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Droesigl.

SRontan von Gev r g Fr ei h err n »vn O mp t e d«.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Da Werffen, der Lindenbachsche Besitz, init dem Wagen in drei guten Stunden zu erreichen war, so schlug Ludwig vor, ob )ie nicht dort ihren Antrittsbesuch machen ivollten, denn in gesellschaftlicher Hinsicht wollte er ja nichts ver­fehlen. Agathe glitt darüber hinweg. Ms er nun immer wieder davon begann, meinte sie, es erwarte sie doch nie­mand. Das nahm er beinahe übel. Was? Sollte man auf bcn Besuch keinen Wert legen?

Agathe kant nicht auf solche Gedanken. Sie wollte nur ihren ersten Glückstraunr nicht unterbrechen, denn werrn s:e etwas als besonderen Segen empfand, so war es, hast Saus und Braus und horrido aufgehört und sie nicht wie einst von einer Jagd, von einem Kartenspiel in das andere fielen.

Aber bei fernem Drängen regte sich nun auch in ihr das dunkle Bedürfnis, den anderen zu zeigen, daß sie glück­lich war. Nicht ihren Schwestern. Mit Gräfin Patsch hatte sie sich nichts, Mit der Prinzessin nicht viel zu sagen. Aber wenn sie sich ihres Schwagers stiller Freundlichkeit erinnerte, dann klopfte einen Augenblick ihr Herz. Und wenn das Bild der alten Gräfin vor ihr stand, dann emp­fand sie etwas, als müsse sie mit ihr sprechen.

Der Wagen stand vor dem Portal. Gut wenig zu feierlich erschienen zivei Diener. White, der Haushof­meister, stand als reine Dekoration dabei, denn er sechst hätte nie etwas angerührt.

Es ging am Kanal hin, uitb als drüben das Schneusen- tor in Sicht kant, drückte Agathe ihrem Manne die Hand:

Der arme Papa!

Als die Landschaft sich weitete tmd auf den Wiesen in der Ferne das Zirpen der Grillen klang, da hingen die beiden im Wagen jeder seinen Gedanken nach. Ab und zu sah man auf einer Höhe einen Kirchturm, um den sich rote Ziegel- und attersdunkle Strohdächer lagerten. Und wie die Sontte warm auf Agathens Schost schien, lehnte sie sich in die Kissen zurück und blickte von der Seite Lud- Ivig an. Er dachte schon an Jagden int Herbst,. wo der ganze Adel und die Garnisonen der Nachbarschaft zusatutucn- kommen würden bei Ludwig Droesigl-Kölln, denn es war doch gewissermaßen feine Pflicht, die Ueberliefernng auf­recht zu erhalten. Er lächelte vor sich hin und griff spielend nach der Hand seiner jungen Fran. Sie aber war noch immer in Gedanken bei ihrem Vater:

Wenn Papa uns hier sähe! Ich glaube, er wurde sich gefreut haben für mich. Meinst du nicht?

Ludwig fuhr ans aus seinen Träumen:

r-rt Er war immer sehr lieb en swürdig gegen Mich.

Sie begann noch einmal, ganz voit ihren Gedanken beherrscht. Wer da erhob er sich plötzlich im Wagen und sagte zum Kutscher: ...

Die Pferde sollen nicht warm werden, sarolta hat schon dunkle Flanken. Fahren Sie etwas langsamer.

Agathe hatte das Gefühl:Er will nicht darüber sprechen. Der Arme, der Liebe denkt vielleicht, Papa wurde ihm einen Korb gegeben haben." , ..

Sie waren schon Stunden unterwegs, als Agathe in die Hände klalscheno rief:

Werffen, sieh nur Werffen! ..

Als sie im Schritt einen sanften Hügel hutaussuhren,- erblickten sie aus dichtem Grün emporwachsend etn grau- rotes Schloß mit hohem Dach ttnd riesigem altem Turm.

Die Straße führte nm einen Teich, auf dem schnatternde Gänse mit breitem Schnabel die grüne Entengrütze <xb» fischten. Von Werffett war nichrs mehr zu sehen. Da mit einem Mal, mitten im Dorf, unter hohen Buchen, lagen die roten Backsteinwände des Schlosses- vor ihnen.

Sind die Herrschaften zu Hause? .. fragte Ludwig Droesigl.

Wen darf ich melden?

Herr und Frau Droesigl. . '

Der Diener machte ein Gesicht, als hatte er ntcht vet- standen. Agathe wiederholte den Namen. Nach eruer Weile kam der Diener zurück:

Die Herrschaften lassen bitten.

Vor deut Spiegel am Eingang zog Lttdwig feinen Rock zurecht und strich ttoch einmal sorgfältig au feinen neuen Ö° Durch^eit?großes, etwas dunkles Zimmer betrat Agathe vorausgehend eine riesige Veranda, mit dem Blick auf bett Park. Die tief herabgelassene Marquise schützte vor sommerlichen Sonnenstrahlen. Um bett Teetsich saß eilte, große Gesellschaft. Als bas Paar erschien, wandten sich alle Köpfe den Eintretenden zu. Langsam standen ent paar Herren auf. Aus der Menge löste sich die hohe Ge­stalt der Gräfin Lindenbach und nahm Agathe in ihre Arme:

Aga, das ist Uber eine Freude!

Ludwig blieb mit geschlossenen Absätzen, den runden Hut in der Hand, stehen. Die alte Gräfin reichte ihm die Hand:

Wie geht es?

Er beugte sich auf ihre Hand:

Danke vielmals, gnädigste Gräfin. Ich hoffe, daß es Ihrem Herrn Sohn auch gut geht. . v r

Am Ende des Teetisches richtete sich Gras Lindendach etwas mühsam auf. Ludwig ging ihm entgegen:

Aber bitte, bitte.

Doch der Graf meinte:

Nun, ganz Invalide bin ich noch nicht. Ich must mich mw den "Sommer stärken für die Winterkampagne iit Berlin