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yttfototBert tfn; kenn die Rosel, die sonst immÄ lachte iinb ein lustiges Lied sang, war heute so still und stumm und hatte dis Sagen voll Tränen. Und zuletzt legte sie gar den kleinen blonden opf ans den breiten Rücken der Schecke und kniff sie mit den Fingern in das lose Nackenfell und schluchzte:Solch ein gutes, Siebes Tierdl! Ach, Schecke, solch ein lieb's, dummes Tier d l!

Zur Mutter aber sagte die Rosel denselben Abend:Daß Ihr's nur wißt, Mutterle, den Richter-Ignaz nehm' ich nit!"

Me Hüblern fuhr vom Stuhle auf und hob die Hand/ pls ob sie zuschlagen wollte, besairn sich aber und sagte kurz:,So, das wär' mir ja ganA was neues! Du Hash überhaupt nix zu woll'n, Lammwirtin wirst, und damit basta!"

Ms die Rosel nur mit einem einzigen Wörtlein widersprach, Würde das Gesicht der Hüblern wie versteinert vor Gram; müde |mt> eintönig sagte sie:Willst mir etwa noch mehr Kummeü wachen, du? Wo ich mir wegen dem toten Seppele schier kern' Rat mehr weiß und kein' Ruh nit find' in meiner Not!"

Ta wagte die Rosel kein Wort mehr zu sagen.

Allmählich wurde die Hüblern ruhiger in ihrem Gemüt und stähm sich auch wieder der Arbeit mehr an. .Ter Förster hatte ihr einmal vorgeschlagen, für die Holzknechte in den benachbarten; Schlägen das Esfen zu kochen. Viel Profit brachte es zwar nicht Sin, aber mit der Zeit kamen ihrer immer mehr, manchmal wohl reißig Stück, und Frau Rosel kochte recht und schlecht und wachte sie alle miteinander satt. Ansangs haben sie wohl ge­glaubt, sie könnten den Herrn spielen und der Frau eins ans- mimpfen, weil sie doch nur eine arme, schutzlose Wittib war. Aber sie ließ sich nichts gefallen. Wie ein Teufel ist sie manchmal {wischen die ganze Bande hineingefahren und hat gewettert luie em Teufel seine Großmutter. Schwer genug ists ihr wohl ge­worden, aber 's hat halt müssen so sein! Und nachher sind die groben Holzknechte fein still geworden und haben einen Heiden-, fcespekt vor dem armen Weibe gehabt.

Not gab's nun keine mehr in der Hüblerbaude außer der- stilleri, die in Rosels Herzen saß. Denn die Hochzeit stand vor per Türe, und je ungestümer der Freier drängte, desto scheuer und trotziger wurde das Mädel. Sie hat auch ihren Stolz und will dem Lammwirt nicht so arm und bloß ins Haus kommen, hat |te gesagt. Erst muß sie die Aussteuer beisammen haben.. Und bat gearbeitet und gespart für drei, bis sie zuletzt ganz blaß und ichmal geworden ist; ob von dem vielen Schaffen, ob von den! Ärmlichen Tränen, die sie bei ihrer schweigsamen Freundin, der Schecke, weinte. Den Toni konnte sie halt nicht vergessen seit jener Nacht, wo er zu ihr gesprochen, zornig wie ein rechter Mann imd doch wieder gut und mild wie ein Beichtiger., Aber die Mutter blieb hart und wollte von dent Grenzjäger nichts hören, Zöllner und Sünder sitzen eben nicht gern an demselben Tische prisammen, beim den Sünder plagt das böse Gewissen. Zudem, her Toni ist ein armer Mensch und der Lammwirt ein reicher Und angesehener. Und er hat der Hüblern versprochen: sobald die Rosel sein Weib geworden, geht er zum Landrat, den er gut kennt, und erwirbt ihr die Konzession. Dann kommen die Frem­den, und die Hüblern hat einen schönen Verdienst und brauchst keine Sorge und keinen Kummer mehr auszustehen.

So standen die Dinge, als die Heuernte in vollem Gange lvar. Rosel war ein Paar Tage daheimgeblieben, um beim Heu mit» tzuhelsen, denn die Mutter schasste es nicht allein, und die Kinder! waren in der Schule. >

Das war ein Segen Heuer, wie mans lange nicht erlebt hatte. Die Scheune war schon voll, und immer neue Fuhren schleppte! der Hüblerbub aus seiner Karre herbei. Mit hochrotem Angesicht stand die Rosel aus der Tenne und schob geschickt mit der breiten Kabel das stark duftende Heu hinauf, immer höher, schier bis chtters Dach.

Es war ganz finster drinnen, nur unter dem Deckbalken hing hie Laterne und leuchtete grab auf der Rosel ihr blondes Haast 'und das erhitzte junge Gesichtel.

Ihr war aber nicht vergnüglich zu Mut, und all der liebe Swttessegen freute sie kaum. Immerzu mußte sie daran denken, zu Michaeli ihre Hochzeit fein sollte, denn der Ignaz mochte sticht länger warten, und alles Sträuben half nichts.

Davon war ihr das Herz so schwer ivie Blei und voll böser Ahnungen. Aber auch auf den Toni war sie zornig; der tat gerade, tzls hinge ihm der ganze Himmel voll Geigen, und als sei gar kein Lammwirt vorhanden, und er brauche bloß zuzugreisen und sich das Glück herunterzulangen.

So weit war sie in ihrem Simulieren gekommen, als just Derjenige, an den sie in Trotz und Zorn und Liebe dachte, des Weges daherkam. Sie tat aber, als sähe sie ihn nicht, und der Toni, der seinen Reviergang machte, blieb stehen und sah der! Rosel zu.

Herrgott, ist das ein Mädel! Wie die schaffen kann! Ordent­lich eine Lust ist's, ihr zuznsehen. Wahrhaftig, was das Mädel ansaßt, das gelingt ihr. Wenn sie nur nickst so stolz und trotzig gewesen wäre! Drunten in Tannwalde sagten sie, der Hochmuts­teufel sei ihr zu Kopf gestiegen, weil sie den Lammwirt heiraten solle. Aber er glanbts nicht, er, der Toni. Er stand und besann M M ein lustiges Mörtl, das ex hex fleißig Schaffenden zurufen

wollte. Da wandte sich die Rosel halb' stach ihüt um, stieß die Gabel mit aller Macht in den Heuhaufen hinein und rief ihm über die Schulter zu:Bist wohl auf der Suche nach dem Glück, Grenzern Toni, he? Hast auch dein Spürhund nit vergessen?"

Das spöttische Wort erboste ihn über die Maßen; heftig stütz spitzig gab er zurück:So ein feines Wild spür' ich wohl doch nimmer auf, wie dazumal bei den Heidsteinen! Besinnst dich noch, Hübler-Rosel?"

Gerade in dem Augenblick trat die Hüblerst unter die Haus­tür, tat, als sähe sie den Toni gar nicht und rief gegen die! Scheunentür hin:Schnell, Rosel, komm' zum Vesperbrot!" Siy blieb stehen und wartete, daß er fortgehen solle. Zornig faßU der Toni seine Flinte und ging seitlich seinen Weg weiter.

Tie Rosel hätte lachen und weinen mögen zugleich; fie tat aber nichts dergleichen, sondern steckte hastig ihr blonden Zöpfe! um den Kopf, die ihr bei der Arbeit heruntergefallen waren, nutz als die Mutter noch einmal rief und dringlicher, kam sie schnell! ins Haus gelaufen, nicht ohne einen verstohlenen Blick nach den Waldecke, wo eben der Toni mit feinem blinkenden Stutzen ver­schwand. Ganz verstört war sie von dem unvermuteten Wieder­sehen, saß in tiefen Gedanken und nahm kaum einen Schluck Kaffee, Und das gute Brot zerbröckelte sie, ohne zu essen, in ihrer Hand.

Tie Mutter stand am Ofen und spülte Geschirr,

Wenn ich erst die Konzession hab'," begann sie gerade- denn das war jetzt immer ihr drittes Wort; sie kam aber nicht weiter', hob das Gesicht aufmerkend gegen die Tür und sagte!- 's riecht so brenzlich, Rosel, hast auch die Latern'". . . .

Herrjesus, an die brennende Laterne hatte Rosel in der Me unbi Aufregung nicht gedacht, die hing noch unter dem! Balken. Wie der Wind war sie draußen. Heiliger Gott, da war's ja, das Unglück, das ihr wie eine Last den ganzen Morgen auf der Seele gelegen hatte! Rauch und züngelnde Flammest schlugen aus dem offenen Tor des Heuschobers. Ein einziger, gellender Aufschrei jagte die Hüblern aus der Stube. Ta stand nun das arme Weib, starr wie eine Säule, und schaute in Flammgn und rührte keine Hand, als wäre sie vom, Schlage gelähmt. Der beherzte Hüterbub' rannte gleich nach Wasser, nutz Rosel schleuderte einen Eimer voll nach dem andern in das Flammenmeer, das mit jedem Atemzuge größer ward. Aber was halfen die paar Eimer Wasser, was halfen die vier schwaches Hände gegen das unsinnig tobende Element! Boll bis unters Dach war die Scheune und das Heu diirr und gut getrocknet, Minuten nur und schon züngelte ein winziges Flämmchen auf dem Dach, eins und iwch eins, und zwanzig auf einmal stutz lohten gegen den blauen Soinmerhimmel empor. Und kein Mensch weit und breit; die Holzknechte weit verstreut in ihren Schlägen, und die nächste Baude eine halbe Stunde zu laufen. Und die! Feuerspritze? Guter Gott, bis man nach Tannwalde hin unten- kam und die heraufholte, war ein Dutzend und mehr solcheU Holzbanden längst zu Asche verbrannt. Nein, da gab's feine! Hilfe! Mr Rosel wär das alles in wenigen Sekunden klar! geworden. Sie ließ ab von der nutzlosen Löscharbeit und schaute! sich nach der Mutter um. Die hockte wie tot, in sich zusaminen- ge)unten, auf dem Bruunentrog.

Bleibt hier, Mutter," stieß das Mädel atemlos hervor- ich werd' chchon retten, was ich retten kann!" Ein einziges Glück, daß die Kühe draußen waren und die zwei Ziegen! Weithin am Wäldrande grasten sie; aber sie witterten schon die Gefahr stutz wurden mrruhig; der Hüterbub' mußte hinüber und fiel weiter hineintreiben in den Wald, daß sie das Feuer, nicht sahen und den schwarzen Rauch, der die ganze Wiese er stillte., lUud die Mosel reititt ins Haus und Bringt alles herauf geschleppt, was ihre jungen, starken Arme nur tragen können., Tor Mutter Wandkastl, das kostbarste, Stück, worin die Papiertz liegen und die geringen Ersparnisse, die Betten und das Leinen- zeug, und was sonst noch zu retten ist. Schier übermenschlich arbeitet sie und gönnt sich keine Sekunde Ruh' und ist umsichtig und flink für drei. Jetzt noch hinauf in den Oberstock, wo eins Truhe mit Seinen steht, ihr eigener sauer verdienter Brautschatz, Schon fangen die Dielenbretter an zu glimmen, oben ist alles voll Rauch Und Oicalm, das beißt .in die Augen, daß man! nichts sieht. Sie bleibt dm Treppengeländer stehen, drückt die Hand über die tränenden Augen und muß einen Augenblick ver­schnaufen. Dann hin zur Truhe; sie anfreißen und alles zuinj Kammerfenster hinaus und in weitem Bogen auf die Wiese hin­schlendern, das weiße Linnen und die schönen, bunten Schürzen funb Tüchör, war tzals Werk eines Augenblicks. Bei ihrem! hastigen Schaffen merkt sie nicht, daß schon die Treppe zu brennen! beginnt. Sie hat ein nasses Tuch über die Haare gebunden, die! Augen voll Rauch, daß sie kaum sieht, was sie in die Hantz nimmt, das Herz voller Ängst und Reue.

Und höher Und höher lecken die Flammen an der TrepM empor, umzüngeln das Geländer mit feurigen Armen und schießen in langen. Garben his unters Dach hinauf.

(Schluß folgt.)