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Philipp IV. deuten kann. Mazo belaß ein außerordentliches Talent, den Charakter imt> die Eigenfchasten der Werke anderer Dialer uachzubilde», besonders aber veS Velar quez Die beiten seiner Gemälde sind denen seines Schwiegervaters so ähnlich, daß in Bezug auf die Frage ihres Urhebers immer einige Ungewißheit bestanden hat. Bernete sagt, daß Velasguez seine Bilder selten zeichnete; wenn er eS aber tat, so inalte er fernen Namen auf ent Stück Papier, das er der Persoit in die Hand gab. Das Porträt Philipps IV. in der Natioualgalerie ist ein Beispiel dafür. Das Porträt von „Admiral Adrian Puiido Pareja" in der National- gaierie, das für Lstrl. 18 00«) für die Nation als BelaSquez er- worben wurde, ist auch gezeichnet, aber man hält die Zeichnung jetzt allgemein für eine Fälschung und das Gemälde wird Mazo zugeschrieben." Mr. (Steig fügt hinzu, daß er für seine Entdeckung eine» unabhängigen Zeugen (?) habe.
* Wer anderen eine Grube grabt. Die Liverpool „Daily Post" veröffeittlicht eine niedliche Geschichte, die sich in einem Torfe in der Nähe der genannten Stadl jüngst zttgetragen haben soll. Dort ivohnle der Landgendarm bei einem Bauern. Natürlich gab es dort das ganze Jahr hindurch sehr wenig 51t tun, und als eines schönen Tages der Bauer vom Markt in äuge- hetlertem Zustande nach Hause kam, brachte ihn sein Mieter auf die Wache. Am nächsten Tage tuurbe ihm eine Anklage wegen Trunkenheit zugestellt, und das Ergebnis der barnui folgenden Verhandlung war, daß der Barter ztt einer Geldstrafe von 14 Gib. verdonnert wurde. In der darauf iolgenbcn Woche erhielt ber Gendarm die Mitteilung, baß seine Whete um 6 Pence für die Woche gesteigert werde. Dem Mieter blieb weiter nichts übrig, als zu zahlen, und 29 Wochen hindurch wurde die Höhere Miete gefordert. Nach Ablauf dieser Zeit erklärte der Bauer bem (Senbarmcn, er habe nun den Betrag, zu dem er verurteilt war, wieder berein- bekommen und er köune {eine Wohnung nun wieder zu der früheren Atieke haben.
*■ Der alte Fritz als Bauherr. Friedrich der Große hak viele und schöne Bauten aufführen lassen, aber, seine Bau-- mcister haben es bei ihm! nicht gut gehabt. Ter König'mißtraute ihnen von vornherein; er meinte, daß, sie sich auf seine Kosten bereichern wollten, imb Lontoollierte sie deshalb nicht nur persönlich, sondern ließ sie and) durch Spione überwachen. Einige Beispiele für das Auftreten des großen Friedrichs d£8 Bauherr bringt ein den Baumeistern des Königs gewidmeter Aufsatz in der bei Ullstein erscheinenden „Bauwelt^st Großen Aerger hatte der alte Fritz Im'it zwei holländischen Ingenieuren Heinze und Adrian von der Duden, die ihm die Wasserwerke zu Sanssouci, feit langem sein Schmerzenskind, einrichten sollten und sich dabei kläglich bla- twierten. Ter König ließ ein paar Esel in Lebensgröße malen, die Bilder einrahmen und als Unterschrift darunter setzen„Hol- laendsche Fontaenen-Maaker". Tiefe Bilder befahl er als Schilder an den Wohnungen der beiden Ingenieure anzubringen imb ließ sich nur durch flehentlich« Bitten zur Rücknahme dieses Befehls bewegen. Wie der König einen Baumeister absetzte, dafür gibt eine königliche Kabinettsordre aus bent Jahre 1745 ein Beispiel, durch die der beim Bau von Sanssouci beschäftigte Architekt Diterichs entfernt wurde. Sie hat folgenden kurzen Inhalt : „Der Kriegsrat Diterichs soll gar nichts mehr mit feinem Bau in Potsdam zu tun haben, sondern alle Baue sollen lediglich durch den Kastellan Bomnanu geführt werden." Boumann, ein mittel- mäßiger Architekt, war überhaupt ein Liebling des Königs und starb 1776 als Oberbaudirektor. Aber einmal fiel auch er in Ungnade und erhielt den Befehl, innerhalb 24 Stunden mit seiner ganzen Familie P«otsdam zu verlassen. Boumann trägt die Schuld, daß sich der König mit feinem bedeutendsten Baumeister, dem genialen Georg von Knobelsdorff, verfeindete. Knobelsdorfs hielt nicht viel von beim Holländer und äußerte einmal über einen Bonmannschen Entwurf für drei Potsdamer Häuser: „Für Ka- sannen (Kasernen) Mögen sie gut genug fein." 1753 geriet Friedrich wieder einmal mit Knobelsdorff über Boumann in Streit und sagte schließlich ärgerlich: „Er kann wieder nach Berlin gehen." Knobelsdorfs entfernte sich darauf gekränkt von der Tafel und Keß sich auch durch einen vom König nachgeschickten Feldjägers nicht mehr zur Umkehr bewegen. Er starb.noch im selben Jahre, »hne den König wiedergesehen zu haben, Friedrich aber, dem! seine Uebereikung bald leid getan hatte, setzte ihm ein Denkmal in der großen Lobrede, die er auf ihn verfaßte. Hatte der König! einmal «einen Beschluß für «einen Bau gefaßt, dann ließ er sich Nicht Mehr dreinreden. Tas mußte die Potsdamer Geistlichkeit «erfahren, als der König beschlossen hatte, die Mkolaikirche in Potsdam von Arkaden umgeben zu lassen. Tie Eingabe, „Majestät wolle die Kirche nicht noch mehr verdunkeln, es fehle ihr «ohnedem! Ian Licht", wurde nur mit der sarkastischen Randbemerkung be- Mtwortet: „«Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben."
* Die Augen der Chinesen. Es ist eine allgemein verbreitete Ansicht, daß die Chinesen schiefe, d. h>. fchrLggestellto Äugen haben, und in der Tat hat man beim «ersten Blick den Eindruck, als ob es so wäre. Aber in Wahrheit fst es nicht so. Die Lmie, dis dm Winkel der Augenlider verbindet, teilt bei ihnen! bas Auge in zwei gfeidje Teile und steht völlig senkrecht zub Wammchse. Wenn diese Bildung natürlich auch nicht immer ganz ireMM-aßm ist, so kommen doch solche Unregelmäßigkeiten bei bat
Gelben weniger häufig vor als bei den Weißem Bei «uns stehens sogar in der Regel die Augen nicht rechtwinklig zur Nase. Wenns uns unsere Augen völlig gerade gerichtet und int richtigen Verhältnis stehend erscheinen, so ist das «nur eine Folge der Gewohnheit; und wenn wir anderseits« die Äugen der Chinesen als« schrägstehend betrachten, so ist das «eben eine optische Täuschung. Wollen wir uns davon überzeugen, welche Rolle bei diesen Ein!- drücken die «Gewohnheit spielt, so genügt es«, ein bekanntes Gesichk durch den Reflex in zwei parallel aufgestellten Spiegeln genau zu betrachten. Dann ist das, was gewöhnlich rechts gesehen wird«, links, und umgekehrt; und nun erscheinen plötzlich ganz ungeahnte Unregelmäßigkeiten in dem bis. dahin so regelmäßig erschienenen! Gesicht., Allerdings muß hinzugssügt werden, daß diese Wirkung! durch die SptegMnlg etwas übertrieben ist. Aus« demselben Gründe! erscheint uns oft unser eigenes! ganz en facc mlfgenommenes «Bild! fremd, «während andere, denen unsere Gesichtszüge vertraut sind», es durchaus ähnlich finden. Ter Photograph bemüht s ich wohl auch, diese schlechte «Wirkung zu bekäm'psen dadurch, daß er den Kopf so stellt, daß durch die Perspektive die Asymimetrie der Züge vev, bessert wird. Im Geg«ensatz zu dieser Erfahrmrg kann man sich der den Augen der Gelben durch genaue Beobachtung überführest, daß sie dic dimchaus richtige Stellung haben. Daß sie schräg gestellt «erscheinen, ist dadurch zu erklären, daß das« obere Augenlid und die Richtung, der Augeub rauen int allgemeinen schräg sind. Das« obere Augeülid bildet dicht ian der Nase eine Falte, durch die es den WiriW, in dem die Tränestdrüse liegt, ganz «verdeckt. Es wäre daher richtiger, von eng! zusammenstehLnden Angen zu sprechen, «als, von schrägen. Dazu «kommt, daß dia Augenlider im 'allgemeinen kleiner und die Augen tzveniger geöffnet sind. Sv ist der Eindruck, baßdiuCUnxsen schräg gestellte Augen haben, lediglich eine optische Täuschung, die durch die eigentümliche Führung der Linien von AugenMern und Augenbrauen gegmieiitander hervor-t gerufen wird. : 1
* (Reflexion eines Strolches vor dem Metzgerladen): „Mit is alles Wurst, nur diese Wärst san mir net Wurst."
* 8tefigiriert. „Früher, als Junggeselle, hatte ich verschiedene Leibspeisen." — „Und jetzt?" — „Jetzt — bin ich alles gewöhnt!"
* Aus sichtsvo ll. Schwiegersohn in spe: „Lieber Schwiegervater, ich möchte heut mit Ihnen doch die Mitgiftfrage mal besprechen..." — Bemmchen: „Daran habe ich auch schon gedacht — ob man ä Zehntelchen in der Sächsischen spielt?"
Vücherüsch.
— Die Mitteilungen der Musikalienhand lungs Breitkops & Härtel in Leipzg begehen ein kleines Jubiläum«: Nr. 100 ist soeben erschienen! Seit fast 34 Jahren unter-, richten diese Veröffentlichungen, die kostenlos abgegeben werden, von all den Unternehmen, denen der Verlag in dieser Zeit näberget reden ist, die er fortgeführt und vollendet hat. Das vorliegende Heftchen gibt einen Abriß über die der Musikalischen Renaissance gewidmete Tätigkeit, über die Berlagsarbeit, die den Kirchenvätern der Musik gegolten hat, den bnitschen Klassikern, den Altmeistern der «Oper, den «AltroMantiSern, den Meistern des Tanzes, den Neu-RoMantikern, den in den „Denkmälern deutscher Tonkunst" zusaMMengetvagenen Werken musikgeschichtkicher Meistev usw. Ein kurzer Bericht über die technischen Betriebe zeigt, tote auch diese immer weiteren Umfang mt.genommen haben. Weiter berichtet es von der Uraufführung von «Otto Daub«manns „«Deutscher Messe", eines der bcdeuteudsten Choriverke der Letzten Jahrzehnte, von Carl Reineckes letztem! Werke, den neuen Hasten der Scho- lander-Programme, von einer unbekannten Si)Mph«oni«e W. A«. Mozarts und von einer Geschichte Deutschen Liedes.
Magisches Quadrat.
In die Felder nebenstehenben Quadrats find die Buchstabe» DEEEEEILLOOBB, RSS derart einzutragen, baß die wagrechteii u. senkrecht.Reihen gleichtautenb folgendes beoeuteni 1. Eine Gartenblnmc.
2. Deutschen Strom.
3. Ein Werkzettg.
4. Waldbatinr.
Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung des Gevgraphischen BerfchiebrätselA in Vorige
Hamburg
Leipzig
Berlin
Budapest
Wie»
Detmold
EiSleben
Breslau
Preß bürg Riga; Heidelberg.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitüts-Buch- und Steindruckerei. St. Lange, Gieße».


