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achte« den fünften Jüpitermond entdeckt hat: dann der frühere Parlamentsphotograph, der 72 jährige Doppelsternbeobachter Burn- ham. Die amerikanischen Astronomen sind überhaupt ebenso Männer des praktischen Lebens wie Gelehrte. Das gilt besonders von den Leitern derjenigen Sternwarte, die den Ruf der amerikanischen Boobachtnngskunst begründet hat, des Lick-Observatoriums auf denr 1500 Meter hohen Mount Hamilton, das der ungeheuer reiche schrullenhafte Dollarkönig James Lick gründete. Er wollte zunächst sich und seiner Frau eine Pyramide als Grabdenkmal bauen, ließ sich aber dann durch einen astra- nomischen Freund bewegen, diese Pyranndc in den Pfeiler des zur Zeit größten Fernrohrs zu verwandeln, unter dem er nun in der Tat begraben liegt. Die Gelehrten dieser Sternwarte, die in der Einsamkeit häufig auch als Ingenieure tätig sein müssen, haben sich um die Entdeckung der Doppelsterne und um die Ergründung des Fixsternsystems die größten Verdienste erworben. Während unter den fünf großen Sternwarten der Vereinigten Staaten das Naval-Observatory in Washington das rückständigste ist, hat die großartigsten Einrichtungen die jüngste Schöpfung der amerikanischen Astronomie aufzuweisen, die Sternwarte auf dem Mount Wilson, der die fast unbegrenzten Mittel der Carnegie-Institution zur Verfügung stehen. Das Observatorium, das mit einer wissenschaftlichen Zentrale und großartigen Werkstätten in den in der Ebene gelegenen Pasadena, der Villenvorstadt von Lord Angeles, in Verbindung steht, besitzt vier einzigartige Instrumente, darunter das sogenannte Turmteleskop, mit dem Prof. Hale seine neuesten Resultate über die Struktur des magnetischen Feldes und des Spektrums der Sonnenflecken erhalten, und das Spiegelteleskop, lassen Spiegel 150 cm Durchmesser hat und durch das sich uttgeahnte Wunder der Sternenwelt erschlossen haben. Diesem Spiegelteleskop sind etwa 10 000 Sterne bis zur siebenten und achten Größe erreichbar, während bisher nur etwa 1000 Sterne bis zur fünften und sechsten Hiröße zugänglich waren. Es läßt sich nicht absehen, wie viel Schätze dies neue Feld umschließen wird. Noch größere Instrumente sind in Arbeit, ein gewaltiges Turmteleskop und ein Spiegelteleskop von 250 cm Durchmesser. So sind der Energie und Arbeitskraft der amerikanischen Astronomen außerordentliche Fortschritte in der Wissenschaft der Himmelkunde zu danken.
Dennc’Ct’tcs.
* Eine Mutter von 50 Kindern. In Transvaal, im Distrikt Croustadt lebt eine würdige Witwe, Frau van Wyk, die aus eine nicht gewöhnliche Lebens- und Ehegeschichte zurückblicken kann. Sie erblickte am 20. Oktober 1832 das Licht dieser Welt und begann int 18. Lebensjahre ihre eheliche Laufbahn, indem sie sich mit Petrus Jakobus Lubbe verheiratete. Nach Verlaus von zwei Jahren verlor sie ihren Mann und blieb «'s Witwe mit einem Kinde zurück. Doch die Einsamkeit währte nicht lange, nach zehn Monaten, so weiß die „Vollstem" zu berichten, heiratete sie Nikolaus Martinus Pretorias, einen Witwer, der bereits vier Kinder hatte. Nachdem sie mit ihm ein Jahr und fünf Monate ungetrübten Glücks genossen hatte, entriß iiyr das Schicksal auch diesen Gatten, und sie blieb wiederum als Witwe zurück, diesmal freilich schon mit fünf Kindern. Nach fünf Monaten trat sie zum dritten Male vor den Altar, wurde Frau David Stephanus Pieterse; dieser dritte Mann brachte als Hochzeitsgut sieben Kinder mit in die Ehe. Mit ihm lebte sie, die heutige Frau van Wyk, elf Jahre lang glücklich zusammen und gebar ihm in dieser Zeit sieben Kinder. Aber dann starb auch dieser Gatte. Nun verstrichen fünf Jahre, die die trauernde Witwe im Kreise ihrer 19 Kinder verbrachte. Dann heiratete sie zum vierten Mal, toiebenim einen Witwer; er hieß Daniel Lodewikus Cronje, der acht Kinder mit in die Ehe brachte. Mit ihm lebte sie elf Jahre zusammen, schenkte ihrem Mann noch vier Kinder, bis dann auch Daniel Lodewikus Cronje vom Tode dahingerafft wurde. Wieder verstrichen fünf Jahre, dann trat die Witwe zum fünften Mal vor beit Altar und heiratete Hendrik Klopper. Auch mit ihm lebte sie elf Jahre und hatte zehn Kinder,_ bis der Gatte starb. Nach zwei Jahren heiratete sie zum sechsten Mal, bei dieser Gelegenheit Coenraad Hendrik van Wyk, einen Witwer mit fünf Kindern. Dieser letzten Ehe entsprossen noch vier Kinder. Nachdem sie mit ihm elf Jahre zusammen gelebt hatte, starb van Wyk. Die Witwe hatte fünfzig Kinder, die sie alle Mutter nennen, und gegen 270 Enkelkinder Sie steht heute in ihrem 78. Lebensjahr und erfreut sich gesunder Rüsttgkett.
* E i n russisches Multipllkationsverfahren. In den russischen Dörkern hat das pythagoreische Multiplikaiionssystem nie Eingang gefunden; der russische Bauer begnügt sich vielmehr immer noch mit einem sehr primitiven, allerdings eigenartigen Verfahren. Wenn es sich zum Beispiel darum handelt, 49 mit 28 zu multiplizieren, schreibt man den Multiplikanden 49 und den Multi- Phfator 28 untereinander. Man teilt hierauf den ersten durch 2, läßt dabei aber den sich eventuell ergebenden Bruchteil unberücksichtigt. Tas Resultat wird wiederum durch 2 geteilt und das folgende wieder so lange, bis der Multiplikand 1 geworden ist, wobei der eventuelle Bruchteil immer me.jjelaifeg v co x^mj»
oft, wie der Multiplikand geteilt wird, wird der Multiplikator verdoppelt. Rechnet matt hierauf die Muttivltkaioren, die unter den Multiplikanden mit ungeraden Zahlen stehen, zusammen, so erhält man das verlangte Produkt. Folgende Tabelle wird davon ein klares Bild geben:
49 24 12 6 3 1
28 56 112 224 448 896
28 + 448 + 896 = 1372
* Die Kaninchenzucht. Die meisten Menschen, die vost Kaninchenzucht ober Kau incheuzücht erv er einen hören ober lesen, können sich eines leisen Lächelns nicht erwehren, denn sie halten alles, was mit Kaninchenzucht zusammeuhängt, für Spielerei, bis in der Hauptsache unserer Jugend Vorbehalten ist. Die wenigsten ahnen, daß bas Kaninchen als ein Nutztier zu bezeichnen ist, und baß die Kaninchenzucht sehr zum Wohl der minderbemittelten Bolksklasseu dienen kann. Die Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 wird, wie auf vielen anderen Gebieten, auch mancherlei Belehrung über den wirtschaftlichen Wert der Kaninchenzucht bringen und anregend auf weitere Kreise wirken. In Zeiten der Fleischteuerung ist das Kaninchen wie kaum ein] anderes Tier dazu geschaffen, uns eine billige, gute und zugleich kräftige Fleischnahrung ztu geben. Das Kaninchen liefert einen, fajtigen Braten, der an Geschmack und Aussehen dem Hühnerfleisch ähnlich ist und an Nährwert dem Rindfleisch nicht nachsteht. Auch das Fell ist wertvoll. Man fertigt hübsche, zum Teil kostbare Pelze daraus und verwendet die Haare in der Hutfabrikation. Außerdem läßt sich das Fell zu einem weichen undi doch haltbaren Leder verarbeiten, bas sich gut zur Anfertigung von Schuhen eignet Schuhe aus Kaninchenleder nähern sich in der Qualität dem feinen Kalblederstiefel, sind besonders geschmeidig und daher angenehm zu tragen. Gute Kaninchensellq werden mit 1 Mark bis 4 Mark und höher bezahlt. Bei alledem ist die Ernährung der Kaninchen sehr einfach, denn das Futter des genügsamen Tieres besteht in Abfällen aus Küche und Garten. Nur bei der Rassenzüchtung ist die Fütterung etwas teurer, da hier in erster Linie das .Kraftfutter, wie Hafer, Mehl und Milch in Betracht kommt. In Frankreich und anderen Ländern hat man den Wert des Kaninchenfleisches als Volksnahrung, früher gewürdigt als bei uns. Jährlich werden in Frankreich etwa 100 Millionen Kaninchen verzehrt, fast jeder Bauer undj Arbeiter züchtet die Tiere für seinen Bedarf und auf den vornehmsten Tafeln wie auf den Speisekarten aller Restaurants, findet man das Kaninchenfleisch. Die Kaninchenzucht wird in Frankreich und auch in Belgien derart rationell und erfolgreich betrieben, daß alljährlich noch Millionen dieser Tiere nach England aiisgeführt werden können. In Deutschland gibt es bis jetzt 40 000 Kaninchenzüchter, die in Vereinen organisiert sind, während Sachsen etwa 5000 Kaninchenzüchter zählt. Es ist klar, daß ein größerer Aufschwung der Kaninchenzucht auch bei uns aus volkswirtschaftlichen Gründen wünschenswert wäre. Die Regierungen haben dies bereits eriamtt und bringen der Kaninchenzucht jetzt viel Interesse entgegen. Sie unterstützen die Kaninchenzüchtervereine in ihren Bestrebungen und wirken auch aus die, staatlichen und privaten Betriebe ein, daß diese ihre Arbeiter bei der Kaninchenzucht nach Möglichkeit fördern. Unter einem Kaninchen stellt inan sich meistens ein Tier vor, das den Hasen an Größe nicht erreicht, was auch früher zugetroffen haben mag. Die jetzt gezüchteten Schlachtkaninchenrassen übertreffen den Hasen an Größe und Gewicht bei weitem. Ein ausgewachsenes, gut genährtes Kaninchen ist ein recht stattliches Tier, das mitunter 12 bis 15 Pfund schwer ist und 10 bis 12 Pfund Fleisch liefert. Auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden 1911 wird der „Landesverband Sächsischer Kaninchenzüchter" eine ganze Reilw von Kaninchen in ihren verschiedenen Rassen ausstellen. Es werden außer den großen Fleischkanmchen auch kleinere Rassen gezeigt, die wegen ihres Fleisches, hauptsächlich aber wegen ihres guten Pelzes gezüchtet werden. Durch lebendiges Anschauungsmaterial hofft die Internationale Hygiene-Ausitelluna das Verständnis für den Wert der Kaninchenzucht namentlich zugunsten des, Budgets des kleinen Mannes immer weiter zu üerbreiteffi.
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Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Vertag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Stetndruckerei, R. Lange, Gießen.


