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Zeugnis für seine Vergangenheit" dient. Die oben erwähnte Sernmuntersuchnng zeigt auch zn deutlich, daß zwischen Mensch und Menschenaffe eine unmittelbare Blutverwandtschaft vorhanden ist. Zwischen den niederen Affen und dem Menschen besteht diese Verwandtschaft aber nicht. Diese Affen haben sich also schon viel früher von dem gemeinsamen Stamme losgelöst, als die Menschenaffen,deren Vorfahren von ganz menschenähnlichen Zuständen abgeleitet werden muffen". Das Ergebnis der neuesten Forschung heißt also: Der Mensch stammt nicht voM Äffen ab, er ist ihm aber nahe verwandt.

Blutvergiftungen.

Von M. Pro mb er.

Kein Mensch auch der reinlichste und vorsichtigste nicht kann sagen, daß er sich eine Blutvergiftung schwerlich zuziehen wird. Obwohl ein kluges Jnachtnehmen und peinliche Sauberkeit manche körperliche Gefahr dieser und anderer Art aus dem Wege räumen, gibt es doch äußere Einflüsse genug, die eine bedrohliche Vergiftung des Blutes herbeiführen können, ohne daß man diesen Einflüssen entrinnen kann. Wir ergehen uns int Walde und eine Otter sticht uns. Wir durchschreiten das Feld eine Stech­fliege, die vorher auf einem Aase, einer milzbrandkranken Kuh pder einer giftigen Pflanze gesessen hat, gräbt ihren Stachel m unsere Haut. Wir gehen zwischen Häusern oder im Garten und ritzen uns an einem verrosteten Nagel oder sonstwo. Eine kaum sichtbare Verwundung genügt, um einen blühend gesunden, kraftstrotzenden Menschen einem langen, schmerzensreichen Siech­tum, wenn nicht dem Tode, zu überführen. Und erst die zahl- reichm Fälle von Blutvergiftung durch genossene Speisen uitd Getränke! Selbst durch eine Krankheit kann sich eine neue Krank- heit entwickeln, die einer Blutvergiftung gleichkommt.

Wie leicht man zu einer Blutvergiftung kommen kann, müßte ein Landmann erfahren, der beim Getreideausladeit ton einem Strohhalm geritzt wurde und darauf unter gräßlichen Schmerzcit starb. Ein junger Kaufmann dagegett, den es im Ohre juckte und der mit einem gespitzten Bleistift darin rieb, zog sich eine schwere Ohreneiterung zu. Das Wasser, das wir trinken, kann unsere Säfte verderben, wenn es faulige oder sonstwie schädliche Bestand­teile enthält.

Die Luft, die wir einatmen, kann unser Blut verpesten. Wandfarben, Tapeten, Eßgeschirre, Blumen usw. können zu einer Vergiftung des Blutes führen kurzum überall gibt es Feinde unseres Blutes!

Wir ivollen mit diesen Zeilen jedoch nur die Fälle von Blutvergiftung ins Auge fassen, in denen die uns anhaftenden Stoffe und Gegenstände unserem Körper heimlichen Schaden, heim­liches Verderben bringen. Vom Kopf bis zum Fuße tragen wir nicht selten Feinde mit uns herum.

Eine noch in mittleren Jahren stehende Dame bemerkt zu ihrem Schrecken, daß sich bereits verschiedene graue Fäden durch ihr schönes schwarzes Haar ziehen. Und sie will doch noch jitng sein vor allem jung scheinen. Der vertrautesten Freundin wird die schmerzliche Wahrnehmung mitgeteilt. Diese weiß sogleich Hilfe luich rät ihr eingroßartig wirkendes" Haarfärbemittel/ Der Rat wird befolgt. Um bei der Vorspiegelung falscher Tat­sachen möglichst gründlich zu Werke zu gehen, werden gleich cüt paar Tropfen des Farbextrakts aufs Haar geträufelt. Die Flüssig­keit sickert hindurch und berührt die Kopfhaut. Bald darauf macht sich ein brennendes Gefühl bemerkbar; verschiedene Stellen der Kopfhautjucken" undäschern". Es wird gekratzt. Das Jucken weicht einem Schmerzgefühl. Die betreffenden Stellcrt schwellen an, werden glühheiß und erzeugen bald qualvolle Schmer- tzen. Ohne Zweifel, hier liegt eine Blutvergiftung vor! Die Tinktur enthielt vielleicht nur einen ganz winzigen Teil einer schädlichen Substanz, diese aber reichte hin, um beim Eindringen in eine Kratzwunde der Kopfhaut eine Vergiftung des Blutes herbeizuführen.

Aber auch metallene Kämme und Nadeln, die Rost oder Grün­span ansetzen, können eine Blutvergiftung, die vom Kopse ans- ! geht, Hervorrufen, ebenso Hüte. Besonders Herrenhüte haben schon oft recht schmerzhafte und langwierige Entzündungen, die nichts anderes als Blutvergiftungen Waren, verschuldet. Diese Erkran­kungen hatten ihre Ursache in einer scharfen Beize, mit der die lederartigen Ränder, welche die Kopfbedeckungen auf der Innen­seite einfassen, präpariert waren.

Und wie viele Mädchen und Frauen können ein Lied fingen von mehr oder weniger bösartigen Vereiterungen des Ohres, verursacht durch grünspansetzende Ohrringe! Sogar Vergiftungen! durch Zahnfüllungen sind schon beobachtet worden. Nach einer Mitteilung Dr. Huhs in Melsungen wurde eine Dame, die sich ihre Zahnhöhle mit einer Paste hatte ausfüllen lassen, zwei Tage Nach der Ausfüllung von Uebelkeit, heftigen Magendarmstörungen, Durchfällen und Krampszustäilden, verbunden mit sehr geringer Herztätigkeit, heimgesucht. Erst als die Zahnpaste entfernt und der 'Patientin ein Gegenmittel gegeben worden war, ließen die ver­

dächtigen Erscheinungen nach, bis sie ganz verschwanden. Di<! Paste enthielt zwei Prozent Arsenik, den der Mundspeichel auf­geweicht hatte.

Hieraus ersieht man, daß schon die Vergiftungsmöglich­keiten des Kopses den verschiedensten Ursachen entspringen können. Betrachten wir nun unter diesem Gesichtspunkt Hände und Füße!

Die Schädlichkeiten metallenen (insbesondere kupferhaltigen) Schmucks machen sich auch Bei Fingerhüten bemerkbar, seltener dagegen bei Fingerringen und Armspangen. Eine Näherin in Berlin hatte sich ein Splitlerchen am Fingernagel ausgerissen, bann ihren Fingerhut auf den betreffenden Finger gesteckt und fleißig genäht. Alsbald aber schwoll die rechte Hand und daraus der ganze Arm unter den furchtbarsten Schmerzen an, unb er je nach wochenlangen Heilbemühungen gelang es, die in Lebensgefahr schwebende Frau wieder arbeitsfähig zu machen. An der Innen-, fläche des Fingerhutes hatte sich ein wenig Grünspan angesetzt, der mit der kaum sichtbaren Verletzung am Fingernagel in Be­rührung gekommen war unb überraschend schnell eine so bös­artige Blutvergiftung herbeigeführt hatte. Gewöhnlich bestehest Fingerhüte in der Art eines Materials ans Messing oder einer; anderen oft mit Silber überzogenen Metall-Legierung Aber selbst, wenn sie durchweg aus Silber hergestellt sein sollten, enthalten sie etwas Kupfer, das sehr leicht z. B. beim Schwitzest der Finger Grünspan erzeugt. Jede Hausfrau, besonders aberi jede Stickerin, Näherin, Schneiderin, wird daher gut tun, vost Zeit zu Zeit ihren Fingerhut auszuputzen und immer nur eist und denselben Fingerhut zn verwenden. Vor allem aber wäre darauf zu achten, daß die Fingerspitze, auf die das Hütchen gesetzt wird, unversehrt ist. Ein unbeachteter winziger Nadel- . stich kann unter Umständen schweres Siechtum, wenn nicht den Tod herbeiführen.

Aber auch Schuhe und Strümpfe haben schon manche Blut­vergiftung heraufbeschworen. Dann z. B., wenn starkgefärbte; neue Strümpfe angezogen wurden und die Schuhe einzelne Stellest ber Haut wundrieben. Alsdann drang der Farbstoff in die Wunde ein und enthÄndete den Fuß. Besonders gefährlich sollen rote Strümpfe sein. Ganz .verkehrt ist, es-, bei einer Reise buntd Strümpfe und Schuhe beide zum erstenmal! anzuziehest, ganz abgesehen davon, daß es sich nur in ausgelaufenen Schuhest gut wandert. Es sind Fälle vorgekommen, wo man derart leicht­sinnigen Leuten die Stiefel oder Schuhe von den geschwollene st Füßen schneidert mußte!

Und nun die Kleidung des Leibes. Auch sie ist oft mit ge­sundheitsschädlichen Farbstoffen präpariert. Schwere Seidenkleider wiesen früher nicht selten einen nicht geringen Gehalt von Blei auf; auch spielte einst Arsenik bei der Bearbeitung von Stossest eine große Rolle. Hier und da warnt man vor grünen Plüschen. Vor einigen Jahren hatte in Niedersteina in Sachsen eine volst Kartoffelacker heimgekehrte Fran ihren durchnäßten roten Rock zum Trocknen an den Ofen gehängt. Ein paar Tropfen fielest in das Kaffeewasser und die Folge war, daß man bald nach dem Genüsse des Kaffees die ganze Familie (Mann, Fran itnbj drei Kinder) besinnungslos in der Stiche liegend auffaud. DieA ist ein Beweis, daß in den Farben der Kleider trotz allen, Eifers der Wohlfahrtspolizei giftige Substanzen enthalten fein können«

Mchertisch.

Fr auz Adam Bey er le in:St i rb 'n n d W erbe", Roman. Vita, Deutsches Verlagshaus, Berlin-Eh. 4 Mikl D. Ver­fasser vonJena und Sedan" hat lange geschwiegen. Daß ev aber nicht auf seinen Lorbeeren müßig geruht, beweist fein neues Werk. Aus dem gärenden Most seiner Kampfjahre hat sich eist klarer Wein abgeklärt. Des größten Deutschen größte Weisheit, Goethes kategorischen ImperativStirb und Werde", hat Beher- lein sich zu eigen gemacht, und verkündet als des Alters schönstes Recht, als seine höchste Pflicht, in eiilsichtsvoller Resignation den vorwärtsdrängenden Jugmd die Pfade freizugeben, die Wege zst ebnen. Menschengestalten von klarer Plastik beruft er zu Ver­kündern seines Erkennens, führt den Leser durch eine Humor-! volle Handlung zu einem Abschluß von erschütternder Lebenstreue.: Vielleicht hat auch Ciceros bekannte AbhandlungDe Senectilte" bei diesem Werk Pate gestanden. Aber aus den schöngeistigen Abstraktionen des großen römischen Redners ist hier ein Bild der Wirklichkeit geworden.

versteSrätsel.

Man suche ein Sprichwort, befien einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer".

Jena Biedermann Angstschweiß - Stammbaum Zucker­rüben Fastenzeit Hauptwort Jhna Dudersladt Tanz­schuhe unterdrückt.

Auflösung in nächster Nummer, Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer k H a m melke «le.

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdrtick und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch, und Steindnickerei, R. Lange, Gießen,

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