Ausgabe 
20.10.1910
 
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Donnerstag den 20. Mobek

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Vornan von Fedor vo n Zob eltitz.

(Fortsetzung.)

(Nachdruck verboten.)

und hp - ä^L r Western,am: wurden gnädig entlassen oefübrt Sprp8 9 une,r de« Hof in die sogenannte alte Villa S S l'liW er|t~y Stockwerk den Probiersalon enthielt: bie ® S Sp8ST°^en' leJ)r Achten Raum, in dem Abeelen Sem IrnnZt 'Mannes mit glattem Gesicht und

» « dem Kinn auffiel. Das war Herr hirHfp^ US Ee.sselholz der Großvater des jetzigen Prv- der mrgebliche Erfinder derRsmuage", jeben- Leführt satte ^nik zuerst in Deutschland ein- ^.Zumitten.desLimMers stand ein gedeckter Disch, feit- n^r* Kredenz mit einer kalten Kollation: Hum-

mer, Lachs, paraten, Braten und derlei. Auf einem Nebcn- vao,m?smsAnzahl gleichförmiger Gläser und Cham- pagiierflaschen ohne Etiketten und Halsschmuck. Dafür klebte jedem?er^Gläse!^" mit einem Buchstaben und ebenso an toräfpnfieSl6^bre'n Schlößchen servierten. Der eine KLRömern.^^^' *** te Rheinwein in hell-

Es geht nicht anders, Durchlaucht," sagte der Kom- ! merzreurm:da wir int Gäu sind, müssen wir mit Rhein- Ivein beginnen. Aber ich habe einen milden gewählt, der dabei auch seine Qualitäten hat: eine dreiundneunziger Hoch­heimer Auslese." b 1

Also den ersten Schluck auf den Rheingau," entgegnete ! der Herzog m Laune, ^ober auf Karl den Großen, der ia wohl die ersten Reben hierher gebracht haben soll', oder noch besser, auf den seligen Noah, der die Rebe entdeckt hat!" , . Jun. oegann man .zu frühstücken. Der Kommerzienrat I toinfte einem der Diener, der vier etikettlose Champagner- flaschen auf den Disch stellte und dazu vor jeden der Herren I

Gläser die der Numerierung der Flaschen entsprechend gefüllt wurden. |

» ^ie5 P^?en von jimgem französischem Champagner, Durchlaucht, sagte der Kommerziclirat.Sie sollen Ihr Urteil abgeben: welches ist der feinste?"

Fritz hatte inzwischen ein paar Stückchen Brot, leicht mit Salz bestreut auf den Teller des Herzogs gelegt.Um den Geschmack auf der Zunge zu unterbrechen, Durchlaucht. . "

Der Herzog setzte sich in Positur.Man kann nie genug lernen. Beginnen wir also mit Numero Eins. . . ." Er rostete vorsichtig. Fritz und sein Vater Begannen gleich-

zu proben. Aber sie sprachen dahei nicht, während I Abeelen sehr lebhaft Kritik übte.GUI," meinte er,nicht I leicht, recht gehaltvoll. . . . Mimerv Zwei! Aha auch herb, mich deucht, ein klein wenig flüchtiger. ... Ja, meine Herren, das ist Frankreich ! Da hört Bei mir der Patriotis- |

I au^' iverBe ich kosmopolitisch und international! I Roederergeschmack ich lasse mich hängens Wer LoniI uaturlich, nicht Arthur oder Alfred. Dry ober Extra fee. .

j ichlurfte den Wein hinunter und nahm einen Bissen Brot. ,,. . . . Numero Drei schon die Farbe ist köstlich und

I dieser wunderbar zarte Schaum! . . ." Er nippte Und fuhr E der Zunge über die Lippen; dann trank er.Jetzt Oer» st/ye..ich -ihre Zusammenstellung, Messieurs. Erschwerende Umstande Alles herb und auch sich ähnelnde Marken, Mumm ober Jrroy bie ganze Finesse bes Unterschieds ! nicht heraus. . . . Nun Numero Vier. Zapperloti

Exguisit! Köstlich erfrischenb! Ich taxiere auf Heibsieck ^^onal nein, es ist Ayalageschmack! Aber schön, schön,

I Icgon!' '

Unb ment geben Sie bie Krone?" fragte Fritz.

.'Ein moberner Paris. Ich liebe sie alle vier. Ich bin darin weitherzig. Lassen Sie mich noch einmal durchkosten! So etwas verlangt Gewissenhaftigkeit. . . ." Er wiederholte die Probe und leerte dabei die Gläser. . . .Also ich er­kläre: keiiten dieser Weine würde ich verstoßen. Sie haben eine herbe Frische, die wahrhaft belebend wirkt, sie haben vor allem das, was man Nerv nennt. Und bie feinste Blume ober besser gesagt: sie haben Strom. Und wenn Sie mich nun um bie Krone befragen, so schwanke ich zwischen Zwei und Vier. Zwei ein klein wenig voll, Vier buftig unb äußerst vornehm. Hätte ich die Wahl: eiMu Korb von Zwei ober Brer ich glaube, ich würbe mir doch Numero Vier au 3» bitten."

Sollen Durchlaucht auch bekommen!" rief der Kom­merzienrat fröhlich.Louis, die Karte!"

Der Diener überreichte bem Herzog ein Kartonblatt; auf i dem stand:Nr. 1 Cliguot-Ponsardin, England. Nr. 2 ' Herbsieck u. Cie. Dry Monopol. Nr. 3 Miguelvn et fils Extra Quality. Nr. 4 Exeelsior."

Donnerwetter!" fluchte Abeelen.Meine Herren, da haben Sie mich schön reinfallen lassen! Ich nehme alles zurück. Ich Bin plötzlich wieder Patriot geworben. Ist es denn möglich?! Numero Bier ist wirklich unser Excelstor?!" 1 '

Es ist schon so," sagte Fritz lachend.Aber ich glaube, Durchlaucht, auch ent firmerer Weinkenner würde sich täu­schen lassen. Der Standpunkt des braven alten Hamm, der nt seinem Weinbuche behauptet, daß der echte Kenner sofort den deutschen vom französischen Schaumwein unter­scheiden könne, ist längst überwunden. Natürlich, wenn Sie einen imprägnierten Schaumwein oder auch eine unsrer kleineren Marken gegen eine Most Chaudon brüt imperial oder eine Mumm eordon rouge proben wollen, bann kann der Geschmack nicht fehl gehen. 9(6er unsre erlesenen Marken nehmen es auch mit den guten französischen auf unb unser Exeelsior ganz bestimmt!"

Louis, noch ein Glas Nummer Vier!" rief ber Herzog; Meine Herren, nun gratuliere ich aufrichtig. Es fit eine Ehre für mich, daß Sie Ihrer neuen Marke den Namen