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land und der Häuptling des Eidechsenbundes ihre Paniere Unterdrücktei: und verräterisch entwichen, aufs neue ins dichteste Kampfgewühl, wo er von zwei tödlichen Geschossen an Kopf und Brust getroffen um die fünfte Nachmittagsstunde den Heldentod fand, Mit dem Fall des Hochmeisters war die Schlacht entschieden, in der laut der auf dem Konstanzer Konzil überreichten Ordensdenkschrift außer 200 Ordensbrüdern vom deutschen Heere noch weitere 18 000 Mann (ultra decem octo milia .christifidelmtst corpora) gefallen sein sollen, währeich die Verluste auf polnischer Seite, wenn man die offensichtlichen Uebertreibungen ausscheidet, sich auf 30—40 000 Köpfe belaufen zu haben scheinen.
Während die nächsten Burgen ihre Tore den Feinden öfsnen Wußten, das offene Land in bestialischer Weise verwüstet wurde! Und manche Stadt in Flammen aufging, wurde der völlige Zusammenbruch des Ordens und die Eroberung der Marienburg durch den Komtur von Schwetz, den heldenhaften Grafen Heinrich von Plauen abgewendet, der die Burg der heiligen Jungfrau so lange zu halten wußte, bis der König aus Mangel an Lebens- Mitteln und Futter, wegen des Auftretens pestartiger Seuchen im polnischen Lager und aus Furcht vor Meuterei die Belagerung nach achtwöchiger Dauer aufhob und abzog. Dem edlen Plauen gelang es sogar, in dem im nächsten Jahre abgeschlossenen Frieden von Thorn Bedingungen zu erhalten, nach denen die Macht des Ordens äußerlich ungemindert erschien und mit der Reform des Ordens und dem Wiederaufbau des Zerstörten begonnen werden konnte.
Trotz den: redlichsten Wollen des einstimmig zum Hochmeister gewählten Plauen gelang es nicht, die geistliche Ritterrepublik wieder hochzubringen. Was er bis zu seiner tragischen Entsetzung von der Hochmeisterwürde und was seine Nachfolger geschaffen haben, blieb ein kurzer Nachsommer, in dem die Vorboten herbstlichen Welkens nicht zu verkennen waren. Die. Blüte des Ordens, den: sein vornehmstes Ziel, die Bekämpfung der Heiden und damit die Daseinsberechtigung genommen war, war unrettbar hin. Der von vielen deutschen Elementen in der Schlacht und nachher geübte Verrat schuf unüberbrückbares gegenseitiges Mißtrauen, die Kluft zwischen der Ordensregierung und dem Eidechscnbund wie dem Bürgertum der Städte erweiterte sich mehr und mehr. Die Söldnerscharen, die fortan statt der nunmehr ausbleibenden Kreuzfahrer gemietet werden mußten, zehrten an dem großen Ordensvermögen, das durch neue Kriege und kostspielige Gesandtschaften reißend schnell verbraucht wurde, obwohl dem Lande fast Unerträgliche Steuern auferlegt wurden, und so fristete der Orden noch 100 Jahre lang ein rühm- und erfolgloses Dasein hin, bis er von seinen: letzten Hochmeister in Preußen, dem Markgrafen Albrecht von Hohenzollern-Anspach im Krakauer Frieden vom 8. April 1525 in ein erbliches, weltliches Herzogtum unter polnischer Lehenshoheit verwandelt wurde.
Nicht die polnische Volkskraft war es, die bei Tannenberg den Sieg errungen hatte. An Zahl dem Ordensheere mindestens um das Doppelte überlegen, war Jagellos Heer überwiegend aus Armeniern, Juden, Litauern, Russen, Walachen, besonders aber auch Tataren zusammengesetzt, von welchen letzteren allein 30 000 Mann bei Tannenberg mitgefochten haben. Erst im zweiten Frieden von Thorn von: 19. Oktober 1466 fiel ganz Westpreußen mit Danzig, Elbing, Kulm, Marienburg und Thorn an die Krone Polens, während der Orden sich auf Ostpreußen zurückzog. Deutsches Land und deutsches Volk unter sarmatischer Gewalt! — Was die 300 jährige Polenherrschaft aus dem unglücklichen Lande gewacht hat, ist von keinen: besser geschildert worden als von Gustav Frehtag in seinen „Bildern aus deutscher Vergangenheit", wenn pr schreibt: „Die einst so blühende Stätte der Kulturarbeit des Ordens war im Jahre 1772 (dem Zeitpunkt der ersten Teilung Polens, die Westpreußen an die Hohenzollernkönige brachte) ein verlassenes Land, ohne Zucht, ohne Gesetz, ohne Herren. Verfallene Städte in menschenarmer Einöde, das Land verwiistet, die Bevölkerung in Armut und Aberglauben, in Trunksucht und Trägheit versunken." Das waren al,o im Endergebnis die Früchte des von den Polen als Großtat gepriesenen Sieges von Tannenberg. Heut aber gilt wiederum der Schlußvers des Gedichtes, das Felix Dahn dem Hochmeister Hermann von Salza beim Beginn des Ordenskampfes vor sieben Jahrhunderten in den Mund legt:
Gen Preußenland! Brecht, stet im Siegen Mit Schwert und Pflug die Wege klar Und hoch ob euren Häuptern fliegen Prophetisch soll der deutsche Aar.
Die Geldfabri?.
Wir entnehmen den nachstehenden Aufsatz n:it Genehmigung der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart dem 12. Heft der illustrierten Unterhaltungszeitschrift „Arena", Oktavausgabe von >,Ueber Land und Meer".
Wenn eine Krone oder eii: Taler oder auch nur ein Groschen Uns seine Lebensgeschichte erzählen könnte, so würde sie wahrscheinlich interessanter und in jedem Falle abwechslungsreicher
ausfallen als manche der vielen Biographien, die alljährlich 'erscheinen. Wer cs versteht, solche Geschichten zu erlauschen, dem kann ein Ztvanzigmarkstück Wunderdinge erzählen. Der sieht und fühlt, daß das Gold dieser Münze nicht einfach Gold ist, sondern daß sich in dieser Krone das Blut von vielen hundert längst vergangenen Münzgenerationen miteinander vermischt. Die Krone mag zwar erst im Jahre 1909 geprägt sein. Aber nur ganz wenig von ihrem Golde kam erst frisch aus den Minen von Südafrika, um die so viel Burenblut vergossen wurde. Ein auderesj Teilchen wurde schon im Jahre 1849 in den kalifornischen Flußtälern aus Felsgeröll erwaschen. Und wieder andere Teile waren schon einmal als Dukaten, als Friedrichsdore und Louisdore im Verkehr. Die hatten die siegreichen Spanier aus dem neugewonnenen An:erika gebracht. Aber andere Partien unseres Zwanzigmarkstückes sind noch viel älter. Die zirkulierten schon als Goldmünzen in Rom und Byzanz, ehe an Amerika zu denken war. Und einige Partien, freilich nur Tausendstel in uuserM Zwanzigmarkstück, die steckten vor viertausend Jahren schon in einem Schekal babylonischen Goldes oder in einer jener goldenen Münzen, die Priaiuos als Lösegeld für Hektors Leiche zahlte.
Jede dieser Münzexistenzen fand ihr Ende im Schmelzofen,' aber aus der Glut stiegen jedesmal neue Münzen, und tausendfach vermengt rollt das alte Gold in neuem Gewände weitab durch die Welt, von der Jugendzeit des Menschengeschlechtes an bis auf unsre Tage. Und rede Münzexistenz, jede einzelne Münze wandert auch heute nach längerem oder.kürzerem Dasein wieder zum Ofen. Verfolgen wir solchen Gang einmal.
Ein Ztvanzigmarkstück, das neulich noch durch unsre Finger! rollte, war doch im Laufe der Jahre stark angegriffen. Sein Gewicht war um de» fünfundzwanzigstcn Teil eines Grammes unter den norinalen Betrag gesunken und hatte damit die Passier-t grenze erreicht. Zwar wurde es uns noch anstandslos abgenommen, und auch durch die nächsten vier oder fünf Hände ging es noch glatt. Aber dairi: kam es zu einer Bank, und dort sah man! es mit kritischen Augen an. „Du bist gewogen und zu leicht befunden," lautete das Urteil, ui:d mit vielen Leidensgefährten! wanderte das Goldstück zur Münze.
Tiegel, aus einer Mischung von schtvarzem Graphit und weißen: Pfeifenton geformt und gebrannt, nahmen unsre Kronü neben vielen andern auf. Aber nicht nur alte Münzen brachte man aus dem großen Panzertresor der Geldfabrik zun: Tiegel, sondern auch noch einige massive Goldbarren, die erst vor kurzem aus Südafrika angekommen und nur wenige Tage in: Tres«y geruht hatten. Das alles lag jetzt genau abgewogen im Graphittiegel, und darüber wurde eine dichte Schicht von seinem Holzkohlenpulver ausgebreitet. Dann setzte man noch einen schweren graphitgefütterten Deckel über den Tiegel, und dann umspieltest die heißen Stichflammen einer Gasfeuerung den in einen Herd eingebauten Tiegel von außen. Schnell stieg die Temperatur zur Rotglut und kam von da zur Weißglut auf rund tausend Grad Celsius.
Den Münzen im Tiegel wurde dabei ganz eigenartig zumute. Sie vergaßen frühere Prägung und Geschichte. Und auch die stolzen Barren wurden weich. Das Gold kam ins Fließen, und bald stand unter der Kohleupulverdecke, und durch diese von der oxydierenden Luft sicher getrennt, ein flüssiges Golobad im Tiegel.. Kräftig fuhr die Schürstange des Schmelzers in die Legierung, um alle Teile gut durcheinai:der zu bringen und genau die vorgeschriebene Legierung von neunhundert Teilet: Gold und hundert!. Teilen Kupfer zu erzielen.
Sildenratsez.
a, de, der, gev, ei, et, ha, jo, ka, leb, nie, mir, ni, nes, oc, pal, sel, hebt, ta, tuet), ve.
Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen acht Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines Volksschriftstetters und Dialektdichters ergeben. Es bezeichnen aber die einzelnenWörter folgendes : 1. Hebräischen Propheten.
2. Musikalische Bezeichnung.
3. Stadt in der asiatischen Türkei.
4. Eine Bildungsstätte.
5. Feines Gewebe.
6. Fluß in Airika.
7. Einen Baum.
8. Eine Halbinsel.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung der Schach-Auigabe in voriger Nummer' Weiß. Schwarz.
1) L £ 4 — c 1 f 5 — f 4
2) g 3 tt. f 4 K g 6 it. h 6.
3) f 4 — f 5 f und Matt.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


