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Ihres Vaters Tochter.
Roman von Lulu von Strauß und Torney.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
8. Dezember.
Man sollte eigentlich nur gute und schöne Eindrücke schriftlich fixieren. Wer ich muß es mir von der Seele reden, ich (bin empört über Tilla, einfach empört.
Bei Tisch wieder schlecht Wetter wegen irgend einer Kleinigkeit. Georg sollte bei der Kommandeuse „schustern", er wäre zu gleichgültig in gesellschaftlichen Dingen und so weiter. Georg selbst immer die personifizierte Ruhe und Gelassenheit gegen all ihre kleinen Spitzen.
Nachher, als sie mit mir allein war, fing sie wieder davon an. Ich antwortete nur kurz.
Darauf sie: „Lappalie nennst du das? Mir ist das eben keine Lappalie Was habe ich denn in dem Nest hier, wenn nicht das bißchen gesellschaftliche Stellung? Auf die kann ich doch wenigstens wohl Anspruch machen als Entschädigung für diese Mesalliance."
Ich sah sie ganz starr an.
„Mesalliance! Und das sagst du, Tilla? Du, Georgs Frau?"
Sie lachte etwas.!
„Ich habe es nicht zuerst gesagt. Von den Verwandten in Hamburg habe ich es damals vom Morgen bis zum Abend zu hören bekommen. Ja, und was hatte Georg denn schließlich zu bieten? Sein älter Name? Wir haben in Hamburg Firmen, die reichlich so alt sind. Uno die Vergoldung war ja doch längst vom Wappen abgebröckelt, die mußte ich selbst dranwenden."
Mir wurde ganz kalt bei dieser seelenruhigen Abrechnung, die sie da hielt. Aber kalt vor Zorn.
„Und er selbst, Tilla? Sein Charakter, sein Verstand, sein — ja, eben der ganze Mensch? Gilt das gar nichts? Schämen solltest du dich und auf den Knieen danken, daß du solch einen Mann haft!"
Sie hob plötzlich den Kopf.
„Du gehst ja sehr warm für ihn ins' Zeug!"
* „Weil es mich empört, daß du so sprichst! Weil ich! ihn achte und gern habe! Daß du, seine Frau, dir erst von andern sagen lassen mußt, was dein Mann wert ist, das ist einfach eine Schande!"
Tilla zuckte die Schultern und' sah mich mit einem spöttischen Blick an. Mein Zorn lief von ihr ab wie Regen von einem Waterproof. Ich ivär still, jedes weitere Wort war ja Verschwendung.
Aber es siedet noch in mir, wenn ich barem denke. Mesalliance!
Still, AM.es Weddigen. Was geht dich das an?
Ich möchte wiffen, auf wessen Seite hier die Mes- alliance liegt!
Doch, es geht mich an! Weil Georg mein Freund tffc!
Aber helfen flamt ich. nicht. Was ich tun kann, ist nur: die Hände herauslasfen. Zwischen Mann und Frau gehört kein Dritter. Ich. weiß, er denkt auch. so.
Mann und Frau. Sind die einander denn wirklich das Höchste! auf der Welt?
10. Dezember.
Ich habe ja nie gewußt, was' es heißt, Freunde zu finden. Menschen, die einem nicht blutsverwandt sind und doch nah und eng verbunden. Seelen, bei denen man bei jedem Wort Neuland entdeckt, und doch dieses Neuland so vertraut wie die eigene Heimat!
Leben, ich danke dir! Wie eine gute Mutter bist du.. Wenn du mit der einen Hand nimmst, so schenkst du mit der andern etwas Neues, unerwartet Schönes. Unsere Augen werden groß und glücklich, erstaunt, wenn sie es anschauen, und vergessen die Tränen.
Gestern, als ich von Gelsas nach Haus ging, kant er geritten.
Es war so ein silberner Dag, ein feiner, n-eißlicher Dunst über dem Himmel und zwischen den laublosen Bäu« men; die Teiche im Park wie weiße, spiegelnde Tafeln.
Ich hatte erst gar nicht auf den Reiter und den GraU- schimmel geachtet und sah ihn erst, als er dicht vor mir war. Ein plötzlich.es, frohes Erkennen war in seinem Gesicht. Er rief mir vom Sattel im Vorbeireiten ein frisches, herzliches „Guten Morgen!" zu.
Ich sah mich noch einmal um, ehe der graue Mantel! und das silberig blanke Pferd in dem Weiß und Grast des Dezembertags untertauchten.
Ich habe ja immer ziemlich nah am Wasser gebaut: Wer warum nach dieser kleines Begegnung plötzlich die Tränen da waren, weiß ich nicht. Ich war doch nicht traurig... ( c
11. Dezember.
Ich kroch mit Baby auf meinem Teppich herum, mit ganz zerzaustem Haar und heißem Kopf, lieber seinem Krähen und Jauchzen mußte ich das Klopfen überhört haben. Georg blieb laut lachend an der Tür stehen, mit dem Buch in der Hand, das er mir bringen wollte.
„Du hast's gut, Junge! Das soll dir wohl gefallen! Quälst du denn die Dada nicht tot? Dir allein gehört sie nicht."
Ich war aufgestanden und strich Mein Haar zureM während er lachend nach dem Jungen sah
„Mein Herr Sohn scheint sich hier ja ganz zu Häufe zu fühlen. Das ist aber auch, nicht schwer. Wie fangest Sie es nur an, daß es bei Ihnen imw.er so ganz eigest behaglich ist?" .
Ich lachte. „Bei Ihnen, Georg! Ich habe hrer kein Eigentumsrecht. Ich Kn hier doch nur eine Fremde.


