Ausgabe 
15.12.1910
 
Einzelbild herunterladen

783

S,mg von Major Hofmann nnt» vavauf Schnellfeuer jagte sie r in den Wald zurück. , , . ~ LJ

Zur Belohnung durften wir sogleich in der MHe eineFeld^ wache beziehen. Die Winternacht war hereingebrochen, die hosten wurden vorgeschoben, die ausgeschickten Patrouillen meldeten, daß der Feind sich zurückgezogen habe und so saßeu wir um em Femj von Rebpsählen und dürrem Reisig in der kalten Nacht eng zu­sammengedrängt, der letzten Nacht des denkwürdigen Jahre» 18 Q Und dachten darüber nach, was uns das neue ^ahr wohl bringen

^"^Mitternacht nahte; einige Leute hatten in Briare zwei TöHs voll Fleisch aufgetrieben, auch etwas zu trinken fand sich, und 10 klang denn, als es im Ort 12 Uhr schlug, ein kräftiges VvoistMufahr in die Nacht. Eine Patrouille wurde abgesckyckt gegen den Feind, stoßt ihr auf die Kerle, so schießt ihnen das Neujahr an, gab man ihr als Verhaltungsmaßregel mit auf den Weg .

Ein anderer Teilnehmer an den Kmnpfcn von Briare, . leUtnant Dräut, gibt in seinem WerkTätigkeit des Detachements Rantzau" der Stimmung, welche in dreier Nacht herrschte, sehr treffend Ausdruck. Aber noch spät in der kalten Nemahrsnachi standen wir auf dem Alarmplatz zu Briare nach dem Verhängnis^ vollen Tage, in Erwartung dessen, was uns des neuen wahres erste Stunden bringen würden. " Diu scharser Kmitrast geg»1 die freudig begeisterte Stimmung, die damals anallen ander eil Orten das deutsche Herz bewegte, und nur gemildert durch dick feste Ueberzeugung, daß auch unser Detachement zum Gelingest des Ganzen seine schwere Aufgabe erfüllen müsse, ,

«Der 1. Januar brach stn und eifrig spähte Md lorfchtö man 'von allen Feldwachen aus nach dem Feinde, denn daß nach den gestrigen Erfolgen er heute wieder angreifen würde, wap jedem Musketier klar. Vorerst blieb ledoch vor der Front alles rUhig, nur das Rollen von Bahnzügen aus der Richtung voch Bonny ivar zuweilen vernehmbar 'Die vorgeichickteu Pallwutlest fanden keinen Femd; eine brachte die Leiche des gefattenew Hauptmanns Weber von der 2. Konipagine mit, Die Franzo s hatten ihm die Stiefel ausgezogeii und deni -ioten noch einem Hieb über das Gesicht versetzt, . !

Die Ruhe hielt bis zum Mittag .an, dann aber wird- dto ! Bewegung der gegnerischen Truppen tn unserer 11nie11 75'taute I bemerkbar. Starke Abteilungen umgehen nördlich unsere Stellnng und dringen schmi auf unsere Rückzugslinie Vriare-B.oickarg>s vor ia bis zu einer aus der Höhe gelegenen Besitzung, Chateau!

I Beauvoir welches die letzte freie Straße nach Gien boHerrsclch zeigen sich Franktireurs und unter diesen wieder bewaffnete

I Bauern Die unter Führung von Major Hoffmann auf dep I Strane nach Moutorgis vorstoßende 4. und 7. Konipagme drängest den Feind zurück Bm CHLteau Beauvoir werden die Angreifer

I h^rch ein am 31. Dezember eingetroffenes Kommando Ersatz^ I Mannschaften Unter Leutnant Rahn und Teilen der 7 Kompagnid I verjagt. Der befohlene Rückzug des Detachements kann nM I Rübe und Ordnung vor sich gehen. Auf der straßa

I ®ien rückten zunächst Artillerie und das Reiterregimentj I ab Die Infanterie mit der zweiten Kompagnie des Landwehr^ | Bataillons Detmold, welche am Tage vorher von Gien zM I Unterstützung herbeigekommen waren und am 1. ^anuar teili weise noch niitackämpst hatten, bildeten den Schluß. UnbelasttgÜ I wurde Gien erreicht, welches zirka IVs Stunden ^EMifwärts I von Briare liegt, und von dem Detachement besetzt wurde, "st I Verein mit dem Landwehr-Bataillon Detmold. Lange sollte indes die bescheidene Ruhe in Gien nicht dauern, welche den schmeck I angestrengten und abgehetzten Mannschaften recht nötig geives^j I wäre. ____________

Aindererziehung in Alaska.

Vier Fünftel der Halbinsel Alaska, die übrigens dreimal sck groß ist als Frankreich, sind noch unerforscht, und nur cunge der einaeborenen Stämme, die an die Msten wohnen, sind von Mnsfio« nären näher studiert worden. Die Einwohner des Inneren abep k

cXafoe 1900 Halle es eine Einwohnerzahl von 2J,53b, inoinntra mim die Eskiniostämme mitgerechnet waren. Diese Zahl kann! man aber nicht als eine genaue betrachten, denn es war unmöglich, überallvvrzudriugen, so daß. sicherlich! vie e nomadisierende Stämme nicht niitgerechnet worden sind, Außerdem haben sell 1900 unsere europäischen Krankheiten, wie Pocken, Syphilis' und Alkohokismus eine schreckliche VerwüMng unter den El^eborewest angerichtet viele Dörfer ffnd vollständig ~ceJ

haß man heutzutage die Einwohnerzahl auf über -5 teilen! "^^Ein^amerikanischer Missionar hat neulich einige intcress.intü Mitteil inaen gemacht über die Sitten der Eingeborenen, u. a. hab Atiitteltungen gemau r Bericht über die Kindererziehuug dieseh

Miidigen Beiireibünaen gereizt, so daß fMwährend auf kleinere . , Patrouillen, namentlich auf Kavalleristen, .geschossen wurde, auch I - fei allen Gefechten tauchten bewaffnete Zivilisten auf. .Dem BMl I des Prinzen Friedrich Karl zufolge wurden täglich groß er ck I Erkundigungen loireaufwärts Mternommen, obwohl uns wohl bekannt ivar, daß dem kleinen.Detachement von ca. 2500 Mann j gegenüber eine französische Division Ater General du -^enipls I stand. Die Folge waren Gefechte am. 27., 28., 29. Md 30. De- I zember, welche dem Regiment stets einige Verluste verursachtem I Zst unserer großen Verwunderung machte trotz dieser fortgesetzten I Beunruhigungen und seiner numerischen Ueberlegenhell der Feind I keinen Versuch zu einem energischen Angriff ouf Briare Das I sollte jedoch bald anders werden; die am 28, und 29. ausgeruckten I S Kompagnien, von welchen 2H» Kompagnien Vorst 28.. auf . I biwakiert hatten, zogen am 30. Dezember rumteil wieder auf I Borposten oder rückten aus Requisition aus, die 4, Kompagnie I ging die unvermeidliche Erkundung nach Bonny, schoß sich dort I Viit deii Franzosen herum, welche diesmal in größerer I Md sogar mit Reiterei auftraten. Der 31., der letzte des wahres I brachte meiner Kompagnie den Befehl, zwei Züge auf Requisition I A senden, das Los traf Leutnant Weimer und mich; wenn dies I auch stets eine unangenehme Aufgabe ist, ftiiedlichen Lntten ihre 1 Habe wegzunehmen, so versöhnte uns doch dm.Ausffckst, emest I Nenjahrsbraten mitzubringen, einigermaßen mit dem Befehl. MS I gegen 2 Uhr die beiden Züge nut unserem Vieh, Wagen und den I Neujahrs-Gänsen und -Hühnern sich wieder der Kavallerie-Vedetten I Mi Briare näherten, ritt eine Patrouille auf uns zu, voller Freude, | daß wir wieder da seien: Man hatte, sagte uns der Führer, j bereits gefürchtet, wir feien ab geschnitten mid gefangen, denn die j Franzosen rückten gegen Briare vor. ____ 1

Kaum in Briare eingerückt, wurden wir alarmiert. Unsere! I Suppe, auf welche wir uns gefreut, blieb stehen und wit leerem I Magen standen wir auf der Straße. Unterdessen hallm sich, I während wir auf Beitreibung waren, das Vorgehen der Fran- | Losen kräftig entwickelt. . I

Die 2. Kompagnie Unter Hauptmann Weber und ent Zug Reiter gingen am 31. morgens loireauswarts bis Bonny vor. Dar Ort wsird zwar besetzt, allein feindliche Schutzen und ge- Wosseue Abteilungen rücken fofort gegen Bonny vw und die Compagnie muß, um von den wett überlegenen franzoslfchefst Truppen nicht umgangen zu werden, sich lang)am Aruc^ieheu, , Muf die Meldung hiervon nach Briare wurden vom Detachemutt Uacheinander die Leib-, 4. und 8. Kompagnie auf der Straße na , Bonny zur Unterstützung vorgeschickt; Hauptmann Weber erhalt Befehl, wieder anzugreifen. "m 3 Uw nachmittags stehen die '4 Kümpagnim int Feuer aut Bahnhof Chetillon, etwa 4. Kilo­meter von Briare; der Feind jedoch, bringt immer stärkere ^.ruPPM vor Und sucht unseren linken Flügel, der au der Anhohe links der Straße von Bonny Md der Bahn steht, M umfassen und zu werfen. Die zwei Kompagnien, welche diesen Abschnitt verteidigen, sstehen deni etwa zwei Bataillone starken Feind gegenüber Md müssen abermals der großen Uebermacht langsam, weichen.

i Auf der Straße fahren nun im Galopp zur Hilfe noch zwei Geschütze auf, allein als diese ihr Feuer eröffnen, schlagen femd- Lchq Granaten in die Geschütze. Sunt erstenmal bringt hier General du Temple auch Artillerie gegen uns ms Gefecht, em Zeichen, daß es diesmal ernst wird.

Während sich das Gefecht so wenig erfreulich entwickeltes war fciie 5^ Kompagnie aufgesstellt worden und erhielt alsbald den Befehl vorzurücken. Leutnant Cullmann marschiert fchleuntgist Ms Briare mit der Kompagnie vor. Wohl hatten die beiden Geschütze den heftigen Aststurm der Jnfailterie längs der Straße Bvimy mit kräftigem Feuer zum Stehen gebracht, auch das Feuer der französischen Geschütze erwidert, allein der rechte feindliche FMqel dehnt sich, gedeckt durch das waldige Gelände, immer, weiter aus und überragt schon unsere linke Flanke, !drangt dm L Kompagnie zurück und beschießt bereits die. Geschütze, sowid bie'l , 2. und 8. Kompagnie in der Flanke. Die 5. KomPagniS Eonnnt bei ihrem Vormarsch bereits der Mruckgehenden Artillerie entqeqeii Leutnant Cullniann erhält Befehl, nach links vorzu- Wen rasch geht es an den Anhöhen hinauf, hinunter, m einen Lln ,chbi Meter tiefen Bahneinschnitt, auf den Bahittorper ziehest N?Teffe der 4 Kompagnie zurück. Im Hinunterlaufen intet Einschnitt ruft uns von hinten unser Kompagnieiührer zu.Vor­wärts Hurrah!" Also heraus aus dem Einschnitt; vor uns aM Waldrand liegt ein kleines Gehöft, dorthin stürzen ivir mit ffircht- Vareini Hurragebrüll, Schüsse blitzen aus dem Haufe und den Hecken, aber ohne daß wir einen Schuß getan, sind wir ist hey feindlichen Stellung und hinter den flieheichen Mobilgarden knallt es nun munter her. Mit diesem kräftigen Vorstoß war da» femd- riche Vordringen unterbrochen. Doch der kurze Wintertag neigte schon seinem Eiidü zu, es begann zu dämmern, fangfam wurden teher die Konipagnien nach Briare zurückgenommen. Kaum ver­ließen auch wir unsere Stellung an der Ferme, als auch dm Feind wieder erschien und zu feuern begann. Am nachsten Wald- stmm machten wir kehtt und unser Feuer zeigte ihm, daß wir bereit seien, seinem Angriff zu begegnen. Uiibelasttgt ruckten wir in' unsere Stellung südöstlich auf einer Anhöhe vor Briare em< In der Dunkelheit machten die Franzosen nochmals; einen ^such, Ms anzugreifen, allein ein kurzes Vorgehen unter persönliche«