^g seit dem dritten Jahrhundert v. Chr. finden wir den, den Ger- das Erhabene und das Komische. rergögt "as tzumirum manen, und zwar dem Frankenstamme, angehörigen Zweig der I durch eine derartige Komik, aber zu diesem Publikum ge Chatten, die gleich den Friesen ihre ersten Wohnsitze in Germanien, I gijren wir |djte, denn es bilde sich Niemand em, dem Gin- nnd deshalb auch die Sitten und Gebräuche von damals un- bntcf be§ Medrig-Komischen ganz entwachsen zu sern. verändert beibehalten haben, in dem heutigen hessischen Berg- -x,as Motiv darf nie in den versteckteren Fäden menschlicher und Hügellande, in demmalerischen Hessen". Jahrhundertelang Nortzöltniske lieaen sondern nur, wenn es Ohrfeigen und hatten die Kelten durch ihre Kultur über die germanischen Stämme ^ryai 01 » ' ' . d t ftreufce."

geherrscht; nun folgte der Einfluß der Römer, die, wenn nicht Prügel regnet, ist es eine reajie tyumv

Varus, zu streng, hochfahrend und eitel, den vollen Haß der I Vom Komiker zum Hanswurst ist bekanntlich gar ost

Deutschen auf sich gezogen hätte, durch ihre nach Deutschland nur ein Schritt. Wenn wir sehen, Ime jemand (td) einen

gebrachte römische Kultur die Deutschen besiegt haben würden, »loh fängt, so kommt uns das sehr wemg komisch vor.

Als einflußreichstes Glied des Frankenbundes halfen die Chatten, S ' ^ders auf der Bühne. Neben Nestroy war bekannt--

die älteste germanische Bevölkerung von Hessen, die römische Welt- I .... her beliebteste Kvniiker des Wiener Karl-

Herrschaft stürzen und behielten auch in den gewaltigen Bewegungen 7 Er durfte sich alles erlauben und die Heiterkeit

der Völkerwanderung ihre Wohnsitze mne. Dagegen besteht kerne rhearers. ou 1 > Seitensprüngen.

Sicherheit darüber, wann die Germanen die Kelten verdrängt des Publikums foigre iyrn au, 0 autmütig-

haben auch sind durchaus sichere Spuren einer dauernden An- Eines Abends spielte ^cho/z tzie moue eines guiniuiig

Wesenheit der Kelten nicht nachweisbar. Doch sind viele Forscher beschränkten Wiener Vorstadt-Philisters in einer Poste, deren

der Meinung, daß die meisten und sichersten Zeichen eines Auf- ' 1,11 rfl einem

enthaltes der Kelten in Hessen auf die Oh m g eg end (Mar- dorst hindeuten. Wenn nun auch behauptet wird, die Schwalmer seien ein Rest keltischer Bevölkerung, so muß dem entgegengehaltcn werden, daß gerade der Schwalmer ein echter Chatte ist.

entnähme diese Steine heiligen Quellen und Brunnen. Weil I sehr niedrig gedacht und geglaubt habe, es werden einem sie Feuer enthalten, dessen Funken durch Stahl entlockt wurden, I Manne von Geschmack diese Possen nicht einmal ein Lächeln galten dieselben für Attribute des Heilgottes Donar, welcher das | abgewinnen, indem sie nur für den niedrigsten Pöbel gut Himmelsfeuer, den Blitz, sandte. Andererseits brachte man der I Mit diesen Gesinnungen so erzählt Floegel weiter Frau Holle, welcher alle Brunnen und Teiche gehörten, eine Münze habe er den Herzog von Hamilton in die Komödie zu als Trankopfer dar, wie die vielen Funde aus diesen bewiesen. m healeitet Die Bauvtverson im Lustspiel, das da fiÄsteÄ« » «« ?LchÄ«st° CS tofSta«) bie sich

kichern, und das erscheint dann um so glaubwürdiger, je größer I an dieser possenhaften Darstellung eines Naturfehlers er- oie Anzahl und je nachdem die Lagerung der gefundenen Münzen I gbtzte, nur verachten und gaben dies durch eine bedeutende in Töpfen und bergl. ist. Unser schönes Ohmtal, in dessen I Ernsthaftigkeit ihres Gesichtes zu erkennen. Der Stot- Mittelpunkt ungefähr die stolze Amöneburg thront, ist in der | tCTnbc lvaT atzen zu dem gichtigsten Punkte einer längeren angenehmen Lage, einenGoldberg" und einen »Goldborn" em Erzählung gekommen, worin er einem ungeduldigen Zu- eigen nennen zu dürfen. Beide liegen südlich von Amöneburg f h rftp hro verborgen sei, als er

bei dem durch die große Fruchtbarkeit seiner Fluren ausgezeichneten | Hörer sichten w , I 1 tziz si-tzen Silben Orte Mardorf, too man, außer Münzen neueren Datums, unglücklicherweise über em

200 alte Goldmünzen aus Elektron, vier Teile Gold und em stolperte. Er versuchte es nachmals und abermals und Teil Silber enthaltend, die sogenannten Regenbogenfchüsselchen I immer vergebens, über dieses Wort hmwegzukommen. tmo oder Iriden, welche merkwürdigen Münzen gerade in Hessen am I sich schien es bis zu Krämpfen zu kommen, er sperrte den meisten verbreitet sind, gefunden hat, und über deren Herkunft I Mund auf, zitterte, würgte, das Gesicht schwoll auf, es die beiden angeführten Gründe maßgebend gemacht werden. Diese 1 toai. a[§ roenn bfe klugen zum Kopse herausspringen woll- Münzen gehören der älteren Periode keltischer Prägung, welche I . ' ^arleEin knöpft ihm die Weste, den Halskragen des

t k, - ^amdes auf, fächelt ihm mit der Mütze Luft zu und hast

ihm etwas zu riechen vor die Nase. Da alles vergeblich ist und zu befürchten steht, der Arme möchte den Geist aufgeben, ehe die erwartete Nachricht zu Ende gebracht ist, rennt er in einem Anfalle von Verzweiflung dem Stot­ternden mit dem Kopfe wider den Leib: und stehe da, das Wort fliegt nun so laut aus seinem Münde, daß man in dem entferntesten Teile des Hauses hören konnte^ Die beiden Engländer brachen jetzt in ein so starkes und