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Droesigl.
Roman von Georg Freiherr»» von Ornpteda^ (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Die junge Frau war verändert von der .Hochzeitsreise und Parts zurückgekehrt. Sie hatte auf Ludwig Droesigls Wunsch zur Ausstattung nur tvenig Kleider bekommen. Um die Toilette seiner Braut konnte er sich nicht bekümmern, aber seine Frau wollte er, wie er au alles vorher dachte, in Paris nach seinem Geschmack anziehen. Da ioar denn wirklich ein Wunder geschehen. Wo war die breite Gleichgültigkeit geblieben, wo das ein wenig bewußt -Hausmütterliche? Agathe hatte in Kölln, wo Zehntausende nur so verwirtschaftet wurden, an sich selbst immer gespart, genau wie an den Löhnen, an Wäsche und Kleinigkeiten, 'die ihr unterstanden.
Nun 'hatte 'die junge Frau in Paris einer erste Korsctt- lnacherin zu Rate ziehen müssen, einer der großen Schneider auf der Rue de la Paix zeichnete verantwortlich für die duftigen Modeschöpfungen ihres Anzuges. Aus der Avenue de l'Opöra stanlnrten ihre Hüte. Sie hatte eine engere Taille bekommen, die Hüsten schienen trotzdem schmaler, sie war vollkommen anders frisiert. Gräfin Patsch betrachtete ihre Schwester nut einer Art Neid. Die Prinzessin war freundlicher als vorher, und beinahe vollzog sich eine 'Annäherung.Kivischen den beiden. Vielleicht half auch ein wenig mit, daß Ludivig allen etwas Hübsches ans Paris mitgebracht hatte.
Wie er den wunderbaren Fächer aus ChantillhSpitze mit seinem entzückend zart gearbeiteten Goldgestell der ?!rinzessin überreichte, beschrieb' er ihr das Kleid, das sie ei seiner Hochzeit getragen und sagte, er hätte einen passenderen als diesen zu. der Toilette nicht finden können. Er »rannte das „ihren Stil" und bekairr dafür einen dankbaren Blick aus ihrer» schöner» Augen.
Au jede Dame hatte er gedacht. Die Gräfinnen Rsguier, Mutter und Tochter, und Gräfin Lindenbach, Als das jrrnge Paar in ihrer Berliner Wohnung den ersten Besuch »nachte, stellte er ihr eine entzückende Sövres-Base auf den Tisch. Sie meinte:
— Ich freue mich ja sehr darüber und danke Ihnen vielmals, «aber ich liebe eigentlich so etwas nicht. Ich lasse mir nicht gern ettvas schenken, habe es sogar meinen Kindern verboten. Immerhin, das Ding ist reizend! -Aber bitte nicht wieder.
Ludwig sagte mit gesenktem Blick:
--- Es ist wirklich nur eine Kleinigkeit, hie bedeuten! soll, daß ich dankbar gewesen bin für alle Güte gegen meine liebe, kleine Frau.
Da streckte ihm die alte Dame die Hand entgegen-
— So, na dann ist's was anderes. Das freut mich sehr.
Agathe Droesigl.Zuckte bei den ersten Worten ihrer Dante zusammen und blickte ängstlich ihren Mann an. Sie hatte ihn» ihr leises Bedenken gesagt, aber er verstand ja alles besser, er, der sie herumgefuhrt in diesem großen Paris, das er von Gründ auf zu kennen schien. Alles hatte ec ihr gezeigt: nicht nur die oberflächlichen Dinge, sondern auch.'Museen, Denkmäler, malerische alte Stadtteile. Dieser Mann' wußte ja alles! Wie mußte sie Gott danken, daß sie, die vom echten Augenblick an eine Hinneigung zu ihm empfunden, nun seine Frau ivar.
Und wie hatte er sie verwöhnt! Alles, Ms sie zrrr Reise brauchtej war erneuert worden, sie hatte Tasche»» nni> Koffer bekommen, dann eine ganze große Garderobe für einen Aufenthalt an der See, int GebuM, um aü| der Straße, in Gesel'ßchaft, bei Hitze uird Kälte richtig gekreidst zi» sei»». Und die tausend persönlichen Diitge, — ein kleines Vermögen hatte allein der Zoll gekostet — die er iHv in de»» elegante»» Läden gekauft, alle die silbernen Döschen und Schalen, die Bürsten, Kämme, Fläschchen und Spiegel! Und dann die Schreibtischgarnitur! Nur die fand sie vielleicht zu viel, denn sie war von Silber. Bronze bätte sie vorgezoge,!.- Aber was kannte sie von der großen Welt, sie, die in dem einsamen Kölln aufgewachsen war. Hub dann hatte er ihr vorn .Hochzeitsgeschenk seines Vaters erzählt.
Im Elysöe Palast-Hotel in den Ehamps-Elhseeo schrieb sie ihrem. Schivtegervater einen überschwänglichen Dairk- brief. Sie zeigte i(n» Ludwig. Der las ihn zweimal durch und sagte:
— Agathe, wirst jm mir böse sein, wenn ich dir einen Rat gebe?
Sie nahm seine Hand und blickte ihm jn die geliebtM Airgen: ।
— Ich dir böse? Du, der du alles besser weißt als ich!
Er schüttelte den Kopf:
™ H, mir fehlt sehr viel. Aber ei»rs kenne ich : ineinerk Pater.
—- Bedanke ich mich nicht genug?
L— Zu viel, viel zu viel! Der Brief ist zNllang! Ach W liebes, gutes Ding!
Eine überströmende Zärtlichkeit ivar über ihn gekommen. In beit wenige»» Wochen, die sie sein war, wuchs in ihm etwas Seltsames seiner Frau entgegen. Keine glühende Regung seines Herzens, zu der ihn die Nat»»r nicht geschaffen, aber ein hohes Glück, in diesen» 'Mädchen aus -gräflichem Hause alles verwirklicht zi» sehen, dessen , er bedurfte. Und da setzte er ihr auseinander, wie sie schreiben müsse: kurz, sachlich, i»nd trotzdem herzlich, denn sein Mater sühls wohl heraus, was eine Redensart sei und was mau ehrlich meine:
Mei»» Mkev Hat keine Zeit, lgnge Herzensergüsse


