Ausgabe 
9.5.1910
 
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rauten-

hat am 20. Sonntag nach Trinitatis das Erste mahl daselbst I gepredigt." Vor der Berufung des Danbert mutz der Pfarrer von I Staufenberg Hausprediger auf der Badenburg gewesen fein; denn, I die Urkunde erwähnt, das; bei der Taufe einer Tochter des Haupt- I manns Magnus Reinha r t S ch r a u t e n b a ch Pfarrer I Trhgophorus von Staufenberg sich anfänglich geweigert habe, I den Taufakt vorzunehmen, weil die Paten derreformierten I Religion angehörten, weshalb der Pfarrer von Witzmar zugezogen I wurde. Aus der Badenburg mutz auch nach dem 30 jährigen Eege I noch eine Hauskapelle gestanden haben; denn es heitzt iMiKircheu- | buch:Des Schrautenbachschen Hoffmanns Tochter wurde tn I der Hauskirchen zu Badenburg coprilirt." Taufen, Trauungen, Abendmahlsfciern wurden auf der Badenburg, tote oft bet den Einträgen bemerkt wird, in derHauskirchen" oder imSaal" I (Betsaal) vollzogen. Das Erbbegräbnis der adeligen Familie v. Schrautenbach befand sich in der alten Kirche zu Witzmar. Die Toten wurden von der Badenburg von dem Pfarrer, den -,Gemeindtleuten" von Witzmar, dem Lehrer mit den Chorschülern I unter Gesang nach der Sahn gebracht und bann in «einem Nachen iiber den Flutz geführt. Bon dem jenseitigen Ufer aus «ging es Unter Gesang nach der Witzmarer Kirche, wo unter Fackelbe­leuchtung und gewisseil Zeremonien die Beisetzung erfolgte.

Die Schrauteilbachsche Familie hielt sich einen eigenen Lehrer. 1673 wird im Kirchenbuch die Taufe einer «Tochter des Praeceptors Rempelius erwähnt, bei Gottfried von Weitolshausen Cmiles) der Pate war. 1696 vertritt Paten- Stle bei einem Kinde eines Bedienstetei, auf der Badenburg 1 oerandcr, Praeceptor zu Badeuburg.

Das Eigentum der Badenburger Herren stellte einen Fidei- ko m m i tzbe si tz bar; er umfasste ein großes Gut nnb ein ansehnliches Walbgebiet. Die Gebäulichkeiten waren umfangreich; denn nutzer dem jeweiligen Majoratsherrn und seinen zahlreichen Verwandten, die vorübergehend oder dauernd sich auf der Baden­burg aushielten, beherbergten sie den Hofmann (Gutsverwalter), den Müller, den Jäger, die Hirten, Kiiechte mit ihren Familien.

Mit den adeligen Familien bete Nachbarschaft, mit denen von Lesch zn Krofdorf, von R e i tz e n st e i n auf derWitzmarer | Bach", von Dernbach zu Salzböden, von Wrede, von Schmalbach zu Gietzen, von B n s e ck, genannt Brand zu A l t e n b u f c ä, von Cratz zu Staufenberg, von Nor­deck zu Rabenau, standen die Schrautenbachs in freundschaft­lichen und verwandtschaftlichen Beziehungen. Die Herren von Rabenau (von Rodheim und Nordeck), später v. Grolmann, ...... waren Gutsnachbarn der Badenburger und besatzen den östlich I mit Ä des Dorfes Witzmar gelegenen, hauptsächlich aus guten Wiesen I , ,Vi

Nordecken zu Rabenau. 1688 wurde auf der Badenburg konfus I miert: Magdalena v. Weitolshausen; ste wurde 1699 I angetrant dem münster'schen Dragonerhauptmann Christoph I Ad. v. Trilitz. 1691 ist Patin bei des Hofmanns Sechs I Tochter: Fran LoYfa Schrautenbachin. 1704 wurde I Agnes v. Schrautenbach getraut mit Herrn v, W a l d- hei in. 1704 wurdecopulicrt" Frl. Cathari na E l i s a b et h I v. Schrautenbach mit dem Obristen de Wreden. Bei I dieser Gelegenheit entstand ein Streit mit dem Konsistorium zn I Gietzen,welches denen v. Schrautenbach einen Nassauischen

Pfarrer eigen mächtig pro lnbitn zu halten nicht gestatten wollte .

I 1709 wurdeder wohlg. Ernst Gottfried Balthafaa mit Frl. Juliane Dorothea v. Wreden copnliert". 1714

I wurde Albertine, Tochter der Frau Maiortn,v.Schrau- I tenbach, getraut mit Eqnes Sil cf ins Kchichenbahr, 1710 fand die Trauung der Frl. Sabina v. Weitols-, Hausen mit Ulrich v. Hill statt, Seutnantun roten Rc-

I giment" zu Darmstadt. Von befreundeten und verwandten pa- I milien wurden als Patinnen genannt: 1685: Frau Lohsat H I Philipptna Christianav. Nordeck zu Rabenau,Frau laden- Christine v. Rodenhanf en, Capitäns-Lieutenantin, ge6( abcn 1 v. Buscck, gen. Brand; 1683: Fran Anna Agathe v.

Bnseck, geb. v. Holtz heim,Wittve zn Altenbufeck"; 1715 « Witwe v.W a l d enh e i m, wohnhaft zn Södel, m der Grafschaft Lich , Die Schrautenbachsche Familie gehörte ehemals zu einem der angesehensten Adelsgeschlechter unterer Gegeiid; versahen doch der Graf von Nassau-Saarbrücken, -gerr zu Weilburg und der Erbprinz Ludwig von Darmstadt Patenstellen in der Badens bürget Familie. Der schöne Hetreiifitz wird wohl gar ost,das Stelldichein bet adeligen Familien der Umgegend gewesen.sein.

angenommen worden." Am 23. Oktober 1674 wurde Pfarrer , was jedoch noch nicht beweist, datz dieser auch noch auf bet Baden- Henricus Daubert von Witzmar von dem Herrn v. Weitols- I bürg gewohnt hat. 1765 wird im Kirchenbuch erwähnt Andreas Hansenzum Hantzprediger und Beichivatter angenommen vndt I Freytag,der zeitige adeliche v.Schrautenbachsche Hosf- - ~ *-" m-n- --'* 1 mann", durch den die Familie das BadenburgischeGut verwalten

ließ. Daher erklärt sich auch, daß der Herrensitz von dieser Zeit an immer mehr in Verfall geriet. 1820 wurde die Badenburg mit einem Teil des Gutes, das damals 600 Morgen umfaßte,! an die Gemeinde Wiesest verkauft, die es parzellieren ließ. Spätere! Besitzer der Gebäulichkeiten, des Parkes und der anstoßenden Län­dereien touren Herr Tusch«, dann Herr Ludwig Ferber von Gießen, Hirsch Lötoenstein von Daubtingen. 1863 erkaufte die Badenburg HerrJ.Duill, von dem sie sein Solm,der jetzigeBesitzer,1878übernahm.

Zahlreiche Mitglieder bet Schrautenbachschen Familie standen im Militärdienst. 1683 tvird als Pate genannt bei «der Taufe eines Zwillingspaares von Balthasar v. Weitolshausen der Ob r ist wacht meist er Jörg Friedrich Baltzer von Weitolshausen. Seine Witwe wsar Majoratsherrin auf der Badenburg. 1677 wird als Pate erwähnt: Ma gnnsRein- h a r t v. Schrautenbach, Hauptmann. Er rückte zum Obrist- wachtmeister in den Chur-Mainzischen Truppen in Gernsheim auf und starb 16 9 6 auf der Badenburg. Er wurde auf Befehl des Konsistoriums in Weilburg in der Stille begraben,quuM fuerit ay oft ata et eontemptor nostrae ecclestae! et verbi divini" (Abgefallener und Verächter unserer Kirche und des göttlichen Wortes). 1678 wat Pate auf der Badenburg t Ludwig Schrautenbach, Hauptmann in Darmstadt. 1686. wurde mit seiner Schwester Magdalena auf der Badenburg lon- firmiert undad coenam sacram admittiert": Ludwig Rein­hart, Sohn Balthasars v. Weitolshausen; er starb 1702 als Leutnant in dem fürstl. Hess, darmstädtischen Regiment des Herrn Generalmajors v. S ch r a u t e n b a ch" infolge einer Blessur, die er am rechten Schenkel bei Landau" erhielt und wurde in Darmstadtim Gewölb mit brennendeii Fackeln, adelichem Gebrauch nach" beigesetzt. 1685 war Pate: Philipps Gott­fried Balthasar v. WeitolshausenFehndrtch". Er­starb 1691, 37 Jahre alt, und wurde in der Witzmarer Kirche beigesetzt. 1693 wird genannt: Görg Ludwig Wilhelm v. Weitolshausen, Fähnrich. 1707 starb auf der Baden­burg: Wilhelm August Balthasar v. Weitols- Hausen,Bnrgmaun zu Gietzen und Staufenberg, Obermarkep allhier, getvesener Fehndrich unter den herzoglich Württemberg,, Trouppen, welcher in der Campagna am hitzigen Fieber erkrank« vndt von da naher Badenburg gebracht". Gr wurde begrabest abendsbei Fackeln und gehaltener Leicheiiseremon nebst Lautung der Glocken". 1707 wird als Pate bei Jäger Nickels -Lohn er­wähnt: Fähnrich Ernst v. Schrautenbach. Er wurde 1709.

Juliane Dorothea o. Wreden getraut.

oes -A10ITC5 Wigmar- gelegenen, yamniuu/uu, au» guien . Bon weiblicheli Mitgliedern der Schrautenbachschen iza-.

und Gärten bestchendm Teil der Gemarkung, von der Dorsstratze milie mögen unter anderen folgende genaimtwerden.1682, bis zur Lahn. Die Herren v. Grolniaun hatten auch noch | Fra n A g n e^s Cath n^ui a v. ^S chr a^ut tvn b aL J'eetioii später einen Teil des Zehnten von Wißmar. Eiste Frau von! Rabenau und eine Frau v. Br in ck lebten als Witwen auf der Badenburg. Frau Anna Elisabeth v. Briuck war eine geb. v. Nordest zu Rabenau undgewesene Hof- meisterin am herzogl. Hoss zu Stuckard, itzo (1700) zu Badenburg lvohnhast." Sie stirbt 1709 zu Badenburgallwo sie sich bei ihren Verwandten aufgehalten und ist nach Witzmar ins adl.

Schrauteilbachsche Begräbnis gelegt worden» alt 79 Jahre."

Der erste bekannte Majoratsherr auf Badenburg war Lud­wig Balthasar v. Weitolshausen, gen. Schrauten- h a ch. Er beruft 1673 den Witzmarer Pfarrer zum Haus geistlichen. Er starb 1693 im Alter von 75 Jahren und wird alsOber- einnehmer" bezeichnet. Bei seinen Lebzeiten ging das Majorat auf feinen Sohn Balthasar v. Weitolshausen über, der 1678 erwähnt wird. Er starb 1694, 45 Jahre alt. Ihm folgte im!Majorat FrauO b r istw a cht m eist er in v. Schr an­te n b a ch, Gemahlin des Jörg Friedrich Balzer von Weitolshausen, Obriftwachtmeister bei den Chur-Maiu- zischen Truppen, gestorben 1694. 1700 wird Jörg Philipps Schmid von Wiesest alsadelicher Hoffmann bei) der F ' O b ri st w a chtm e ist e r in v. Schrautenbach" zu Bc..... barg erwähnt. Fran Maj otin Anna Ursula v. Schtan­te n b a ch war eine geborene v. Winter von Bromskirchen und starb 1717, 79 Jahre alt. Die Schrautenbachsche Familie war auch im Hinterland bei Battenberg begütert, allwo fie mehrere Höfe besaß.

Der Fran M a j o r i n S ch t a n t e n b a ch folgte der Wohlgeb. Herr E r n ft G o 11 f r i e d Balthasar v. Weitolshausen, vermutlich der vorigen Sohn und der 1730 erwähnte Haupt- manil v. Schrautenbach. Majoratsherrin war 1730 die I Daß in alter^Borzett die'Badenburg ost die Rstt'er zum Tournier Frau HauptMänuin v. Schrautenbach ; denn unter j b^^olksniuiidsicherzählt, ist wohl ins Reich der den Baptisatis Badenburgicis" ist als Täufling eine Tochter des Ee m verwesen Pietät osenveise ließ man ben stolzen Herreu-

Schäsers bei derFran tzauptmännin" eingetragen. Nach 1734 ^u ?erwenen. pieiarw,e^^ einmit schönen fünft-

wird die Familie v. Weitolshausen int Witzmarer Kirchenbuch I LxJÄLj unf) JAdfchlachten geziertes Hans" bezeichnet, nicht mehr genannt, 1740 wird aus der Badenburg eine Tochter k mitdrei Reihen Fenstern verschone Mauer,

des M a) o r s v. H i l k konfirmiert, der eine v. Schrautenbachs JXSS LZ bem einzigen stolzen Bau. Dank des Ent- zur Gemahlin hatte Es läßt sich annehmen, daß um diese Zeit ^komu eus des Oberhessischen Vereins für Lokalgeschichw die Schrauteilbachsche Familie auf der Badenburg aus gestorben I aegen o oes ^adeuburger Vergangenheit

Ker verzogen war. In einem Fenster im oberen Stocke des I flan$Ii(beit Verfall gerettet.ks

Wohngebäudes des jetzigen Besitzers Herrn Duill findet sich vor dem ganziteyen J

ilvar eingraviert der Name I o h v. W e i t o l s h a n s e n. 1 7 9 0, ! ---*