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Die Lqrtt der Griechen und Römer.
Wenn die friderizianifche Literaturepocke mit den UMgllollen Manien des griechischen Parnasses Unfug: trieb und die Madame Karschül taxfrei zur „teutschen Sappho", Hagedorit zum „Una- fttiyu , ©Mm gar zum „Tyrtaeus" ernannte, |o hat die rtasstmze Zeit die Tatsache willig anerkannt, daß. wir m -er Lyrik weit imehr von feen Römern als von den: ©rtychen gelernt haben. Goethe z. B. sagt «K selbst: . „ , .
Wso das wäre Verbrechen, daß. emst Pro per z Mich begeistert. Daß. Martial sich zu mir auch, der Verwegne, Mellt?
Und Waten hat mit vollstem Recht darauf hmgetowsen, daß. Nicht Mkasos oder Sappho, sondern Horaz das Muster der Ktop- stoÄscheil Lyrik gewesen ist.
Diese Tatsachen finden aber in btit feMaufigeil Buchern kerne Mrücksichtigring. Immer wieder tverderr die an Zahl so geringen Bruchstücke griechischer Lyrik dem Publikum vvrgeachrt — den einzigen toirklick), großen Bestand der pmdarischen Lyrrk fihaltet Man als aussichtslos und unübertragbar emsach aus — aber die Römer bilden trotz ihrer vorbildlichen Bedeutung (feie den Emfluß Shakespeares auf die deutsche Bühne noch weitaus übertrifft) überall mir ein dürftiges Anhängsel — so bei Geibel-Turtms, wie bei Jakob Maehly Ofstrcbar rechnet man dabei auf dre Bekannt-- schaft, die ein großer Teil der Lesewelt mit den lateinischen -schrcst-- stÄfern gemacht hat. Man vergißt nur, tote gering, tote jventg1 eingehend derlei Ztoangslenntnisnahme ist
Dem hat I. M. Stowasser in seinen zwei Banden: Grcechenly rik, Röinerlyrik, abzuhelfeu versucht. Zunächst ließ, er es sich mtgdegert sein, auch aus griechischem Gebiet das Inventar zu vermehren, indem er die neuen Funde der letzten Zeit (Herondas, Bakchylides, das alexandrinische Fragment) mit heranzog! und auch an Wndars hohe Lyrik sich teiMifc mit den Strophenmitteln des Minnesangs hevantoagte, nm den Aberglauben von Pindars Unübersetzbarkeit durch die Tat zu widerlegen. Tann aber hat er auf dem lateinischen Gebiet die ganze Entwicklung der hellenistischsn Lyrik in Latium in aller Ausführlichkeit geschildert, so eingehend, toie es in keinem Buche bisher geschehen ist. Eine ganze Reihe prächtiger Tichtcr- individnalitäten schweben an dem Leser vorüber, oft ganz unbekannte Personen toie Pentadius mit dem cm Goethe erinnernden! herzallerliebsten Lenzlied. '
Wenn also der Herausgeber eine Fülle von Material gab — Neben den Anfängen und einzelnen! Proben Verschiedener Catnll zur Hälfte, Tibnll und dessen Kreis fast ganz, Properz halb und ebenso Horaz, ausreichende.Proben von Ovid, da>mr Phaedrus, Priapoen, Seneca, Petron, Statius, Martial in reichlichen Auszügen, sowie Proben aus der Spätzeit und den Inschriften —, so hat er diesem Material auch eine Form gegeben, die es deutschen Lesern genießbar macht, und die uns Leigt, tote nahe unferm Denken diese Poesie steht. . ,
Was das Verhältnis zum Original angeht, so ist'der Ber- fasser zwar durchaus selbständig in der Wiedergabe, aber als alter Schulmann überaus konservativ. Er kann als Volkskind und Süddeutscher eben nur gereimte Verse für wirkliche Poesie halten ,md sich zu der kühnen Auffassung der Uebcrsetzertätigkeit, die der Berliner Schule eigen ist, nicht aufschwingen; ihm ist der Text wehr als eine Vorlage, um nach ihr selbständig zu dickten, wie man an mehreren neuen Uebertragangen leider schaudernd gesehen Hai, sondern er hält an ihm tote am Evangelium unverbrüchlich St, so daß ein strebsamer Student, der diese Uebertragimg dem liginal vergleicht, sie fast wie eine „Schwarte" benutzen könnte. In dieser treuen Wiedergabe, die trotz der durchaus deutschen! Diktion und Form nichts an den Zügen des Originals fälscht, sucht der Herausgeber des Buches fein Hauptverdienst. Tie äußere Form der Bücher ist geschmackvoll, der Preis sehr mäßig.
* Die Trockenlegung der Zuiderzee. Ueber dep gewaltigen Plan, die Zuiderzee trocken zu legen und der Kultur ieustbar zu machen, dessen Ausführung numnehr die General- ?tauten zugestimmt haben, werden in der Internationalen Wochenchrist für Wissenschaft, Kunst und Technik eine Reihe näherer Mitteilungen gemacht. Der Vorschlag einer Trockenlegung, der schon vor mehr als 50 Jähren zum erstenmal gemacht worden! ist, war natürlich nur möglich, weil die Zuiderzee nicht eigentlich eine Ausbuchtung des Meeres ist, sondern nur einen ertrunkenen Küstenteil darstellt. Die lateinischen Schriftsteller kennen an dieser Stelle nur einen größeren flachen Süßwasfer-Binnensee, den Lacns Flevo, der durch einen breiten Landstrich vom Meere abgetrennt War. Tiefe Landbarre wurde gegen das Ende des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung durch größere Sturmfluten zernagt und stetig verkleinert, bis schließlich in der gewaltigen Weihnachtsflnt von 1277, einer der größten, die die Geschichte der Nordsee kennt, das tobende Meer durch den Landgürtel brach und in das Becken des Sees eintrat; die letzten Reste der zersprengten Küstenlinie verschwanden in einer weiteren riesenhaften Flut vom 14. Dezember 1287. Tie Zuiderzee umfaßt Wicht weniger als 57 Quadratmeilen oder 3139 Quadratkilometer, mit Einschluß der Watten sogar 5250 Quadratkilometer.
Dabei ist dieses durchaus meerartige Gebilde nirgends mähr als 6 Meter, im Durchschnitt sogar nur 3% Meter tief. Gelänge es, feier! der Nordsee wieder zu entreißen, was der „Blanke Hans" einst geraubt, so würde das Königreich der Niederlande mit einem Schlage um ein volles Zehntel seiner gegenwärtigen Ausdehnung vergrößert werden! 4600 Quadratkilometer Land könnten dann der Bewirtschaftung neu erschlossen werden. Der Plan des Ingenieurs G. Lely, dessen nunmehr beschlossene Durchführung noch 32 Jahve erfordern wird, sieht eine sehr langsame und schrittweise Trockenlegung der Meeresbucht und Unttvandlnng des Geländes in Polder vor, da sonst ernstliche hygienische Gefahren, besonders das Sumpf- fieber, heraufbeschtooreu werden könnten. Sobald ein Teil des Wasserbeckens durch Auspümpen trocken gefegt ist, muß das gtfe wonnene Land sich erst Mit PftänzenwuchS bestechen, ehe man ntif der Pumparbeit fortfahren kann. Zunächst aber muß ein großer Damm errichtet werden, der von Ewijk in Nordholland zur Insel Wieringen und weiter nach Tiaam in Friesland, also quer über den ganzen Eingang zur Zuiderzee hinweg, erstrecken soll und 41 Millionen Mark beanspruchen wird. Die Kosten der gesamten Trockenlegung werden mit 321 Millionen Mark berechnet, wobei man jedoch erwartet, daß die Anlage schon einen Gewinn, abgeworfen haben wird, wenn die Arbeiten zum Abschluß reis sind. Tie jeweilig durch die Trockenlegung getoonnenen Polder könnte man sofort verpachten, und bei etwa 350 000 Hektar verwertbarem Laude und einem Wert des Hektars von etwa 3200 Mark, würde das ungeheure Unternehmen einen sehr großen Gewinn abwerfen. Gerade die Errichtung des rund 40 Kilometer langen Dammes, der mitten durch die Meereswogen hindurchlaufen soll, ist indessen ein so außerordentliches Beginnen, daß man ein sicheres Gelingen heute noch nicht voraus zu sagen wagt, zumal wenn man an die furchtbare Gewalt der so oft von Sturmfluten aufgewühlten Wogen der Nordsee denkt. Der Damm soll eine Höhe von 5t/z Meter, eine Sohlenbreite von 9 und eine Kronenbreite von 2 Nieter erhalten; ans der innerem Böschung wird ein 7 Meter breiter Fahrweg mit einer doppelgleisigen Eisenbahn angelegt werden. Um den Damm während des Baues gegen die Brandung zu schützen, wird auf der Ses- seite noch ein kleinerer niedrigerer Damm angelegt, der dem Hauptdamm als Fuß oder Widerlager bient und den Hauptansturm der Wogen auffangen und brechen soll. Natürlich wird nicht die ganze heutige Zuiderzee trockerr gelegt, da die eilt» mündenden Flußläufe wie die Bedürfitisse der Schiffahrt und der Bewässerung für das neue Land dies verbieten. Ein etwa 600 Quadratkilometer großer Südtoasser--Mnnens-ee bleibt erhaltens in dem die Insel Ljfsel und die übrigen Zuftüsse des Meerbusens auch fernerhin einmünden werden; ebenso werden Kanals gezogen, und bei der Insel Wieringen selbst eine großartige Schleusenanlage geschaffen, die den Abfluß des Binnensees in® der ihm zuströmenden Gewässer vermitteln uufe den Schiffen der neuen Zniderzee-Provinz den Verkehr mit dem Meere gestatten wird. Tie neue Provinz toirfe nach Vollendung des großem Werkes auch von Eisenbahnlinien, Fahrstraßen ufto. durchzogen, die den heutigen Personenverkehr über die Meeresbucht ersetzen können. Tas Verschwinden der Zuiderzee wird freilich auch einige Nachteile zur Folge haben; so wird z. B. der Anchovissang fortfallen, der jährlich einen Ertrag von 3 Millionen Gulden liefert. Tie Entschädigungen für entgangenen Gewinn wie die gesamten Baukosten des Uitternefenten8 roerfeen mit Leichtigkeit von feen Einnahmen bestritten werden können, die sich aus der Gewinnung, Verpachtung und Urbarmachung netten Landes notwendig ergeben müssen.
Buchftabett-Riitset,
Im Ganzen bin ich offenbar, Doch auch im Zehntel, das ist wahr; Auch dar? ich sagen, daß bei Zwei Ich noch nicht ausgeschlossen sei. Doch wenn du mich noch nicht kannst finden, Dann möchi ich bitten: du mußt zünden Dir eine Weisheitskerze an, So siehst du mehrmals mich alsdann. Verstehst du nun noch immer nicht, Was dieses Rätsel zu dir spricht, So füg zur ersten Kerz feie zweite, Da bin ich wieder, doch nun deute (Du hast gewiß jetzt vieles Licht), Was ist es, das die Lösung spricht?
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Kreuzvätsels in voriger ilhtmineri LES ö ti t w h a Löwenmaul Hahnemann 8 t a m m b u c h a a n u n c Inh
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


