Ausgabe 
11.5.1910
 
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Ihres Vaters Tochter.

stloman von L n l u von Strauß u n d Torney.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Partenkirchen, 4. April.

In eiltet halben Stunde wollen wir abfahren. Tilla hat es mir durch Lotte sagen lassen, die früh an ntettt «bett Teint. Als die erste lavendelfarbene Dämmerung über den Himmel ging und die Sterne blaß machte, hatte ich mich hingeleqt, mit wachen Angen geträumt und auf das auf­wachende Leben int Saus gehorcht hier ein Schritt, da ein gedämpftes Kühbrüllen, die verschlafene Stimme der Magd und ihre gleichmäßigen Besenstriche auf dem Stemflur.

Lotte blieb nach ihrer Bestellung noch auf meinem Bettrand sitzen und sah sonderbar gedrückt vor sich hin.

Agnes," sagte sie Zögernd, ,,was hast dn eigentlich init Frau von Berg gehabt? Sie spricht in so gereiztem Ton von dir."

Ich mit Tilla?"

Wunderlich, es war, als ob mir Tillas Existenz in dem Augenblick erst einfiel. Mit einem leisen Mitleid kam der

Laut sagte ich davon nicht?,, ich schüttelte tritt den Kopf.

Satte nmr^nen^Xitjjstill. Und auf einmal beugte sie sich herunter- und küßte mich.

Arme Aaa! Dn tust mit so leid!

Ich sah sie an. Und sah in ihrem Gesicht, daß sie alles wußte. Ich nahm ihre Hand. rtf;. ,

Leid, Lotte? Warum denn ? Ich bin ja so glücklich. Ebenso wie du! Ich verstehe dich setzt!

Sie schüttelte ernsthaft den SWb .

Wie kannst du denn glücklich sein? Er nt doch nicht frei " Ach Gott, Aga, und gerade dir hätte ich alle^ Beste und Schönste auf der Welt gegönnt!"

Wie fremd und sonderbar die Worte klangen.

i^rifre ick selbst denn noch gar nicht daran gedacht? Den^amzettTag gestern nicht und die Nacht? Bor lauter Unvernünftiger Glückseligkeit vergessen, woran ich zuerst packte mich auf einmal

Etwas Fremdes zwischen ihm und mir! E.ne andere, di° SWÄ W ®» wem» **» der Menschen! - ...

Mii-klick eilt besseres? Nein, tanfendmal nein! Wav ist sie 5m denn? Was für ein Teil hat sie an ihm, an seiner

Mein Recht steht höher. Nicht nur in meinen Augen, auch in seinen. Weil wir uns lieb haben.

Wie eine große heiße Welle von Glück geht es wieder über mich hin. Weil wir uns lieb haben! Das ist ja alle^, alles1 Das andere sind kleinliche Außendinge!

Ich habe Lotte wohl nicht sehr sanft geantwortet

^Laß mich doch glücklich sein. Das andere wird schon werden. Was geht dich das an?" ~ .

Sie war gar nicht beleidigt. >>ch bereute meine 5zefttg leit sofort. Zugleich fiel mir etwas ein. Neben mir auf dem Tisch lag ja der Brief, den ich diese Nacht mit Blei­stift hingekritzelt habe. . f

, TU mir die Liebe, Lotte! Du siehst chn eher als ich, und dn kannst es auch unauffälliger. Gib ihm dies-

Sie zog auf einmal die Hand ztiruck, als ob sie etwas Giftiges anfassen sollte

Verzeih, Agnes! Ich kann nicht."

Warum nicht?"

Sie war brennend rot im Gesicht.

Weil es nicht recht ist." . , ,, _

Nicht recht?" Ich mußte lachen, aber ut Hellem Zorn. Bitte, kehre erst vor deiner eigenen Tür! Hast du denn gefragt, ob es recht war, was du tatest?" ,

Ich will mich nicht weiß waschen, dlber ich ich nehme doch keinem andern etwas." r

Weißt du denn, ob ich ihr etwas nehme? Ob ihr daran liegt?"

Meine Geduld war plötzlich zu Ende

Es nützt ja nichts, sich zu streiten, du verstehst mich nicht. Laß mich jetzt allein." , . .. .

Nachher habe ich'än meinet Tut gehorcht, bis ich seinen Schritt hörte. Aiif dem dunklen Gang hab ich ihm den QCQCbCH

Er nahm ihn nicht gleich, blieb wie erschreckt stehen, als er mich sah. Blaß und übernächtigt war sein Gesicht.

Liebster! Armer! , ., , xv

Ich weiß, du hast auch wach gelegen und gedacht! An mich gedacht, vielleicht auch an die Zukunft!

Sorg dich doch nicht, ich glaube ja an dich! Wir ge­hören zusammen und müssen znsammetikommen. Uno wenn ein Wunder geschehen sollte!

Mit den Augen hab ich ihm das gesagt, die «ekundS, während er meine Hände in den seinen .hielt^nud haslig drückte. Sprechen konnten wir nicht, Tillas Schritt war hinter der Tür. Er ließ rasch meine Hand los und ging an mir vorbei zur Treppe. , .

Mir lief es heiß übers Gesicht. Diese häßliche Heim­lichkeit! Gestern war mit das gar nicht zum Bewußtsein gekommen. , . . . f . f.,

Es liegt seitdem wie ein Druck auf nur, eine heimliche Unruhe. Warum bin ich nicht wie gestern?

Nein, ut) will mich nicht ducken lassen! Ich will den Kopf hoch halten, glücklich sein, trotz allem! Ich bin es ihm

'Eigentlich ist es ganz natürlich' so. Daß daS alles nicht so leicht fei» würde, hätte ich mir gleich klarmachen