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das Nashvrn hat kn einer stattlichen Wasserlache -Stellung genonl- men: hier fühlt eS sich sicher, wälzt sich zwei- bis dreimal behaglich im Schlamme und stellt sich dann den Rertern entgegen Es ist gefährlich, mit den Pferden in die Pfütze zu folgen. „Ich must es heranSholen," meint Jones, und reitet dem Rhinozeros entgegen. Nicht weit: denn sofort beginnt der Angriff, das Wasser wirbelt hoch auf, und wie ein Pfeil schießt das scheinbar so schwerfällige Ungeheuer auf Buffalo Jones zu, der sein Pferd hermilreißt und davonjagt. 'iSie Geführten stehen nicht müßig, ein Lasso schwirrt durch die Luft, legt sich um den Nacken des Nashorns, das mächtige Tier fällt hin: aber das Seil zerreißt tote ein Zwirnsfaden. Und nun beginnt die wilde, wechselvolle Jagd. Bei einem zweiten Versuch hackt das von Lovelest geschlenderte Lasso ein Hinterbein des Nashorns: auf drei Beinen humpelt es davon und zieht Reiter und Pferd mit sich. Da erregt plötzlich die Kamera die Aufmerksamkeit der Bestie. Der Photograph steckt unter seiner Decke, er sieht nicht, wie rasch das Verderben auf ihn zustürzt. „Vorsicht!" brüllt der Oberst: der Photograph hat gerade noch Zeit, zur Seite zu springen, bann fliegt die Kamera mit dem Gestell hoch in die Luft. In diesem aufregenden Moment hört man Keartons Stimme, der auf der anderen Seite bei der zweiten Kamera steht und mit der Verzückung seines Photographenherzens laut sagt: „Famos, famos, diesmal habe ich es richtig bekommen, eine prächtige Aufnahme, eine, herrliche Aufnahme." Die Pferde der Jäger sind erschöpft, ein Seil nach dem anderen ist gerissen, die Sonne sinkt im Westen; wenn es nicht bald gelingt, wird die Beute entkommen. Wer auch das Nashorn ermüdet. Endlich (gelingt es, wieder ein Lasso an einem Vorderbein festzulegen. Noch einmal ein Angriff auf die Kamera. Ein erschreckter Massai-Krieger stürzt vor der Linse vorbei, und wieder hört man Keartons empörte Stimme: „Zum Teufel, wie oft soll ich euch sagen, daß iHv mir nicht vor die Linse kommen sollt." Die gefährliche Situation kommt ihm nicht in den (Sinn. Zunt! Glück wendet sich das Nashorn zur Seite und attackiert einen Baumstumpf, an dem Loveleß gerade den Lasso festbindet. Durch einen Sprung kann er sich noch retten. „Run endlich haben wir biei Bestie halb sicher. Zwei Cowbohs lassen ihre Pferde arbeiten; Meter um Meter zerren wir das Nashorn dahin, wo wir es habens wollen. Mit seinem mächtigen Horn wühlt es in einem großen Mmeisenbau, der so hart wie Granit ist, aber unter den zornigen Stößen des Gefangenen wie Staub aufwirbelt. Dann steht das Nashorn stumpfsinnig da und starrt auf die Kamera, wo Kearton! eifrig am Werke ist, bis der letzte Meter Film verbraucht ist. Die Sonne entschwindet am Horizont, die Dämmerung ist da, Menschen und Tiere sind von den vierstündigen Anstrengungen und von der Glut des Tages erschöpft: aber das erste Nashorn, das mit dem Lasso gefangen wurde, ist unser.."
ßarmecleben in südtvest.
Südwestairika ist durch den Krieg unsere volkstümlichste Kolonie geworden, und Schilderungen des Lebens der dortigen Kolonisten sind schon aus dem Grunde willkommen, weil sie Anhaltspunkte geben können für Ansiedler, die ihr Schicksal mit dem Gedeihen des Landes zu verknüpfen gedenken. Wie sich in Südwest namentlich der detnschen Frau ein Feld anstut, iuo sie Mitarbeiten kann an der Gesunderhaltung der Nation, wo sie dem Wanne noch eine Mitarbeiterin sem kann im wahren Sinne des Wortes, das schildert Warta Karow in ihrem Buche „Wo sonst der Fuß des Kr tegers trat“ (Verlag von E. S. Mittler u. Sohn in Berlin), das jetzt in zweiter, neubearbetteter Auflage erschienen ist. Tie Verfasserin hat wahrend ihres Aufenthaltes in der Kolonie mit offenem Auge das Beachtenswerte erlaßt lmd auf seinen Wert für die Allgemeinheit zu beurteilen verstanden. In der neuen Auflage berücksichtigt sie auch die inzwischen emgetretenen Veränderiiirgen und die attuetlen Erfahrungen, die neuerdings in der Kolonie gemacht worden sind.
Das Leden des Farmers in Südwestairika ist mühevoll; iianlentlich der Anfang drüben ist schiver. Aber dafür ernährt auch Südwest, wenn man nicht erlahmt, seinen Mann reichlich, und die Ansiedler, die Misgehalten haben, haben es stets zu einem gewissen Wohlsland gebracht. Aber die Arbeit ivird auch später nicht kleiner, dem: als Arbeitskräfte kommen nur die Eingeborenen in Betracht. Wie unzulänglich bereu Mitarbeit ist, davon kann man sich zu Hause schwer eine Vorstellung machen. Sie ist der ivnnde Punkt mid die Hauptichwierigkeit in dem an sich nicht leichten Dasein des füdwesiairlkanischen Ansiedlers. Es ist aber zu hoffen, daß sich die Verhältnisse nach und nach ein wenig beffern. Von den Bergdamaras kann inan sich freilich so wenig wie nur möglich versprechen. Mit wenig Ausnahmen, die eben nur die Regel bestätigen, sind sie Sklavenseelen. Faul und verlogen, unterwürfig, wenn sie die Hand des Herrn fühlen, stech, wenn sie glauben, Oberwasser zu haben, aber immer unzuverlässig, dabei diebisch und gefräßig im hohen Grade.
Entschieden bessere Anlagen zeigen die Hereros. Man hat zwar auch mit ihnen ferne hebe Not, aber sie haben doch die Entschuldigung für sich, daß sie ein Herrenvolk sind und Arbeit in innerem Sinne nie kennen gelernt haben. Ein Nomadenvolk, dem nur die Sorge für das Vieh, ihren Abgolt, für seiner würdig gatt.
Im großen und ganzen aber fomteit die Hereros, wenn man sich mit ihnen Blühe gibt und sie verständig anleitet, Mitarbeiter — nach airikanlschen Begriffen — werden. Sie haben wenigstens Ehrgefühl, und das ist doch schon viel wert.. Wenn man sie nicht in ihre früheren Stammesgewohnheiten gurüdfatlen läßt, sondern sie in erträglicher 'Abhängigkeit von den Weißen erhält, so werden sie mit der Zeit wohl schon begreifen, daß es sich in der Zusammenarbeit mit diesen ganz gut leben laßt. Es liegt in unserem Interesse, daß der Heine Rest dieses stolzen Volkes den der unselige Ausstand übriggelaffen hat, sich erholt, denn die Hereros sind die geborenen Viehvfleger nnd als solche für die Fannwirtschaft in Südwest von unschätzbarem Wert.
Aus dem ganzen Leben da drüben ergibt sich von selbst, daß der Weiße sich immer und überall den Eingeborenen gegenüber als Herr fühlen muff. AIS Herr im besten Sinne, dem auch das Wohlergehen seiner Leute am Herzen liegen muff. Das erste Erfordernis für den Ansiedler ist aber ein starkes Raffenbewußtsein. Er darf sich den Eingeborenen gegenüber nie etwas vergeben und muff ihnen bei der Arbeit und in seiner LebeitShaltung stets mit gutem Beispiel vorangehen.
VerkinksehtSK.
* Mrs. Eddys Tod — ein „Irr tuin". Die Mch- richt von dem Ableben der Mrs. Eddy 6at in den Kreisen der Anhänger der „Christlichen Wissenschaft' Bestürzung und Erregung Hervorgernfen, aber die auftauchenden Zweifel to erb eit nun niedergeschlagen durch eine Erklärung, die dem Tode der berühmten Gesundbeterin! eine ganz neue Deutung verleiht. Die Mitglieder. ihres Kirchenrates erklären, daß Mrs. Eddy in Wirklichkeit gar nicht tot ist; sie ist nur „aus dem Fleisch entwichen" und wird auch fürderhin die Geschicke ihrer Gemeinde und Anhänger leiten. Aber auch diese „Entweichung aus dem Fleische" ist in ihrer Bedeutung nicht zu überschätzen, beim sie beruht nur „auf einem Irrtum". Airs. Eddy war in beit zehn Tagen, bie dem tödlichen Ausgang ihrer Luugen- eutzündung voraufgingeu, in einem Irrtum befangen und mußte infolgedessen aus dem Fleische entweichen. Um Unruhe unter den Gläubigen zu vermeiden und Spaltungen und Eifersüchteleien vorzubeugen, haben bie Führer der Christlichen Wissenschaft beschlossen, Mrs. Eddy einstweilen keine Nachfolgerin zu geben; die fünf Mitglieder des hohen Nates werden gemeinsam bie Geschicke der Gemeinde toeiter» lenken und ihre Inspiration von Mrs. Eddy erhalten. Zum Begräbnis der berühmten Sektenstifterin wird die Ankunft ihres Sohnes aus erster Ehe, Mr. G. W. Glover, — Mrs. Eddy war dreimal verheiratet — erwartet. Ihre .Hinterlassenschaft wird auf rund 8 Millionen Mark geschätzt, und es gilt als wahrscheinlich, daß her Sohn ihr Testament anfechten wird.
* Bor Gericht. Richter: „Angeklagte, Sie leugnen dts Täterin zu sein, und doch paßt bie Beschreibung ganz genau auf Sie- hübsches Gesicht, jugendliche Erscheinung, zierlicher kleines Fuß —---" Angeklagte: „Ich bin geständig!"
*Der zerstreute Professor. „Womit kann ich dienen?" — „Geben Sie mir ein zweijähriges Bilderbuch sütz ein unzerreißbares Kind!"
Rösselsprung.
der
stroh
bewacht
auch
hat
der
flur
zum
spendet
dem
für
doch
wer
verwendet
mann
körn
der
davon
und ihn
gleicht
nur
ihn
reich- tum
nicht
genießen
nicht
und
andre
nicht
gar
hat
auf
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummerst So lang noch stehn die Augen offen, Laßt irisch uns schaffen und fröhlich hoffen Und täuscht uns auch die Hoffnung oft, Der Mensch ist glücklich, so lang er hofft.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckereh R. Lange, Dietz««»


