Mldern vvn Kulte Eottgi, ist ckuS Btitt veranstalteten Wettbetverb um Wnderbilderbücher für das Alter von 36 Jahren mit demt ersten Preise hervorgegangen. Es sticht eine Reihe von Ein­drücken, die unsere Kleinen innerhalb des Hauses in sich auf- Nehmen, durch Wort unb Bild festzuhalten und zu vertiefen. DaS letzte, aber nicht das schlechteste Buch, ist Der Märchen- kessel,von Juliane Peter und A. Obermayer-Wallner. Bilder voll L. Fahrenkrog. Das Buch dürfte bei Eltern und Kindern gute Aufnahme finden. Die 29 Märchen und Fabeln sind der fiitbltdicn Phantasie angepaßt ohne ins Phantastische zu gehen. Sie sind mit mehreren Schwarzbildern und mit 8 farben­prächtigen Vollbildern illustriert, tvie demi auf die Ausstattung sämtlicher hier angeführten Bücher ein besonderer Nachdruck ge­legt lvorden ist, der jedenfalls überall Anerkennung findet.

___________ K. N.

VermikiHtes.

' Ein Erlaß gegen den Weihnachtsmann. In diesen Tagen erichien in zahlreichen Heilungen eine humoristisch gehaltene Warnung vor dem hl Nikolaus (Nr. 199 der Gießener Faniilienbl.), der in unserem nervösen Zeitalter nichts mehr zu suchen habe, da er nur allzu leicht nichtsahnende Spaziergänger krampfartigen Schrecken einjagen könne. Es hat mm tatsächlich schon einmal einen amtlichen Erlab gegen den Welhnachtsinann gegeben, und zwar im Jahre 1'82, als der Herzog Gustav Äldols von Mecklenburg folgenden Erlaß m jeiil Land hinausgehen ließ: »Demnach nunniehro die Adventszeit und das darauf folgende Heilige Christ-Fest Hervey komvt, da dem gememen Gebrauch nach allerlei veruiununle Personen unter dem Namen des Christkuidleiils cuff den Gassen umbherlausfen, in die Häuser entweder willig ein« geruffen werden, oder sich auch in dkesetben hineindringen dergestalt, daß den Kindern eingebildet wird, als were es das wahre Christ- kindlein, welches sie anzubelen angemahnt werden, Nikolaus tind Martinius auch als intercessorea bet) demselben die Kinder zu ver­treten sich annehmen, auch sonst andere nichtige, ttnchristliche, mut­willige Tinge in Worten und Werken vornehmen und treiben, in der Tat aber die Sache mutatis nominibus et personia in stock­finsterem Heidentum den Ursprung hat. So haben wir in Er- wegiing solcher Umstände nach reiffltcher Ueberlegung dahtn ge­schlossen, daß solche repraesentatio scaudalosa mit allen ärgerlichen Zeremonien in Unseren Herzogtümern und Landen bei Unserer willkürlichen ernsten Strafe gänzlich abgetan und durchaus bei Adel Und llnadel verboten seyn soll."

* Eine Riesenerbschaft. Aus eine Riesenerbschaft von mehreren hundert Millionen erhebt ein bescheidener Pariser Friseur namens Manderscheid Anspruch tmö die holländischen Gerichte werden sich wohl demnächst mit dieser Forderung zu beschästigen haben.Bor drei Jahrhunderten," so erklärt der Pariser Figaro, dessen Wiege in Luxemburg stand,starb in Amsterdam ein General namens Wirtz, der in Indien gewaltige Schätze zusammen- gebracht hatte. In seiitem Testament verfügte er über 250 äHithonen Francs, aber er traf keine Bestimmung über den Rest seiner Retch- tümer, der auf nahezu 700 Millionen geschätzt wurde. Da keine direkten Erden vorhanden waren und feilte Verwandten sich mel­deten, fiel das Geld der Stadt Amsterdam anheim. Vor etwa 10 Jahren erfuhr einer unserer Luxemburger Verwandten von dieser Angelegenheit und kam z»t der Ueberzeugung, daß die Stadt Amsterdam die Millionen zu Unrecht erhallen habe. Er begann Nachforschungen anzustellen, sammelte Urkunden und Dokumente und ruhte nicht eher, bis er alle noch lebenden Verwandten des verstorbenen Generals entdeckt hatte, insgesamt 93 Leute, die nun den Millionen-Prozeß beginnen. Mir kommt der größte Teil bet Erbschaft zu, da ich der einzige bin, ber in direkter Lime von Wirtz abstammt." Als man den Barbier fragte, was er mit dem vielen Gelbe anfangen wolle, lächelte er und meinte:Das einzig Sichere, was ich heute weiß, ist, daß ich bann nicht mehr Friseur spielen werde." Aber er scheint von dem günstigen Ende des Prozesses selbst nicht völlig überzeugt zu sein, beim sinnend fugte er hinzu: »Wenn ich doch wenigstens 100i00 Francs dabei bekäme."

* Eine amerikanische Entführungsgeschichte, lieber rate auch für amerikanische! Verhältnisse ungewöhnliche Heirat svird aus Newyork berichtet: Ein 25jähriger kanadischer Berg­arbeiter, ein Neffe des Pastors Walker aus Brooklyn, machte vor einem Jahre die Bekanntschaft einer 18jährigeu amerikanischen Schönheit namens Blake. Seinem Heiratsplane setzten jedoch die Angehörigen des Mädchens energischen Widerstand entgegen, erklärten aber schließlich, als die beiden jungen Leute nicht von-- emander ließen, daß sie ihre Einwilligung geben wollten, aber! vielleicht erst in einigen Jahren. Tie beiden Verliebten kamen Mn auf eine Idee, die ihnen eine schnellere Verwirklichung ihres Planes ermöglichen sollte. Vorgestern morgen erschien im Hause der Angehörigen des Mädchens ein Freund des Verlobten namens Palseh. angeblich int Auftrage eines Komitees der Suffragetten, um dtc Frau für das Frauenstimmrecht zu gcitmineit. Wahrend !«nef Unterredung mit der Frau ließ er einen Brief zur Erde «letten, den die Tochter ausnahm. Ter Brief enthielt die Auf­forderung, sie möge sich an einem Seil vom Fenster auf den Hof hinablassen, um von dort aus die Straße zu gewinnen, wo ebi

Automobil zv lhrer Aufnahme bereit stehe. Das kUdchen verließ sofort das Zimmer, ließ sich an einem Seil auf den Hosbinab unbi bestieg das auf der Straße wartende Automobil. Mr. Palseh hatte so lange mit der Frau gesprochen, bis er glaubte, daß ber Entführungsplan ausgeführt war. Gestern erfuhren die Ange­hörigen, daß sich das Paar in Steamsord hatte trauen lassen.

* Der trinkende Spazierstock. Dem französischem Parlament, das eifrig beratet, wie der wachsende Alkohokgcnuß im Volke bekämpft werden könnte, ist unertoartet ein Bundesgenosse erstanden: der Erfinder des trinkenden Spazierstockes. Viele Menschen müssen aus beruflichen oder aus gesellschaftlichen Gründen! oft mehr Alkohol zu sich nehmen, als sie selbst möchten: der i(9afte gebet oder der Geschäftsfreund ladet zu einem Gläschen ein, und wer viel Besuche macht oder Geschäftsfreunde besucht, besondersi die Reisenden, erkaufen sich Freundschaft oder Aufträge oft nur durch ein liebenswürdiges und möglichst häufigesauf Ihr Wohl, Prosit". Diesen unfreiwilligen Alkoholikern soll die neue Er­findung Hilfe bringen, im durstigen Spazierstock finden sie einem aufopfernden Freund und Gehilfen. Tenn, wo sie nicht mehr trinken können oder trinken wollen, tritt der Stock in die Bresche. Er ist hohl, der Griff hat einige kleine Löcher und im Inneren des Stockes ist eine Art Syphon aus Kautschuk. Ein leichter Druck in einem unbewachten Moment und hurtig hat der Stock das Schnäpschen eingesogen. Auf der Straße kann er dann -leicht entleert werden. Man kann diesen trinkenden Spazierstock in allen Größen haben, ftir 6, 8 oder 10Bittere"; eines wird freilich vom Besitzer gefordert: Ruhe, Kaltblütigkeit, Geistesgegen­wart und Sicherheit des Auftretens. Tenn jeder Augenblick, da der freundliche Wirt beiseite blickt, muß geschickt ausgeuutzt werden unbf keine verlegene Miene darf nachher verraten, daß nicht der Gast, sondern eigentlich der Spazierstock wacker Bescheibgetrnnken hab«

* Die Kaufmannswelt des Altertums. Seit deut zweiten Jahrhundert vor Christus sind römische Großhändler nnq Kapitalisten in fast allen Ländern des Mittelmeeres zu finden^ Sie, die man Negotiatores nannte, bemühten sich natürlich, di« neu okkupierten Provinzen nach allen Richtungen auszubeuten^ Umgekehrt wurde aber in der späteren Kaiserzeit auch Rom von zahlreichen orientalischen Kaufleuten überschwemmt, wie Dr. Vasile! Parvan in einer für die historische Wirtschaftsgeographie wert­vollen Breslauer Dissertation darlegt. Diese orientalischen Händ­ler waren großenteils Nachkommen von freigelassenen oder znge- wanderten Orientalen, auch Nachkommen römischer Bürger des! Orients. Der römische Kaufmann wurde in Griechenland und int hellenischen Borderasien im 1. Jahrhundert fast überall von den handelskundigen Syrern verdrängt und nur noch vereinzelt werden zu dieser Zeit römische Kaufleute in der Literatur erwähnt, so bei Strabo und Plinius. Bon größter Bedeutung für den Handel Roms mit Jndietr Ivar die Zerstörung von Adane (Aden) durch eine römische Flotte zur Zeit des Augustus. Adane war der Haupt­stapelplatz für den indisch-arabischen Zwischenhandel gewesen; durch seine Zerstörung wurde der direkte Handel mit Indien aufge­nommen. Auch in Spanien, Gallietr und Germanien mußte bet Römer dem römischen ProvutFkäusmann weichen und in Bri­tannien siedelten sich gallische Händler an. In Rom unb seiner Hafenstadt Ostia herrscht bis zum dritten Jahrhundert noch ber römische Großkaufmann, während der Kleinhandel hauptsächlich in ber Hand von Griechen ist. Puteoli, Mediolanum, LugudiutuM und Aquileja tu ar en Stapelplätze für Orientwaren, die haupt­sächlich von Orientalen gehalten wurden. Palmyra war das! Zentrum für den syrisch-arabischen Karawanenhandel, der bmt Semiten betrieben wurde. Der Handel von Alexandria wurde von Aegypterm, Indern, Griechen und Syrern betrieben. Diese letzteres gewinnen in geschäftlicher Beziehung überhaupt immer größere! Bedeutung. Der NameSyrns" ist schließlich gleichbedeutend mit Kaufmann ober Bankier. Der Jude tritt daneben zurück, und nur im Osten hatte er sich eine Stellung geschaffen. -

* Am Stammtisch. Schauspieler:Mich haben die Zuschauer mal auf den Händen vom Theater nach Hause getragen!" Apotheker:War das in Ekstase?" -r-. Schauspieler;Nein! : ,tn Treuenbrietzen!"

Karie:

Skat-Aufgabe.

Mittelhand spielt Grand auf folgende

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Das Spiel geht verloren. Wie sind die Karten verteilt und wie muß gespielt werden?

Auflösung in nächster Nummer-

Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: Das Wejb soll steh'n an ihres Mannes Seite,

Redaktion: K, Neurath. Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen Universitäls-Bnch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen.