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1910 — Ur. G
teit Perser mit Tierfiguren und Wolkenband nahm er aus dem Vorzimmer und lauschte ihn um gegen euren anderen, der in Ludwigs Zimmer tag.
— Herr von Droesigl, die beiden stehen im Wert wir tausend zu eins.
Nun schien er zufrieden, lief noch einmal durch alle Räume und schwärmte wieder von den Tapisserien, dre bald in Wien ankommen würden, immer noch, als ser er bei der Arbeit, in Hemdärmeln, den Zylinder auf dem Kopf.
Als sie in den großen Saal traten, verschwand eben die letzte Leiter. Der Hofrat schob die schönen Sessel der Zeit an die Wände zurück, zog den Ueberrock an, setzte den Zylinder ab und deutete mit strahlendem Gesicht ttt ote Runde. Der Saal war in der Tat völlig verändert, Agathe sagte ein paar Worte des Dankes, der Hofrat aber zog die Uhr:
— Jesses, schon sechs?
Er küßte schnell Agathe die Hand und kehrte nur noch einmal um, Ludwig zu empfehlen, die Bilder vielleicht ab« reiben zu lassen, nur flüchtig, sie seien ja sonst in gutem Zustande. Dann war er verschwunden, und das Ehepaar stand allein.
Schon seit einer Viertelstunde führen in ununterbrochener Reihe die Wagen zu.dem doppelten Käryatiden-Portal auf der einen Seite hinein, auf der anderen hinaus. Auf der Wilhelm,straße stand die.gaffende Menge. Sie.sah nichts bei den angelanfenen Scheiben der Wagen und da tief drin im Ehrenhof unter dem Baldachin aus gestiegen wurde, aber sie wankte und wich nicht.
Rechts am kleinen Gittertor stand ein Portier in der einfachen, schwarzen Droesiglschen Livree, nur mit einem Seidenstreifen 'an der Mütze. Er grüßte jedesmal, wenn ein Gast zu Fuß den Gang von Sandstcinplatten betrat, der' zum Nebeneingang führte. ,
Ein paar Offiziere blieben, da die Wagen zu dicht hinter einander sichren, in der Nähe des Schutzmannes, der den Menschenstrom regelte, stehen. Der eine, etwas stark, mrt Doppelkinn, den Helm ans dem Kopf, hatte seinen Arm tit den eines größeren, hageren in.Mütze gesteckt. Er sagte leise-
— Du stehst dir sehr.im Licht, daß du nicht mitkommst! So was erlebt man nicht so leicht wieder. Ich war mal auf einem tont, wo die Patti sang! Aber sie war schort etwas über die Jahre. Und zwanzigtausend Mark zahlen, nur um homo sweet Home zu hören?
Der Hagere lachte:
— Und du fällst trotzdem drauf mit?
— Keine Spur! Das wollte ich dir ja eben sagen. Damals war's nur die eine Patti! Heute Ms ein Dutzend Künstler! Was das kosten mag? Und dann soll der Ball besondere Ueberrafchungen bringen! Und das Dmer. bist wirklich aijt komischer Kerl!
Droesigl.
Noman von Georg Frei Herrn von Omptedat
(Nachdruck verboten.)
tFortjeöung.)
Die Riesengemälde wurden eben die Treppe herauf- tzebracht. Es schien zuerst zweifelhaft, ob sie durch die Tür könnten, aber nachdem die Flügel ausgehängt worden, sand es sich, daß es, die Stirnseite voran, ging, wenn auch so knapp, daß Agathe immerfort ängstlich rief:
— Aufpassen! Aufpassen!
Große Trittleitern standen schon da. Während es nervös durcheinander klang: „Weiter rechts! Höher! Festhalten! Festhalten!" war der Hofrat eingetreten. Er ging sofort zur Frau des Hauses:
— Gräfin, i weiß wirklich nicht, wie i danken soll. Wenn t gewußt hätt, daß wir die Tapisserie bekommen 1 outen, hätt i gar net davon erzählt. Da ist meine Reiseziel umsonst g'wesen. I werd's zu rühmen wissen daheim. Der Minister interessiert sich g'rad besonders für unser Künstgewerbe- tnnseum. ,
Der Hofrat übernahm jetzt von selbst das Aufhangen der Bilder. Den Zylinder mit steifen, geraden Krempen, tm Nacken, warf er im Eifer fernen Gehrock ab und half ut Hemdärmeln ein Bild seitwärts schieben, das ihm noch nicht die richtige Entfernung von dem nächsten zu haben scyteu. Er herrschte die Tapezierer an:
— Sie mit dem Metermaß gehen S'stoeg. . Augenmaß Muß man haben. Da braucht's nur a Leisten, die schief sitzt oder an Sims, der hängt, und die ganze Messerei hilft nix. Mehr rechts. Das da links hängt ja vüll z' tief. Dret Finger muß 's höher hinauf. Jr, ja, drei dicke Finger.
Er zog Ludwig in eine Ecke und flüsterte mit ihm, wayrend das Hämmern und Arbeiten klang. Er ließ sich, wie er sagte, zu offiziellem Dank noch einmal genau Herrn Droe- sigls Namen und Adresse geben. Dann bestimmte er, ai§ sei er Herr int Hause, die beiden kleinen Rubens sollten augenblicklich fort: ' • . .,
—■ Nix verloren daran! Dä hat mancher andere mit-- geholfen, wenn überhaupt der Rubens dabei g'wesen ist!
Daun ging er mit dem Ehepaar noch einmal durch die anderen Säle, als wolle er sich erkenntlich erweisen für das fürstliche Geschenk. Bei einem gotischen Neligutenschretn blieb er stehen, setzte seinen Zwicker iauf, zog eine Lupe hervor, drehte das Ding um und um und sagte nur mit feinem Lächeln:
— Herr von Droesigl, das tat i net heilste t len.
Ludwig gehorchte stumm. Der Hofrat riet, von drüben etwas zu holen, das besser her paßte. Er hatte alles im Kopf. Auf einen italienischen Büsteuständer von vterzehn- hunoert wollte er eine Bronze gestellt haben, die bisher einen Kamin geschmückt. Einen langgestreckten. dichtgeweb-
Montag den 2\. März /X


