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fle dieKonzession", das Schaukrecht, aber Ner herum war der Fremdenverkehr nicht groß, damals überhaupt nicht. Das Riesengebirge war noch nickst in die Mode gekommen.

Es lieh ihr keine Ruhe. Sie ging zum Stallmeister und Veh sich das Gesuch an den Landrat aussehen. Kein Gang war ihr zu beschwerlich, kein Weg zu weit, Himmel uiib_ Erde setzte sie in Bewegung, um ihr Ziel zu erreichen. Der Schulze sing schon an zu fluchen, wenn er die unermüdliche Drüngerin auf seinen Hof kommen sah. Aber es half alles nichts, tote setzte es nicht durch.Später," sagte sie sich mit der den Bauern eigenen Zähigkeit und lvartete geduldig; einmal muhte es doch kommen. Für was Ivar denn der Franzi droben bei unserm Herrgott und hob seine Hände zu ihm auf, sürbittend für Weib und Kinder?

Im Juni war der Hübler gestorben und zu Michaeli konnte die Witwe pünktlich ihre Zinsen zahlen und die ersten sauer ersparten fünf Taler abtragen. Die Gläubiger staunten,'s nit Möglich, dah sie's fertig bringt!" sprachen sie kopfschüttelnd und strichen das Geld ein. Nicht einer setzte dm Zinsfuß herunter, nicht einer ließ ein paar Groschen ab für die arme Witwe.

Aber der Winter kam, das Holzschlagen hatte ein Ende und der Verdienst auch. Etwas anderes muhte ersonnen werden. Frau Mosel ging nun Botengänge, bergauf, bergab, bis nach Warmbrnnn und Hirschberg hinein, die schwerbepackte Kiepe ruf dem Rücken. Eines Tages nahm die Gastwirtin vom Lamm in Tannwalde, die so nebenher noch einen steinen schwunghaften Kram mit tausenderlei Dingen betrieb, die arme Botenfrau auf ' die Seite und flüsterte:Hüblern, ich hätt' wohl was für dich, wenn's dich nit fürchten tütft?"

Ich fürcht' mich nit," war die Antwort.

Dann folgte ein langes geheimnisvolles Zwiegespräch, und endlich ging Frau Rosel fort und stieg langsamer und nachdenklicher als sonst den schmalen Weg zu ihrer Baude hinauf. Recht mochte es wohl nicht fein, denn es stand zu harte Strafe darauf, wen» sie einen erwischten. Aber o ihr lieben Heiligen! Die Kinder haben nichts anzuziehn, das Botengehit ist ein schmaler Verdienst, und der Zinstermin rückt auch immer näher und was soll denn dann werden? Unser Herrgott droben wird mit einer armen Mutter nicht so streng rechten!

Spät abends, als die Kleinen schon schliefen, rüstete sich Frau Mosel zum Fortgehen.

Mosel, die jüngere, sah noch bei dem spärlichen Lampeiischein find besserte dem kleinsten Buben feilt zerrissenes Jöppel ans. Verwundert blickte sie von ihrer Arbeit auf.So spät geht Ihr .noch fort, Mutterte?" fragte sie besorgt.

So spät geh' ich, Rosel 's is a langer Weg," erwiderte die Mutter kurz.

Bis auf Wannbrunn 'nein, Multerle?"

Tu' dein Arbeit, Mädel, und frag nit! Ich geh' mein' Weg, und tut tust dein' Diugm!"

Nach einer Weile, während die Tochter schweigend weiternähte und die Mutter, Unruhig krameud, int Zum Mer hin- und her- ging, sagte sie mit einer ihr sonst 'fremden Weichheit:Und sollt' ich amol nit wiederkommen, Rosel, tu mir die Kinder nit verlassen! Die Buben müssen fleißig in d' Schul', daß fie. was lernen tun, hörst? Und die Papierdln, die Taufschein' und was sonst noch is, das liegt alles im Waudkastel über mein'm Bett."

Was habt Ihr vor, Mntterle?" fragte nun Rosel wirklich erschrocken.

Nischt, was dick) angeht!" erwiderte die Mutter barsch, nahm ihre leere Hocke ans den Rücken, den Bergstock in die Hand Und schritt zur Tür.Behüt euch Gott, ihr Kinder!"

Damit war sie hinaus. Mit banger Sorge horchte Mosel auf die fortgeheuden Schritte und zerbrach sich den Kops über das ausfallende Gebühren der Mutter. Aber mit dem Grübeln kam sie nicht weiter, und so setzte sie geduldig und emsig den letzten Flicken auf den zerrissenen Aermel und ging dann in die Kammer die Vierzehnjährige, der einzige Schutz der jüngeren Geschwister, mutterseelenallein mitten int Walde!

Solche nächtlichen Gänge wiederholten sich noch ein paarmal. Immer kam die Mutter heim, eh' der Morgen graute, barg ihre Kiepe int Heuboden und legte sich erschöpft und todmüde noch ein Stündchen hin. Aber zu Neujahr konnte sie pünktlich den Zins Kisten und zu Ostern auch. Ter Sommer kam wieder und die rte Arbeit im Holzschlage. Frau Rosel atmete auf. Tas war doch Arbeit, ehrliche Arbeit, die den hellen Tag nicht zu scheuen brauchte! Die Kinder brachten jetzt auch schon manchen Böhm" heim für Boteulcuifen oder für Beeren und Pilze, die sie drunten in Taunwalde an die Fremden verkauften.

So ging ein Jahr hin und noch eins. Tie Hüblern brachto W) und ihre Kinder und das Gütl durch, wie sie's ihrem Franzl versprochen hatte. Die Rosel wuchs sich inzwischen zu einem bild- saubern Mädel heraus, und die Hüblern schaute manchmal mit heimlichem Mntterstolz auf das feine rot und weiße Gesichtel, das so ganz anders geraten war als ihr eigenes braunes, sorgen- durchfurchtes, und dachte bei sich: Die macht noch ihr Glück, das Mädel!

Mutterle, laßt mich doch in die Dvrotheenhütte gehn!" 5at die Rosel manchmal.Ihr müßt so hart arbeiten; ich möcht'

auch was verdienen! Ungeschickt bin ich doch stit, und das Schleifest und Bemalen tat ich schon lernen."

Aber die Mutter wollte nickst. Die Rosel war zu gut füst die Glashütte, wo die andern Mädel sie doch nur verderbest würden. In der Baude gab's ja auch genug Arbeit für die Mosel, mit dem Vieh und mit der Wirtschaft, meinte sie.

Um diese Zeit wars, daß ein Besuch sich in der Hüblerbandck einzustellen pflegte, oft und immer öfter. Das war der Sohst der Gastwirtin drunten ans Tannwalde, der junge Wirt vom Goldenen Lamm", ein schmucker, stattlicher Bursche. Er kam und brachte heimliche Botschaften seiner Mutter für die Hüblern, und wenn das Geschäft abgetan war, sand sich leicht ein Vorwand, um mit der jungen Rosel noch ein Viertelstündchen zu plaudern. Und endlich wurde aus dem Geplausch eilte richtige Liebschaft,,, eine neue zu den vielen, die der Richter-Ignaz schon auf d«ml Gewissen hatte.

Die Hüblern merkte es bald genug, wie verschossen der Ignaz! in ihr hübsches Mädel war, und nahm ihn scharf ins Gebet, ph er's auch wohl ernst meine, denn zu andern Dingen gab' fier ihre Tochter nicht her, da flöge er zum Tempel hinaus, ehe erl sichs versähe, darauf könne er sich heilig verlassen. Und als! er hoch und teuer schwur, die Rosel und keine andere solle Wirtin vomLamm" werden, da nickte die Mutter zufrieden. Sie hatte ja immer gewußt, daß ihrem Mädel noch ein ganz besonderes Glück blühen müsse. So war doch nun eins von der steinen! Schar verforgt, und wenn sie einmal die Augen schloß, hatten die andern armen Würmer doch einen Anhalt an dem wohlhabenden Schwager.

Soweit war alles gut, nur daß die Mutter dem stinstigest Schwiegerfohn besser gewogen war als die Tochter. Rosel, bie jüngere, hatte etwas Kühles in ihrem Wesen, herb und frisch! wie die Luft droben im Gebirge, und ihre blauen Augen blicktest so klar und kalt wie das murmelnde Bergwasser, daß es den heißblütigen Freier manchmal stutzig machte. Aber sie war nun einmal so, und das gefiel ihm gerade; die andern Mädel mit ihrem aufdringlichen Getue hatte er endlich einmal satt. So schön wie die Rosel war doch teilte von ihnen!

Also dauerte dasVerhältnis" fort, und die guten Taiin- roalbcr zerbrachen sich die Köpfe, ob die dicke Gastwirtin, die: doch ihren aparten Stolz hatte, wohl damit einverstanden sei und nichts gegen das arme Hüblermädel einzuwenden hätte., Auch die nächtlichen Gänge der Hüblern dauerten fort. Längst schon war der Rosel ein Lickst darüber aufgegangen, wo­hin sie führten, und was all das heimliche Getue $t; bedeutest habe, lieber die Maßen war sie dabei erschrocken. Nicht etwa, weil's ein Unrecht war, daß die Mutterpaschen" ging die Leute an der Grenze nehmen das nickst so genau, sondern weil sie trotz ihrer Jugend und Unerfahrenheit gut genug wußte, wie gefährlich diese nächtlichen Grenzgänge waren, und wie hart sie bestraft wurden, wenn der Grenzjäger die Frevler erwischte. Aber kein Wort wagte sie zu sagen, nicht einmal ahnen lieg sie- die Mutier, daß sie. um ihr Geheimnis wußte.

(Fortsetzung folgt.)

vücher für den Weihnachtstisch.

i.

Es ist eine alte, liebe Gewohnheit der Deutschen, sich wenig­stens zur Weihnacht ein Buch unter den Taiinenbanm zu legen- und nickst wenigen Menschen ist es das liebste Geschenk, be­sonders den Kindern. Leider verfügen wir trotz ntamtigfacher! Versuche immer noch nickst über ein einwandfreies Verzeichnis guter Bücher, und namentlich bie neuesten Erscheinungen gelang en erst dann an die Oeffentlichkeit, wenn die Listen längst erschienen sind. So kommt es oft, daß wirklich gute Bücher in ihrem Er­scheinungsjahr unberücksichtigt bleiben nnd minder wertvolles ge­kauft wird, vielfach aus rein äußerlichen Gründen. Im folgen­den soll deshalb auf einige Bücher hingewiesen sein, die in diesem Jahre erschienen sind und allgemeine Beachtung bean- spruchen dürfen. An erster Stelle für uns steht die he ff i schick Literatur, die in diesem Jahre wieder gut vertreten ist, und ist ihr der große hinterlassene .Roman Wilhelm Holzamers, unseres unvergeßlichen hessischen Dichters, dem ein schweres Leid die Feder frühzeitig aus der rastlosen Hand genommen hat. Eigene Lebensschicksale sind es auch hier, die des Dichters Geist zum Roman ausgestaltet hat, und dem näher stehenden greift schon der Titel: D er Entgl eist e (2 Bände bei E. Fleische! in Berlin erschienen) an das Herz. Es ist hier nicht der'Ort, um! darüber zu reden, was die Herausgeberin an dem Werke getan hat, beim Holzamer hat dieses Buch nicht vollendeit können, und wenn er nach seinen eigenen Worten sechs Monate der ungestörten Rnlst gebraucht hätte, um es so zu überarbeiten, wie er es ge­mocht hatte, so ist es für jeden klar, daß es schließlich nicht so geworden ist, wie es der Dichter -gerne gehabt hätte. Es sind- viele öde, arme Stellen in dem groß angelegten Werk und erst znm Schlüsse des ersten Bandes, der mit dem Ehekonflikt und der Abreise nach. Paris schließt, findet man wahrhaft dichterische! Gestaltung und Ausdruckskraft. Daß. Holzamer auch hier noch nicht über fein einiges unseliges Geschick hinanskommt, ist das