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Montag den 9. Mak
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Ihres Vaters Tochter.
Noman von Lulu von Strauß und Torney.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Eine hilflose Minute schwindelnden, besinnungslosen schreckens. ^>ch beuge mich vor. Drei Schritte vor mir, w..,r, ist der Weg auch zu Ende. Blaugrünej,
gerflupftete Eismassen, steil vom oberen Rand der Klamm vis in die Partnach hinunter.
m. ,®a' wo der Boden weggerissen ist, sehe ich die Bruchstelle. Nichts als uberh-angende Eiskruste der ganze Weg. Den Tod unter bett Füßen sind wir gegangen.
Der Schnee, auf dein ich stehe, hat auch schon eine breite Spalte. Wenn die werterreißt! Wenn!
jenseits der Lücke sehe ich die anderen drei, aufgeregt, mir Zerchen machend. Georg kommt dicht an den Rand, Mrnkt und ruft. Ich begreife, daß er zurück will, Ulfe holetr. Ich soll warten, mich nicht rühren.
Ich nicke mechanisch zu ihtn hinüber und lehne mich an die Schneewand neben mir. Wie im Traum sehe ich dte drei umkehreu, gehen. Lotte sieht sich noch einmal um und nickt. Sie hat ganz weiße Lippen. Oder macht das das wunderliche Schneelicht?
Ganz allein bin ich dann.
Eine sonderbare eiskalte Beklommenheit legt sich über mich. Es ist, als ob ein eiserner Ring fest um meine Strrn liegt. Zn den Ohren immer nur das Getöse des Wassers, endlos.
_ Zrh starre wie hypnotisiert auf die Spalte unter meinen Füßen. Wrrd sie nicht breiter?
Ist dies denn das Ende? fährt es mir durch den Kopf. Sterben? -
In meinen Schläfen klopft es auf einmal. Ich denke sprunghafte Gedanken. Ich flehe Gesichter, halb schattenhaft. Seppl. Bernhardt. Meinen Vater.
Sterben. Sterben, wie mein Vater gestorben ist. Ausgelöscht feilt. Nichts mehr sein.
Du hast es dir doch oft gewünscht, sagt eine Stimme. Keine Not mehr, keine Unruhe, nichts. Nur Stille.
Nein, nein, nein, schreit es plötzlich in mir auf. Herrgott, nicht sterben! Jetzt nicht! Ich kann nicht! Ich habe ia noch nicht gelebt!
r schüttelt mich förmlich Eine heiße, feige, würde- sind Wie ein Tier sie hat, hinter dem die Hunde
Ich klemme die Hände zusammen.
Was ist denn das bißchen Not, das einem so gewaltig dorkommt? Mchts, gar nichts! Kein Wort wert!
Nur atmen, die Sonne sehen! Nur leben, leben!
Äch weiß nicht, wie lange ich so gestanden habe. Ich Wie auf, als ich etwas Dunkles den Weg Herkommen
sah. Mensche«, Männer mit .Holzäxten und Stricken -z voran Georg.
In einem sonderbar traunthaften Zustand sehe ich alles« Wre fle stehen bleiben, sich kurze Worte zuschreien, beraten', Erner der Holzknechte spuckt tu die Hände, nimmt sein Beil und fängt an, in das Eis zu hauen, daß es splittert. Ich verstehe: einen schmalen Weg längs der Kante des W sturzes wollen sie machen.
Lieber Himmel, wie langsam! Ich bin wie im Fieber. Ist die Spalte nicht schon breiter?
Ich kann es nicht mehr ertragen, ich mache die Augen fest zu. Eine eisige Starrheit kriecht mir langsam den Rücken herunter.
Zch fahre erst auf, als jemaud mich am Arm faßt, Georg.
Wir verstehen uns stumm. Ich versuche, einen Schritt vorwärts zu machen, aber meine Füße sind ganz ohne Kraft. Da bückt er sich und hebt mich auf.
_ , Sein Gesicht verschwimmt mir, ich kann nicht atmen. Ich fühle fein stoßendes Keuchen bei jedem Schritt. Einmal gleitet er und findet doch wieder Halt.
Noch ein paar endlose Angstsekunden, dann ließ et mtä) auf die Füße. Die Männer drängten sich an di« Schneewand und rückten dte Hüte, wie sie uns vorbei- ließen.
Georg führte mich. Wir haben kein Wort gesprochen! den ganzen Weg. Ein Dank wäre banal gewesen, verletzend. Es gibt Dinge, für die sich nicht danken läßt.
Aber wie eine tiefe, stumtne Andacht ist das Bewußt» sein in mir, daß er sein Leben für mich eingesetzt hat!
Daß ich's ihm danke, dies Wunder aller Wunder! Da« liebe Leben, mein Leben!
Partenktrcheti, 3. April.
Leichtsinniges Menschenvolk! Gestern haben sie mW ms Bett gepackt und mir Glühwein gebraut. Heute wollten wir zurück nach München.
Mer die Sonne scheint wie im Sommer, die Bergs stehen ff ar und weiß gegen den blauen Himmel, und die Kamzenfranzwirtin erklärt: „So treffe Sie's net wieder, Sie müsse noch zum Eibsee auf und zum Badersee. Der Weg is net weit, und's Fräule schaut auch heut wieder aus wie's Leben selber!"
Also — wir gehen! Ich stehe jetzt erst auf, um Mittag. Nach Tisch geht's los. Ich habe Georg heute noch nicht gesehen. Nur diese Nacht: ich fiel im Traum tief, immer tiefer in die eiskalte Klamm. Und mitten in der schwindelnden Angst sah ich sein .Gesicht und fühlte, wie er mW aufhob und hielt.
Und alles war gut! Und ich lebtek
3. April, abends^
Liebster! Liebster! Nicht mehr Freund, Kamerad ti tausendmal mehrt


