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„Dam Tierche," sagte er dann, „fit r> Wudch DmgÜche wSi MM, tomtn «ich wollt, dann —"
„Tann wiirfte de MersMaichste Kerl uff der ganze Welt," Wllendete sie.
Ta machte er .Kehrt und begab sich wieder auf seine Lade. Lieschen wußte, das; der Sturm nun abgeschlagen war. Sie liest die erhabene Waffe finiten und plauderte in herzgewinnender Meise mit Jörg, als ob nichts porgefallen wäre.
Es mochte gegen 1 Uhr sein, du fuhren sie erschreckt auf; der Uingende Ton zersprungenen Glases drang von unten her zu ihnen herauf.
„Um Gotteswille, oin Leure sein wackerig," klagte sie, „se Keim ent gemerkt, woas soll doat gäws?" .
Tem Eindringling lief der Schreck siedend heiß, den Rücken herab, doch raffte er sich zusammen .und beugt« sich spähend durchs Fenster.
„Et is naiti," beruhigte er das Mädchen, „et is alles dunkel, bell eicht hett e Katze doat Gloas imgeworse ?"
Aber ein seltsames Angstgefühl schnürt« ihr fast die Kehle zu mit) wollte nicht von ihr weichen. Ungestüm drängte sie ihren Schatz, der gar zu gerne noch ein bischen da geblieben wäre, zum Gehen. Auf Strümpfen, Jörg hatte seine Schuhe unterm Arm', Mich das Paar hochklopfenden Herzens di« Treppe hinunter. Tann schloß sie geräuschlos die Türe auf. Wie nun der Jörg schon draußen stand, fühlte er sich zu seiner freudigen Ueberraschung Vlitzschnell von einem Paar weichen Mädchenarmen umfaßt, und «he er sich dessen versah, hatte er einen Küß weg, so heftig! unÄ heiß, wie er ihn sein ganzes Leben lang nicht wieder bekommen hat.
„Weil de bwav woarst," flüsterte sie ihm ins Ohr.
Im Au tv'ar sie dann verschwunden.
Einige Sekunden stand er fassungslos und wie betäubt. „Weil euch brvnv rotcar," wiederholte er mechanisch, „weil «ich broav zvvar? Kunstick!" lächelte er daun und schnalzte mit den Fingern. ---—
Ms der Hannjnst am nächsten Morgen aufgestandcn war und sich zunächst einem guten Brauch zufolge — man hat als Gastwirt so mancherlei Verpflichtungen — durch eine Kostprobe davon überzeugen ivöllte, ob der FruchtschnapS noch genießbar sei, iftanb die betreffende Flasche nicht am vrdnimgsmäßigen Platze zwischen „Kümmel" und „Steinhäger".
„Schwcrenut," brummte er, „aich woar doch nit besöffe gestern Olvend? Ei, wer hett denn," fuhr er mit steigender Entrüstung fort, „wer hett denn doat Kastche mit den „Zeppelin" eritunei geworse? Ei, do stieht joa die Thekschnbload uff, und käme Kreuzer Geld is drinn?!"
Verwirrt griff er sich mit beiden Händen an den Kvps. Er träumte wohl? Rein, er war wach und vollkommen bei Sinnen. Immer mehr Zeichen der Venvüstung entdeckte der entsetzte Mann. Kein Zweifel, die grauenhafte Vermutung wurde zur Gewißheit: Einbrecher hatten hier gehaust, Räuber, Ticbe, Mörder!
Mächtig gellte sein Alarmruf durch Haus.
„Annekäth!" schrie er, „Liesche! Kommt uff der Stell mol her, mer sein bestöhle nun beraubt!" ,
„Wvas de net sähst," janniicrtc bis hereinstürzende Wirtin, „iS et meglich?" . <
Lieschen sank wie vernichtet auf «inen -Stuhl. Weniger denk Verlust des Geldes, der paar Flaschen Schnaps und der „Zeppeline" galt ihr Schmerz, aber eine innere Stimme sagte ihr, daß Schweres über sie hereinbrechen wüirde. Welcher Art, das wußte fie selbst noch nicht. , ,
Unterdessen stellte AniieWth noch einige weitere Schandtaten des Einbrechers fest.
„Guckt Hai, do is e «rinn komme, do hett der Kerl baut Glvas engedriecht, uffem Burrein leie die Scherwele, nun die Oarme- bücks, wvhrhastig, e hett se auch uffgebrvche. Sun Mettes, niient mer nach, das; et su Leut kennt egäwe? — Ei, Hannjnst, wuhin?"
„Zaum Borjemeester, die Sache oauzeige."
Ter Bürgermeister war im allgemeinen keiner von denen, die s eilig haben, aber irt d ieiem Falle sofort bereit, mitzn- Gurmen. In überraschend kurzer Zeit hatte er sich mit tzann- Wttfried, feinem Adiutanten, am Tatort eingefunden. Er traf bereits eine ansehnliche Gesellschaft von Neugierigen, Nachbareni Und Bekannten Hannfusts an, die einen erregten Disput darüber abhielten, wer wohl als Täter in Betracht kommen möge. ,
„Ihr Leure, ha alt mol Euer Maul nun macht Platz, bet super Sache muß sukzessive vergegange toern," besaht der Eintretende.
.-„Jawohl, fukzcssive," wiederholte Hanngottpried
Ta gab'S Ruhe, und sie schauten in ehrfürchtiger Bewunderung du, leie der Torfälteste mit prüfenden Blicken Fußboden, Wände Itrrtb zuletzt auch noch die Decke einer gründlichen Durchsuchung! Unterzog und schließlich zu deut Resultat kam, daß der Einbrecher durchs Fenster gestiegen sein müsse.
„Jawohl, durchs Fenster, doat is kloar," bestattgte bei Ge- meindedieuer. , , ...
Darauf umschritten die beiden dreimal ba» Haus, winitvw iftber nichts Perdächttges mehr finden. .. . .
„En schwieriger Füll," schloß dann der Burgermeiitei ietne Untersuchung, „eit sugenaNUter Krumenoalfalk."
lind „Krummeimaksall" auch der Hanngvttfrted.
Ro, Bvrjemeester," erkundigte sich der Hcmn;ust, „Nwas meent ihr dann, woas soll wich mache?"
Ter Bürgermeister versenkte beide Hönde nach hinteN' Wntej den tzosenbund, — eine Stellung, die er stets einnahm, wenn ed tief nachdachte — und schwieg, bis endlich ein guter Gedanke feine gernntzelts Stirn erhellte und die Falten des Unmutes scheuchte.
„Aich hunns, Hannjnst, aich huims, verloaß daich druff, men fasse de Burscht, eh en Tvag vergieht — Hanngottfricd!"
„Herr Bvrjemeester?"
„Zöih snfort dem Kill oau nun Mach daich uff die Lapp«' uo der Staadt, de Scherschant soll noch haure mit sein» Bolizei-i- hitud komme, oawer teen Mensch därfs wisse. Hefte maich vev> stanue?"
„Ion, Herr Borjemeester."
Hanngottfried setzte sich in Trab, so schnell ihn feilte alten Beine tragen wollten.
„Ei Aaler, woas is bann los?" forschte seine ungeheuer Neugierige Ehehälfte.
„Bei Haniijnsts is bisse Noicht eugebroche wvarn, oawer ver-zehls feem Mensch, hett de Borjemeester gesoat. Behaals für daich"
Kaum War er fort, als die Neuigkeit sie so sehr brannte, daß sie's nk'rt länger aushalten konnte. Unter dem Siegel de« tiefsten Verschviegeuheit mußte sie's einer guten Freundin erzählen, welchen ehrenvollen Auftrag ihr Hanngottfried auszuführen habe. Su gab’S denn gegen Mittag kaum ein Haus, in dem nicht mit Spannung das Eintreffen des Wundertieres wartet wurde. ... ., . „
Tie Nackwicht: „Se fittumc, se kumNte, Je sein schun do," scheuchte die Einwvhnerschast vom SonntagMiffce mit Zwetschew- kuciien auf. „„ „ ,
Gemessenen Schrittes zogen.die Drei die L«rnwaße herauf. Am rechten Flügel der Wachtmeister, dessen Schnnrrbartend«« dränend zur Höhe strebten, neben ihm der Stadtpolizist mit dem! karmesinroten Kragen und dem gebogenen Schlepps übel in des Lederscheide und zwischen ihnen Argus, der berühmte Pvltzem hntb, bewundernd von jedermann begafft.
„Et iS eu Bracke," taxierte ihn einer der Bauern, der einem „Hundeverstand" hatte, „doal fein gescheure Hunne."
„T imt feist noch en Bracke, guck emol, wäi e die Zahn slesichk, c Bnlldogg is er." , ,
„Verstieht Ihr dann mich ebbeS von Hunne?" milchte sich em Dritter ein, „en Oabstamm vom Scheferhund kanns eher {et/
Gut, daß Argus nicht deutsch verstand, er hätte erröten müssen über die Menge der Väter, die man ihm int wogenden Streite} der Meinungen zuschob. Ruhig ging er seines Weges und schaute wed-er rechts noch links. .
Mit abgezogener Mütze wurden die Herren jetzt vom Btlrger- meister begrüßt. „Su, fit, boot is der Bolizeihund, no, mer wolle mol oabwarte, woas x fertig brengt." ;
Sein Spitz, der ihm nachgelaufeu kam, zeigte ebenfalls Interesse für den ihm unbekannten Städter. Zierlich, auf drei Beineihüpfend, umkreiste er ihn mehrerem al mit Hellem Gekläff und beschnupperte ihn sachverständig von.hinten und pvrn, fand aber nicht das geringste Entgegenkommen. Empört, daß der Fremdling ihm, der doch unter allen Dorshunden feines Besitzers Ntegen eines gewissen Ansehens fltidjt entbehrte, mit solch' offenbaren Nichtachtung zu begegnen wagte, biß er khm, stech wie er war, schließlich ins Ohr. . .
Es Wäre Argus ein kleines gewesen, den Wicht nut einem einzigen Biß feiner furchtbaren Fänge abzutun, aber er schaute ihn nur mit einem scharfen Blicke an, einem Blick, der dem Hündchen durch Mark und Bein ging. Jämmerlich heulend, jagte et mit eingezogenem Schwanz, ohne sich auch nur noch ein »m- ziges Mal umzufchaun, feiner schützenden Hütte zu.
Bor Hannjnsts Haus forderte der Wachtmeister die Menge auf, ich zurückzuziehen, wahrend Argus und sein Gebieter die Gasttube betraten. Ter Sergeant machte die Seine lang und folgte einem Hunde, der eifrigst die Stube absuchte, ohne eilt Wort zu rebeit Bald wandte sich Argus mit knurrendem Laut zum beschädigten Fenster und stellte sich, an der Wand emporstrebend, auf die Hinterlaufe. Gleich darauf setzte er nut geübtem -Sprung! auf den Hof und fein Herr auf dem ungewöhnlichen Wege ihn, nach. .. , t .
Diese turnerische Leistung trug Hund und Manu den ungeteilten Beifall deS Publikums ein: „GewLfser, wäi könne där (TCliyECHftC Y*
Im Hof würde das Tier jedoch unschlüssig. MehrerEl wechiselte es die Füchte imd blieb am Ende mit hocherhobener Nase stehen. Winselnd schaute es feinen Herrn an.
Ta kam der Wachtmeister herzu .
„Im Garten habe ich eine verdächtige Fußspur ^erunttelh, die nicht von den Hausbewvhnem herrührt. Bringen Ste, bette, den Hund mal rüber 1" „ ,L1 , .
Ter Sergeant war'S zufrieden. Argus Witterte ein bischen, machte Anstalten, au der Wand hinaufzuklettern und rannte, das Unmögliche seines Beginnes einsehend, m temgen Satzm auf die Haiistüre lös. Bon hier aus zog er eiitschlvflen durchs! Hostor bis auf die Straße. Hinter ihm drein die RachWÄew ligten und in respektvoller Entfernung der Hanfe der Gaffer.
Die Spannung war aufs höchste gestiegen. In den mwMten Minuten, das sagte sich ein jeder, hat, «in Haris mt Lvrf, stimn ehrlichen Namen verloren, ist für ewige Zeiten zur Berbreckjev-


