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Sie schlug die Augen groß zü ihm auf. „Kindischen!
Groll kenne ich nicht. Aber auch kein Beleihen. ■
Jetzt hatte der Blick seine Eisenfarbe wieder.
Wrt, Maud, f» gehe 'ich ohne versohnMen MM
Maud." rief er, „weshalb quälst du mich?! Was quälen wir uns denn beide! Wenn der Zufall deines Automobilunglücks Nns nicht wieder Msammengefuhrt hatte, Ware ich heut nicht bei dir! Woll'n wrr uns nutzlos dwo Leben verbittern!?"
„Richtig, es war ein Zufall, Fritz Vielleicht auch nur eine Folge in der Reihe der Geschicke, die unser unbewußtes Ich sich schafft — vielleicht eine geheunmsvo lr Notwendigkeit. Für mich jedenfalls das Vorspiel zu heute, | der Drang zum Müssen. Ich habe dernen^Lebensgaug verfolgen können. ANch du hast kern Gluck gefunden, lern äußeres und kein inneres. Ich höre, es frije£t xtt eurem Geschäft, und deshalb nahmst du den Abschied. Höre auch, daß deine Mutter sich von -euch getrennt hat, und weiß, du bist unvermählt geblieben, weil — ja, weil dir noch keine begegnet ist, die du hättest halten mögens- oder weil Genug, du bist einsam lute ich. Und wrr bilde sind frei. Schau mich an. Ich bin immer noch jung e- was mir der Spiegel sagt, sagt dir mein Leib. ^ch habe dich lieb i— und gibst du mir Antwort, du liebest mich ni ch t l— ich triumphiere dennoch, denn rch werde derne Lrebe wecken! Ich biete dir ein Bündnis an, Frrg. Du hast auch dem Leben wiedergegeben — ich will dir unerschöpflich danken. Ich will dich glücklich Mächen — ber Gott, rch will es und kann es!"
Da schnellte Fritz empor, sehr bleich und sehr gefaßt. „Du überlegst nicht, was du sagst, Maud —"
„Jedes Wort ist bedacht!" fiel sie ein. „Auch im Kampf um mich selbst vergeß ich die Klugheit mcht. Oder scheust du das Trauerjahr? Es ist keine Ewigkeit — und zudem:
die Welt ist groß." <
Seine Hände umspannten dre Erchenholzlehne des Sessels „Es ist eine Unmöglichkeit," sagte er mrt fester Stimme „daß wir uns heiraten. Weder morgen, noch rn Monaten, noch nach Ablauf des Trauerjahrs, das ure erues war. Ich sehe von moralischen Widerstanden ab. ^ch will ganz nüchtern urteilen. Nimm au, wrr versetzten der Gesellschaft den Faustschlag und verlachten die ublrche Ordnung der Dinge. Würde da die Niedertracht nicht wreder leben- dia werden? Würden die Lästerzungen nicht fchreren: „Seht, das ist der Ausgang des Dramas! Oü est la femme? Ta ist sie ja, und nun wissen wir auch, weshalb auf dem Mederwald die KUgel traf!" - Maud, ich brn wrrklrch micht feige. Mer ern MM ist zarter besaitet als unser-,
mir auch Mühe geben, ruhig zü bleiben. Ist, ich Lotete
Mas bu willst. Ich heiratete ihn, und rch wußte mcht wie und warum. Mer die Buße war schwer
ger Otto, der einzige Freund, den rch.habe, erzählte mrr, das Gerücht sei im Schwange, rch sei welancholcsch ge worden. Nun ja, etwas Wahres lvar schon daran. aber rch
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herausgekommen! Bis oben aus dem NreberNmld r e, siel. Da wurde es lvieder hell um mrch. Da wurdest Pu “ ^.Miaud" $™retcrerhob unwUlkürlich , wie zur Abwehr die Hand — „sprich nicht so! Ich bitte drch Großer Gott, ich ahnte ja nichts von dem Schmerz beinet Ehe.
” 8° awe „Ich weih es. -echt wub ° wohl me- Maud wie es um uns stand. Höchstens Otto, und Per schweigt immer. Mer ob bewußt oder unbewußt: d eine 5rand hat mir die Erlösung gebracht! . . . Fritz, bwse Ehe war auch eine Lehrzeit für mich. Ich habe nicht Umschau gehalten, denn ich war immer allein — aber Einschau. Ich bin eine andere geworden. Ich wurde es rn der Er'mre- ruitn an dich. Ich habe dir weh getan — unabsichtlich durch die tragische Notwehr damals rn Crncrnnatr, die ich dir törichterweise verhehlt hatte — und absicchlich in wner Stunde maßloser Heftigkeit, als ich bei dir war - rn deiner Garnison. Das ist hundert- und tausendfach durch meine Ehe gegangen — ein bitteres Leid und erne bittere Reue. Denn über alle Jahre hinweg war dir meine Lrebe treu Ich sage es dir und schäme mrch nicht. . . . ^u.ihrem ME sammelte sich die ganze überströmende Zärtlichkeit chres J hast du in dieser Zeit nie Nier-
Es war schwer für ihn, ihren Blick zu halten. Die Weichheit floß in sein Herz zurück, und das Mitgefühl kam
Friedel halb-süß, nun panzere dich! — Er Wär tern kalter Asket, er war lebensfreudig und jung. War es ein Augenblick, den er sre in serneu Armen hrelt tvar”1 es lange Minuten: er wußte es nicht. Bilder sagten an ihm vorüber — eine ganze Flucht von ^uhtem So sah er sie als Mädchen wieder — und da hatte ihre stürmische Leidenschaft ihn seltsam berührt. So war sie sein Weck: die Geliebte, die ihm ans dem Borne ihrer ZartliLMt in Fülle gab, die treue Kameradin, die ihm folgte, wohin er wollte. So sah er sich auch fern von den niederdrucken- den Sorgen des Tages, und eine freiere Lust ging um seine Stirn, und ein froheres Atmen kam aus feiner Brust.. . Sacht wellte das warme Gefühl zurück, dc^, erste quellende Rauschen wiedererwachender Liebe, und unwillkürlich schlang sein Arm sich fester um sie, unwillkürlich.
Da ging ein Schauern über sie. „Säg mir, daß du mich liebst," hauchte sie.
Er schloß die Augen Und atmete schwer. Seine Hande lösten ihre Arme von seinem Leib!; er stammelte: „Laß — laß mich, Maud . . ." und dann war er wieder fest, strich über seine Stirn, reckte die Schultern und sagte: Nein, Maud — ich will nicht! Es klingt rauh und roh, es mag dir brutal klingen, aber du mußt es hören: ich will nicht! Und ich will nicht, weil ich nicht kann, weil mein Innerstes, meine Ehrlichkeit, mein Anstaudsempfinden, werk das Beste, was ich habe, dawider ist. Hatte ich deinen Mann erschossen, um dich zu erobern — da hatte ich mich als Stärkerer gefühlt und mein Beuterecht geltend \ aemacht Aber so war es nicht. Ein feiles Unglück machte dich frei. Es widerstrebt mir, über den Toten hulweg heute Freiheit zu nützen. Diese verdammte Unglückshand wird auch dein Lück nicht hätten können. Wir, haben uns geküßt, Maud — wie einst. Es soll der Abschied gewesen sein. Nun laß uns in Freundschaft scheiden.
Er hörte ein Knittern und Reißen. Sie hielt ihr Spitzentuch zwischen den Zähnen und riß es nut, den Ham bett in Fetzen. Und nun fürchtete er wieder einen Aus- bruch jähen Zorns. Wer der kam nicht. In ihrem verbuch enen Gesicht schien das Auge zu erlöschen; es war wie ein Verfallen der Züge; aus aschigem Grau lag eme schäft, Fritz. Ich trug dir Besseres an, aber du lehntest ab weil deine Seele klein ist, edbärmlich klem. Hart . nein, ich will dich nicht schmähen! Ueber deme Korrek^ heit kommst du nicht hinaus. Wärest du als Bettler mir gekommen, mich als Bettlerin m ein hungerndes Wem, teurerleben zu verschleppen, ich wäre dir ;auchzeitd gefolgt. Denn ich liebe dich — du liebst mich nicht. Ich liebe dich noch, wie ich dich immer liebte — du liebtest mrch schon ! damals nicht mehr, als du mir den Abschied, gäbst. Damit , ist's aus. Wir haben uns nichts weiter zu sagen. Die t Türen sind auf. Leb wohl." , . „ „ ..
- Er zögerte noch. „Soll es ein Abschied m Groll seich
eins: du würdest Unter der Hetze der Meute zusammen^ ^^Jhre Lippe wölbte sich verächtlich., „Du irrst dich. Ich war nie ein Herdentier, das ich um die Freundschaft oder L£t b« anber« Klmmerte/ Mr Br»° »ie «I« aiaet ist mir gleich. Und wenn du mich ehrlich fragst: eine Kampfstellung dem Keinen Gezücht gegenüber istnrn noch lieber als ein Aufgehen in ihrer Flachheit. . . . Wer ich sagte dir schon: die Welt ist groß. Ich bin reich und unabhängig. Laß deinen Kramladen fahren und alle die tausend Sorgen, die er dir bringt, und komm mit nm. Gleichgültig wohin. In die Welt hinaus, wo sie uns schon dünkt. Denn wo wir auch Wurzel schlagen, da ist unser ®tU©ie flog empor und um seinen Hals. .Msse michch bat iie io wie einst. . . ." Und schon brannten ihre Lippen auf'den seinen, und in leidenschastltcher Umschlingung preßte sie ihn mit aller Mast an sich, mdeß ein Ausdruck wesenloser Hingabe in das mystische Dunkel ihres Ang
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