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einem mußten sie sich itotgebritiige» dem Vorbilde ihrer Feinde «»bequemen: in der modernen Bewaffnung ihrer Armee. Doch tragen die .Herren und ihre Leibgarden noch immer die alt- Nngestammteit Waffen, Schwert und Dolch, Bogen und Pfeil, sogar Kettenpanzer und Eisenhelm. Dschodpore, der Königssitz, enthält nicht etwa nur einen .Herrscherpalast, sondern eine Fülle Don KönigSschlössern, die alle auf dem hohen, stark befestigten Felsen über die Stadt und aus der gelben staubigen Ebene fast senkrecht aufragen. Nach altindischer Sitte darf nämlich kein Fürst den Palast feines Vorgängers beziehen, sondern er erbaut sich bei feinem Regierungsantritt eine neue Residenz. Bisher lagen all diese Schlösser aus dem Burgfelsen, aber der junge Maharadscha hat mit dieser Traditio,t gebrochen und sich seinen Palast in einem grotesken Ausstattungsstil unten in der Stadl bei seinen Untertanen erbauen lassen. Modernen Neigungen hul­digte auch schon sein Vater, der zwar noch hinter den 100 Meter hohen Festungsmauern sein Heim gründete, aber als junger Mann sich aus der schwindelnden Kirchtnrmshöhe oft an einem Seil herabliest, um in der Stadt tollkühnen Liebesabenteuern »lachzujagen und beiM» Morgengrauen wieder in die Burg seiner Ahnen zurückzuklettern. Buntfarbig und phantastisch ist das Bild, daS sich in den Strasten des palastreichen Dschodpore darbietet. Da huschen Frauen hin, vom Kopf bis zu den Fußknöcheln in faltenreiche glitzernde Gewänder gehüllt, an den Armen und Füßen klirrende Gold- und Silberspangen. Auf reichgeschirrten stolzen Pferden tänzeln die Barone und Ritter daher, das Schwert zur Seite, die Füße in silbernen Bügeln. Dem Edelmann folgt daS nicht minder stolze Geleit seiner Pfeifen-, Pantoffel- und Schwertträger. Ein Elefant schreitet majestätisch einher, das bunt verbrämte Reitzelt auf dem Rückens davor auf dem Kopf der betnrbante Mahant mit den, Leithaken, Dahinter tauchen Kamel­reiter aus der Arinee des Maharadschah auf. der gewaltigen Festung oben wandelt man durch die reich mit Skulpturen ge­schmückten, weitläufigen Paläste der Fürsten, der ältesten und vornehmsten indischen Herrscher, die sich rühmen, in direkter Reihe von dem sagenhaften Ahnherrn des ganzen Volkes, von Rama, abzustammen. Da tun sich wahre Labyrinthe von Gemächern auf, mit Sviegelwänden und grotesken Malereien, mit Fontänen, Marmorbalkonen und luftigen Erkern. Die reichhaltige Waffeir- sammlung, die sich hier befindet, enthält einen solchen Reichtum an Edelsteinen, wie ihn keine Schatzkammer europäischer Kaiser- Höfe besitzt. All die kostbaren Schwerter, Dolche, Pistolen, Streit­äxte, Schilder, auch die Elefanten- und Pferdegeschirre funkeln und glühen von prächtigen Juwelen. Austerdem aber sind da »roch sechs Glasschrünke, gefüllt mit den herrlichsten Perlen, Sma­ragden, Rubinen und Saphiren, alle von unerreichter Größe und Reinheit, in kunstvoller Weise zu Agraffen, Ohren-, Nasen-, Hand- und Fußgeschmeiden gefaßt. Broschen, Knöpfe, Ringe, Schwert- und Dolchgrisse, im Wert von vielen Millionen' Nicht weniger als zehn Halsketten bestehen aus Smaragden und Perlen von .Haselnußgröße, und an ihnen baumeln Diamantsolitäre von der Größe von Taubeneiern! Jede einzelne dieser Ketten muß einen Wert von mindestens einer Million besitzen. In andern Schränken stehen Tafelaufsätze und Eßgeschirr aus purem Golde, Kostbarkeiten mit dem feinsten Dschaipuremail, Basen, Gefäße, mit Rubinen und Smaragden geradezu bedeckt, sogar Zeltstangen aus getriebenen» Golde! Wie diese Aufhäufung von Reichtümern, so ist auch das Leben, am Hofe des Malmradschahs noch ganz mittelalterlich. In aufregenden Jagden, in gefährliche»» Reiter­spielen u»ld prunkvollen Zeremonien gestaltet sich das Leben zum ewigen Fest.

vermischter.

* Amerik a n ische Gel e h r Le habe»» den» Newyork Herald zufolge das 777. Wunder der »teilen Welt entdeckt. Professoren der Cornell Universität, so »vird berichtet, haben seit einiger Zeit weißen Hennen unschädliche Farbstoffe in das Futter ge- mischt, und dadurch ist das Gefieder gefärbt worden. Es gibt nunmehr in den Bereinigten Staaten rosafarbene Hennen, d»e auch man höre rosa Eier legen. Haiisfraueir werden sich freuen, daß »n Zukunft die Ostereier nicht mehr gefärbt' zu werden brauchen, sondern daß sie gleich in dei» gewünschten Farben ber de»» Hennen bestellt werden können. Leider wird nicht gesagt, welche Farbstoffe sich für die natürliche Heimen- und Eierfärbima eignet». Vielleicht Eosin?

* G«f ichtsmvd e »t yv n Ijeu t e. Die herrschsüchtige Modd- gottiu, die rhre Untertanen durch eine nie versiegende Mut neuer Gesetze rastlos zur Umformung ihrer Lebensgewohnheiten zwingt, begnügt sich längst nicht mehr mit der Herrschaft über die Kleidung. Wie alliahrlich der Schnitt der Toilette, die Linien der Robe, dl« /wt der bevorzugten Stoffe wechseln, so verwandelt die sashio-- uatle Modedame getreu der Vorschrift der Mode auch ihr Aenßeres, die Art der Bewegung, den Ausdruck des Gesichts, di« Fa'rbei<- »niance des Teints und mit den Wandelnden Frisurnwden auch den Harbton ihrer Haare. Noch vor welligen Jahren war der höchst« Ehrgeiz der eleganten Pariserin ein diskretes, kokettes Not der Wangen, das von Dmemsfreude und heiterer SLbenSknnft erzählte. Heute imd die roten Wangen streng verMnt; ausgeglichene Gleich-

söimigkeit des Teints ist, die Losung: die schöne Frau von heM muß eine zarte, cremefarben e Blässe des Gesichts zeigen. Paris hat besohlen:'keine Farbe", und die hübschen, kleinen! Schininkschalulleu, in denen die verschiedenen Arten von Rosa und Rouge sorgsam verwahrt worden sind, werd?» beiseite gestellt. Aber es ist keine bedingungslose Rückkehr zur Natur, die sich hierin! kundtut. Die moderne Gesellschaftsdame, der eine gütige Natur gesunde rote Wangen schenkte, beklagt dies Geschenk mit schwerem Herzen und greift statt zu,dein Rouge zu anderen Schönheitsmitteln, die sie natürlich streng geheim hält, nur uni jene lichte, vergeistigtet Blässe des Teints zu erobern, die die Mobs für diese Saison vor­schreibt. Zn dem blassen Antlitz gehören dann blutrot leuch­tende Lippen, die das matte Weiß des Gesichtes pikant be­tonen, sehr fein, aber doch energisch markiert« Augenbrauen und vor allem ein leuchtender, tiefer Blick aus großen Augen. Die Doilettenlundige ist hier nm Rat nicht verlegen und gibt durch diskrete Schattierungen der Wimpern der Natur die nötige Nach­hilfe. D ie einzige Farbe, die noch/erlaubt ist, ist ein ganz zartes mattes Rosa der Nase und der Ohren, und Madame wird nie versäumen, in stiller eingehender Beratung mit.dem Spiegel mich hier der Mode ihr Recht zu geben. Natürlich muß auch die .Haar­farbe mit der neuen Gesichtsmode in Einklang gebracht werdeik. Die rotgoldenen oder kiipserleiichteuden Flechte»», die in den letzten Jahren in jedem Salon zu.sehen waren, sind verschwunden. Die elegante Weltdame bevorzugt jetzt ein ganz helles, lichtes Gold; das letzte Ziel ihres Ehrgeizes ist jener milchweiße! Silberschimmer, wie ihn etwa das Haar eines Albinos zeigt. Die. neue Haarfarbe hat zudem den Vorzug, daß sie nicht in dem Maße der Gefahr der Bnlgarisierung ausgesetzt ist, Wie das entschwundene Rotgold, das in kurzer Zeit so populär wurde, daß Modedamen mit einer anderen Haarfarbe zur Seltenheit wurde». Mit dem lichten, matten Blond und dem darüber liegenden ersehnten silbrigen; Schimmer liegt der Fall schon schwieriger: das Haar muß ge­bleicht und zugleich ausgetrocknet werden, und diese schwierige Operation wisse» mir wenig erprobte Haarkünstler erfolgreich vor- znirehmen. Im Zusammenhang mit dieser neuen Vorliebe für matte, diskrete, verschleierte Farbtöne ist die Zitrone zum un­entbehrlichen Hilfsmittel der modernen Weltdame goworden: all« Zitronengetränke Werben mit Vorliebe genossen, denn die Zitrone! befördert einen blassen Teint. Selbst das Parfüm hat sich willig der neuen Mode unterworfen. Die starken, charakteristischen! Wohlgerüche, die noch vor kurzem bevorzugt wurden, werden von neuen Parfüms verdrängt, die jede Aufdringlichkeit vermeiden intbi nur als ein zarter, kaum wahrnehmbarer Hauch die Gestalt beii schönen Pariserin umfließen. Das Patschuli, das sich so lang? behauptete und bei seinen» ersten Erscheinen so schnell die Franeu- welt eroberte, ist nun endgültig überwunden; sein Duft gilt selbst bei diskretester Anwendung in seiner charakteristischen Eigenart als aufdringlich und wird streng vermieden. Zarte, weiche, flüch­tige Gerüche, die vorüberhnschen, ohne daß man.ihr« Eigeiiart erschöpfend definieren kann, sind die Losung der Saison. In- tere'fsant bleibt, daß die .Herrenwelt dein Gebrauch von Parfüm nunmehr endgültig entsagt hat. Nur ältere Herren haben sich von ihrer alten Gewohnheit nicht trennen »vollen; die. jüngere» .Herrenwelt verzichtet endgültig ans die Hilfe des Parfümeurs und begnügt sich in Wenigen Fällen allein mit Kölnischem Wasser.

* Verdienst.Warum habt Ihr denn die Witwe Meier zu Euren» Ehrenmitglied ernannt?" Abstinent:Nu', die hat doch drei Männer gehabt, und jeden» hat sie 's Trinken ab­gewöhnt !"

* Ballgesprach. Dame:Ich kann mich zwar nicht auf Ihren Namen besinnen, aber ich. muß Sie schon mal irgendwo ge­troffen haben." Herr:Tas stimmt, gnädiges Fräulein! Ich bin der Drogist, bei deist Sie Ihre Schminke kaufen,"

Arithmogriph.

123456789 10 eine Körperschaft.

2 10 7 Hausgerät.

3 8 7 6 5 6 oströmischer Feldherr.

4 7 8 2 Nebenfluß der Donau.

5 7 4 5 ein Planet.

6 8 3 4 sieht inan allerwegen.

7 5 6 5 4 8 eine Zierpflanze.

8 9 10 5 3 Stadt in Griechenland.

9 10 5 7 5 6 5 weiblicher Vorname.

10 8 3 4 Teil des menschlichen Körpers.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Diamanträtsels in voriger Nummer: M 8 ü d Arni m

M ü ii c li c n Bohne

Fez n

Blebßfiion; K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei, R. Lange, Gsttz«?