Ausgabe 
15.12.1910
 
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er.

Durch Befehl des Generalkommandos des 9. Korps wurde ämj

rolle die Fahnen Probewerse auf; es ist

Waldes, den grünen Gefilden von Main, Neckar und Nahe, seinem weiten Gan zuttug, dessen Traube gewissermaßenl ! ..zz x, < C C . . CYY\ ?L aVYuA^C.fii^wrt^ AOV fVATflrtgj|

Das 2. Grotzh. hch. Znf.-Uegiment bei Vriare/)

Bon E. P i st o r.

geführten Gefechten ihren Führern folgten. Die Tage von Briare sind Ehrentage des Regiments und sie verdienen, daß alle die alten Kameraden sich heute nach 40 Jahren der Znt erinnerst Und ihrer und aller Kameraden, die nicht mehr smd, und dies sind leider schon viele, nochmals in Dankbarkeit und Treue ge-

Am 26. Dezember rückte das Detachement in Briare ern, dw Infanterie-Spitze hatte sogleich das Vergnügen, den liebenswur- Ligen Charakter der Einwohner kennen zu lernen, es begegnete ihnen ein hessischer Reiter ohne Pferd. Der Mann war aN Patrouillen-Reiter im Ort vom Gaul gerissen worden und nup mit Mühe seinen Peinigern entwischt, die die freundliche Absicht hatten, ihn im Kanal zu ertränken. Eine Anzahl von jungest Burschen, die an dem Mordversuch beteiligt luaren,, wurden ge- fangen gesetzt, jedo'ch ffpäter wieder freigelassen, größere Strengq wäre hier recht am Platze gewesen. Mich freut heute noch, daß ich eine Anzahl der Burschen erwischte, als sie sich aus Bsiarel drilcken wollten; einer der Burschen hatte sogar noch eine Pistole fat der Tasche. Die belehrenden Worte, die in sehr handgrcisliMU Weise mein baumlanger Vogelsberger Korporal bet Einsaugung der Burschen und ihrer Verbringung nach Briare an die jungen] Menschen richtete, müssen nachdrücklich gewirkt haben, fte sähest sehr zahm aus Md gehorchten vorzüglich, als sie der Wache ab- geliefert wurden. ,

Man richtete sich in Briare, Einem Städtchen von etivti 5000 Einwohnern, ein so gut es ging. Der Ort selbst ist für eine Besetzung und Verteidigung recht ungeeignet, zwar auf der west- l'ichcho Seite schützt der breite Fluß Loire gegen einen ubei'l Laschenden Angriff, doch auf drei Seiten treten Anhöhen bis dicht an die Stadt, dazu ziehen kleinere und größere Waldparzellest ebenfalls auf den Höhen bis an die Stadtgrenze heran und er­schweren Ungemein jede Uebersicht. Die Bevölkerung der uni- liegenden Dörfer nutz Gehöfte war anfgehetzt und durch die not-;

*J Nach meinest 'Aufzeichnungen Und Erinnerungen, MM BeMtzung von Draudt; Detachement Rantzau und Maurer IW Frankreich 1870/71.

Sie soN's gut bei mir haben, Fritze," sagte er,wenn ssu im Loche sitzst. Brauchst dich nicht zu ängstigen. Ich fasse sie manierlich an und beiße auch nicht den Alldeut­schen heraus. Ja apropos, was mir einfällt. Da ist die Dora in ihrer Verschönerungssvut auf einen Gedanken ge­kommen, von dem ich nicht weiß, ob er dir passen wird. Pie will bei Andrees Ankunft zwei Fahnen hissen: dre Deutsche und die Trikolore von drüben. Sie fand das finnig. Ich halte es, bei allem Respekt vor FräUletn' Dora, für übertrieben."

«ne leichte Arbeit."

So mußte Fritz also mit in die Giebelstube. Sie hatte einen großen Balron, aus dem die Fahnenstangen auf» aevflanzt waren, schön gestrichen in den Farben beider Reiche. Dora entrollte sie denn auch rasch, und nun wehten fie lustig durcheinander und grüßten sich Und grüßten hinab pt den Gau und hinüber in das Nachbarland.

Aber Fritz schaute schon nicht mehr auf die Fahnen, sondern auf die Welt ringsum. Unten floß der Rhein, und fein Gau tat sich auf. Wieder war die Zeit bat, wo

Dora verteidigte sich,Ich bin für das Symbolische- Herr Friedel," erklärte sie.Ern Symbol läßt sich deuten Und kostet nicht viel. Es sieht gut aus, wenn die beiden ! bahnen im Winde flattern und die Farben sich mischen. Es hat auch etwas Sinnfälliges, das die Komteß schon ver- teben wird. Kommen Sie mit in die Giebelstube, Herr Medel. Ich 1

hie Mullern kwM - - Werter Herr Friedel, Weib' . im Sonnenschein die Traube der Reife enigeckenging.- ® hin der Blick sich wandte, Rebenhügel; im Golde des herbst--

E mitent wie in bösem Sinne. Ja, Herr Spannuth. lichen Mittags ein großer Weingarten, durch den der Mpeu- «cfcki kaae ^bi,en ebrlick die Wahrheit- ich habe Maud nie ge- I ström rauschte, der dre Schneewasser des Gotthard zu«

NSe?l?Lrze«sm,g, daß Nordsee LAm deutschen Rheft^ gnÄj eine einfacher veranlagte Natur wie ich mit rhr, krenzun- rst em lustig Leben es tragt her Rhern auf seinent alkicklicb aeworden wäre Denn sie selbst rst erne jener I Haupt ern Diadem von Reben. . . . So yane oer aue unglücklichen Naturen in denen Edles und Niedriges mit- Rittershaus gesungen und so war es auch: Rhem und einander rinaen und die im Kampfe mit seelischen Wider- I Rebe gehörten zusammen. Auf den Hangen oben eme Reche ständen schließlich! zugrunde gehen müssen, weil ihnen jedes I duftiger Blüten: Rauenthal, Erbaaj und Markobrunn, em- Maß des Ausgleichs fehlt Aber auch Schönes und Gutes I berg, Vollrads und Johannisberg, RudeLherm und - fk- «ÄT ÄÄÄ MS

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Er Xeate das silbergraue Kuvert vorsichtig auf die I seinem werten Gau zutrug, deften Traube gemisfermaßenl nlübenden Kohlen im Kamin, und beide Männer standen I teilhaftig wurde der Würze der Alpenblumen, der kräftig! ^avor und saben M tote das Papier sich krümmte, sich | Frische in den Felsengründen des schwarzen Waldes, bi goldrot umsäumte ^und endlich als Helle Flamme empor- süßen Mlde in den Ebenen seiner Nebenflüsse, des poetischen

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Lmpsthlrrn». W-S auch geschehen i[t: wir grüßen IMS wie hinter i'ch.uub »Ws stumm hmab, »p ßrctzer .M«d» ebedem und haben Achtung voreinander." I betoegung, m die deutsche Champagne. Ser Alte Version«.

Er drückte Fritz die Hand, druckte energisch an seiner | Er nickte freundlich, und dann sagte er ein guteo Worts

Nrills und stapste hinaus. r ,Gesegnet sei der Rhein!"

' Fritz blieb noch ein Weilchen vor dem Kamin stehens stnd schaute den letzten springenden Funken zu. Sie'zuckten (traf und verglühten. So ist die Leidenschaft.

Nun wandte sich Fritz an seinen Schreibtisch' zurück.

Da stand das Bild Andröes; das nahm er und küßte es.

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»rigt habe, um vor Antritt feiner Festungshaft noch,>etn paar I 6afi) ti01t Orleans ab und traf am 23. in Montargis ein. Die« Tage mit ihm zusammensein zu tonnen. Ah', diese schreck- j x^nte das Regiment den Weihnachtsabend in heimlicher Weise ÜLe Festungshaft! Es war ndco ein Trost, daß der Divt- ^ch feiern; mancher Christbaum leuchtete und frohe Festftiminung

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immer wieder. Ein zarter bangender Dualismus sprach I chghörlichen Anstrengungen, Wachen, Erkundungen, Beitreibungen »loch aus ihren Zeilen, als schäme sie sich des Zugestand- oft knapper Verpflegung und schlechtem Wetter und dazu

hisses, daß sie sich auf französischer Erde, die sie doch auch täglich Kämpfe mit einem vierfach überlegenen Femde Und

Von Herzen lieben gelernt, nicht hatte heimisch fühlen können, einer aufgehetzten, feindseligen Bevölkerung bringen., Ehre dest ES war wie ein rächender Rückschlag der Natur, daß die 5 braven Soldaten, die unter diesen, auf die Dauer säst unertrag-, &Ä »r« b^tto-n »LLm, I- W» <» ihr L/xLLF'K'LrLL

ÄWW ihr MW getan. Und fie strahlte. > *SU~ MW Die T.«° «n Bri-r-

als sie sah, daß auch Fritz zufrieden war. In der Lat, Andröe konnte sich W ihrer Wohnung behaglich! suhlen.

Auch der Opa stampfte vergnügt umher und schmiunzelto Wer das hübsche Schlafzimmer und das kokette Boudoir.