Ausgabe 
15.12.1910
 
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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckere^ R. Lange/Gießen,

Zltatenratsei.

Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt:

1. Wenn ihr das Leben gar zu ernsthaft nehmt, was ist den» d'ran?

2. Was schert mich Weib, was schert mich Kind! . . . ,

3. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten.

4. Die reinen Frauen steh'n im Leben

Wie Rosen in dem dunklen Laub.

5. An der Quelle saß der Knabe,

Blumen wand er sich zum Kranz.

6. Eine Mutter ist der Schutzengel ihres Kindes.

7. Richtet nur nie des Mannes einzelne Taten.

8. Minister fallen wie Butterbrode, gewöhnlich auf die gute Seite. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer.'

Viichertisch.

L *7" Nie Bilverseriehessische Kunst", der wir so Manches prächtige Heimatbild verdanken wir erinnern nur an r,Bantzers Abendmahl und Hochzeit", GiebelsGroßvater" und rHeunkchr" ist durch vier weitere hessische Landschaftsbildeu Wenfalls von C. Armbrust bereichert worden. Frühling, Herbst, Hexmturm und Kleinstadt nennen sich die farbenfrohen Blätter, sdre überall willkommen sein werden. Tie Orte Grebenhain, Grifte Md Treysa, die dem Maler Modell gestanden haben, können sich ^ppell über ine Ehrung sreuen Hoffentlich erfährt diese so glücklöch begonnene Landschastsserie eine Fortsetzung.

7" D^eihnachtsnummer der Illustrierten Zeitung, Verlag Swip. I. Weber, Leipzig, ist in ihrer Vielseitigkeit, ihrer geschmack- vollen Auswahl und m der Originalität der Beiträge in Wort Mch Blü» ein Kabinettstück; echte Weihnachtsstimmung durchweht das Heft von Anfang bis W Ende! Bon den zahlreichen wertvollen Beiträgen erwähnen wir heute nurDas Theater int Dienste des Weihnachtsfestes", ein Aufsehen erregender Artikel von Otto Sonne, Mtt Zeichnungen von Curt Kenipin, über die Uraufführung des r.Bonifazms" vom Gr 0 ßh e r z 0 g v 0 n H ess en.

. Max Liebermann. Eine Kunstgabe, 4 Textbildev MV I4 Vollbilder (Kunstblätter) nach seinen schönsten Werketw Mit enter Einleitung in Mappe geheftet nur 1 Mk. Verlag von V-os. Scholz tu Mainz. Wir haben an dieser Stelle wiederholt duf das Kunstgaben-Unternehmen hingewiesen, das die Vielge- Mltigkett und den Reichtum der deutschen Kunst so dankenswert

weiteten Kreisen zugänglich machen hilft, Die vorliegende Gab« bringt aus dem grosten Schafsensgebiete des Meisters 14 grast« Blätter und vier Textbilder, die von den verschiedenen Entwich, lungsstufen des Künstlers Zeugnis geben.

Eine Weihnachtsgabe, die sich sehen lassen kanch geht uns soeben von der N. G. Elwertschen Verlagsbuchhandlung- Marburg, zu. Tie alte Bergstadt Marburg hat dem bekannten Kasseler Maler Karl Armbrust Motive zu 10 einzigartigen Bibi dern gegeben, die dank ihrer malerischen Wirkung und Stimmung! allgemein Interesse beanspruchen können. Blätter wie dieSchloß« treppe",Hofstadt",Am Michelchen" undKugelgasse" lassen einen direkt vergessen, daß hier ein bestimmtes Strastenbild dar« gestellt ist. Tie Poesie der Bergstadt, das Behäbige der Klein« stadt mit ihrem Studentenleben beherrscht die Bllder, die jeden, der Marburg kennt, eine willkommene Erinnerung und ein töfb* Ucher Zimmerschmuck sein werden. Tie vornehm ausgestattet« Mappe trägt das Motto:Nimm mich in Deine trauten Gassen, Tu alte Stadt der Musen auf" und enthält 10 farbige Bilde« in Größe von ca. 20x25 Zentimeter, aufgelegt auf dunkl-em Karton.

große Scholzsche SammlungMärchen und Sagen", deren Zweck es ist, die schönsten und bekanntesten deutschen Märchen durch die moderne Jllnstrationskunst lebendig zu machen, ist um zwei weitere Nummern vermehrt worden r Jöriiber^eit und Schwesterchen" mit Zeichnungen von Fr. Müller-Münster und derWolf und diesieben Geiß/ lein" von Eugen Ostwald. Beide Künstler haben ihr Bestes gegeben, Müller-Münster in meistens zarten, Ostwald in seinen höchst drolligen Bildern. Ostwalds Bilderbuch wird das Helle Ent« zücken der Kinder bilden. Und auch noch die Erwachsenen ihr« Freude daran haben können. WennOßwalds Bllder auf dem Gebiet« der Märchenillustrationen eine hervorragende Leistung darstellen, so nimmt unter den Bilderbüchern als solchen Angelo Janks Die Wacht am Rhein" die erste Stelle ein. Jank ist be­kanntlich heute neben Thöny, dessen Art freilich nichts für Kinde« ist, unser bester Zeichner des Soldatenbildes, und es war ein vor­trefflicher Gedanke des Verlages, Jank auch einmal in den Dienst der Kunst für die Jugend zu stellen. Der Künstler hat seine Auf­gabe schlechthin meisterhaft gelöst. An den in staunenerregenderl Technik auf Leben und Bewegung gestellten Bildern kann mwnj sich nicht satt sehen, und ich zweifle nicht, daß es allen Knaben so gehen wird. Das ist etwas für den deutschen Jungen, und ich möchte! darum noch einmal nachdrücklich gerade auf diese Soldatenbitdeo Angelo Janks Hinweisen.

Musik für Alle. Diese Notenbibliothek bietet denl deutschenjHause für wenig Geld das Beste in klassischer und moderne« Musik. Tie Opernheste wieLohengrin",Tannhäuser",Tristast und Isolde",Margarethe",Meistersinger von Nürnberg",Ca­valleria tufticana",Freischütz",Carmen",Don Juan" n. v. a. enthalten den gesamten Melodienauszug in Form von leicht spielbaren Klavierstücken, die sich nach den hauptsächlichsten Szenen! des Werkes gliedern und mit Text überlegt sind. Die Operett« ist in derMusik für Alle" ebenfalls mit den besten Erscheinungeft vertreten. Wir nennen hier nur dieTvllarprinzessin",De« fidele Bauer", die beliebteGeisha" undDie schöne Helena", Auch klassische Hefte, wie Bach, Beethoven, Schubert usw. sind er­schienen und bringen die besten Kompositionen. Kürzlich ist eist Brahmsheft, enthaltend u. a. dasWiegenlied",Immer leise« wird mein Schlummer" usw., zur Ausgabe gekommen. Auch be­sondere Tanz- und Marschhefte sind vorhanden. In der abtvech- selungsreichen Auswahl liegt für jeden Musikfreund ein Anreiz, sich aus den 50-Psennig-Heften derMusik für Alle" nach), eigene« Wahl und für geringes Geld eine gute, ausgewählte Notensamm­lung zusammenzustellen.

Mvd verläßt diesen Aufenthaltsort höchstens ztveimal im Laufs Von 24 Stunden, um gereinigt zu werden, selbst tvenn es die Mutter säugt, wird es nicht herausgenommen. Wenn es in seinem Weiten Jahr endlich den Korb verläßt, um gehen zu lernen, hängt die Mutter diesen in einem naheliegenden Wald auf, um ihn damit den Schutzgeistern des Kindes zu opfern. Bei einigen Stuntmen herrscht die merkwürdige Sitte, den Hirnschädel des Neugeborenen zusammenzudrücken, was ein Zeichen von vornehmer Geburt fein soll. Mit dieser barbarischen Operation fängt man an, soball» das Kind einige Tage alt ist, indem man den Schädel mit dicken Bändern ans Rinde fest nrnbindet. Wenn das Kind seinen Namen erhalten soll, gibt die Familie ein großes Fest, bei dem den Schutzgeistern des Kleinen allerlei Sachen geopfert werden. Di« Erziehung des Heinen Indianers beginnt früh. Von feinem! Vierten Jahre an wird er gezwungen, jeden Morgen und Abend eat Bad im Fluß zu nehmen, Winter wie Sommer. Um ihn noch mehr abzuhärten, wird er nackt ausgezogen und gepeitscht. Er darf dabei nicht schreien, sonst wird dieAbhärtung" noch ver­längert. Von seinem achten Jahre an muß er ganze Nächte !nackt auf dem Boden verbringen, damit er sich an die Kälte gewöhne, oder er muß einen Arm mehrere Stunden lang, oft von Sonnenaufgang bis Abend in eiskaltes Wasser halten. Wenn der Lachs die Flüsse verläßt, um sich nach dem Meer zu begeben, Md^eeFssshMl! infolgedessen sehr bedeutend ist, muß der Junge die Nachte in der Vorratskammer unter den Tausenden in Ver- wesung übergehenden Fischleichen verbringen, auch eine Art von Abhärtung. Wie man sieht, verzärteln diese Jndianerstärnme ihre Ander gerade nicht.

vermischter.

Das Schicksal der jüdisch««! Druckerei vost gJtfa. Die Zahl der Inden m Italien ist in auffallendem Shicfggnge begriffen. Im Jahre 1870 hatte Italien noch eine rudische Bevölkerung von 300 000 Seelen. Diese Zahl hätte ^s,lüwte schon auf Grund der natürlichen Vermehrung um die Mste holwr fern müssen. In der Tat gibt es aber heute in Malten nicht mehr als 150-170000 Juden. Was ist mit dem Rest geschehet? - Sie sind, teils durch Mischehen, teils durch Laufen int Christentum aufgegangen. Noch auffallender ist der Rückgang. in einzelnen Städten. So war Pisa, wie Dr. Blochs -.Oesterreichtsche Wochenschrift" mitteilt, noch vor nicht allzu­lang er Zett das Zentrum jüdischer Wissenschaft. Es hatte eine «ngejehene indische Bevölkerung mit berühmten Schulen und einer weltberühmten Gemeindedruckerei. In dieser Druckerei, die Eigen­rum der Mischen Gemeinde ist, wurden die verläßlichsten Talmud- vusgaben und andere Werke jüdischer Wissenschaft hergestellt. In den letzten wahren mußte jedoch die Druckereileittmg die Erfah- vmg machen, daß die Nachfrage nach hebräischen Arbeiten und Druckschriften immer geringer wird und die Rentabilität den Druckerei immer mehr sinkt, weshalb sie begann, immer mehr jrtaliemsche anstatt hebräische Druckschriften herzustellen. Diese emst weltberühmte Mische Druckerei hatte nun in jüngster Bett so viele Kalamitäten durchzumachen, daß die Regierung sich veranlaßt sah, elnzugreifen und die Druckerei zu übernehinen, wodurch sie den hebräischen Charakter vollständig einbüßte'. So rst es M Italien, das einst die ganze Welt mit hebräischen Büchern versah, heute dahin gekommen, daß die italienischen Juden im ganzen Lande eine Sudskription einleiten müssen, um ein Gebet­buch heraus geb en zu können, und wahrscheinlich überhaupt ge- Noungen fein werden, den hebräischen Druck in .Deutschland oder Rußland besorgen zu lassen.

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