du" sagen, dann sind sie aus einmal zugeknöpft bis a'tl den Hals. ' .. _ .

Wie das Kettchen nur je hatte glauben können, daß der Walentin durch die Fürsprache des von Doleschal die Wirt-i schäft gekriegt hätte!

Der von Doleschal haha, das war gerade der Richtige! Bräuer lachte bitter. Selbst der eigne Inspektor möchte den! ja nicht leiden das heißt, gesagt hatte der Hoppe kern! Wort gegen seinen Prinzipal, das zu behaupten ivare eine Lüge gewesen, aber man hatte es ihm' doch a'ngemerkt: warnp war ihm noch nicht geworden auf Deutschau!

Bräuer und Hoppe hätten sich im Ansiedlungskrug ge­troffen. Der Ansiedler hatte ein Schnäpschen dort herunter-, gegossen, gerade als der Inspektor eingetreten war Ge-, sehen hatten sie sich wohl früher fchon, aber nun kamen! sie zum ersten Mal ins Gespräch. Sie vertieften sich ganz, denn da war vieles, in dem! sie gleicher Ansicht waren.

Die junge Wirtin saß derweilen in einem! Eckchen und schien über einer Häkelarbeit zu druseln; aber sie schlief nicht, unter ihren halb geschlossenen Lidern flog ab und zu ein schneller, schlau-neugieriger Blick zju den beiden deutsches ^"^Die sthalten wacker auf die hiesigen Verhältnisse. War's nicht eine Schande, daß der Polack sich so duckte? Waren die Herren nicht von altersher an die Kriecherei von Sklaven gewöhnt, so hätte der freie Mann jetzt eine bessere Existenz

Da sollten Sie mal bei uns kommen, am Rhein! Da is et doch ganz wat anders," prahlte der Rheinländer^ en ander Werk als hier in der lausigen Ostmark!"

Trüb nickte der Posener: nur Herren und Knechte gab's! hier, darin hatte der Herr Ansiedler wohl ganz recht. Abep nein, aus die Provinz selber durfte er nichts sagen, has Land war gut. ach, das Land war ja so dankbar! Hatte man je so schöne Felder gesehen wie die von Przh-i

Und mit Augen, die von Liebe leuchteten, erzählte der! alte Inspektor von dem Weizen, den er dort geerntet, von dem Hafer, der so tief die schweren Fahnen geneigt hatte, von der Roggenstoppel, dicht wie eine Bürste, und von den Rüben.Solche Stücken!" Er zeigte mit beiden Händen einen Umfang, dick wie ein Kinderkopf.

Ich hab' ihrer in mei'm Land noch kein' solche gesehen!" sagte der Ansiedler trübe. ,

Das wollte Hoppe wohl glauben. Betriebskapital, ja1, das gehörte dazu, und dazu nicht nur ein kleines, Und dann Kenntnis der Bodenbedingungen, genaue Kenntnis der hie-, sigen wirtschaftlichen Verhältnisse. Er freilich war geboren hier in der Provinz und immer hier gewesen, er wußte ganz genau, was der Boden verlangte!

So, hm!" Der Ansiedler sah ihn zweifelnd an.lut doch, Herr Inspektor nix für ungut un doch haben Sie et grab nit zu wat Extra'm gebracht, wie ich mir hab,' erzählen lassen!" - .

Des alten Mannes Gesicht, das eben noch von einem! fast zärtlichen Lächeln erhellt gewesen war, wurde schnell finster. Er fuhr sich über die Stirn, die durchfurcht war wie gepflügtes Ackerfeld.

Was lag nicht am Boden," sägte er rauh,das lag an ganz was andrem. Hören Sie mal" mit einer hastigen Bewegung legte er Bräuer die Hand schwer auf die Schulter! und sah ihn fast beschwörend anmachen Sie, daß Sie hier wegkommen! Sie bringen es hier auch zu nichts! Sehen Sie zu, daß Sie Ihre Stelle wieder los werden! Sie sind ja noch jung genug, auch noch kräftig genügt fangen Sie lieber in Ihrer Heimat wieder von vorne an !"

Den Kuckuck werd' ich tun! Herr, Sie sind Wohl geä?"- schrie grob der Rheinländer und schlug aus den Tisch, daß die Gläser tanzten und Stasia, in ihrer Ecke auffahrend, die Ohren spitzte.Darum' bin ich ja extra hierhin ge-i kommen, um in kürzerer Zeit wat vor mich zu bringen. Wenn ich bat hab', dann werd' ich schon wieder gehn. Meinen' ©e," i er lachte aufich möcht' mein Leben zu End' führen hier in Ihrer Provinz? No, so dumm bin ich doch nit!" i

So denken sie alle!" Traurig nickte der alte Mann, Das Land ausnutzen und dann in die Städte ziehen y so denken ja die Polen selber!"

Och, gehen Se mir weg mit Ihren Poläcken!" Gering-, schätzig zuckte Bräuer die Schultern,

(Fortsetzung folgt.)

seit vielen hundert Jahren, und viele Hunderte ivareit dort schon hingewallfahrtet; ein Blitz war einst nieder­gefahren und hatte die wundertätige MUttergottesfibM überm Altar geschwärzt, aber verbrennen hätte er sie nicht können. Und unter der Kapelle, grade unter den Fußen der heiligen Mutter, entsprang eine Quelle, und wer kraule Augen hatte oder blind war und wusch mit diesem Wasser die Augen, der Ward sehend'. _ u

Die junge Frau versprach sich ein besonderes Fest von diesem Gang zum Ablaß. Sie forderte Pan Szule auf, auch hinzugeheu: sie würden sich dann dort treffen, und hernach würden sie tanzen! ,

Auch Frau Kettchen hegte die Absicht, zum Maß zu pilgern. Nun waren sie schon über ein und em halbes ^ayr hier im Land, und sie hatte noch immer ihr Gelöbnis einer Wallfahrt nicht erfüllt.

Aber nun wär es an der Zeit. Gefiel es ihr denn nicht schon besser hier? Ich ja wenigstens meinte das der Herr Vikar. Hatte sie nicht alle Ursache, zufrieden zu sein? Einen guten Mann, gute Kinder der Herr Vikar lobte das Settchen, das nun zu ihm in den Vorbereitungsunter­richt ging, sehr und war die Schwiegertochter nicht auch ganz nach Wunsch?! Ja, ja, das schon, aber. . . Frau Kettchen sprach vor sich selber den Satz nicht zu Ende. Sie hätte es ja auch eigentlich nicht in Worte fassen können, was ihr nicht gefiel; es war eine Gedankensünde, ine durfte sie nur in der Beichte flüsternd ahnen lassen. Aber der Priester stärkte sie durch sein mahnendes und zugleich trösten­des Wort, und sie wurde stark genug, den Argwohn, der sie beschleichen wollte, wenn sie Valentins trüben Blick sah, von sich zu weisen täte sie denn damit nicht der freundlichen Schwiegertochter bitteres Unrecht? Und Unrecht würde es auch fein, darüber zu klagen, daß das Settchen den heiligen Religionsunterricht empfing zusammen mit den polnischen Kindern. Es war ja wirklich ganz gleich, ob man die Gebote Gottes gus dein Katechismus auf polnisch hörte oder auf deutsch. Gottes Gebote bleiben immer die­selben, darin mußte sie dem Herrn Vikar auch wieder recht geben. Und daß das Settchen jetzt gut genug1 polnisch verstand, war ja auch wahr; man konnte es von dem Herrn Vikar, der ohnehin so unendlich viel zu beschicken, hatte, wirklich' nicht verlangen, daß er um eines einzigen Kindes willen den ganzen selben Unterricht auch noch ein- vtal auf deutsch wiederholte.

Das alles sah Fran Kettchen ein, und daß sie nicht alles und jedes ihrem' Mann zutragen durste, das war ihr nun auch klar geworden. Herzenssachen und Kinder- erziehung, das sind Angelegenheiten, die die Fran am' besten versteht hatte so nicht der Herr Vikar zu ihr gesprochen, als sie in die Propstei gegangen war, sich Rat zu holen? Es war ihre Pflicht, immer zum guten zu wirken; darum durfte sie auch beileibe nichts verlauten lassen, daß das Settchen jetzt betete:Ojcz-e nasz ktorys test w niemesiech!" anstatt:Unser Vater, der du bist jm Himmel!"

Aengstlich Wachte sie darüber, daß ihrem' Peter nichts hiervon zu Ohren kam'. Aber etwas Unruhiges kam dafür in ihre Seele und etwas Scheues in ihr Auge, das, früher so licht und offen, jetzt den Blick des Mannes mied.

Peter Bräuer empfand das veränderte Wesen seiner S^raü wohl, aber er hatte nicht Zeit, darüber nachzudenken, er hatte der Sorgen jetzt so viele. Es waren der Sorgen Noch immer nicht weniger geworden als im Anfang, im Gegenteil, es mürben ihrer immer mehr und mehr, und Wenn er ganz aufrichtig gegen sich sein wollte, mußte er sich's eingestehen, daß es ihn schon längst reute, Sie rheinische Heimat perlassen zu haben. War's nicht ein Uebermut gewesen? Ja, ja! Mer gerade deshalb nun: Zähne aufeinander und sich durchgebissen! Mit wahrer Wut warf sich der Mann ans die Uckerbestellnng. Er kaufte neues Saatgetreide '; Herrgott, war das teuer! Das vom Niemezheer bezogene -mißte nichts getaugt haben, sonst wäre die vorjährige Ernte besser gewesen ncktürlich, was liegt den großen Herren daran, ob ber kleine Besitzer zuschanben geht?! Wenn bie nur Geld in ihren Säckel kriegten und wie die Fürsten auf ihren Gütern sitzen konnten, attes andere war denen egal!

Der Ansiedler warf einen rechtschaffenen Haß äuf den! Großgrundbesitz. Da sind sie erst immer so herablassend', die vornehmen Herren, tun wie aufbu Und du", und wenn man's rglaubiv und wenn man denkt, man kann