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tväre. Das war gefühllos, das war Freude aut Mord. . . Schweigend hob er die Vogelleiche auf unb trug sie von dein in rasender Erregung schreienden Jungen fort, in den Forst hinaus,, wo er sie notdürftig mit Sand bedeckte,

*

Als Hedwig Fachmann am Pfingstsonntag des nächsten Jahres Muren und Wohnung wechselte und ganz §it Hans Wehrend übersiedelte, befand sich unter ihrer Mitgift auch eine große, graue Krähe mit verschnittenen Flügeln, ein richtiger Hans Huckebein, der nur noch leise krrarrte, wenn ihm der Kopf gekraut wurde- das junge Paar nannte ihn aber nie anders alsunseren Psingstvogel".

Er hat mich so erleuchtet, wie der heilige Geist selber es besser nicht vermocht hätte," sagte Hans Wehrend manch­mal gut gelaunt zu seiner jungen Frau.So'n Pirol sieht mir cnigen aus wie ein guter Gedanke, aber der hier hat's in sich."

lind wenn Frau Hedwig nach demWarum" fragte, das sie gar nicht oft genug hören konnte, antwortete er immer milde:

Schäfchen! Weil ohne ihn die Szene im Vorjahre nie passiert wäre, weil ohne diese Szene wahrscheinlich Gabriele an deiner Stelle säße, und weil ich In diesem Falle den besten Gedanken meines Lebens, nämlich den, dich zu hei­raten, nie gehabt hätte. . ."

Loftarica»

In Westindien und Mittelamerika ist die Erde seit einem Jahrzehnt höchst unruhig. Nun ist auch die Republik Costarica wieder von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht worden.

Welcher Art dieses Erdbeben gewesen ist, darüber ist den bisherigen Meldungen nichts Bestimmtes zu enMehmen gewesen; in der Kordillere von Costarica erheben sich mehrere tätige Vul­kane, wie Jrazu (3414 Meter), Turialba (3325 Meter), Barba und Poüs. Davon, daß deren Tätigkeit sich gesteigert hätte, ist nichts bekannt geworden. Schon 1841 wurde das jetzt wieder zerstörte Cartago, die alte Hauptstadt Costaricas, durch ein vom Jrazu ausgehendes Erdbeben vernichtet; die späteren haben wenig Schaden angerichtet. Tic Vulkane Costaricas, Ivie die Zentral­amerikas überhaupt, haben sich in und nach der Pliozänzeit, d. h. im Jungtertiär, gebildet und stehen auf Längszvuen geringsten Widerstandes, anscheinend auf einer langen Spalte. Die Vulkane von Costarica entbehren gewöhnlich der charakteristischen Kegelform und zeigen Terrassenbildungen, die beiden Krater des Poäs sind von Seen ausgefüllt.

Tie Bevölkerung Costaricas, im ganzen etwa 350 000 Seelen auf 59 570 Quadratkilometer einer Fläche von der Größe der Provinzen Pommern und Posen wohnt vorzugsweise auf der kaffeebauenden Hochebene des Innern, die jetzt von dem Erd­beben betroffen worden ist. Das dort liegende Cartago wird gegen 6000, die jetzige Hauptstadt San Joss 27 000 Einwohner zählen. Die Häfen des Landes, Punta Arenas an der pazifischen Küste und Puerto Limon an der atlantischen, haben 4000 bezw. 30Ö0 Einwohner; Puerto Limön wächst aber bei dem zunehmenden Schiffsverkehr sehr rasch. In Costarica sieht man viele Weißen, ja sogar zahlreiche blond- und rothaarige Kreolen, die ihren zuweilen fast germanischen Typus dem gotischen Element der nordspanischen Einwanderer verdanken. Tiefe Nordspanier gelten für arbeitsam, nüchtern und gebildet, und ihre Nachkommen sind es ebenfalls. Auffällig ist auch die Häufigkeit guter städtischer Kleidung auf dem Kande und die fast allgemein übliche Sitte, Schuhe zu tragen, während die übrigen Mittelamerikaner nach der bescheidenen älteren Landessttte Sandalen zu tragen pflegen. Ta die Bevölkerung sich auf dem erwähnten zentralen Land­streifen zusammendrängt, so haben sich auch Kultur und Zivili­sation hierher zurückgezogen, und weil die meisten fremden Besucher, ja selbst die meisten Einheimischen nur diesen Landstreifen kennen,, so ist die Republik in den Ruf des zivilisiertesten Staates von Mittelamerika gekommen, während sie in Wirklichkeit in ihren einzelnen Teilen doch weit ungleichmäßiger entwickelt ist, als die übrigen Länder des romanischen Amerika.

Jedenfalls läßt sich aber nicht leugnen, daß in jenem hoch- entwickelten Teil, also int Herzen des Landes, eine geordnete Ver­waltung und ein zuverlässiges und ziemlich gebildetes Veamten- htm vorhanden ist, und daß es hier auch nicht an guten Schulen und hochstehenden wissenschaftlichen Instituten fehlt, daß die Ver­kehrswege und die Sicherheit nichts zu wünschen übrig lassen. Andererseits sind der dünn bevölkerte Süden und Norden kulturell um jo weiter zurück, und hier findet man auch noch Reste der Ureinwohner, die zu den primitivsten Indianern Zentralamerikas gehören: die Guatusos, deren Gesamtzahl der wilden Indianer auf 2§00 angegeben wird. Tie Zahl der Deutschen Costaricas soll nach Sievers 200 betragen, von denen mehrere recht

bedeutende Handelshäuser in u eh ab en, die Höhe des angelegtes deutschen Kapitals an 40 Millionen Mark.

Bis vor etwa zehn Jahren war Costarica vorzugsweise ein Kaffeeland. Im Jahre 1898 war an der Ausßihr von 24 Millionen der Kaffee noch mit 75 Prozent beteiligt. Dann gingen infolge! starken Fallens der Preise Kaffeeanbau und Kaffeeausfuhr allmäh­lich zurück, und 1907 stand der Kaffee in der Gesamtausfuhr von 37 Millionen nur noch mit 14 Millionen Mark verzeichnet, die Banane aber mit fast 20 Millionen Mark an der Spitze. 'Die Einfithr hatte 1907 einen Wert von 31,7 Millionen Mark. 'Tie Ausfuhr 'geht vorzugsweise nach! England, Nordamerika und Ham­burg, das mit Costarica einen umfangreicheren Handelsverkehr unterhält, als mit irgend einem anderen Staate Mittelamerikas. Die eigene Industrie ist noch gering, hebt sich aber doch intoet^ keimbar. Costarica besitzt auch mehrere Eisenbahnlinien (Gesamt­länge 1907 635 Kilometer), von denen die das Land von Puerto Limön über Cartago, San Josö und Esparza nach Punta Arenas durchkreuzende mit gegen 400 Kilometer Länge die wichtigste ist. Allerdings soll der Betrieb noch etwas primitiv sein, besonders die Personenbeförderung. Die Länge der Telegraphen- und Tele­phonlinien wurde 1907 auf rund 2500 Kilometer angegeben.

Alles in allem ist Costarica offenbar ein in langsamer, doch stetiger und ruhiger Entwicklung verharrendes Land, so daß man sein Mißgeschick nicht nur vom Standpunkt der Menschlichkeit beklagen muß. .In Europa hörte man im allgemeinen nur wenig von dieser mittelamerikanischen Republik, was als sicherer Beweis dafür anfzufassen ist, daß die inneren Zustände geordnet und ruhig sind, und daß auch nach außen der Friede gewahrt wird. Von dm Nachbarrepubliken kann man das bekanntlich keineswegs sagen. H. S,

Ver»n?scl»ter.

* PerferTeppiche. Spanier Apfelsinen, Italiener Oliven, Oester" reicher Freimarken, Engländer Plnmpuddinge, Norweger Fjorde, Indier Bajaderen, Australier Goldgriibeu kann inan so sagen? Nein, wird jedermann antworten. Aber warum denn nun allent­halben Perser Teppiche oder Perserteppiche oder gar mir Perser? In der Schweiz zwar spricht und schreibt man vom Ziigersee, vom Parisersrieden, von der Schweizergeschichte usw., und das Schweiier- haus und der Schweizerkäse haben im deutschen Sprachgebiet weithin das Bürgerrecht erworben. Aber das sollte doch eine Ausnahme bleiben l Im übrigen wollen >vir uns der Eigenfchafts- wörler von Ländernamen, wo wir sie neben den Bewohnernamen haben, von Herzen freuen, sie eifrig benutzen und nicht etwa über Bord iver'en ; denn der Eigenschaftswörter Halen wir im Deutschen ohnehin gerade wenig geuiig. Also sprechen wir weiter von spanischen Apfelsine», italienischen Oliven, österreichlschen Frei­marken usw., aber auch besser vonpersiscben als von Perser Teppichen; beim sonst müßten wir ja auchvon Türkenteppichen oder gar von Türken Teppichen sprechen.

* Zu viel. Diätar:Entschuldigen Sie, Herr Vorsteher, daß ich zu spät komme, ich hab's heut verschlafm!" Bureau-, Vorsteher:Was, zu Hause schlafen Sie auch noch?"

* Die Hauptsache. Theaterdirektor: In meinem neuen Ausstattungsstücke kommt richtiges Wasser und richtiges Feuer vor. Was können Sie noch mehr verlangen? Kritiker s Engagieren Sie doch auch ein paar richtige Schauspielerl

Arithmogriph.

12 8 1 ein Planet.

2 7 6 1 gelehriger Vogel.

8 7 7 6 Nebenfluß der Donau.

4 18 4 1 Werkzeug des Landmamies.

5 7 3 7 4 1 1 See in Abessinien.

6 7 2 2 1 3 ein Turngerät.

72813313 Gebirge mit reiche» Waldungen»

2 1 3 7 8 französischer Schriftsteller.

8 1 3 7 2 römische Münze.

13 5 1 ein Schwimmvogel.

9 6 6 4 Stadt in Niederösterreich.

Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reihe nach von oben nach unten gelesen den Namen eines Gelehrten.

Auflösung in nächster Nummer,

Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummert Um diegute alte Zeit" Laßt die eitle Klage. Alte Zeit und neue Zeit Berühren sich aste Tage. Altes Leid und neues Leid, Ach, dieselbe Plage! Alte Zeit und neue Zeit, Immer heißt es: trage!

Bis ivir frei von Erdenleid

Nnh'n im Sarkophage. Goelhe.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße».