Ausgabe 
17.10.1910
 
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jedenfalls auch. bezahlt wird; das macht für jede Zeile dieses herzlich unbedeutenden Vorläufers des berühmtenAdieu, adieu, my native shore tausend Mark..

* E i n unbekanntes Gedicht von Lenau. Der

vermisstes.

* Die Spinnen drängen sich mehr wie-andere Tiere zur Beobachtung ans; denn m der Wohnung, im Oekonomiegebäude, «uf Feldern, Bäumen, Sträuchern, Blumen, Gras finden wir sie Pitt und ohne Gewebe, auf Beute lauernd. Allgemein werden sie Schätzt und verabscheut, vrelfach auch ohne weiteres getötet, weil der Volksglaube in thnenVorboten von Sorge u. Kummer erkennen tvrll. Auch , aus dm Stallen werden sie eifrig entfernt, und doch sc?d fte darm durch Wegfangen von Mücken und Fliegen, welche analen sehr nützlich Wie tüchtige Künstler manche sind, beweisen unter dem Mikroskop ehre Gewebe, die sich mit eleganter Formvollendung präsentieren. Auch zuverlässige Wetter- propheten fuch sie, und ebenso dürfen sie wie Ameisen und Bienen durch ihren Fleiß vorbildlich sein. Bewundernswürdig ist die Sorge der mütterlichen Spinne für ihre Nachkommenschaft, die Ebenbürtig den sonst tnt Volksmnnde gebräuchlichen Vergleichen befugt werden konnte; denn ihr Eiernestchen, das ihr ein und atles ist, hangt sie, sorgfältig mit Seidengewebe bedeckt, zur Ueber- tvm-erung an geschütztem Orte auf oder trägt es dauernd mit sich ^"her. Sem Verlust macht sie tief unglücklich; rastlos sucht sie es und laßt sich m ihrer Angst durch ein künstlich bereiteW Nnd ihr als Ersatz gebotenes tauschen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Bedenke das E n ö e.

bis 1784 auf3 jährige Lehe" überlassen Wurde. Auf Na'chsuchen erhielt er es noch weitere 3 Jahre auf Probe,wenn er sich bessere". 1787 wurde Müllerwegen seiner Liederlichkeit und übler Wirtschaft, auch Leye widrigen Betragens die Leye auf­gesagt". Von 17881794 übernahm die Verwaltung des Hospitals Und des Gutes derKirchenseniorWalth. Müller, Gast­wirtzum goldenen Hirsch". Bei Uebernahme der Stelle ver­bürgt sich mit ihm seine Ehefrau Marie, geb.Plockin". Ob Müller nach Ablauf der Pachtzeit der Kontrakt auf weitere Jahre verlängert wurde, ist aus den Akten nicht ersichtlich; mög­lich wäre es; denn er war ein gewissenhafter Verwalter, der das heruntergekommene Gut wieder in Ordnung brachte. Im 19. Jahrhundert hören wir nichts mehr von einem Gutspächter.. Nach den üblen Erfahrungen, die man mit den Pächtern ge­macht, wird man für die Folge die Grundstücke einzeln ver­pachtet haben. (

Die Hospitalpächter hatten außer den Bezügen von der Ver- pflegung der Hospitanten noch besoitdere Freiheiten. 'Sie erhielten, wie schon erwähnt, zwei Wagen Holz aus dem Stadt­wald, durften doppelt so viel Schweine wie ein Bürger in die Mast treiben, konnten sich der-Schäferei" auf zwei Viertel be­dienen, waren frei von Steuern und allenBeschwernissen". Außerdem hatten ' sie freie Wohnung im Spital, die aus zwei Stuben und drei Kammern bestand.

Die Oberaufsicht über das Spital führten der Bürgermeister sind Rat der Stadt, das Konsistorium und der Vertreter der fürst­lichen Regierung, der Oberamtmann. Alle drei Behörden bildeten ein Kollegium. Oft wird die Kompetenz der einzelnen Mitglieder überschritten, indem sie selbständig in die Verwaltung eingreisen. Dies führte natürlich zu Reibereien. So beschwert sich der Super­intendent D. Bielefeld über den Rat der Stadt, weil er selbständig dem Verwalter Wenk gekündigt habe. Bürgermeister und Rat habein dieser Sache eines alleinigen Verfahrens sich unter­nommen und dem klagenden Wenk ohne seine Bewilligung aus dem Hospital und dessen Güterverpachtung zu drängen gesucht". Andererseits beschweren sich 1721 Bürgermeister und Rat, daß, von bem Konsistorium der Feldscherer Vogt als Verwalter ange­nommen, ohne die städtischen Hospitalvorfteher zu befragen, die doch vor dem Syndikus vereidigt wären.

Mit Einführung der Gemeindeordnung int Jahre 1822 änderte sich auch das Verhältnis der Stadt zum Hospital. Bürger- merster und Rat werden in Hospital- und Armenangelegenheiten selbständiger. Der Charakter des Hospitals wird nun auch ein anderer. War es vorher hauptsächlich Herberge für arme Pilger Nnd Pfründneranstalt, so wird cs nunmehr in erster Linie Armenversorgungsanstalt. Es kehren wohl noch zu­weilen Pfründner ein, die sich einkaufen; meist sind es aber! solche Pfleglinge, die durch Stiftungsgelder unterhalten werden (Plock'sche Stiftung). Neben der Pfründneranstalt ist das Hospital letzt Kranken- und Armenanstalt. Geistesschwache und Personen, die an unheilbaren Krankheiten leiden und deshalb rn der Klinik keine dauernde Unterkunft finden können, werden dem Hospital zugewiesen. Daneben besteht eine Arbeits­anstalt, in der solche Personen beschäftigt werden, die sich nicht selbst ernähren können, aber doch noch ihrige Arbeit verrichten können. Auch arbeitsscheue Personen werden hier an eine geregelte Tätigkeit gewöhnt. Die Insassen der Arbeitsanstalt werden mit Spinnen, Weben, Anfertigung von Strohmatten, Roßhaarzupfen und sonstigen leichten Arbeiten beschäftigt.

Mit der Errichtung des neuen Siechenhauses an der Licher Straße im Jahre 1903 wurden die seitherigen Insassen des Hosprtals dieser neu gegründeten Anstalt überwiesen. Damit hörte das Hospital auf, eine selbständige Anstalt zu bilden; die Vermögensverwaltung war schon vorher mit dem Armenkasse-, wesen vereinigt. ' I _g_

Webciftton: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stcmdruckcrei,. R. Lange, Gießen.

* Gin,klassischer BnchladeN. Mus London tohfi berichtet: Die berühmteste Antiquariatsbuchhandlung Londons, di« fett fast hundert Jahren bestehende Firma Sotheran u. Co., muß jetzt ihr Heim in Piccadilly räumen, um einem modernen! Teehause Platz zu machen. Im Jahre 1816 wurde das Ge­schäft inmitten der City begründet, aber als dort der kaufmännische - Geist die tdealen Güter mehr und mehr vertrieb, mußte auch dies« Heimstatt erlauchter Geister das Feld räumen und sich weiten westlich nach Piccadilly konzentrieren, von wo sie nun nach rund einem halben Jahrhundert abermals vertrieben wird. In ihren Räumen war Gladstone, der große alte Mann, ein ständiger! Gasthier hat Darwin in den naturwissenschaftlichen Bücherschätzen gewühlt trnd John Ruskin oft genug mit Kennerblick in alten kostbaren Prachtbänden und seltenen Gravüren geblättert, WaS alles an Raritäten und bibliophilen Wertstücken im Laufe eines Jahrhundert durch die Hände der Firma Sotheran gegangen! ist, könnte höchstens ein amerikanischer Milliardär mit Gold auf­wiegen, und in der Tat sind denn auch die amerikanischen Vücher- nebhaber seit langem die besten Kunden der Firma und Die Hauptabnehmer für Wiegendrucke, Erstausgaben, Autographien, Kurtosa uitd dergleichen mehr. Unschätzbare Wertstücke sind von hter aus im Laufe der letzten Jahrzehnte über den Ozean ent- schwunden, und es gehört fast zu den Ausnahmen, wenn große Obiekte tn England selbst Käufer finden, wie z. B. die Bibliothek Herbert Spencers, die Sotheran nach des großen Forschers Tode für 5 Millionen Mark übernahm und die in Privatbesitz eine Millionärin in Manchester war die Käuferin überging. Ihr besonderes Augenmerk hat die Firma Sotheran von je auch den Bucheinbänden zugewandt, für die neuerdings wieder eine Pe­riode luxuriösester Ausstattung begonnen hat: so besitzt sie u. a. ein Exemplar der bekannten Weisheitssprüche des Omar Chaijam, dessen Deckel aus kunstreich geschnitztem Elfenbein mit nicht weniger als 700 eingesetzten Edelsteinen besteht, eine Art des Buchschmuckes, die gegenwärtig ebenso ihre Liebhaber suchet, wi« die andere, die darin besteht, den Einband mit handgemalten Mi­niaturen auszuzieren. Sehr bedeutend ist auch der Autographerch handel des Hauses Sotheran. Welche Preise dabei bisweilen er­zielt werden, mag die Tatsache illustrieren, daß für einen ein­zigen Vierzeiler Lord Byrons:

Adieu to sweet Mary for ever j

From her I must quickly depart;

Though the fates us from each other sever, Still her image will dwell in my heart.

Front der Kaufpreis von 4000 Mark gefordert und jedenfalls auch, bezahlt wird; das macht ff ' ' ~ "

herzlich unbedeutenden Vorläufers des berüh

Insel-Almanach für das Jahr 1911" veröffentlicht ein bisher un­bekanntes, von tiefer, Schwermut getragenes Gedicht von Nikolaus Lenau. Die Verse lauten:

Wer seine Jugend überlebt, Wen unvergeßlich Leid getroffen, Wem schal geworden jedes Hoffen, Für das er sehnlich einst gelebt, Und wenn er kalt für Ruhm und Ehren, Kein Kuß ihm zündet mehr am Munde: O könnt ein Zauber ihm gewähren, Ein Kind zu sein nur eine Stunde, Könnt er die Welt mit frischen Blicken Nur einmal noch und freudig seh'n, Es würd' ihn stärken "und erquicken, Bis das Geschick ihm heißt vergeh'n.

Uönigspromenade.

Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man wie der König auf dem Schach­brett stets von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeht

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