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Ansichtskarten.

In derWelt des Kaufmannes" lesen wir die folgenden, begrüßenswerten Ausführungen eines Naturfreundes, die lebhafte "« «»'M! Ich W« <M di. WM, zur Belebung, inneren Belebung, der Ausichtskartenfabrrlatroni machen. Es wird da sicher allerhand Nettes von ihr gemachü Alte Stiche werden reproduziert. Ab und zu durchsucht man wohl auch die Studienmappe eines Künstlers und erwirbt em paar aparte Zeichnungen zur Vervielfältigung. Und auch der Photo­graph, der ausgeschickt wird, umAusnahmen zu machen, bringt manches geglückte Bild mit. Aber so m der Mehrzahl ist es doch entsetzlich langweiliger Kitsch, der da m Lichtdruckkarten feilgehalten wird.Tas Kurhaus ,Der Badestrand , ,-^et X-Berg von Norden",Der L-Berg von Süden ,Das Rat­haus",Tas Kaiser-Wilhclm-Denkmal Und so fort in uifi- Nltum' Was wir so selten finden, das ist die Wieder-gabe intimer Stimmungen, und der Tourist, der sie genoß, muß sich, wenn er für sich oder seine daheim gebliebenen Freunde em Erinnerungs­zeichen sucht, mit dem Bilde eines jenerWahrzeichen begnügen. Dabei eignen sich gerade die nionnmentalen Ansichten zumeist gar nicht für das bescheidene Postkartenformat. Der langgedehnte Strand der Meeresküste wirkt kraftlos, kleinlich m solchem Bildchen. Aber es konnte gut etwa die hüpfenden Springwellen wiedergeben, die an einem im Wasser liegenden Felsblock emporspritzen, xer Berg erscheint auf der Karte flach, die Wucht einer Wölbung kommt auf ihr nicht zum Ausdruck. Aber die kleinen malerischen Reize des Bergpfades ließen sich wohl auf ihr darstellen.

Diese kleinen, intimen Reize werden auch von dem, der eine Gegend mit der Kamera nnd dem Auftrage, Ansichtskarten-, Vorlagen zu beschaffen, bereist, selten oder nie gesehen. Er wird sich vorwiegend an dieGlanzpunkte" halten. Aber der Wan­derer, der eben gerade um jener Einzelschönheiten willen durch die Landschaft streift und der heute doch in so vielen Fallen auch seine Dunkelkammer bei sich führt, wird mit ihr manch fernen Zug der Natur, den er belauschte, festhalten! Und daruin: Ihr Ansichtskartenfabrikanten, erlaßt ein Preisausschreiben für Liebhaberphotographen. Ihr werbet in deren Plattenmsten eine solche Fülle reizvollerMotive" finden, daß ihr mühelos der alten Schablone enkraten könnt. Ter Ansichtskarten schreibende und sammelnde Tourist aber wird es euch danken, B.

* Saie. Nur allzu häufig muß man jetzt das Fremdwort Safe lesen und hören, das einen seiiersesten Geldschrank oder ein diebessicheres Baiikiach bezeichnet. Tiber wer weiß, ob man nun der oder das Saie sagen soll? Die Wörterbücher geben darüber keine Auskunft. Denn da dieses englische Fremdwort erst in neuester Zeit tu unsere Sprache eingedrungen ist, so ist es in den meisten Fremdwörterbüchern nicht 51t finden. Auch in der Schrift des Amerikaners Charles B. Wilson The grammatieal gender of Euglish words in German (1899) ist Safe nicht erwähnt. Im all­gemeinen gilt bei uns die Regel, daß die Fremdwörter im Deutscheii dasselbe Geschlecht erhalten, tvie das durch sie vertretene deutsche Wort. Steht Saie für Geldschratik, so wird man tvohl der Sase sageti, wie man ja und) dafür den Ausdruckder Arnheim" ge- brattcht. Bedeutet aber Safe so viel wie Banksach, dann ivürde wohl das Safe zu setzen sein. Am besten kommt man freilich über solche Schwierigkeiten hinweg, so heißt es in der Zeitschrift des Allgemeinen Detitschen Sprachvereins, wenn man dieser Eng­länderei nid)t frönt, sondern deutsch redet. Dann hat man auch den weiteren Vorteil, daß man sofort ins klare kommt, ob ein Geldschrank oder nur ein Banksach gemeint ist.

* Eine Reise durch das heutige China. Der bekannte amerikanische Forschungsreisende Dr. Geil, der bereits fünfmal China durchquert hat, ist nun von einer neuen Reise durch das Reich der Mitte heimgekehrt. Er hat im Laufe eines Jahres alle größeren Provinzhanptstadte des himmlischen Reiches besucht, und da er dabei sozusagen immer auf den eigenen Spuren wandelte, Vergangenheit und Gegenwart vergleichen konnte, gewinnen seine Beobachtungen besondere Bedeutung.Was auf mich den stärksten Eindruck machte," so faßt Dr. Geil das Ergebnis seiner Studien zusammen,war die allgemeine revolutionäre Gesinnung, der ich überall begegnete. Ich meine damit nicht etwa ein Anwachsen der antidynastischen Bewegung oder ein Zunehmen des Fremden- hasses; die Gärung, die ich überall beobachten konnte, möchte ich fast eineAnti-Baby-Bewegung" nennen. Insonderheit unter den Studenten,'den reiferen Schülern und der Intelligenz herrscht die Meinung vor, daß China gegenwärtig eine kritische Phase, seiner Geschichte durchmacht, und man beklagt es tief, daß gerade zu solcher Zeit ein kleines Kind bett Thron entnimmt. Dabei äußert sich durchaus keine Feindschaft gegen bett Regenten, aber man glaubt, daß unter der Herrschaft eines Kindes niemals die Moder­nisierung Chinas durchgreifend und glücklich zu Ende geführt werden kann. Mair weist daraus hin, daß alle Unruhen, die

China in netterer Zeit erschüttert haben, wahrend der Herrschaft der drei letzten Kaiser eintraten, die alle Kinder waren. Nur in einzelnen Provinzen spürt man die Fortschritte einer antv dynastischen Bewegung." Aber eine' Gefahr für den inneren! Frieden des Reiches der Mitte erblickt der Kenner Ostastens tn diesen Symptomen nicht. Int Gegenteil, die Reglerimg tut alles, was in ihrer Macht steht.Selbst mir, der ich China kenne, erscheinen die Umwandlungen beinahe wunderbar. Ich habe den Sitzungen von Proviuzialparlamenten beigewohnt, habe m allen Teilen Chinas Schulen und andere moderne Anstalten besucht/ und ich bin erstaunt über die Inbrunst des Willens, China^ vor­wärts zu bringen." In Kwangsü, betn großen Kupferzentrum, war man emsig am Werke, eine grope ntobeine ^eytanstalt zu errichten, und überall drängt sich die ^ngend,zu dieser Möglich­keit, sich eine wirklich moderne Bildung anzueignen. Selbst der Gouverneur besuchte regelmäßig und Mit Eifer die s.aat. recht­lichen Vorlesungen.Er ist der längste Gouverneur Chinas, fern Privatsekretär hat in Cambridge promoviert, und seine be den, anderen Sekretäre tragen keine Zöpfe mehr. Rur wer China kennt, kann ermessen, was das bedeutet. In Kweiltn wird emck große, moderne Strafanstalt gebaut, tn der abgelegenen Kwai-Tschau wird ein großes, mächtiges Artnenhaus gebaut, da- Hunderte von Personen aufnehmen kann. Dicht daneben steht eine landwirtschaftliche Schule, wo die Seidenzucht gelehrt wird. Was sich aber vor allem dem Reisenden aiisdrangi, da- stnd die umfassenden planmäßig betriebenen militärischen Rüstungen. Ueberall setzten mich diese Vorbereitungen m Staunen. Wo ich änck> binkam stets spürte ich die Einheitlich ce.it des Planes, die, daran/ abzielt, eine machtvolle Armee heranzubilden. Nicht etwa nur in den Provinzhanptstädten, sondern selbst tn den kleinen Städten sieht man überall die Instruktoren, die ihre Rekinted drillen und überraschende Fortschritte erzielen. Gerade m dep Zeit, als China den Einmarsch in Tibet vorbereitete, weilte Dr, Geil in Tschengtn, der militärischen Operatlonsbasis. ,Es herrschte, die größte Rührigkeit und ick) erfuhr, dav dus RegwrunÄ bereits 20 000 modern ausgerüstete Truppen auf Tibet m Marsch gesetzt hatte. Ueberall war Tibet das Tagesgespräch. ^ch habe die Juvasionsarmee nicht mehr, sehen können, aoer tn der Tat war der Truppenbestand von Tfcyengtu auf ein Minimum redu­ziert, weil alle verfügbaren Formationen bereits gegen Twer dirigiert waren."

* Der glückliche Erbe.Mensch, wie siehst du benrt aus? Du bist wohl unter Räuber geraten?" wo: mein Onkel ist doch gestorben, und da war heut Testament-ervsfnnng Na und?"Er hat mich znm Hanpterben eingesetzt; nnd"da ist halt eine fürchterliche Erbschaftsregulierung aus- geb'°ch Miß iranisch. Sommerfrischler: .Haben Sie nicht irgendwo einen finstern Raum, wo ich meine Bilder entwickeln könnte, vielleicht eine Kaminkammer?" Bauer:.ja freut, dös taat ent wohl, mei' ganz G'selchts da drin zamfresten.

Büchrrtisch.

Schrader, Bruno, Die Römische Campagna mit 123 Abbildungen (Berühmte Kunststätten, Nr. 49, Leipzig, E. A. Seemami). Das Weichbild Roms ist der große Kirchhof der Weltgeschichte genannt worden. Ueberall herrscht versteinertes Leben, lebendig' gewordener Tod. Wer die geheimen Reize dieses einzigen Landes, das vom Schutt der Weltgeschichte starrt, genießen will, bedarf eines funbtgen Führers, der mit der Wünschelrute der Wissenschaft die verborgenen Questen aufdeckt, und sprudeln laßt. Als solcher erweist sich Bruno Schrader in diesem zierlichen Bändchen. Er hat nicht nur die Campagna selbst offenen Auges durchzogen, sondern mich den Geist, der hier beständig aufbaute und zerstörte, beschworen. Er steigt in die Urgeschichte des Landes hinab, wandert mit uns um die Tore Roms, erzählt von unter­gegangenen Städten, führt uns ins Albaiiergebirge, nach T,vo i, Cori, "Norma und Ninfa. Seine Schilderung wird von 123 Ab­bildungen erläutert.

versteckrcttsel.

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer". Andernach Regenbogen Bethanien Pferdcbahnschaffner Marburg - Feld'arbeiter - Listenwahl Rittergut - Ruhrort Hohenstaufen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des K^enzrätsels in voriger Nummert

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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»,