Ausgabe 
19.2.1910
 
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bares Buch der wahren Tchwarzm Kunst". Tas Buch Jezüra istDas graste Buch aus ältesten kabbalistischen Urkunden". Es enthält: 1. Das wahrhaftige heilige Christvphgebet, 2. Zwmrg deS (---?) Stlbiruth, 3. Zwei Zauberformeln, 4. Damelis Hasaru- Spiritus Fainiliaris 1730, 5. Eouelavis Roinaniss die krastigste Geistkunde, 6. Tie allerheiligste Beschwörung MvsiS, 7. und 8 Der goldene Habermann, 9. Habermann anno 1401, 10 uns, 11. Das Geheimnis der heil. Gertrndis, 12. Neuntagrges Gebet, 13. Tagelöhners Gebet, 14. Zettelchen gegen dm Hagel, 15. Ter heiligen Corona Schatzgebet, 16. Wie man emeu Schatz heben Wil, 17. T-as Geheimnis zur Erlangung zeitlicher Schatze, 18 W Be- schwörnng der heiligen G-rtrudis, 19. Daß durch einen Geist alle Tinge geofienbarct werden, 20. Arranum Expertente praetwium, 21. Johannes Kornreutheri, 22. Unterricht tont Gebrauch des Erdspiegels 1658, 23. Doctaris Johannis Faustr, 24. Entdeckte höhere Kenntnis des Geheimnisses, 25. Tie Salomonische Kmh- iuratwn, 26. Claviculae Salomonis, 27. Cabula,scher Schlussel, 28 Jesu Christi, 29. Himmelskönigin Maria, 30. Englisches Glücksgebet 1509, 31. Der magnetische Metallspiegel, 32 Be- reitung des Steins der Weisen, 33. Pins Quintus, 34. Ter Seelen Ruf, 35. Ter gerechte Kornreutrer, 36. Der goldene Brunn, 37. Das alte Colomanns-Büchlein, 38. Auserlesene Schatzschlülsel der heil. Acbtissril Gertrudis, Cölln 1502, 39. Magische, Astrologische, Geometrische und Chemische Weisheit, 40. Tas Buch Jtzzira, Preis 25 Mark, Nachnahme 30 Pfg. mehr. Salamonis Schwarze s Knust ist billiger, schon für 3,20 Mk. in«. Porto zu habe:, unb enthält den Schlüssel zur GeisteswÄt, den Stein der Weiten, Zauberkräfte der Wünschelrute, sowie die Ktutst, Gestohlenes wieder zti erlangen, im Spiel der Lotterie zu gewinnen, und es verrät Talismane znnr Siege in Kampf und Streit und zum Festmachen gegen Verwundung aller 9(rt. Ein Streifzug durch den Bolls- kalender! Wieviel gibt es da noch zu hüt, Licht anzuzünden in den dunklen Köpfen unserer breiten Masse.

von der Cypresse.

Wer in der winterlichen Jahreszeit den gut gepflegten Fried­hof einer Stadt durchwandert, dem fällt der ewig grüne, schlanke Baum auf, der die Gräber der Verstorbenen schmückt unb be­schattet. Es ist dies der gemeine Lebeusbamn (Thuja occideutalis), der aus Nordamerika stammt unb seit dem 16. Jahrhundert bei uns heimisch geworden ist, und welcher sich in vielen Varietäten als Zierbaum in unseren Anlagen und Parks und als Gräber- pslanze auf unseren Friedhöfen findet. Meistens wird dieser Baum für identisch gehalten mit der Chpresse (Cupressns sempervirens), die aber in unserem Klima nicht verkommt, die selbst in Italien nicht recht gedeiht und dort keineswegs die Majestät erreicht, wie im Orient. Der Lebensbaum ersetzt in unserem Klima die Chpresse. Wie heute der Lebensbaum auf unseren Friedhöfen prangt, so ist auch die Chpresse den orientalischen Völkern ein heiliger Baum.

Von ihrer Urheimat, dem Indus, wanderte die Chpreste mit deut iranischen Lichtdienste weiter nach Westen. Jtt der schlanken, vbeliskcnartigen zunt Hintmel aufstrebenden Gestalt des Baumes sah die Zenbreligion das Bild der heiligen Feuerflamme. Gleich­zeitig mit bett ältesten Eroberungszügen der Assyrer und Baby­lonier war die Cypresse in die Lander der oramäisch-kauaanitifcheu Stämme auf den Libanon und auf die nach ihr 6dnannte Insel Cypern gelängt. Mit der religiösen Bedeutung verschmolz der technisch-praktische Wert, bat die Cypresse bei bett Phöniziern gewann und später durch das ganze griechische und römische Alter­tum behielt. Das harte, duftende Holz, das in der Flamme einen angenehmen Geruch verbreitet, galt für unvergänglich und für unzerstörbar. Zum Bau der phönizischen Handelsschiffe wurden die Cypressenbäume allen übrigen vorgezogen, und wie schon die Arche Noah ans Cypressenholz bestanden haben soll, so baute noch Alexander der Große feilte Euphratflotte aus diesem edlen Holze. Ebenso diente Cypressenholz zu den Särgen Verstorbener, denen es eine lange Dauer und Erhaltung versprach: besonders aber zu Bildern der Götter wurde gern duftendes, der Zeit und den Würmern tvidersteheudes Cypressenholz verwendet, wie matt sich auch das Zepter des Zeus ans diesem Holze bestehend dachte. Es ist daher natürlich, daß der religiös so hoch verehrte und technisch so nützliche Baum überallhin verbreitet wurde, wo das Klima sein Gedeihen nur ermöglichte. Da die Cypresse fein Fruchtbaunt ist, so wurden Schwätzer oft mit den fruchtlosen Cypresscn verglichen. Von Sizilien ist der Baum über Tarent ins Innere von Italien gelangt, wo er eine Zierde der Villen, der Parks und der Gräber wurde, und wo die Freude an der Schönheit des Baumes unb ber Nutzen des Chpresseuholzes ihm bald die weiteste Verbreitung verschafften. Int Zeitalter des Kaisers Augustus ist die Cypresse als Baum der Trauer, mit dessen Zweigen Leichenaltar und Scheiterhaufen besteckt wurden, und der gern in Gegensatz zum Genuß der heiteren Gegenwart gestellt wird, schon gewöhnlich und sehr verbreitet. Man Pflanzte den Baum auch bei der Geburt des Kindes, mit dem er als eilt Bild und Gleichnis emporwuchs, eine Sitte, die wir auch bis in die neueste Zeit hinein noch vielfach finden, und der Hebel in seinem Schatzkästlein" so herzinnig gedenkt. G.

Vermischter.

* Aiis i>er Rontantik der Eh«scheidungen erzählt eine englische Zeitschrift allerlei seltsame. Fälle, in denen zwei Menschen, die aks liebende Gatten miteinander nicht zu lebest Vermochten, später doch nach übereinkamen, den mißglückten Herzeus- buud durch eine Verbindung rein geschäftlicher Art zu ersetzen. Als die Saharet sich von ihrem. Gatten, dem Impresario Jke Rose, scheiden ließ, schlossen die beiden vor dem Erlaß deS Scheidimgs- nrteils einen Kontrakt, worin Rose sich verpflichtete, int Falle der Bewilligung der Scheidung auch weiterhin die Geschäfte feiner; Frau zu führen, selbstverständlich gegen ein angemessenes Gehalt. Vor einigen Jahren ließ sich John C. Ptrtner, aus Daneville in Virginia von seiner Gattin scheiden, denn die. Erwählte entwickelte, in der Ehe ein so gewalttätiges und jähzorniges Temperaments, daß ein Zusammenleben unmöglich war. Dagegen war sie ehre ausgezeichnete Hausfrau und eine Meisterin der edlen Kochkunst. Niemand konnte diese guten Eigenschaften höher anerkennen als der geschiedene Gatte, der wenige Tage nach der Scheidung feiltet ehemaligen Fran den Vorschlag machte, als Haushälterin und Köchin tu seinen Dienst zu treten. Nach kurzem Bedenken willigte Mrs. Putuer ein, und als ihr Mann kurz darauf zürn' zweiten Mals heiratete, diesmal eilte Fran von sanfterer Gemütsart, die aber dafür von der Knust des Kochens keine Ahnung hatte,bereitete sie dem jungen Paar das Hochzeitsmahl, und bei dein Hochzcitsessest konnte Mr. Putuer in einem Toaste sich rühmen, den bestorganisiep- te'it Haushalt Amerikas zu besitzen. Ein ähnliches Abkommen traf ein englisches Ehepaar ans Wales nach der Scheidung. Der Gatte schlug der ehemaligen Frau tot, als Haushälterin die Führung des Hausstandes zu übernehmen, nachdem sie seinen Antrag auf Wieder- verheirattmg abgekeliut hatte. Tie Frau nahm an, und seitdem' zerstört kein Zwist mehr den Frieden des Hauses. Auf die gleiche Weise sicherte sich ein anderer Engländer ans Laticashire big haushälterischen Talente seiner geschiedenen Frau. Der Zufall fügte es, daß die Haushälterin und Exgemahlin unerwartet zu einem ansehnlichen Vermögen kam, während zur gleichen Zeit ber Mann durch unglückliche Spekulationen feinen Reichtum plötzlich einbüßte. Er ahnte nichts von den veränderten Vermögensverhält- nissen seiner HaushälderiU uttb legts ihr eines Tages die neue Situation dar. Die Lösung war ziemlich einfach: nn-st engagierte die Haushälterin ihren früheren Gemahl und Dienst-, Herrn als Haushofmeister für sich, und als sie einige Jahre später starb, hinterließ sieihrem treuen Haushofmeister" eine JahreS, reute von 4000 Mk. Einzigartig in den Annalen der Ehefchvi- dungen steht wohl der Fall von George D. Fieldda, der feind geschiedene Frau 'nur deshalb wieder zu sich nahm, um seine Schwiegermutter bei ftch haben zu können. Seine Frau war so utt- verträglich und jähzornig, daß er sich scheiden lassen mußte- mit der Trennung aber endeten auch die Besuche der Schwiegermutter, einer sehr geistreichen, Augen und liebenswürdigen Dame, deren weiser Rat dem Schwiegersohn in seinen Geschäftsängeleg eiche iten unentbehrlich geworden war. George D. Fieldda schwankte nicht lange, er zog di« Konsequenz: die Tochter Würbe bewogen, ge­meinsam mit ihrer Mutter zu dem geschiedenen Gatten znrück- znkehren: als Gesellschafterin ihrer Mutter setzte ihr der ge­schiedene Mann ein Gehalt aus und alles war in schönster Ordnung.

* Recht natürlich. Photograph:Die Gruppe würde viel natürlicher werden, wenn Sie, junger Herr, die Hand auf die Schuld Ihres Vaters legten." Vater:Noch natürlicher wäre es aber, wenn er sie in meine Tasche steckt."

* Kinderlogik. Vater (vorwurfsvoll):Wie magst du nur deinen kleinen Bruder schlageii. Weißt du nicht, daß es feige ist, wenn der Stärkere sich an dem Schwächeren vergreift?" Fritzchen:Siehst du, Papa, und du verprügelst mich immer!"

* Ganz die Mama. Klein Elschen:Gelt, Mama, das sind doch nur die besseren Bogelklassen, die im Herbst nach dem Süden ziehen?"

Diamattträtsel.

Auflösung

In die Felder nebeusteheiider Figur sind die Buchstaben a, b, c, d, e e e, f, h h, i, in m m, n n nun, o, r, s, ü ü, z derart einzutragen, daß die wage- rechten Reihen lochendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

2. Himmelsrichtung

3. Feldherrn im 30jährigen Krieg.

4, Süddeutsche Stadt.

5. Eine Hülsensrnchl.

6, Stadt in Aftika.

7. Einen Buchstaben.

Die senkrechte und wagerechte Mitlel- reihe ergeben das Gleiche, in nächster Nummer.

Auflösung der Verwandlungs-Aufgabe in vor. Nr.i Horst, Eden, Bader, Astern, ©unb, Leiter, bleich, Ablaß, Nadel, Brand, Braut, Geber, mahlen.

Sebasiian V a ch.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Universitäts-Buch« unb Steindruckerei, R. Lauge, Gieß«»-