Ausgabe 
12.1.1910
 
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Binb't sie in ein seiden Tuch, Legt's unter den MachanbelboonZ Kywitt kywitt, wat forn schön Bogel büu ick."

Tie Pfarrerin erzählte das alte Märchen, tote es eben erzählt werden muß, wie von Borzeiten her erne Mutter oder Ahne es ihren Kindern oder Enieln erzählte an langen Winterabenden, wie es von Mund zu Mund gegangen ist, so wundervoll tief und stark.

(Fortsetzung folgt.)

Elends würde?" , s

Er schaute gar eigenes an diesem Llbeno d^r eine liebte sommerlich seine, Uerles, Sommerliebe, und der andere war der Frühlingsliebe gar gewogen, und sie ihm. Den jüngsten Stollberg sah er mit der kleinen Witwe unter der Linde sitzen, und ihr Bübchen küßte gar liebreizend bald des schönen Jünglings Lippen und trug lebendige schauer von einem zürn andern. Frühlingsschcmer! O, Uerle kennt seine Frühlingsliebe, die verbrannte sich und andere nicht, diese sanfte Seele! Aber auch sie genoß Seligkeit und trank sie von ihres Bübchens Lippen.

Sie hatten aber einen großen Dichter unter sich "der hieß Uerle. Keiner weiß von ihm, seine Bilder und Ein­gebungen, die ihm die schönheitsoollen Dinge dieser Welt I erweckten, sind mit ihm in den tiefen Todesschlaf schlafen ! gegangen. Sie waren nur für ihn da, und er war vornehm | genua, daß ihn dies nicht bedrückte. |

Der stille, lange, schweigsame Mensch, wer beut an diesem Wend ins Herz hätte sehen können!

Es kam auf, daß die Pfarrerin eine gar gute Märchen­erzählerin wäre. . I

Die beiden Stollbergs bestürmten sie, zu erzählen, und wollten ein Märchen int Zimmer mit den Froschkonig- möbeln hören, so nannten sie der Pfarrerin seltsame Aus- steumtucke^ Bebrüdteu die Frau Pfarrerin, und es

war ihr nicht darum zu tun, zu erzählen, denn ne janii hin und her, wie sie ihrem guten Kinde helfen und es be- I wahren könnte. Sie fürchtete nicht, daß ihr Kind sich ver- | lieren würde, aber fie fürchtete den Kummer, den großen Liebeskummer, der hier folgen mußte Schließlich aber mußte sie dem Drängen folgen, nahm Platz m ihrem Lehn­stuhl und erzählte vom Machandelboom und Mm.an die Stelle:Da begrub ihr Mann sie unter dem Machandel­boom, '.md er fing an sehr zu weinen eme Zeitlang, bann wurde das was sachter, und als er noch eine Weile gemeint hatte, da hörte er auf und noch eine Zeit, da nahm er , sich wieder eine Frau."

Darauf erzählte sie, Ivie der Frau das Bübchen der Verstorbenen allerwegen int Wege stand, wie sie die eigene Tochter so sehr liebte, daß der Anblick des Bubchenv ihr immer wie ein Schwert durchs Herz ging. Und die Pfarrerin erzählte, wie die Mutter das Bübchen so gar schauerlich rötete und es kochte, und wohl zubereitet als ein fremdes Erricht es dem Vater vorsetzte und wie der Vater es und es ihm so gar wohlschmeckte.

Er und wurde sterbenstraurig davon, gönnte nie­mand einen Bissen."

In solchen Worten lag eine Zärtlichkeit, Jübrunst und Todestraurigkeit, als wäre alle Traurigkeit und Zärtlich­keit der Welt in sie zusammengedrückt.Und das schwe- fterlein Marlenekeu sammelt die Kiröchlein, die der Vater unter den Tisch warf, in ein seidenes Tüchlein und tragt sie Machandelboom bewegt sich und tut die Zweige so recht aus­einander und wieder zu Haus, und ein Nebel steigt vom Baum auf, der wie Feuer brennt, und aus dem Nebel fliegt ein schöner Vogel heraus, der singt so herrlich und fliegt hoch in die Lust, und das Tuch mit den Knochen ist weg. Marle- neken aber ist es so recht leicht und vergnügt, als wenn der Bruder noch lebe.

Der Vogel awerst fliegt weg und setzt sich dem Gold­schmied aufs Haus und fängt an zu singen:

Meine Mutter, die mich schlacht, Mein Vater, der niich, Mein Schwester, das Marlenichen, Sucht alle meine Benichen,

kamen spat nach der Nächtessenszeit, um der Pfarrerin keine Nngelegenheit zu machen. Man saß miteinander unter den Xiltb®ie Pfarrerin sah besorgt auf ihr Kind, das war tote in Sonne getaucht, da war kein Verbergen möglich. Es bltchte

Die Mutter dachte in Herzenseinfalt, was sie wohl tun | könnte, und wie KU helfen wäre, und das machte sie gar still und schweigsam. Auch Uerle war es schwer zu Mute, und er sah seine geliebte Somme ^ele von sich hinwegbluhen,, einer großen verbrennenden S. uneAi. Der arme Uerle war ganz verwirrt und gedachte eines Ausspruches «tis semem geliebtesten Werke:Mußte denn das so sein, daß das was der Menschen Glückseligkeit macht, wieder die Quelle ihres

Das alte, wundervolle Märchen, in dem alle Traurigkeit, Sünde, Zärtlichkeit, Wonne, Angst und Grauen der Welt liegen, schritt vorwärts. r . .

Der Vogel fordert seine Geschenke zum Lohn für seinen herrlichen Gesang, die goldene Kette, die Schuhe und den Muhlsttuu^elche Steigerung, welches Grauen! Jedes Wort hastet, nichts vergißt sich. Der Vogel ist der geliebte, heiß­ersehnte Sohn der verstorbenen, vergessenen Frau, die int Grabe noch liebt. Er ist der Gemordete, vom Vater verehrte, von Marlenekeu geliebte. Alles ist in den einfachen Worten gegenwärtig. Und wie der Vater, Stiefmutter und Mar- leueken beim Mittagsmal)le sitzen und der Vogel draußen auf dem Machandelboome zu fingen beginnt uud Marleneien in ihr Tüchlein weint und dem Vater so licht und froh wird, als sollte er einen alten Bekannten Wiedersehen, und er sagt-Die Sonne scheint so warm, und es riecht nach lauter

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unb mit Düften gedacht, und von der Sonne warm be­schienen und nach Zinnemamen duftend _

Daneben das Grauen der Mutter: bte Ohren, bie klugen hält sie fick zu, als sie draußen den Vogel yort. Aber es braust ihr in den Ohren wie der allerstärkste Strom, und die Augen brennen ihr und zucken wie Blitze, und bte Mütze fällt ihr vom Kopf, und die Haare stehen ihr zu Berg als Feuerflammen, unb ihr ist, als bebte da-> Haus, als sollte die Welt untergehen. Sie will auch hinunter, ob ihr leister

Der Vogelsberg im Vergleich mit anderen Vulkanen.

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Schottler übet oenVogelsberg int Vergleich nut aiwcrcn Vulkanen". Wir entnehmen dem Vorträge: seitdem der Streit der Nevtunisten und Plutonisten um die Entstehung bes Basaltes zugunsten der Anhänger des Vulkanismus entschiedenist, !besteht kein Zweifel mehr, daß der Vogelsberg ein alter Vulkan ist. Während heute die feuerspeienden Berge in Mitteleuropa gänzlich erloschen sind, waren in der Tertiär zett zahlreiche Vultone tätig, unb in einigen Gegenden, wie z. B. uv der Eifel, war der vor­geschichtliche Mensch noch Zeuge von vnlkmnsckM AuS^tch-m Auch in der devonischen, m der rotliegeiLeit Z^tt h-rrichte bei n s eine lebhafte vuliwnsche Tätigkeit.g geböten indes der Terträrzeit an. , Dres-L errtart W

hiirdi hie geringere ^cbccEintg mit jün-g-eren .-öifuiiiigcit.

NLn übEs SWn, über Äid- unb Mitteldeutschland verstreuten einzelnen Durchbrüchen lxrüMMräls LESendieser Zeit noch die Reste einiger größerer vulkanischen Baue, uager- stuhl Siebengebirge, Rhön und Meißner), unter teilen ber 4.t>g b^g der größte ist. Er besteht, atzmehenvon einigenPhono ittz- strömen und abgelagertem Bimssteinsaud aus Äafalt, Basalt- schläcken und Basalttuffeu. Diese ungefügige, Basaltmasse, bte oröfite in Deutschland, zu gliedern und geneti,ch zu erklären, ist ein wichtiges Ziel der geologischen LandesMifüahuw. Lagegeil ist auck das Studium tätiger Vulkane ein unerläßliches Hils^ mittel. Am Vesuv> sieht mau, daß der alte Krater die ««« ehetifo wie der heutige noch tätige aus lockeren Massen lTuffniI und Schlacken) in Verbindung mit dünnen Lavagangen uiid Lava- bäiiken besteht. Die Lavaströme, die an den Gehangen herabsttetzAt, I zeigen cm den Oberfläckien entweder gekröseartige Formen, oder eine Auflösung in Schollen und B«^,Ls^nungen, die matt aus dem Vogelsberg tu gleicher Schönheit lennt. Am Vesuv, in Santorin und am Mont-Velo hat man beobachttt, d sts > die Lava gelegentlich üben der Austrittstelle staut, so da ß Kuppeln entstehen. Doch können unsere Basaltkuppeln, die denVogclsbe g massenhaft umgeben, nicht ans diese Art entstanden sein, weck die unflüssige Basaltlava sich meist flach ausbreitet. Wird dersttbe I Ausflüßkanal immer wieder benutzt, so eickstehen große.Bane, wie Lr Aetna, der -auch ein Basaltvulkan ist, aber nur >eine falt£ 1 awüe si-läche bedeckt, Wie der Vogelsberg. Sucht sich dagegen leoet I ^ue Ausbruch einen anderen Weg, so eickstehen GruPpen lleimr

Vulkane (CmLyonens, bte ost nur lockere Mast-n liestiM, und I nicht selten nur wenige Tag» tätig send. Hierher OTvr I unsere Eiselmare. Nach tiefgreifender ülbtragung, so i. B. am