Ausgabe 
12.9.1910
 
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Aus -em Ohmgebiet.

D i e Burgen im Ohm gebiet,:

IZu Beginn unserer Ausführungen bemerkten wir, daß die Kelten einst in unseren Gegenden wohnten. Sie waren es auch, welche die älteste Bevölkerung Hessens vertrieben haben sollen. Maren diese Ureinwohner die Katten? Oder sind die KatteU eingewandert? Welches Ivar ihre Bewaffnung, ihre Totenbestat­tung? Das sind Fragen, die noch alle der Klärung durch ernste Forschung Harren. Noch größere Ungewißheit herrscht über die Hünenburgen, jene aus der vaterländischen Vorzeit stam­menden, aus Steinen oder Wall und Graben hergerichteten Be- festigringswerke. Auch betreffs dieser Anlagen finden wir £>ie ältesten Spuren Wohl wieder in der Nähe von M a r d o r f. Süd­lich dieses Ortes, nahe der Darmstädtischen Grenze, die Westseite des nach Osten steil abfallenden Berges schützend ttttti mit den Ringwällen des Großherzogtums Lessen scheinbar in Verbindung! stehend, liegt auf bedeutender Höhe im Walde ein uraltes Be- sestigungswerk, ein bogenförmiger Ringwall: die Hünenburg pder Hunnenburg. Noch in der La Tonezeit waren die Steiv- ringwälle bewohnt, jedoch steht nicht fest, ob sie von den da- Maligen Bewohnern derselben erbaut oder gar schon der Steim zeit zuzuschreiben sind. Ein solcher Ringwall befand sich noch ttuf dem Eibenhard in der Nähe von Sarnau, die Ries- Mauer genannt. Im Jahre 1898 genehmigte die Forst­behörde (!!) die Abfuhr dieser Steine, es waren 22 Wagen­ladungen, und Miß der Rest bald auch nach seinen Herrn fand!, wird nicht wunder nehmen. Wollen wir nun noch eine Grenze ziehen zwischen Steinburg und Wallburg? Oh dies überhaupt möglich ist! Ein Kenner der hessischen Burgen ist der Ansicht, daß die Wallb'urg die Mitte bilde zwischen Steinburg Und Mahlburg. Unsere Vorfahren errichteten auf unzugänglicher Waldhöhe Verschanzungen von Stein- und Holzmauern, um in Kricgszeiten den Herden, den Alten, Weib und Kind eine letzte Zufluchtsstätte zu schaffen. Die Ringwälle umziehen die Kuppen hoher Berge, sind aber nicht gleichmäßig über Hessen verbreitet, sondern auf das Gebiet des Basaltes beschränkt. Bei Basalt- ffäulen ist die Mauer ohne jede Holzeinfügung, die den auf­getürmten Steinmassen sonst den nötigen Halt verlieh. Gegen­wärtig erscheinen die Ringwälle als mehr oder weniger Höhe Und bis zu 15 Meter breite flache Wälle aus Stein, Die alte «Schanze, ein am rechten Ufer der OHM östlich, von Bürgeln iaius dem Nebelberg gelegener,, niedriger Erdhügel ist. eine heid­nische Grabstätte, Gegenüber am linken User liegt die Hun-

züngelndes Fläm'mcheu rollte über das Moor Huh, fuhr sie da nicht auf dem Rade, die Hexe, die Mora?!

Helfe dir Gott!" schrie Michalina laut.

Da bemerkte er sie. Und er war zornig: was lief sie hinter ihm her? Er wollte allein seins

Mach, daß du nach Haus kömmst!" i Da schlich sie weinend fort.

Das Irrlicht war nntergetaucht, aber NUN ging der Mond auf hinter dein Nachtgewölk und überschauerte Busch und Gras. Lange, silberne Strahlen warf er über die Wiese, daß sie bespannen schien wie von seidigem Haar. Tauperlen blitzten in den Sternen der weißen Rosen, daß sie glänzten und glitzerten wie Sterne am Firmament. Schimmernd blau ward der beschattete Grund, dem sie entstiegen der Himmel war niedergesunken in den Sumpf. Eine Brücke von Strahlen wob sich über den tückischen Boden.

So klar konnte man sehen, so sicher konnte man gehen hier war gar keine Gefahr! Und nah, ganz nah, nur au die hundert Schritt, nnd man war drüben beim schlafenden Haus! Nur die Hand ausgestreckt und auf die Klinke ge­legt die wich leisem Druck! Verschlossen war die Tür nicht, das wußte Valentin wohl; zu stehlen hätte sich hier deiner getraut, böse Hunde machten die Runde. Horch, ihr Gebell! Sie heulten den Mond an.

Aber ihn, den Valentin, kannten sie ja, sie würden ihn nicht festpacken und festhalten mit grimmigen Zähnen, leis winselnd würden sie sich an seine Füße schmiegen und die Hand lecken, die sie oft freundlich geklopft hätte. Die Hunde waren kein Hindernis, Schloß nnd Riegel wären es auch nicht, und der Förster schlief.

Darum sacht, schnell hinauf die wacklige Stiege! Die jKämmertür steht offen in der schwülen Nacht Mond­schein fällt auf ein buntes Kissen Mondschein auf blondes, silbriges Haar ans ein geliebtes weißes Gesicht c,

Stasia, Stasia!"

Es schrie laut auf in der Mondscheinnacht, wie der * Hirsch schreit nach der Hindin und dann, wie die Seele schreit in Todesnot.

(Fortsetzung folgt.)

bürg. Später wurde her Wall durch eine Mauer ersetzt. Int 12, Jahrhundert versah man die Bauten mit Bergfrieden Und verwendete, namentlich in den oberen Teilen, auch noch Holz, wähteird int folgenden zahlreiche, fast nur au§_ Stein erbaute! Burgen entstanden. Seit Erfindung des Schießpulvers (1354) gab man den Burgen doppelte Wehrgänge, Schlüsselscharten, viel­fach auch Geschütztürme und besonders starke Umfassungsmauern., Der Bergfried war anfänglich der einzige gemauerte Bestand­teil einer srühromcmischen Burg und herbergte den Räter mit Familie und Gesinde. Ter hohe Eingang wurde vermittels einer Leiter erreicht. Auf den Mauern der Hochburg befanden sich die Wehrgänge, welche hinter der Brüstung herumliefen. UM! mehr Schützen aufstellen zu können, legte man oft einen doppelten! Wehrgang an. Wie es scheint, war die Amöneburg früh« befestigt; schon 1165 eroberte und zerstörte sie der Landgraf Ludwig II., der Eiserne (11401172). Bald war jedoch der Platz wieder in seiner früheren Stärke h!ergestellt, so daß er int Mittelalter nicht eingenommen wurde. Wohl heute noch ist die Stadt unter allen ihren Mfifdjeit ©djtoeftern in üjrer Sage, die festeste. Auch Landgraf Heinrich I., das Kind (12651308)/ belagerte die Stadt vergeblich; nur die Wenigenburg wurde zu Anfang des 14. Jahrhunderts zerstört. Und dann kamen über Amöneburg die Leiden des dreißig- und des siebenjährigen! Krieges. Die alte Ringmauer mit zwei Türmen und Wehr- qang ist noch gut erhalten. Auf der höchsten Erhebung nach Süden finden wir die Reste der Mainzisch en Burg. xSitt Doppelkeller der alten Burgruine hat der Wasserbehälter dev 1903 erbauten Wasserleitung, welche ihre Quellen unweit der Brücker Mühle hat, feinen Platz gefunden. Tie Schanze bei dieser Mühle, um deren Besitz am 21 September,1762 tznß gekämpft wurde, hat der Straße nach Niederklein weichen müssen, und der Brückerwald umschließt, was wir noch ^rach- tragen wollen, zahlreiche Hünen gr äb er. ^nt ,14. Jahr­hundert entspann sich zwischen Mainz und Hessen ein heftiger! Krieg, und auf beiden Seiten gab mau demselben durch Auf­führung neuer Festen Nachdruck. Auf dem Hügel der Stadt/ an der Stelle der jetzigen Schule, erbaute Landgraf Heinrich II.. (13281377) in Kirchhain 1346 eine feste Burg und ver­wandelte das Dorf in eine feste Stadt. Em ötui der Ring­mauer und ein Turm! darin stammen ans jener Bett, Jahre 1411 wurde die Burg durch Feuer zerstört. Die Turme in den Stadtmauern waren meistens rund, seltener viereckig/ lieber den Toren erheben sich in manchen Städten, vtereckiM Türme, und diese Zugänge wurden durch , nach mnen sich öffnende, schwere Holztüren verschlossen. , Bei Schonstadt liegt das Gut Fleckend ü hl, wo ehemals ein festes Schloß stand/ Im Jahre 1334 kam dasselbe als Lehen an das ErBi!--tunt Mainz, und bald darauf erhielten es die Herren, von FleckM- bühl. Bon dem Stifte zu Wetzlar mit einer Meierei m B u r g e l tt belehnt, erbauten die letzteren hier eine kleine Burg,und namäen sich nunvon Fleckenbühl, genannt Bürgeln". Diese Besitzung! kam dann durch Kauf an die Landgrafen von Reffen Zwar ist von der ehemaligen Burg keine Ruine vorhanden, doch deuten einige Nameii auf die Burgstelle Hin: der Hof und dahinterl das Burggärtchen und die Burgwiefe. Bor der Zeit der Ctsen- bahnen war in dem Gasthaus zur Petersburg Mischen Ernsthausen und Josbach, an der Marburg , Kasseler Straße/ in dessen Nähe die gleichnamige Burg lag, ein reger Verkehr/ und Hunderte von Fremden übernachteten hier m alter Zeit/ Auch Sveckswinkel war früher durch Wall und Grabest befestigt. ' Hart an der Ostgrenze des Ohmgebietes überrascht ist Neustadt (M.-W.-B.) der Junker-Saiisens-Dirm, eine Aus­nahme aller städtischen Mauertürme Hessens., Der Unterbau ist massiv, der obere Teil und der Dachhelm mit den vier Erker­türmchen dagegen ist Holzfachwerk. Auf dem steilen Gipfel eine« dichtbewaldeten Bergkegels südlich von Neustadt liegen die Reste der Nellenburg, welche, im 14. Jahrhundert von Mainz erbaut, schoii int 16. Jahrhundert verfallen war. An der mitt­leren Ohm liegt die einst gut befestigte Stadt Low berg Eist Turm Und der Mauerzug sind noch erhalten. An der stelle dep Bezirkskasse stand einst die Burg, von der noch em Gebäude und die gewaltige Ringmauer zu sehen sind. Von der Burg in. Burg-Gemünden, auch Gemünden an der Straße genannt/ sind nur noch Mauer und Graben übrig. Der Ort,gehörte frühest den Grafen von Ziegenhain und kam 1450 an Hessen. Auf einer Insel in der Ohm, nicht allzuweit von dem gleichnamigen Orte, lag die Burg der ausgestorbenen Ritter von Merlau, welche längst in Trümmer gesunken ist. Die Landgrafen von ^0^«/ in bereit Besitz die Burg überging, hatten dieselbe schon in der! Mitte des 13. Jahrhunderts inne. Das zum Ersatz für die tm 16. Jahrhundert abgerissene alte Wasjerbiirg errichtete neue, be­festigte Schloß stand bis in die Mitte des vorigen, Jahrhunderts/ Erst 1851 wurde dasselbe abgerissen und das Steinmaterlal zmst Bau einer Kirche verwandt. G r ü n b e r g, eine der ältesten Städte der Provinz Oberhessen, entstand um die 1186 von dem thüringischen Landgrafen Ludwig III. (11721190) erbaute Burgj

Grüneberg". Als 1542 die Pest in Marburg wütete, wurde die dortige Universität hierher auf kurze Zest verlegt. Bet Her Quelle der Ohm finden wir die Ruine und das Städtchen U11 ich ft e t, Zi-erft genannt 1279, kaM der Ort bald darauf an Hessen mch weMlte nun oftmals, seinen Besitzer, Bis 1820 war das