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und gM» krrappe, Mge Sachen trageit. „W ÄÄ ©ie nut eilten Smoking tragen?" fragt dann etttM köpf schüttelind ein ivefr» tichen Einflüssen sonst sehr zugänglicher Mmdarin eilten lungert eleganten KonsnI, und er bleibt bei der veväMlichM AnschMuntwr „Tie Europäer sind wie unsere Kulis: sie arbeiten Tag inti> Nacht, nirt ihre Nahrung z-u gewinnen, und sie tragen nrgef Kacken wie die Knlis!" Ter Höhepunkt der Eleganz rst und blmbt für den Chinesen die Länge der Älermdk, dir titelt über bw .Hände herabfällen. Diese Tracht ehiingt sie zwar, unzählige Male am Tage die Arme rmporzuheben, nut die Hände frei zrt bekommen, eine Bewegung, die jmau besiändig bei ihnen. be- obaä ten kann, aber trotzdem mag sich auch der ärmste Arbeitet, der etwas auf sich hält, dieser Zierde nicht berauben lasten. Tas Gewand des Chinesen hat auch keine Taschen! Für den! Europäer wäre das unerträglich, aber der Sohn des Himmels mackt aus der dtot eine Tugend und benutzt alles als Tasche: seine Schuhe, den Gürtel, in denk sich die vkrschiedenstPrt Gegenr- siände nachbarlich Miteinander vertragen müssen, die Ausschlags der Riesenärmel, wo sich die Opiumpeife mit der zur Nahrung dienenden Reiskugel und denk Kleingsld gesellen jnuB,. Wertvolle Briefe soll man allerdings dem Chinesen nicht anvertrauen!, denn da er keinen bestimmten Aufbewahrungsort dafür hat, steckt er sie irgend wohin, wo sie häufig niemals mehr zum Vorschein! dämmen. Unter dem langen Gewand tat gelt die Kinder der Mitte eine Art Pluderhose, die je nach der Wohlhabenheit des Besitzers! ans Seide oder BaummMe ist und an den MöcheÄr durch Schnür- bänder zusammengehälten wird. Die Chinesen rühmen dieser Hose eine besonders günstige Wirkung auf die Gesundheit nach, während durch unsere über den Schuhen offtätett Beinkleider Wind, Kälte und Staub eindriugen können. Das Gewand der Frauen .unterscheidet sich nur wenig von drM der Männer, aber cs must nach der Anweisung des Gesetzgebers, der dadurch die überlegene Stellung des starken Geschlechts andeuten wollte, kürzer sein und reicht nur bis zu den Knieen. Dies« Bekleidung ist so ungeschickt, datz sie höchstens eine Verschönerung durch die Bnnt- ?rett und Pracht des verwendeten Stoffes! erlaubt. Doch entschädigt ich die Chinesin für die mangelnde Eleganz ihres Kostüms durch den ausgiebigen und sorgfältigen Schmuck, den sie ihrem Gesicht, ihren Haaren und ihrem Teint zu teil werden lästi. Schminke! Das ist das .HauptzuflüchtsMittel, durch das die chinesische Eva ihren Reizen nachchilst und ihre Feinheit beweist. Bon ranzigem! Ocl und Fett bis zu den kostbarsten Wenzen, dem! grellgefärbtesten Puder werden alle Schönheitsmittel verwandt, und Haare und Teint bilden dann Nur eine einzige Farbenmasse, über der sich der seltsame Aufbau des Kopfputzes erhebt. Wendet man sich zuletzt noch der Unterkleidung der Chinesen zrt, so rührt man da an ein sehr dunkles Kapitel. Unterwüsche ist ein fast Völlig' unbekannter Luxus; nur die höchsten Mandarine und Fürstlichkeiten besitzen zwei oder drei Hemden, die sie aber auch nut! alle drei Monate etwa wechseln. Int Winter wäscht man sich in China nicht: kaum ist der erste Frost eingeiveten, so zieht sich der Chinese nicht mehr ans, sondern wickelt sich alle Gewänder, die er besitzt, um den Leib, und da in den kalten! Provinzen des Ostens der Winter oft mehr als sechs Monate dauert, so kannl Man sich von der Untorwäsche eine Borstellnug machen, die auch der reichste Mandarin vom korallenen Knopf an sich trägt. Auch Bettwäsche kennen die Chinesen nicht. Als bei der Eiunahnto tfon Peking die Einrichtung des kaiserlichen Winterpalastes geprüft wurde, sand man auch nicht ein Paar Bettlaken in denj Schlafgemächern. Wie der letzte seiner Untertanen legt sich auch der Beherrscher des himmlischen Reiches ganz angekleidet nieder Und entledigt sich nur des oberen Gewandes) des einzigen, das bei dem Chinesen gut erhalten, ohne Flecken und chstehnlich zrt fern braucht. ______________
Devmi Achtes.
* Paletvtmarder — Vandalismus. Jtt einem! Aeitnngsaussatz War einmal die Rebe von der Widersinnigkeit; des Ausdruckes „Paletotmarder". Der Marder sei gar kein Dieb, Wurde da ausgeführt; weder der Steinmarder noch auch der Hausmarder. Wenn sie in den Geflügelstall oder Taubenschlag Eindringen, beißen sie meistens sämtliche Hühner und Tauben tot, sind Mo die fürchterlichsten Mörder, di« es gibt; aber gestohlen, d. h. 'weggeschleppt findet man höchstens ein einziges Stück. So dürfe man also von Rechts Wegen weder von Geld- noch von Bücher- oder gar von Paletotmarder rüden. — Spaßhaft War nun, das in derselben Nummer der Zeitung, in der diese „Ehrenrettung" des Mörders Marder stand, gar zu lesen war, daß die Wagenmarder von Tag zu Tag dreister würden. — Eine ernstlichere Ehrenrettung haben vor einiger Zeit die Vandalen ge- futiteit, die bekanntlich gar nicht „wie Vandalen" gehaust haben. Noch immer aber, so schreibt Elsa Sprengel in der Zeitschrift des Sprachvereins, bezeichnet die Tagespvesse eine Zerstörungslust, welche sich gegen Kunstwerke richtet, als „Vandalismus", obgleich bewiesen ist, daß die Vandalen nicht mehr zerstörten als andere Kriegervölker und keineswegs so viel wie die Franzosen unten
Ludwig dem Vierzehntert. Dabei hat gerade eirt Franzose — um 1790 — die Vandalen zuerst in diesen Ruf gebracht, toiti durch Schiller („Dem Vandalen sind sie Stein" in dem Gedicht „Die Antiken zu Paris") iviard diese ungerechte Verdächtigung eines germanischen Stammes leider auch bei uns heimisch. Un- deutsch klingt „Vandalismus" außerdem; Warum sagt man dafür nicht „Kunstfrevel", in Anlehnung an bereits vorhandene verwandte Begriffe wie Baumfrevel, Forst-oder Waldfrevel, Kirchen-
srcvel?
* Der schiefe Turm von Pisa. Wie dem alten Campanile auf dem Marknsplatz zu Venedig, der ant 14. Juli 1902 unerwartet in sich zusammenstürzte, scheint der Zahn der Zeit jetzt auch dem berühmten schiefen Turm zu Pisa ans Leben gehen Ku wollen. Der .Boden unter den Fundamenten hat .sich gesenkt und zeigt Verschiebungen, und eine Kmnmission von Fachmännern beschäftigt sich mit der Frage, aus welche Weise diesem wunderlichen Baudenkmal zu weiterem Leben verholsen werden kann. Der Streit über die Entstehung der Lotabweichung deI Turmes, die von einigen als eine absichtlich gewollte Bauspielerci bezeichnet wurde, ist dahin entschieden, daß die Neigung zur Senkrechten ursprünglich nicht beabsichtigt war. Im Jahre 1174 hatte der Architekt Bonnanus mit dem Ban begonnen, bei dem znm großen Teile antikes Material benutzt wurde. Als man bis zum dritten Stockwerke des zylindrisch-klotzigen, auf acht Geschosse projektierten Tnrmes gelangt war, trat die unerwartete Senkung des unsicheren Baugrundes ein, ebenso unerwartet kam sie aber auch zum Stillstand, und als man sich vergewissert hatte, daß der Schwerpunkt des Turmes auch unter den veränderten Voraussetzungen noch innerhalb des Kreises der Turmbasis liegen werde, wagte man sich kühn an die Errichtung der nachfolgenden fünf Stockwerke, deren oberstes mit seiner Spitze um nicht weniger als 4,3 Meter überhängt. Wenn der Turm heute ohne wesentliche Beschädigungen ein Alter von mehr als 700 Jahren erreicht hat, so verdankt er dies neben seiner schon .erwähnten eigenartigen Schwerpunktslage einerseits der eine hohe Festigkeit gewährenden Rundung der marmornen UmfasmngSmauern, die in sich Wie der geschwungene Bogen einer steinernen Brücke wirken, andererfeits aber auch dem Architektenkniff, daß auf der der überhängenden Seite entgegengesetzten Seite größere und schwerere Massen eingebaut wurden, die das Uebergewicht wieder ausbalanci-eren itnb ähnlich wirken wie der Schwerpunkt eines! Stehanfgläschens. Nichtsdestoweniger beobachtet man schon seit langen Jahren die Vorsicht, nur drei Personen zu gleicher Zeit zur Besteigung zuzulasscn. Weit bedenklicher als das Gewicht so Weniger Menschen ist dasjenige des im obersten Umgang in dessen Bogen hängenden Geläutes, pon dem allein die Assuntaglocke 10 000 Pifaner Pfund Wiegt. Auch sie ist allerdings vorsichtigerweise auf der der Neigung entgegengesetzten Seite aufgehängt.
* Er: „Wenn ich alle meine schlechten Angewohnheiten anf-- gäbe, würdest du mich dann heiraten?" — Sie: „Aber dann würde ich dich ja gar nicht wiedererkennen, mein Junge, und du kannst doch nicht erwarten, daß ich einen völlig Unbekannten!
heirate."
* Ans der Schul e. Lehrer (beim Versuch, den Kindern an einem Beispiele den Begriff „Pflichtgefühl und Pslichtoer- gesseicheit" beizubringen): „Wenn dein Vater regelmäßig Punkt 8 Uhr ins Bureau kommt, was hat er dann?" — Karl (Be- amterstohn): „Pflichtgefühl." — Lehrer: „Wenn er aber er ft um 9 Uhr kommt?" — Karl: „Dann hat er ’n Kater."
viichertisch.
— Einanuel Kant. Von Privatdozent Dr. E. von Aster. Mit einem Porträt. 136 S. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 80.) Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. Es verdient Anerkennung, wie der Verfasser es verstanden hat, in die beherrschenden Probleme und in den inneren Gedankenzusammenhang der Knutschen Philosophie hineinzuversetzen und so zu einem erfolgreichem Studium der Hauptwerke anzuleiten. In 4 Abschnitten! werden Kants Kritik der reinen Vernunft, seine Ethik, Religions- philosophie, Aesthetik und Theologie behandelt.
Kapselrätsel.
Guttapercha — Junggeselle — Nachtmütze — Schwitzbad — Leithammel — Kammerzoie — Bockbierbrauerei — Treibjagd — Kinderstube — Neifedecke — Rangliste — Sternenhimmel.
Aus dem ersten und dem letzten der vorstehenden Wörter sind je drei, aus jedem der übrigen Wörter zwei zusammenhängende Buchstaben zu eirtnehmen, so daß sich daraus ein Sprichwort ergibt.
Auslösung in nächster Nummerst
Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nlimmcr!
E R N 8 T
REIS
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Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brtthl'fchen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


