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Md Grübeln Und Mfteln abgewohnt'. Ich zwang rmM smcht mehr an die nnseltge Geschichte gilt denken. Ich wollte mich von einer Tücke des Zufalls nicht werfen lassen. Und das ist's, Wals ich mich Ihnen zurufe, Friedel!"

Er brach lab'. Man war in den äußeren Fabrikhof ge­treten, und da kam der Kommerzienrat bereits seinem durch­lauchtigsten Gaste entgegen: in schwarzem Gehrock und Heller Weste, den Zylinderhut in der Handl

Auch er hatte zunächst ein paar Entschuldigungen. Seine Gattin sei leidend und bedaure außerordentlich, den Herrn Herzog nicht begrüßen zu können. Ob der Herr eHrzog zunächst ein kleines Frühstück zu sich nehmen oder lieber erst die Fabrik besichtigen wolle?

Erst die Fabrik," sagte Abeelen.Wir wollen uns das Frühstück verdienen."

Nun überstürzten sich die Befehle. Eine Cortege wurde gebildet: Herr Westermann, der erste Kellermeister, nahm die Spitze: ein Küfer mit rasselndem Schlüsselbunde folgte; dann stellte Kesselholz! die Verbindung mit der Haluptgruppe her. Auch in den verschiedenen .Höfen und Hallen, pen Bureaus, den ober- und unterirdischen Kellern war der Besuch angemeldet worden. Der Kommerzienrat hatte Kesselholz ein förmliches Zeremoniale übergeben. Nachts­über war in sämtlichen Räumen eine Generalsäuberung veranstaltet worden; alle Arbeiter hatten frische Schürzen erhalten und die Flaschenspülerinnen den Befehl bekommen, ihreLivree" anzulegen (graue Wollröcke mit rotem Saum Und rotem Mieder: Anzüge, die ihnen einmal für em Winzerfest geliefert worden waren). Der Herr Herzog, von dem man so viel erhoffte, sollte ein hübsches Gesamtbild vor sich haben, sollte die Arbeit sich auch in allen Stadien entwickeln sehen.

Zunächst ging es in die Schreinerei, in der die Kisten und Gestelle -gefertigt wurden, und dann in die geräumige Flaschenhalle, in der tausende und tausende von leeren Flaschen, wie sie aus der Glashütte gekommen, aufgeschichtet waren, zum größten Teile noch mit grauem Kohlenstaub überzogen, zum Teil schon gereinigt. Diese Reinigungs­arbeit besorgte ein Schwarm von Flaschenspülerinnen an sinnreich konstruierten Maschinen, während ein Paar Prüfe­rinnen fich davon überzeugten, ob auch wirklich nicht das geringste Stäubchen zurückgeblieben fei, das der Entwick­lung des Weins natürlich zum Verderben gereichen mußte. Ehe eine jede Flasche für tauglich befunden wurde, kanr sie aber nochmals in die Hände eines Glasprüfers zur Unter­suchung ihrer Standhaftigkeit und wurde dann erft in das Füllmagazin geschafft. Die Arbeit des Spülens ging den Mädchen erstaunlich flink von der Hand; sie ließen sich auch durch den Besuche nicht stören und sahen in ihren Woll­kleidern mit den roten Miedern sehr adrett aus. Das Wasser »über ihre Hände und die bloßen Arme und rieselte auf

Boden zwischen ihren derben Schuhen hindurch in die Abflußrinnen.

Nette Rekruten," sagte der Herzog.

Der Kommerzienrat schmunzelte und erlaubte sich ein Santes Witzchen. Dann ging es' in die Kellereien. Zu- tz in die unterirdischen, die vor einigen Jahren neu ausgebaut worden waren, und in die man durch eine Vor­halle aus künstlichem Felsgestein trat, in der Gnomen­gestalten die elektrischen Leuchten hielten.

Beim Anblick des ersten riesigen Faßlagerkellers stieß Abeelen unwillkürlich einen Ruf der Ueberraschung aus. £[e Achtung, war oas ein Raum! Von der Höhe des euzgeivölbes schimmerten die elektrischen Birnen, aber trotz der Beleuchtung schien der Blick das Ende dieses ungeheuren Saales nicht erreichen zu können, dessen Decke gewaltige Pfeiler trugen Und dessen Sohle zementiert war. Faß an Faß lagerte hier auf hohen Kantern; einige ruhten auch auf mechanischen Faßlagern, die neu angeschafft waren und ausprobiert werden sollten. Die Fässer waren sämt­lich gezeichnet. Die eigenen Weinberge der Firma Friedel waren nur unbedeutend; der meiste Wein, dessen die Fabrik bedurfte, wurde gekauft. Einige Hakbstück Eigengewächs' lagerten in einer besonderen Abteilung und befanden sich noch im Gärungsprozeß. Je näher man ihnen kam, um so heller klang das lebhafte Glucksen des arbeitenden Weins.

Man schritt die Reihen der Fässer hinab. Der Kom­merzienrat bezeichnete das eine oder andere und machte dazu kurze Bemerkungen.Noch ein Rest Klostereck, Durch­laucht h liegt fünf Jahre, bekommt aber jetzt erst seiich Waschenreife. . . . Drüben, das Faß mit den drei' roten

Kreuzen, das ist meine Zukunftshoffnung. Er soll der Cuvee des nächsten Jahres die Weihe geben. . . . Gehen wir weiter!"

Ein zweiter Keller tat sich auf. Er enthielt nür ab­gelagerte Faßweine, die zum Teil zur Aufbesserung der jüngeren Jahrgänge verwendet wurden. Hier mußte Abeelen zum ersten Male proben. Weftermann steckte den Heber in das -geöffnete Spundloch und ließ den, licht- gelben Wein in ein Glas rinnen.Evoö K. A. Friedel/ sagte der Herzog und trank. Dann pfiff er durch die Zähne.Superb.! Was ist das?"

Geisenheimer Dachsberg, Durchlaucht. , In Erbach er­steigert, aber die Weinhändler haben mich so hoch ge­trieben, daß ich damit niemals auf meine Kosten komme. Das ist ein Elend auf diesen Auktionen! Einer mißgonnt's dem andern, und dann geht das Treiben los! Und wehe, wenn einmal etwas Extrafeines zum Ausruf kommt! Ich war dabei, wie vor drei Jahren ein Halbftück Stem­berger mit achtzehntausend Mark bezahlt wurde.. Rechnen Sie sich aus, wieviel der Großhändler für die Flasche nehmen muß und wieviel der Restaurateur. Aber getrunken wird's doch."

Das ist die Hauptsache," sagte der Herzog.

Nun ging es eine Treppe hinauf in einen dritteln Kellerraum, in dem ein an der Querwand lagerndes Riesenfaß die Cuvse enthielt. Wie Firma Friedel verwen­dete für ihre besseren Champagnersorten nicht die reinen Jungweine, sondern mischte die verschiedenencrus" eines Jahrgangs und behandelte sie in der Cuvee weiter, bis sie flaschenreif waren. Hier war das der Fall: dieTivage" war in der Arbeit. Ein ganzes System von Röhren führte vom Fasse aus zu den eigenartigen, von geschickten Fraueü- Händen bedienten Füllvorrichtungen. Es ging alles mit fabelhafter Schnelligkeit vor sich. Flasche auf Flasche füllte sich und wanderte zu den im gleichen Räume arbeitenden Männern, die sie aus kleinen Maschinen verkorkten und dann abermals weitergaben zu den letzten Arbeitern der Reihe, die, ebenfalls vor ihren Maschinen sitzend, den Korken mittels einer eisernen Klammer am Flaschenhals befestigten. Schließe lich wurden die Flaschen im elektrischen Auszug in die Keller befördert. , ,

Den Herzog, der zum ersten Male eine große Schaum­weinfabrik besuchte, interessierte der Vorgang ungemein. Er erkundigte sich nach mancherlei Einzelheiten, nahm eine der gefüllten Flaschen und hielt sie gegen das' Licht. Ganz klar," sagte er,auch nicht der kleinste Gärungsstoff im Wein."

Er kommt erst," entgegnete Fritz lächelnd.Die Flaschengärung ist eine große Hauptsache für die Erzeugung des Schaumweins: Dann wird der Wein völlig trübe unÄ erst nach beendetem Gärungsprozeß, dem inan durch die Rsmuage zu Hilfe kommt, wieder geklärt. Aber tvir wollen sachgemäß vorgehen, Durchlaucht. Steigen wir jetzt in die Flaschenlager hinab!"

Es waren neue, gigantische Keller, oder vielmehr: es war ein ganzes System ineinandergreifender Kellereien, in denen eine verhältnismäßig hohe Wärme herrschte. Die aufgeschichteten Flaschen bildeten feste Wände; sie waren scheinbar ganz einfach nur schichtweise durch dünne Holzek leisten getrennt und dennoch so kunstvoll übereinander­gelegt, daß man eine einzelne Flasche leicht herauszieheN konnte, ohne den Aufbau zu erschüttern.

(Fortsetzung folgt.)

Vas Hospital am Lettersweg zu Gietzen in der öfteren Zeit seines Bestehens.

Die Hospitäler (hospitium, Hospitale) waren ursprünglich Herbergen für Pilger und arme Reisende, in denen sie unentgeltlich aufgenommen und verpflegt wurden. H e i l - und Pflegeanstalten für Kranke waren sie erst in zweiter Linie. Es konnte allerdings nicht fehlen, daß später bei dem starken Verkehr auf den Landstraßen auch oft in dem Hospital kranke Reisende einkehrten, die darin verpflegt werden mußten.. Daneben- nahm das Hospital auch alte Leute zur lebenslängliches Pflege auf. Die Aufnahme erfolgte manchmal unentgeltlich oder doch so, daß dem Verwalter aus den Einkünften des Hospitals: ein bestimmter Verpflegungssatz vergütet wurde, dann aber auch dadurch, daß sich die Pfleglinge in das Haus einkauften, indem sie dem Hospital ihr Vermögen vermachten.- Das, was ihnen das Hospital dafür gewährte, war eine Pfründe. Die Grüw düng der Hospitäler war das Werk der Dir ch e, die wohlhabeE