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AöMigin Crnse.
Zu ihrem IGO. Todestage — 19. Juli.
Von Max Bcwer (Laubega st- Dresden). (Nachdr. Verb.)
Nehmt alle Rosen, die in Deutschland blühen, Und legt sie dieser Königin auis Grab, Tie ihrem Volk im feurigen Erglühen Sieh selbst dahin ivie eine Rose gab.
Ein Liebling auf dein Schoß von Goethes Mutter, Ins Leben schritt mit sreigeweekiem Sinn, Für Schiller schwärmend und erfüllt von Luther, Geschaffen wie zur Deutschen Kaiserin . . .
Sie trug den ersten Kaiser unterm Herzen, Ter aus bem Sande Brandenburgs entsproß, Als ivenn ihr Golt bestimmt, daß sie in Schinerzen Das harte Land mit Tränen erst begoß — Ach, der Geschichte göttlich dunkles Weben Ist rote ein Mutterherz an Schinerzen reich, Ihr Sohn gekrönt, sie ein zerschmettert Leben, Der Ernte er und sie der Furche gleich I . .
Wie aus dem Schoß der heil'geu Mutter Erde Jn> Frühling strömt ein warmer Schollendust, Weht ivie ein Mittag-Rauch vom Heimatherde Ein blätter Hauch um ihre Atarmorgruit — Sie ist das Erdreich, deut wie gold'ne Aehren Entreift ein neues herrliches Geschlecht, Das mit der Wucht von unbesiegten Heeren In Frankreich furchtbar ihren Tod gerächt!
Ter jtmge Bismarck tveittte lief erschüttert, Als bitter er Deitt Schicksal mitgefühlt, Ernahm die Fahne auf, die schaitzersplittert Heinrich von Kleist im Tod umklammert hielt, Der wie ein Ritter mit zersprung'nem Degen Lttisens Throit verbltttend noch bewacht, Uitd Bismarcks Wut entflantmt zu Hantnterschlägen Jin Donner einer tteiteit HertnannSschlacht I
Hier rauscht ein Tiesguell deutschen Seelenlebens... Hier kniee Volk! . . itstb schöpfe mit der Hand Das Jordanwasser heiligsten Bestrebens gu neuer Tat fürs alte Vaterland, ier fließt die Träne, die Ltiise weinte, Als Schillers edler Dichtermttnd sich schloß, Zermalmt sich mit Andreas Hofer meinte, Als man sein Herz in Mantua zerschoß! . .
O lernt ivie sie die deutsche Heimat lieben, Die feindumdroht der Liebe stets bedarf, Auf die mit Kolbenschlag und Säbelhieben Sich mehr als einmal halb Europa warf, Ultd der doch Gott auf diesem Kampsplaneten Hat anvertraut das hehrste Menschengut, lind die schon inanchmal lag in Staub getreten, Wie einst Luisens königliches Blut! . .
Wie eine Rose, deren Blätter fallen, Das Land erfüllt mit wunderbarem Duft, Quillt tröstlich wie gesandt aus Himmelshallen Ein blaues Licht aus ihrer LeidenSgruft.
Schmückt ernst ihr Bild mit einem Efeusträußchen Und bindet eine Rose still hinein,
Bewahrt es treu in jedem Schloß und Häuschen
• Und laßt es heilig jedem Deutschen feilt!
Das schlafende Heer.
Roman von Clara Biebig.
(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.).
Der Propst sah seinen Vikar voll Bewunderung an. „Du verstehst's!" — „Doktor, da sehen Sie Mal" — er streckte das eine umwickelte Bein steif von sich — „was sollt' ich bloß machen, wenn ich den Gorka nicht hätte?!"
„Nicht so viel trinken," mahnte der Arzt.
„Trinken — trinken, Ma krew, was Sie da sagen! Mal ein Gläschen! Was soll man denn machen die ganze Zeit?!"
„Na ja, man weiß schon!" Wolinski lachte. „Abertz eh' ichs vergesse, sagen Sie ntal, Hochwürden, säuft das Weib, die Ciotka? Die Nasse sieht so aus; der Puls ist auch danach."
Piotr Stachowiak machte ein Gesicht, wie weiland seitt Ahnherr, Pieczor Stachowiak, der Dorfgeiger — der, trunken von einem Tanze heimkehrend, in die Wolfsgrube fiel und dem Wolf, der drunten saß, aufspielen mußte, damit ihn der nicht fresse — so bittersüß, so gegen den Strich. „Mas ein Gläschen, ein Gläschen!" stammelte er, „iver wird nicht?! Aber sausen, was denken Sie? Hier säuft kein Mensch!"
„Na, (Die müssen's ja wissen!"
Der Arzt empfahl sich der Vikar gab ihm höflich das Geleit,
Draußen schnob der Wind, das Dorf lag still und dunkel, die Hütten ruhten wie schwarze Särge, in denen kein Leben mehr atmet. Als die davonrumpelnde Doktor- kalesche längst nicht mehr zu hören war, stand der Vikar noch immer unter der Haustür — — —i ganz fern, in Chwaltborczyce, faßen sie jetzt noch beim Jagddiner -i wie Frau Jadwigas iveißer Nacken blendete!--Diener
in der Garczhnskischen Livree präsentierten! Als die Gorkas noch ihre Güter besaßen, hatten sie auch Jagddiners gegeben und schöne Frauen gehabt und — bah, alles vergänglich!
Der junge Geistliche hob sein blasses Gesicht: nur, was) zur Ehre Gottes geschieht, das allein bleibt!
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Als der Niemezycer am andern Vormittag zeitig in Pociecha-Dorf einritt, saßen bei EljakiM Eiweih ihrer etliche im Wirtshaus. Als sie den Hufschlag des Pferdes hörtech stürzten sie alle neugierig vor die Tür. Der Herr hielt an. Der Wirt zerriß sich fast: wollte der gnädige Herr nicht! einen trinken, 'nen ganz extrafeinen, eiweih, viel zu fein für die Bauern?!
Nein, trinken wollte der Herr nichts. Er fragte nur den sich immer wieder von neuem tief bückenden Wirt nach der Wohnung der Ciotka
Ah, der Herr Baron wollten zur Ciotka?! Durfte man dem Herrn Baron zeigen?! Durfte Man dem gnädigen Herrn Baron das Pferdchen halten?!


