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Breis für die Weiblichkeit auf die Hälfte heruntersctzte. Erschwert wurde bisher bat belgischen Militärs und Agenten bte Mitnahme ihrer Frauen auch noch burd) den Umstand, das; das Leben nt der Kongokolonie sattsam teuer ist. In Noma, der Hauptstabt des unteren Kongo, zum Beispiel, verbraitcht einer Statistik zuforge der verheiratete Europäer bei sehr sparsamem Leben ^ranken monatlich, von welcher Summe ihm 310 Franken als Entschädigung vergütet werden. Darin einbegriffen ist ein Monatsbetrag von 50 Franken für die Frau, tvas als unausreichend bewachtet werden mutz. Auch gibt es wenig Wohngelegenheilen. Man muff mit seiner Frau viele Monate int teuren Hotel zubringen, bis ein Haus frei wird. Alles daS kostet viel Geld und ist nicht ermutigend.
Man wird ans diesen Tatsachen wohl bemerkt haben, dal; es nun die bereits verheiratete Frau gewesen i)t, die es wagte, des Gatten entbehrungsreiche Jahre zu teilen und ihm das monotone Leben am Aeauator zu erleichtern. Dieser Umstand löst aber nickp nur nicht die Frage der Kolonisierung der Europäerin am Kongo, sondern erschwert sie geradezu. Es ist nur natürlich, dass die Nicht verheirateten Europäer das häusliche Glück und die häusliche Behaglichkeit der verheirateten Kollegeti und Kameraden nut scheelen Augen mischen und es zehnmal verwünschen, daß ihr Vermögensstand oder die Knauserei des Staates es ihnen nicht erlauben, zu heiraten und ihre jungen Frauen nach Afrika zu führen. Hier nun setzt Pas Werk Königs Albert ein. Die weiße Frau soll dazu berufen werden, die Melancholie aus dem Herzen des bei aller Geselligkeit der Kameraden sich vereinsamt fühlenden Mannes zu verscheuchen, jene Melancholie, die im Herzen Afrikas ebenso gefährlich wirkt, als Malaria imb Alkohol; sie legt den Stein zu einem neuen Gemeinwesen ; sie bewirkt durch die Führung ihres Haushaltes eine Steigerung der Achtung der Schwarzen vor den Weihen unb tragt durch ihr Beispiel mehr zu ihrer Zivilisation bei, als es Mifflonare und fromme Schwestern zu tun vermögen. Es ist im allgemeinen bekannt und rühmend hervorzuheben, daß unter den Belgiern vm Kongo, in ihrem Verkehr mit den Frauen, eine weit grossere Moral herrscht, als in den französischen Kolonien. Dieser Vorsprung, den der Belgier vor dem Franzosen hat, soll nun gerade durch die Herbeiziehung der europäischen Frau auf eine, höhere Stufe gebracht juexb Cll
Es ist selbstredend aber auch Sache des belgischen Staates, die Pfade, die der König weist, nicht durch adininistrative Bersclmor- kelungen und Spitzfiiidigkeiten zu erschweren und zu verengen. Es wird daher interessant sein zu beobachten, wie sich bte|e§ zivilisatorische und menschenfreundliche Werk des belgischen Monarchen während der nächsten Jahre weiter entwickeln ivirb, denn feine Wohltaten werden notgedrungen einen wertvollen Hinweis zeitigen auf die Weiterentwicklung aller äquatorialen Kolonien durch die Heranziehung der Frau. Aber ein Umstand ist unter lebet Bedingung zu beachten: es ist immer empfehlenswerter, daß bte sich nach Afrika begebende Frau bereits in Europa heiratet. Ter Gedanke des Königs geht beim wohl auch namentlich von diesem Vorbehalt aus. Tie von ihm jährlich zu spendenden 50 000 Franken müßten daher in erster Linie dazu dienen, den kolonialen, Beamten schon eine Heirat in Europa selbst zu ermöglichen. Bisher wenigstens kannte der Kongo keine einzeln reisenden Damen, nicht Wimal links angetrante,
humoristisches.
* EHre, dem Ehre gebührt! Reisender: „Was, Sie wollen mich binauswerfeii lassen — wissen Sie nicht, daß mein Ptmstpal Hoflieferant ist?" — Geschäftsmann: „Ah, so! (zum Hausknecht) Schmeißen Sie den Menschen zur Hoftür hinaus!"
* Ach so! Richter: „Sie wollen Gelegenheitsarbeiter sein t— wie kommen Sie dazu, zu stehlen?" — Angeklagter: „Ja! fe- sehen's, Herr Mat: Gelegenheit macht halt Diebe!
* Ebbe. Chef: „Herr Müllew um'S Himmel willen — (Sic lassen ja den Kassenschlüssel stecken, wenn Sie fortgehen!" — Kassierer: „Jawohl, denn wenn hier mal eingebrochen wird, bleibt wenigstens der Geldschrank Heil!"
* (Sitte gefährliche Sache. Erster Lehrjunge: „Willste schon nach Hause?" — Zweiter Lehrjunge: „Za, wenn ich um gehn Uhr nicht zu Hause bin, schlägt mich der Meister tot , . i lS> wär nicht das erste Mal!"
_ vücherüsch.
— Engel hör ns Allgemeine Romanbibliothek bildet eine Auswahl der besten modernen Romane aller Völker, alle 14 Tage erscheint ein Band dieses billigen und gediegener Unternehmens, das nun seinen 20. Jahrgang beschlossen hat und Überall int Lande bekannt und beliebt ist. Der 26. Jahrgang enthält wieder eine Auswahl aus der Weltliteratur, die wir im nachfolgenden kurz besprechen wollen.
Der rote Kurs. Von Georges Ohnet. Aus dem Französischen. 2 Bände. Heiß und stark pulsiert das Blut in dieser Neuesten Schöpfung des allbeliebten Erzählers, der uns in das modernste Frankreich führt, wo die sozialen Gegensätze heute mit elementarer Gewalt aufeinander platzen.
Der alte Timm und seine Nachbarn. Von Marw Tiers. DaS Gemeinsame dieser trefflichen Novellen ist, daß aus der Gebundenheit dörflicher Vorurteile und Verhältnisse die Lebenskraft in irgend einer Form nach Befreiung ringt
Hugo. Von Arnold Bennett. Aus dem Englischen. Wiese in einem Warenhauspalast spielende Geschichte ist voll von spannenden und abenteuerlichen Vorgängen.
Armer Henner . . . Von Richard Skowronnek. 2Bande. Frei von jeder einseitigen Tendenz schildert der Roman das Schicksal eines begabten jungen Offiziers, der an einer heißen Leidenschaft innerlich zu Grunde gebt. „ , , D
Der unreine Geist. Von Scmsne Zemlak. Ans dem Französischen. Ein Roman, der am Faden einer reichbeweatenl erschütternden Handlung tiefe Einblicke in bte russische Volksseele gewährt.turgetoatten zzon Helene Raff. In bie Hochalpen und ihre Vorberge hinein versetzt uns dieser Geschichtenband
Die jüngste Miß Mowbray. Von B. M. Croker. Aus dem Englischen. 2 Bände. Die Verfasserin schildert darin die Schicksale eines unterdrückten Mädchens.
Liebe Mädchen. Drei Novellen von Käthe Sturmfels. Die durch ihre aufrüttelnden Schriften gegen die moderne Frauenbewegung rasch und weithin bekannt gewordene Verfasserin zeigt sich in den Novellen „Liebe Mädchen" als Darstellerin feiner, klarer Frauengestalten, die sich in gesellschaftlich exponierten Stellungen, wie sie das moderne Leben schafft, mit dem sicheren! Takt zurechtzufüiden wissen. a
Meeresgold. Von George Broilson-Howard. Au» dein Englischen. Diese phantasievolle Abentenergeschichte erhebt keinen andern Anspruch, als den Leser durch flott erzählte spannende Vorgänge zu fesseln und zu unterhalten .
Eva, wo bistdu? Von Fedor von Zabeltitz. Zwei Bande. Der Roman einer jungen Studentin: voll starkem Spanmingsreiztz
Was sich in dem Gasthaus begab. Von Kate Douglas Wiggin u. a. Ans dem Englischen. Der Versuch, Jeben bet? vorkommenden Charaktere einem andern Bcrfasicr zuzuweis.ii/ E Tms^g olden e Schiff. Von Paul Oskar Höcker. Der heiße Atem des modernen Sportfiebers geht durch diesen spannenden, figurenreichen Roman. ™ o
D a p h n e. Tie Geschickte einer modernen Ehe. Von Mrs. Humphry Ward. Aus dem Englischen. Zwei Bände, Areseist Roman liegt das Ehescheidniigsproblem zu Grunde, das die teng= länder und Amerikaner gegenwärtig so schwer in Atem halt Das Buch vermittelt uns tiefe Einblicke in bre angelsächsische Kultur-, iöett®räfin Polly. Von Palle Rosenkrantz. Aus dem Dänischen« Rosenkrantz versteht es meisterhaft, uns die handelnden Personen/ die offenbar nach dem Modell gezeichnet sind, durch seine her-, oorrngenbe Darstellungskunst menschlich näher zu bringen.
Romeo und Julia int Alb auergeb trge. Von Richard Voß. Voß erweist sich in die,er fesselnden Geschickte wiederum als ein Kenner der italienischen Volksseele.
Eine Energiekur. Von Daniel Lesneur. Aus dem! Französischen. Zwei Bände. Den Kampf einer edlen, Frauen- seele geoen die gedankenlose Umgebung i|t in diesem tnt allcr- mobernften Frankreich spielenden kurzweiligen Roman.
Das Hoheliet» des Lebens. Bon A. von Klinckow- stroem Tas Hohelied der Liebe und damit das Hohelied des Lebens singt die leider zu früh verstorbene Verfasierin in diesem! ihrem letzten Roman. Die Liebe zur ererbten Scholle gibt den ^Montana. Von Wm. Wallace Cook. Ans dem Englischen. Eine schlichte volkstümliche Erzähliing aus dem amerikanisch^ Goldgräberleben, aber von ergreifender Innigkeit und Gefühls-, toantiCena Küppers. Von Carl Busse. Zwei Bände Der neue Roman von Carl Busse erzählt von dem Schicksal der schonen und stolzen Lena Küppers, die sich in Trotz »ur Richterin iibd den eigenen Vater aufwirst und erst einen wetten Weg gehen niUBb ehe sie ihn verstehen unb verzeiheii lernt.
Magisches Quadrat.
In d>e Felder nebenstehenden Quadrats stnd die Buchstaben AAABBBEEI NN RR T T T derart einzutragen, daß die tvagerechten u, senkrecht. Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:
1. Asiatisches Tafelland.
2, Kleines Steinbild.
3. Philosophen.
4. Ein Eigenschaftswort.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Wer Reichtum hat und doch davon nicht spendet, Und ihn auch zum Genießen nicht verwendet, Der hat ihn gar nicht, gleicht dem Strohmann nur, Der Korn bewacht für Andre auf bet Flut.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Btühl'schen Universitäts-Buch- und Stemdrucketei, R. Lange, Gießen.


